AOK-Welt: Neues aus den Regionen
Mit verschiedenen Initiativen und Studien setzen sich die AOKs bundesweit für eine bessere Versorgung ein.
NordWest
Mehr Menschen durch Rauchen im Krankenhaus
Raucherkrankheiten führen zu mehr Klinikaufenthalten: Im Jahr 2024 wurden in Westfalen-Lippe 112.345 Patientinnen und Patienten wegen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie Krebserkrankungen an Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien oder Lunge stationär behandelt. Das sind 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In Schleswig-Holstein waren es 14.401 Betroffene. „Rauchen ist nach wie vor der größte vermeidbare Risikofaktor für Krebs und COPD – das belegen zahlreiche Studien“, machte der Vorstandsvorsitzende der AOK NordWest, Tom Ackermann, deutlich.
Bundesverband
Gesundheitsatlas belegt Rückgang bei Herzinfarkten
Die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Herzinfarkt ist in Deutschland deutlich zurückgegangen. Nach Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) wurden 2024 rund 185.400 Herzinfarkte stationär behandelt; 2017 waren es noch 215.600 Fälle. Das entspricht einem Rückgang um etwa 14 Prozent. Männer sind weiterhin häufiger betroffen als Frauen, zudem zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. „Der positive Trend dürfte mit Lebensstiländerungen wie Rauchverzicht und einer verbesserten medizinischen Behandlung der Risikofaktoren für Herzinfarkte zusammenhängen“, sagte WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Gleichzeitig verdeutlichten die Daten negative Entwicklungen bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck, die als wichtige Risikofaktoren für das Auftreten von Herzinfarkten gälten. Die Auswertung ist Teil des WIdO-Gesundheitsatlas und basiert auf Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung.
Baden-Württemberg
Transparenz beim Umweltschutz verstärken
Umweltschutz ist Gesundheitsschutz: Mit der Registrierung für „Eco-Management and Audit Scheme“ (EMAS) stärkt die AOK Baden-Württemberg als erste Krankenkasse Deutschlands ihr Umweltmanagement und macht ihre Umweltleistungen transparenter. „Nur in einer gesunden Umwelt können wir die Gesundheit und Lebensqualität unserer Versicherten erhalten und verbessern. Deshalb ist Nachhaltigkeit fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie“, sagte Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. EMAS verpflichtet Organisationen dazu, Umweltbelastungen systematisch zu erfassen, kontinuierlich zu verringern und die Ergebnisse regelmäßig öffentlich zu machen. Insgesamt sind nun 215 Standorte der Südwestkasse im EMAS-Register erfasst.
Hessen
Schneller zum Arzttermin – viele helfen nach
Viele Menschen greifen zu eigenen Mitteln, um schneller an einen Arzttermin zu kommen. Das zeigt eine repräsentative Befragung der AOK Hessen. Demnach gaben 41 Prozent der Befragten an, schon einmal nachgeholfen zu haben, um früher behandelt zu werden. Jeder Fünfte zahlte Leistungen selbst, obwohl diese eigentlich Kassenleistungen sind. Weitere 17 Prozent übertrieben nach eigener Aussage Beschwerden oder Symptome bei der Terminanfrage bewusst. Besonders häufig machten jüngere Menschen und Personen mit höherem Einkommen von diesen Methoden Gebrauch.
AOK-Gemeinschaft
AOK sichert Versorgung mit MS-Medikament
Zunächst bis Ende Juli 2026 übernimmt die AOK die Mehrkosten für das Arzneimittel Fampridin bei Multipler Sklerose (MS). Der Wirkstoff wird zur Verbesserung der Gehfähigkeit eingesetzt. Hintergrund sind fehlende Generika nach einem Patentstreit. „Wir erwarten von dem pharmazeutischen Hersteller, dass die Patentstreitigkeiten nicht zu Lasten der Versorgung unserer Versicherten ausgetragen werden“, mahnte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann. Versicherte müssen dabei nicht in Vorleistung gehen, Apotheken können die Kosten direkt abrechnen. Sollten Generika bereits vor Ende Juli wieder verfügbar sein, wird die Regelung ungültig.
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