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Diabetes Typ 1 und Leistungssport

Hallo,

bei meinem Sohn (15) wurd im August 2018 Diabtes Typ 1 diagnostiziert (Autoimmunerkrankung, Nachweis Antikörper positiv, keine familiäre Vorbelastung bekannt).

Er macht seit 3 Jahren, 5x die Woche, 1-2 Std. Training (Mehrkampf: Laufen, Gymnastik, Gewicht). Eigentlich ist er sehr gut eingestellt (Pen, keine Punpe), d.h. bei den monatlichen Regelterminen sind alle Werte (Keton, HbA1c, BZ-Messreihe) optimal.

Wir hatten zu Anfang, und jetzt wieder, eine Remissionsphase, wo wohl noch letzte Inselzellen massiv den BZ zw. 90 und 130 halten, d.h. wenn wir, neben dem 24h insulin (Lantus, 24 Einheiten), noch zusätzliche zu den Mahlzeiten, das Kurzzeitinsulin (Apidra) geben, ist die Gefahr der Unterzuckerung, in diesen Phasen, entsprechend hoch. Um die Remission mit einzubeziehen gehen wir daher auf den Faktor 0,5 zurück, um die Möglichkeit zu haben lieber etwas höher rauszukommen, bzw. die potentielle Unterzuckerung zu vermeiden.

Da der Autoimmunprozess wohl schon Anfang 2018 aktiv war, also mittlerweile wohl gut 20 Monate die Inselzellen stetig ihre Funktion einstellen, gibt es denn ggf. Erfahrungswert aus Langzeitstudien zu Typ 1 (aus den letzten 10 Jahren), die einen Hinweis darauf geben, wie lange die Remissionsphase andauern kann, bis auch die letzte Inselzelle ihre Funktion einstellt? Gibt es einen Blutwert, im Zusammenhang mit der Anzahl der Antikörper, der einen Hinweis auf die Ausprägung der Aktivität der verbliebenen Inselzellen liefert?

Die andere Frage bezieht sich auf die zukünftige Finanzierung der Krankheit. Derzeit ist mein Sohn noch in der Familienversicherung und wir müssen keine Zuzahlung für das Insulin leisten. Wie sieht das aus, wenn er sich einmal selbst versichern muss, welche Kosten kommen auf Ihn zu?

Die letzte Frage; In Bezug auf die negativen Langzeitfolgen von Typ 1 und 2 wird auf die Funktionswerte der Niere verwiesen (Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und Kreatinin-Clearance), die mittels eines Mikroalbumin und Kreatinin Teststreifen regelmäßig überprüft werden sollten. Bei der regelmäßigen Überprüfunggeht es darum, frühzeitig die Bildung dieser gefäßverschliessenden Substanz zu erkennen und sich darauf einzustellen, dass dieser, lt. Beschreibung Forschungsstand, unumkehrbare Prozess, in der zukunft, zu einem Nierenversagen führen wird. Was bedeutet das aber - wie viel Zeit bleibt einem, wenn Mikroalbumin nachgewiesen wurde und man davon ausgeht, dass man versucht gesund zu leben bzw. Stoffe zu meiden, die die Niere zusätzlich belasten - sind das 5, 10, 15 Jahre. Wie ist hier der aktuelle Wissensstand?

Zuletzt: Wenn mein Sohn einmal, aufgrund seiner chronischen Erkrankung eine neue Niere benötigt, kann ich sicherstellen, sofern alle medizinischen Parameter passen, dass ich Ihm, als Familienmitglied, eine meiner Nieren spenden kann (ich trinke und rauch nicht, daher sollten die ok sein)?


Danke für's lesen.

 

Hallo NrQ26812,

 

vielen Dank für Ihre Fragen. Um diese sehr spezifischen Fragen adäquat beantworten zu können, habe ich sie intern an Kollegen weitergeleitet. Antworten werden in Kürze eingestellt.

 

Gruß

 

Jörg Heinrichs

AOK Expertenteam

 

 

Hallo NrQ26812 ,

 

nach Rücksprache mit unserem Beratungsarzt Andreas Winkler (Antworten mit (AW) gekennzeichnet) und Jutta Klett (Antworten mit (JK) gekennzeichnet), hier nun die Antworten:

(AW) Zur Frage der Remissionsphase, hierzu gibt es Studien in diesem Fall zur Tertiärprophylaxe (es liegt schon der DM Typ I vor).

Wobei die Ergebnisse sehr streuen, da die Remissionsphasen in aller Regel Wochen bis Monate andauern, nicht über Jahre. Zur Untersuchung der Autoantikörper gibt es an Spezialeinrichtungen die Möglichkeit des Nachweises.

Das sollte mit dem behandelnden Diabetologen abgesprochen werden. Letztendlich muss, so wie Sie es schon tun, dieInsulingabe angepasst werden. Diese Autoantikörper haben derzeit noch keine therapeutische Konsequenz. 

Der Nachweis auf Mikroalbumine ist ein Aufgreifparameter zur schnellen Erkennung einer beginnenden Nephropathie.

Hier wird versucht durch Gegensteuern mir Ernährung, guter Einstellung des Diabetes und entsprechender Therapie eine Schädigung der Niere zu vermeiden. Eine Einschätzung, wieviel Jahre verbleiben bis zu einer endgültigen Schädigung der Nier ist dabei nicht ableitbar.

Nicht alle Diabetiker bedürfen einer Dialyse bzw. einer Nierentransplantation. Das ist auch das Ziel dieses Screenings,ungünstige Verläufe zu vermeiden. Es sind durchaus mehr als 20 Jahre mit guten Verläufen, was die diabetische Nephropathie betrifft, bekannt.

Durch den Sport wird zusätzlich ein guter Verlauf des DM unterstützt. Matthias Steiner (Olympiasieger im Gewichtheben) war auch Typ I Diabetiker und hat durch ein gutes Management des DM bisher seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhalten können. Dazu hat er auch ein Buch geschrieben, was durchaus empfehlenswert ist.

 

(JK) Zur Frage der Finanzierung: Ihr Sohn ist von der gesetzlichen Zuzahlungspflicht befreit solange er noch nicht 18 Jahre alt ist. Das gilt unabhängig davon, ob er familienversichert oder selbst als Mitglied versichert ist. Näheres zu den ab 18 Jahren fälligen Zuzahlungen finden Sie hier:

https://www.aok.de/pk/niedersachsen/inhalt/zuzahlungen-auf-einen-blick-4/

und die Möglichkeiten zur Befreiung hier: https://www.aok.de/pk/niedersachsen/inhalt/zuzahlungen-befreiung-regelung-und-ausnahme-5/

 

Zur Frage einer evtl. Organspende: Für ausführliche und fundierte Informationen zum Thema Organspende empfehlen wir diese Seite.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Jörg Heinrichs

AOK Expertenteam

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