Artikel Gesundheitssystem

AOK-Welt: Neues aus den Regionen

20.10.2026 Tina Stähler 3 Min. Lesedauer

Mit verschiedenen Initiativen und Studien setzen sich die AOKs bundesweit für eine bessere Versorgung ein.

Draufsicht auf ein ungemachtes Bett mit weißen, zerknitterten Bettlaken und Kissen. Die Bettwäsche liegt locker in weichen Falten und ist in sanftes, natürliches Licht getaucht.
Sexuell übertragbare Infektionen bleiben häufig zunächst unbemerkt, sind bei früher Diagnose aber oft gut behandelbar.

NordWest

Sexuell übertragbare Infektionen oft unerkannt

In Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe wurden 2025 mehr als 18.500 sexuell übertragbare Infektionen (STI) registriert. Dazu zählen unter anderem Chlamydien, Herpes, Hepatitis B und HIV. In Schleswig-Holstein blieb die Zahl mit 4.015 Fällen nahezu unverändert, in Westfalen-Lippe stieg sie um 1,3 Prozent auf 14.508 Fälle. Katja Schwarzenhölzer, Medizinerin bei der AOK NordWest, machte deutlich, dass STI oft unbehandelt blieben, da sie zunächst keine Beschwerden verursachten. Jedoch seien viele STI bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar. Die AOK rät deshalb zu Aufklärung, Prävention und einer ärztlichen Abklärung bei Verdacht.

Bundesverband

Besser vorbereitet ins Arztgespräch

Mit einem digitalen Patienten-Trainer können sich Patientinnen und Patienten jetzt gezielt auf ein Gespräch in der Arztpraxis oder im Krankenhaus vorbereiten. Vier Video-Tutorials mit praxisnahen Fallbeispielen zeigen, wie sich Anliegen klar formulieren, Fragen gezielt stellen und auch unter Zeitdruck wichtige Punkte ansprechen lassen. Ergänzt wird das Angebot durch eine Checkliste zur Vor- und Nachbereitung sowie einen Selbsttest mit Empfehlungen. „Patienten und Patientinnen wollen und müssen heute in die Entscheidungsfindung eingebunden werden“, sagte Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. Das gelinge am besten, wenn sie ihre Bedürfnisse äußern, gezielt Fragen stellen und eigene Anliegen formulieren könnten, um so ihre Erkrankung und deren Behandlung besser zu verstehen. Der Patienten-Trainer der AOK soll die Gesundheitskompetenz stärken und Patienten unterstützen, sich aktiv an Behandlungsentscheidungen zu beteiligen.

Rheinland/Hamburg

Kinder bewegen sich zu wenig

Nur knapp jeder achte Heranwachsende im Rheinland und in Hamburg bewegt sich ausreichend und erreicht damit die WHO-Empfehlung von mindestens einer Stunde Bewegung pro Tag. Das zeigt der aktuelle Kindergesundheitsatlas der AOK Rheinland/Hamburg, für den 5.000 Eltern befragt wurden. Zehn Prozent sind an höchstens einem Tag pro Woche mindestens eine Stunde körperlich aktiv, elf Prozent gelten als adipös. 23 Prozent der Sieben- bis Zehnjährigen überschreiten die empfohlene Bildschirmzeit mit sozialen Medien. „Gesundheitskompetenz ist ein entscheidender Schlüssel“, sagte Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg. Eltern müssten verlässliche Informationen nicht nur finden und verstehen, sondern auch sicher in den Alltag übertragen können.

Bayern

KI-Coach kann bei Stress helfen

Die AOK Bayern bietet ihren Versicherten mit „Ally“ ein neues Tool zur Stressbewältigung an. Der KI-gestützte Präventionskurs ist seit Anfang September verfügbar. Das Programm richtet sich an Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren. Die App soll dabei helfen, das eigene Stresserleben zu reflektieren und Strategien für den Alltag zu entwickeln. Dazu kombiniert sie dialogbasierte KI mit wissenschaftlich fundierten Methoden wie kognitiver Verhaltenstherapie sowie Achtsamkeits- und Entspannungsübungen. Versicherte der AOK Bayern können die App zwölf Monate lang kostenfrei nutzen.

PLUS

Wiederkehrendem Kopfweh vorbeugen

Kopfschmerzen und Migräne sind in Sachsen und Thüringen weit verbreitet. 2025 erhielt in Sachsen jeder zehnte und in Thüringen knapp jeder achte Versicherte mindestens einmal eine entsprechende Diagnose. Besonders hoch war der Anteil bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren. Um wiederkehrenden Kopfschmerzen frühzeitig vorzubeugen, bieten die AOK PLUS und das Universitätsklinikum Dresden ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche an. Es vermittelt unter anderem Strategien zum Stressmanagement, Entspannungstechniken und Möglichkeiten, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.

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