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Ratgeber für Eltern: Wenn das Baby nicht aufhört, zu schreien

Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 21.01.2021

Hört das eigene Baby nicht mehr auf zu weinen, können Eltern schon mal verzweifeln. Hilflosigkeit und Selbstkritik machen sich breit – man versteht das eigene Kind nicht mehr. Lesen Sie hier, wie Sie erkennen, ob Ihr Baby normal viel schreit oder es ein Schreibaby ist. Zudem finden Sie Tipps, mit denen Sie Ihr Baby beruhigen können.

Inhalte im Überblick

    Ist das noch normal oder ist mein Kind ein Schreibaby?

    Bis zum dritten Monat schreien Babys durchschnittliche etwa 30 Minuten pro Tag, wenn sie hungrig oder müde sind. Bei einem Schreibaby können es mehrere Stunden sein. Typischerweise beginnt das häufige Schreien ab der zweiten Lebenswoche und kann bis zum Ende des dritten Monats andauern. Bei manchen Säuglingen kann das Schreien auch bis zum sechsten Monat anhalten – das ist jedoch relativ selten.

    Von Schreibabys sprechen Ärzte, wenn der Säugling

    • am Tag mehr als drei Stunden,
    • an mindestens drei Tagen in der Woche,
    • seit mindestens drei Wochen ohne erkennbaren Grund weint.

    Oft tritt das Schreien plötzlich auf. Noch eben hat sich das Baby scheinbar wohlgefühlt und auf einmal lässt es sich nicht mehr beruhigen. Dabei ballen Schreibabys häufig die Fäuste und ziehen die Beine an. Die gute Nachricht: Studienergebnisse zeigten, dass ehemalige Schreibabys im Alter von zwei bis drei Jahren keine Auffälligkeiten hinsichtlich ihres Verhaltens, ihrer Regulationsfähigkeiten, ihres Temperaments und der Familienfunktionsfähigkeit im Vergleich zu einer Gruppe von Kleinkindern ohne Schreianamnese zeigten. 

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    Warum schreit mein Baby? – Was ist eine Regulationsstörung?

    Bis heute sind die Ursachen des unstillbaren Schreiens nicht geklärt. Die betroffenen Säuglinge haben vermutlich Schwierigkeiten, sich selbst zu beruhigen. Man spricht von frühkindlichen Regulationsstörungen. Die Babys sind nicht in der Lage, sich dem Alter entsprechend selbst zu regulieren und reagieren auf vieles sehr sensibel. Das kann sich zum Beispiel darin äußern, dass die Kleinen auf äußere Reize, wie zum Beispiel helles Licht und laute Geräusche, unangepasst reagieren. Ihnen kann auch die Fähigkeit fehlen, nach nächtlichem Aufwachen selbst wieder in den Schlaf zu finden. Darüber hinaus können Fütterprobleme mit dem Schreien in Zusammenhang stehen..

    In der Regel sind sogenannte Regulationsstörungen für das Schreien der Babys verantwortlich.© AOK

    Mythos Dreimonatskoliken

    Früher hat man bei den typischen Bauchschmerzen der Kleinen bis zum dritten Lebensmonat von "Dreimonatskoliken" gesprochen. Heute wissen Mediziner, dass nicht Darmkoliken, sondern die Regulationsstörungen des Kindes hinter den Beschwerden stecken können. Die Erklärung: Das Kind schluckt durch das Schreien mehr Luft, die beim Verdauen im Darm drückt und Schmerzen bereitet. Der Bauch der Säuglinge ist dann aufgebläht und fest. 

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    Es gibt kein Wundermittel bei schreienden Babys, aber diese 9 Tipps können helfen, das Baby zu beruhigen: 

    Wann sollte ich mit meinem Kind zum Arzt?

    Nur selten liegt dem unstillbaren Schreien eine organische Ursache zugrunde. Eltern sollten dennoch den Rat des Kinderarztes einholen, um sich abzusichern, dass nicht doch eine Infektion des Mittelohres, ein Leistenbruch oder eine andere Erkrankung Ursache der Schreiattacken des Säuglings sind. Außerdem kann der Arzt den Eltern Tipps zum Umgang mit dem Baby geben, bevor diese vollends überfordert von der Situation sind. 

    Unbedingt notwendig ist ein Besuch beim Arzt, wenn laut der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin folgende Symptome bei dem Baby oder den Eltern auftreten:

    • Ihr Kind nimmt nicht mehr an Gewicht zu, es mag nicht trinken, es spuckt viel und zeigt dabei Schmerzäußerungen oder überstreckt vermehrt den Rücken.
    • Sie fühlen sich hilflos, erschöpft oder überfordert.
    • Sie merken, dass das Schreien Sie so wütend und verzweifelt macht, dass Sie Sorge haben, sich nicht mehr kontrollieren zu können.

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