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Beratung am Baby-Telefon: Das wollen Eltern von den AOK-Experten wissen

Kinderkrankheiten, Impfungen, Operationen, Diagnosen – die Medizin-Experten am Baby-Telefon der AOK bieten rund um die Uhr Unterstützung für Eltern mit Babys, kleinen und großen Kindern. Kinderärztin Renate Quarg beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Kindergesundheit.

Medizinische Beratung für Eltern mit Kompetenz und Empathie

Ganz oben auf Dr. Quargs To-do-Liste für den Spätdienst steht der Rückruf bei einer Familie, die sich auf den Urlaub mit dem einjährigen Kind vorbereiten will. Da wird die Reiseapotheke für Griechenland besprochen. Vorsorge – das ist ein häufiges und wichtiges Thema am AOK-Baby-Telefon.

Dr. Renate Quarg / Kinder- und Jugendärztin

Anschließend beschäftigt sich die Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin erfahrungsgemäß noch mit Fragen zu Wechselwirkungen von Medikamenten oder zu Arzneien in Schwangerschaft und Stillzeit. Und manchmal hört sie von harten Schicksalsschlägen.

Angst, Wut, Weinen, Verzweiflung, all das begegnet Dr. Quarg und dem medizinischen Team. Ihre kompetente Beratung hat schon viele Elterntränen getrocknet.

Telefonische Beratung beginnt mit Zuhören

„Das Leben ist ja nicht immer gerecht“, sagt Dr. Renate Quarg. Bei solchen Fällen hört sie am AOK-Baby-Telefon nicht nur aufmerksam zu und informiert, dann fühlt sie auch mit. Beispielsweise mit der Mutter, deren Kind mit einem Herzfehler geboren wurde und dem eine schwere OP bevorsteht. Sie weiß, wer eine solch schwere Diagnose erhält, dessen Herz und Kopf sind mit anderen Dingen beschäftigt, als sofort den medizinischen Ausführungen des Arztes zu folgen und wichtige Fragen zur Behandlung zu stellen. Dann hilft das medizinische Team am AOK-Baby-Telefon weiter.

Für diese Fälle werden auch mal mehrere Gesprächstermine am Baby-Telefon vereinbart. „Der schönste Termin ist der, wenn sich die Eltern melden und von der glücklich überstandenen, erfolgreichen Operation erzählen.“

Kein Tag ist für die medizinischen Experten im AOK-Servicecenter wie der andere, keine Antwort pauschal. „Hinter jeder Frage stecken eine Geschichte und eine Sorge“, sagt Quarg. „Einen Draht aufzubauen, das geht auch übers Telefon.“ Ihre Erfahrung aus der Praxis, dem Krankenhaus und ihre starke Kommunikationsfähigkeit helfen dabei. „Es gibt einem ein gutes Gefühl, hier zu arbeiten“ – sie macht das seit 18 Jahren.

Die häufigsten Fragen am AOK-Baby-Telefon

Viele Eltern beschäftigen ähnliche Fragen, wenn es um die Gesundheit ihrer Kinder geht. Dr. Quarg nennt Beispiele aus der Arbeit am Baby-Telefon, das auch Eltern größerer Kinder als Ansprechpartner hilft.

Baby wird mit Brei gefüttert. © AOK-Bilderpool

„Ich habe bei meinem fünf Monate alten Baby angefangen, zum Stillen Beikost zu füttern, aber mein Kind spuckt nach drei Löffeln alles wieder aus. Das Baby kann so doch nicht satt werden! Wie kann ich es an Brei gewöhnen?“

Dr. Quarg: „Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um das Baby an die Beikost zu gewöhnen. Aber jedes Kind ist anders. Die einen sind neugierig, die anderen vorsichtig gegenüber Neuem. Das gilt auch beim Essen. Wenn das Kind den Brei ausspuckt, bedeutet das nicht, dass es ihn überhaupt nicht mag. Der Geschmack ist ungewöhnlich, die Konsistenz ist anders als die der Muttermilch. Man muss das Kind langsam daran gewöhnen und immer wieder anbieten. Isst das Baby mittags über einen längeren Zeitraum nicht mehr als drei Löffel, dann sollten Sie abends den gleichen Brei noch einmal anbieten, so stellt sich die Gewöhnung schneller ein. Aber niemals zum Essen zwingen. Am Anfang zusätzlich zum Brei noch zu stillen, ist vollkommen in Ordnung. Keine Sorge: So schnell gibt es keine Mangelerscheinung.“

Fragen und Antworten zum Thema Brei

„Wir können nicht mehr. Unser Baby ist sechs Wochen alt und wacht zehnmal pro Nacht auf, schreit stundenlang und lässt sich nicht beruhigen. Aber der Kinderarzt findet nichts. Wer kann uns helfen?“

Dr. Quarg: „Das ist für Eltern extrem belastend. Manche Kinder haben sogenannte Regulationsstörungen. Das bedeutet, die Kinder sind unter anderem leicht überreizt und können sich nicht selbst beruhigen. Dadurch schlafen auch die Eltern schlecht und trauen sich unter Umständen nicht mehr, mit dem schreienden Kind rauszugehen. Sie sehen sich als schlechte Mutter oder schlechter Vater. Eltern und Kind brauchen Hilfestellung und Unterstützung. Es kann helfen, einen sehr regelmäßigen Tagesablauf zu gestalten mit ausreichend Tagesschlafphasen und einem sanften Umgang mit dem Baby ohne viele Reize und Hektik. Mein Tipp: Das Baby mal kurzzeitig durch Freunde oder Verwandte betreuen lassen, um in der Zeit auszuruhen oder in Ruhe einen Tee trinken. Das gibt Ihnen selbst wieder neue Energie. Ich weiß, sich Hilfe suchen, um Entlastung bitten, eine Auszeit nehmen – das fällt jungen Eltern schwer. Aber das darf man! Wenn die Familien an ihre Grenzen kommen, gibt es auch Unterstützung in speziellen Schreiambulanzen.“

Schreibabys: Rat und Infos

„Für mein Baby steht die U3 mit der Sechsfachimpfung an. Muss es so klein wirklich schon so viele Impfungen erhalten?“

Dr. Quarg: „Eine Sechsfachimpfung bei so einem kleinen Baby erschreckt viele Eltern. Die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission sind aber genau abgewogen. In Deutschland beginnt man bewusst früh – schon mit zwei Monaten – weil Kinder kaum Nestschutz gegen Keuchhusten haben. Bei Säuglingen kann Keuchhusten aber zu lebensgefährlichen Atempausen führen. Die Kombi-Impfung gegen mehrere Infektionskrankheiten hat viele Vorteile: Die Belastung verringert sich durch die Kombination, denn weniger Pikse bedeuten weniger Zusatzstoffe und Trägerstoffe. Ein Baby setzt sich ab der ersten Sekunde seines Lebens mit so vielen Bakterien und Viren auseinander und kommt damit gut zurecht. Da bedeutet eine Impfung nur den Bruchteil der echten Belastung. Die Impfstoffe sind gut verträglich und wir können durch die Impfungen viele schwere Infektionskrankheiten verhindern.“

Impfschutz für Babys, Kinder und Jugendliche

Vater trägt sein schreiendes, krankes Kind auf dem Arm. © AOK-Bilderpool

„Jeder Infekt fliegt an meinen Sohn ran, seit er im Kindergarten ist. Mein Chef glaubt mir schon nicht mehr, wenn ich deshalb mal wieder zu Hause bleiben muss. Ist das noch normal?“

Dr. Quarg: „Tatsächlich sind Kinder im Kindergartenalter häufig krank. Eltern müssen sich mit dem Start der Betreuung auf zahlreiche Infekte einstellen. Die Kinder stecken beim Spielen eng die Köpfe zusammen oder lecken an denselben Sachen. Dadurch tauschen sie über Tröpfchen Viren und Bakterien aus, während sich das Immunsystem noch in der Lernphase befindet. Da ist es wichtig, den niedergelassenen Kinderarzt an der Seite zu haben. Der hat nämlich ein gutes Gespür, ob alles noch im Rahmen ist. Acht bis zwölf leichte Infekte pro Jahr sind bis zum Schuleintrittsalter normal. Dauert eine Erkrankung länger, verläuft schwerer oder hat ein Kind viele schwere Infekte, klärt der Kinderarzt ab, ob zum Beispiel ein Immundefekt dahintersteckt. Wichtig ist, den Kinderarzt nicht ständig zu wechseln, sonst gehen Informationen verloren.“

Fragen an den Kinderarzt

Junge sitzt müde am Schreibtisch über seinen Hausaufgaben. – AdobeStock_132221684

„Mein Sohn hat ADHS. Zu Hause haben wir nur noch Streit, vor allem bei den Hausaufgaben. Was können wir tun?“

Dr. Quarg: „Eltern unterstützen ein Kind mit Aufmerksamkeitsstörungen am besten mit klaren Strukturen. Beispielsweise sollte auf dem Tisch kein Spielzeug liegen, das ablenkt, sondern wirklich nur die Dinge für die Schularbeiten. Starten Sie nicht mit der schwierigsten Aufgabe. Die sollte in der Mitte der Hausaufgabenzeit drankommen, bevor die Konzentration wieder abnimmt. Bauen Sie am besten nach der Schule und zwischendurch mal eine Bewegungsphase ein. Eine gute Hilfe ist der AOK-Elterntrainer mit individuellen Empfehlungen und Tipps für den Umgang mit ADHS. Das Wichtigste ist, liebevoll, aber konsequent zu bleiben.“

Zum ADHS-Elterntrainer der AOK

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