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COVID-19-Impfung

In Deutschland stehen derzeit vier Impfstoffe gegen das Coronavirus zur Verfügung, die bundesweit verabreicht werden. Erfahren Sie hier, wie die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna sowie der Vektor-Impfstoff der Universität Oxford/AstraZeneca und der von Johnson & Johnson funktionieren, welche Nebenwirkungen es bei ersten Tests gab und wie wirksam sie sind. Des Weiteren finden Sie Informationen zum Ablauf der Impfung, welche Unterlagen Sie dafür benötigen und viele weitere wichtige Hinweise rund um die Corona-Schutzimpfung.

Wie wirksam sind die zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19?

Der mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde in einer Studie mit mehr als 43.000 Menschen erprobt. Dabei bekamen 21.700 Teilnehmer den Impfstoff und gleich viele Probanden ein Placebo (eine Injektionslösung ohne Impfstoff).

8 Menschen, die den Impfstoff erhalten haben, erkrankten dennoch an COVID-19. In der Gruppe mit dem Placebo waren dies hingegen 162. Hieraus errechnet sich eine Effektivität von 95 Prozent über alle Altersgruppen. Das ist für einen Impfstoff ein überaus gutes Ergebnis.

Der mRNA-Impfstoff von Moderna wurde in einer Studie mit etwa 30.000 Menschen erprobt, von denen die Hälfte den Impfstoff erhielten. Bei 185 COVID-Erkrankungen in der Gruppe, die nur ein Placebo erhalten hatten und 11 COVID-Erkrankungen unter den mit dem Impfstoff geimpften Personen ergibt sich eine Effektivität von 94 Prozent, die somit identisch zum BioNTech/Pfizer-Impfstoff ist.

Die Impfungen erfolgten zweimalig im Abstand von drei bis sechs Wochen. Bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung gab es im Gegensatz zur Kontrollgruppe kaum noch Erkrankungen in den geimpften Gruppen der Studien. Zwei Wochen nach der zweiten Dosis geht man von einem ausreichenden Impfschutz aus.

Der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford verwendet ein anderes Virus (Adenovirus), um die Erbinformation des Spike-Proteins des Coronavirus (DNA) in die Zellen an der Impfstelle zu bringen. Im Zuge der häufigen Anwendung des Impfstoffs in England und Schottland sind viele Daten erhoben worden. Sie zeigen, dass das Risiko, wegen Corona ins Krankenhaus zu müssen oder einen schweren Verlauf zu erleiden, durch dieses Medikament stark reduziert werden kann. Zudem liefern die Daten inzwischen auch robuste Ergebnisse zur guten Wirksamkeit des Impfstoffs in höheren Altersgruppen bereits nach einer Impfstoffdosis. Laut Ständiger Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut soll der Abstand zwischen erster und zweiter Impfung möglichst zwölf Wochen betragen. Aufgrund des erhöhten Risikos für die sehr seltenen Thrombosen der Gehirnvenen wird dieser Impfstoff von der STIKO ab dem Alter von 60 Jahren empfohlen. Nach ärztlicher Aufklärung dürfen sich auch Personen ab 18 Jahren mit diesem Impfstoff impfen lassen.

Mit Ad26.COV2.S der Firma Johnson & Johnson ist am 11. März von der Europäischen Kommission der vierte Impfstoff gegen Corona zugelassen worden. Der Impfstoff ist ein Vektorimpfstoff. Er hat die Vorteile, dass nur eine Dosis verabreicht werden muss und er bei Kühlschranktemperatur gelagert werden kann. Bei knapp 40.000 Teilnehmern in der Zulassungsstudie zeigte sich, dass Ad26.COV2.S zu 67 Prozent vor der Ansteckung mit Corona schützt. Vor schweren Verläufen schützt der Impfstoff sogar zwischen 76 und 85 Prozent. Gegen die Virusmutanten B.1.351 (Südafrika) und P.1 (Brasilien) zeigte dieser Impfstoff eine etwas schwächere, aber immer noch gute Wirkung. Wie beim Vektorimpfstoff von AstraZeneca kommt es auch bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson zu seltenen schweren Thrombosen. Analog zu den Empfehlungen zum Impfstoff von AstraZeneca empfiehlt die Ständige Impfkommission für diesen Impfstoff eine Impfung ab dem Alter von 60 Jahren.

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Wie wirksam sind die zugelassenen Impfstoffe gegen die neuen Virusvarianten?

Seit Beginn der Pandemie kommt es immer wieder zu Mutationen im Erbgut der Corona-Viren. Dies geschieht, wenn Viren sich im Körper vermehren. Denn dabei werden auch ihre Gene vervielfältigt und es kann zu Kopierfehlern kommen, den Mutationen. So mutierte Viren sterben wieder aus, wenn sie weniger infektiös sind oder schneller vom Immunsystem erkannt werden können. Dagegen setzen sich Mutationen durch, die zu einer höheren Infektiösität führen oder dafür sorgen, dass die Viren dem Immunsystem besser entkommen können. Solche Mutationen sind inzwischen weltweit aufgetreten und haben zu weiteren Infektionswellen geführt. Sie heißen „Variants of Concern“, also besorgniserregende Varianten.

Aktuell ist davon auszugehen, dass alle zugelassenen Impfstoffe auch gegen diese Varianten wirksam sind, und insbesondere einen guten Schutz gegen schwere Verläufe bieten. Wichtig ist weiterhin, dass alle Personen, die sich impfen lassen, auch in der vorgesehenen Zeit ihre zweite Impfdosis erhalten, um eine ausreichende Immunantwort sicherzustellen.

Seit Dezember 2020 wurde in Großbritannien die sogenannte Variante Alpha (Linie B.1.1.7) nachgewiesen, und war lange auch in Deutschland die häufigste Variante. Mittlerweile macht sie nur etwa 6 Prozent der Infektionen aus. Aus Studien aus Katar und Israel ergibt sich eine Wirksamkeit von etwa knapp 90 bis 95 Prozent ab zwei Wochen nach der zweiten Dosis mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Laboruntersuchungen versprechen für den anderen mRNA-Impfstoff von Moderna ähnlich gute Ergebnisse. Auch der Impfstoff von AstraZeneca zeigt eine gute Wirkung und verhindert zu etwa 70 Prozent eine symptomatische Infektion mit dieser Virusvariante, der Impfstoff von Johnson & Johnson wurde gegen diese Variante hingegen noch nicht ausreichend getestet, um endgültige Aussagen treffen zu können. In Laboruntersuchungen konnten aber bereits neutralisierende Antikörper auch gegen diese Variante festgestellt werden.

Ebenfalls im Dezember 2020 wurde in Südafrika eine weitere Variante nachgewiesen, sie heißt Beta (Linie B.1.351). Diese Variante hat sich zwar nachweislich auch in Deutschland verbreitet, jedoch bis jetzt kaum durchgesetzt. Ihr Anteil an den Infektionen liegt seit einigen Wochen stabil unter einem Prozent, und konnte in Stichproben der letzten Woche nicht nachgewiesen werden. Hier zeigen alle Impfungen eine etwas verringerte Wirkung. Laut den Zahlen aus Katar liegt die Wirksamkeit des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes gegen diese Variante nach vollständiger Impfung bei circa 75 Prozent, kann jedoch schwere und tödliche Krankheitsverläufe weiterhin sehr gut verhindern. Auch bei dem Impfstoff von Moderna muss von einer verringerten Wirksamkeit ausgegangen werden, wobei der genaue Effekt noch nicht feststeht. Moderna hat mit der Entwicklung einer Variante des mRNA-Impfstoffes reagiert, der als Auffrischungsimpfung dienen und den Schutz gegen die Variante Beta verbessern soll. Diese wird jetzt in Studien getestet.

Der Impfstoff von AstraZeneca hingegen zeigt nur eine Schutzwirkung von 10 Prozent vor milden Infektionen, man nimmt aber an, dass der Impfstoff weiterhin vor schweren Verläufen schützt. Der Impfstoff von Johnson & Johnson wurde für seine Zulassungsstudie auch in Südafrika eingesetzt, während dort diese Virusvariante dominierte, und erzielte eine Schutzwirkung von etwa 64 Prozent ab 28 Tagen nach der Impfung. Dabei wurden schwere Erkrankungen zu über 80 Prozent verhindert.

Eine weitere Variante ist Gamma (Linie B.1.1.28.1), oder auch P1, die zuerst in Brasilien nachgewiesen wurde. Sie macht in Deutschland zurzeit nur etwa 1,6 Prozent der Infektionen aus. Hier gibt es noch nicht genug Studien, um verlässliche Aussagen über die Wirksamkeit der Impfungen treffen zu können. Laborstudien aus England lassen hier eine ähnlich gute Wirkung der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und AstraZeneca wie gegen die Variante Alpha (B.1.1.7) vermuten. Moderna hofft, mit der Booster-Impfung eine bessere Immunantwort auch gegen diese Virusvariante zu erzielen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson wurde für seine Zulassungsstudie auch in Südamerika eingesetzt, erzielte in Brasilien eine Wirksamkeit von 68 Prozent und verhinderte schwere Erkrankungen ebenfalls zu über 85 Prozent.

Die Variante Delta (B.1.617.2) wurde zuerst im indischen Bundesstaat Maharashtra nachgewiesen, und zirkuliert nun auch in anderen Bundesstaaten. In Europa breitete sie sich zunächst vor allem in Großbritannien aus und überholte die Variante Alpha (B.1.1.7) sehr schnell – mittlerweile macht die Variante Delta dort 95 Prozent der Infektionen aus, mit zudem steigenden Fallzahlen. Auch in Deutschland dominiert diese Variante seit Ende Juni mit einem Anteil von jetzt etwa 91,4 Prozent der Infektionen. Auch die absoluten Fallzahlen steigen an. Vorläufige Untersuchungen aus England zeigen, dass die Variante leichter übertragbar zu sein scheint als die Variante Alpha und zu einer geringeren Wirksamkeit der Immunantwort führt. Da diese Variante noch so neu ist, gibt es noch kaum Daten zur Impfwirksamkeit. Erste Ergebnisse aus England zeigen eine gute Wirksamkeit der Wirkstoffe von BioNTech/Pfizer mit 88 Prozent und AstraZeneca mit 58 Prozent, jeweils nach der zweiten Dosis. Neueste Untersuchungen lassen zudem mit über 90 Prozent einen sehr guten Schutz vor schweren COVID-Verläufen mit Krankenhauseinweisung vermuten. Dies gilt nach der zweiten Dosis sowohl mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer als auch mit AstraZeneca. Bei unvollständig Geimpften ist hingegen die Schutzwirkung vor Infektion gering, nach einer einmaligen Impfung wird nur eine Schutzwirkung von etwa 33 Prozent erreicht.

Auch in Israel dominiert nun die Variante Delta, mit steigenden Fallzahlen trotz sehr hohen Impfquoten, sodass die Wirksamkeit der BioNTech/Pfizer-Impfung auf etwa 64 Prozent geschätzt wird. Dies könnte auch an einer mit der Zeit nachlassenden Wirksamkeit liegen, da in Israel bereits sehr früh viele Menschen geimpft werden konnten. Weitere Studien bleiben deshalb abzuwarten. Die gute Nachricht aber: Die Anzahl der schweren Verläufe und Todesfälle bleibt dennoch gering, die vollständige Impfung scheint also weiterhin gut vor schweren Erkrankungen zu schützen.

Vorläufige Ergebnisse einer Laboruntersuchung von Johnson & Johnson zeigen auch durch diese Impfung eine gute neutralisierende Wirkung der Antikörper gegen diese Virusvariante. Wie gut die tatsächliche Schutzwirkung ist, bleibt noch abzuwarten.

Was ist das Besondere an dem mRNA-Impfstoff?

Die bisher üblichen Impfungen erfolgen durch lebende, aber in ihrer Wirkung abgeschwächte Viren, oder durch abgetötete Viren beziehungsweise ihre Bestandteile. Dadurch, dass diese Viren gezüchtet werden müssen, dauert die Herstellung oft Monate.

Der neuartige mRNA-Impfstoff imitiert hingegen den Ablauf einer Infektion mit dem Coronavirus. Das Erbgut des Coronavirus besteht aus RNA, während unser Erbgut im Zellkern aus DNA besteht. Bei einer solchen Infektion dockt das Coronavirus an Zellen an und gibt sein Erbgut in die Zelle. Die Zellen produzieren aus diesem Erbgut dann neue Viren und geben diese in den Körper ab. Das Immunsystem erkennt diese fremden Viren. Bis es aber so weit ist, diese effektiv zu bekämpfen, vergehen einige Tage, während derer sich das Virus rasant vermehrt.

Bei dem mRNA-Impfstoff wird ein kleiner Teil des Erbguts des Virus in einen Fetttropfen eingepackt und damit geimpft. Diese Fettkörper werden von den Zellen geschluckt, die mRNA gelangt so in das Zytoplasma der Zellen. Die Zellorganismen lesen die mRNA ab und produzieren das Spike-Protein des Virus. Diese Spikeproteine werden an die Zelloberfläche transportiert, wo das Immunsystem sie erkennen kann. Dadurch wird das Immunsystem gegen dieses Eiweiß – und damit gegen das Virus – aktiviert, ohne dass die gefährlichen Viren selbst entstehen. Im Fall einer Infektion kann das Immunsystem das Coronavirus dann schnell und effektiv abwehren. Die mRNA wird von der Zelle sehr schnell wieder abgebaut.

Wirksamkeit (%) der mRNA-Impfung (BioNTech/Pfizer) in Israel (n=596.000).

Sicherheit und Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer und Moderna)

Bei den Studien zeigten sich die typischen Nebenwirkungen einer Impfung. Darunter Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle und Müdigkeit. Beides trat auch in der Placebogruppe auf. Ferner gab es grippeähnliche Symptome und vor allem bei Jüngeren Fieber. Bei den Älteren kam es etwas seltener zu Nebenwirkungen.

Inzwischen sind weltweit bereits mehrere hundert Millionen Menschen geimpft, dies überwiegend mit den mRNA-Impfstoffen. Aufgrund sehr seltener allergischer Zwischenfälle (1/100.000) erfolgt nach der Impfung eine Nachbeobachtung über 15 Minuten. Menschen mit Allergien gegen die Inhaltsstoffe sollen nicht geimpft werden. Menschen mit Allergien sollten Ärzte hierauf ansprechen. Auch in dieser breiten Anwendung zeigt der Impfstoff die gleiche gute Wirksamkeit wie in der Zulassungsstudie und ist gut verträglich.

Aus Israel gibt es Berichte über Herzmuskelentzündungen nach der Impfung mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Laut dem Paul-Ehrlich-Institut kann bislang jedoch aus den vorhandenen Daten aus Deutschland nicht auf ein erhöhtes Risiko geschlossen werden.

Was ist das Besondere an den DNA-Impfstoffen von AstraZeneca/Universität Oxford und Johnson & Johnson?

Ende Januar 2021 wurde der Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford in der EU zugelassen, im März 2021 der Impfstoff von Johnson & Johnson. 

Diese Impfstoffe verwenden ein anderes Virus (Adenovirus). Dieses Adenovirus wurde so verändert, dass es das Erbgut für das Spike-Protein des Coronavirus enthält. Das Adenovirus selbst ist nicht mehr vermehrungsfähig.

Das Adenovirus befällt die Zellen im Bereich der Impfstelle und gibt seine DNA in die Zellen. Im Zellkern wird diese DNA in mRNA umgewandelt. Im Zytoplasma der Zellen wird mit diesem Bauplan das Spike-Protein produziert und an die Zelloberfläche transportiert. Durch das produzierte Spike-Protein wird das Immunsystem gegen das Coronavirus trainiert und kann im Fall einer Infektion diese schnell abwehren.

Sicherheit und Nebenwirkungen der DNA-Impfstoffe von AstraZeneca/Universität Oxford und von Johnson & Johnson

Die Nebenwirkungen der DNA-Impfstoffe scheinen vergleichbar mit denen der mRNA-Impfstoffe zu sein, also Schmerzen an der Impfstelle, grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen, Fieber und Unwohlsein. Auch bei dieser Impfung gab es vereinzelt allergische Reaktionen. Das geht aus einer Zusammenfassung verfügbarer Daten durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie aus der Zulassungsstudie für den Impfstoff von Johnson & Johnson hervor. 

Ende März hat die Ständige Impfkommission ihre Altersempfehlung für den Impfstoff von AstraZeneca geändert und empfiehlt ihn seitdem nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Grundlage für die neue Empfehlung waren aktuelle Daten zu sehr seltenen, aber sehr schweren Fällen von Hirnvenenthrombosen bei mit AstraZeneca geimpften Menschen. Diese Nebenwirkung trat ganz überwiegend bei Personen unter 60 Jahren 4 bis 16 Tage nach der Impfung auf. Laut Empfehlung der STIKO soll der Impfstoff seit dem 1. April 2021 deshalb nur noch bei Menschen ab 60 Jahren geimpft werden.

Laut dem Paul-Ehrlich-Institut gibt es für den Impfstoff von AstraZeneca ein Risikosignal für das Guillain-Barré-Syndrom. Dies ist eine neurologische Erkrankung, die zu entzündlichen Veränderungen peripherer Nerven führt. Die Zahl der Verdachtsfälle für diese Erkrankung ist dabei etwa drei- bis viermal höher als erwartet, ein erhöhtes Risiko durch die Impfung muss jedoch noch in Studien bestätigt werden.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist seit 11. März 2021 in der EU zugelassen. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat Mitte April nach einer erneuten Prüfung nun noch einmal bestätigt, dass der Impfstoff in der EU uneingeschränkt verwendet werden kann. Grund für die erneute Prüfung waren Hinweise aus den Vereinigten Staaten zu seltenen Fällen von Blutgerinnseln. Ähnlich wie bei dem Impfstoff von AstraZeneca können diese vereinzelt auftreten. Dennoch bewertet die EMA den Nutzen des Impfstoffs höher als die Risiken. Die Blutgerinnsel sollen nun als seltene Nebenwirkung des Impfstoffs aufgeführt werden. Auch die STIKO empfiehlt die Verwendung des Impfstoffs. Dieser soll, ebenso wie AstraZeneca, bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden.

Die STIKO empfiehlt für Personen unter 60 Jahren, die bereits die erste Dosis mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben, als zweite Impfstoffdosis einen mRNA-Impfstoff zu verabreichen. Für einen optimalen Schutz sollte die Impfung mit dem mRNA-Impfstoff mindestens vier Wochen nach der ersten Impfung durchgeführt werden. Durch die zweite Impfstoffdosis wird die Impfserie vervollständigt.

In Laborstudien konnte eine sehr gute Immunantwort nach so einer „heterologen Impfserie“ nachgewiesen werden, mit sogar stärkerer Antwort als bei einer zweifachen Impfung mit AstraZeneca. Ob dies auch einen besseren Schutz vor einer Infektion bedeutet, muss noch untersucht werden. Dennoch gilt diese Empfehlung der STIKO deshalb seit Juli auch für Personen über 60 Jahren. Ein weiterer Vorteil dabei besteht darin, dass der Abstand zwischen den Impfungen verkürzt werden kann – auf vier Wochen anstatt neun bis zwölf.

Die STIKO empfiehlt die Verwendung der Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson für Menschen ab 60 Jahren. Nach ärztlicher Aufklärung und eigener Risikoabwägung können die beiden Impfstoffe aber auch bei jüngeren Menschen eingesetzt werden.

Neue Regeln für Geimpfte und Genesene

Seit dem 9. Mai 2021 gelten bestimmte Erleichterungen für Geimpfte sowie für Personen, die von einer Coronavirus-Infektion genesen sind. Welche Erleichterungen das sind und welche Nachweise Genesene und Geimpfte vorlegen müssen, erklärt die Bundesregierung auf einer Übersichtsseite.

In welcher Reihenfolge wird geimpft?

Die Impfpriorisierung für die Corona-Schutzimpfung ist am 7. Juni 2021 geendet. Seit diesem Zeitpunkt können sich alle Menschen in Deutschland ab 18 Jahren um einen Impftermin bemühen, die zuvor keiner Priorisierungsgruppe angehört haben. Die Aufhebung gilt für Impfzentren, Arztpraxen und Betriebsärzte.

Die stufenweise Impfreihenfolge war notwendig, weil zu Beginn der Impfkampagne nur begrenzte Mengen an Impfstoff zur Verfügung standen. Hierdurch ist es gelungen, dass die Menschen mit höchster und mit hoher Priorität bereits überwiegend geimpft sind.

Impfung von Kindern und Jugendlichen

Auch Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren haben seit dem 7. Juni die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Die EU-Kommission hat den Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Impfungen von Jugendlichen in der EU zugelassen, nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) dies empfohlen hat. Allerdings gibt es in Deutschland derzeit keine allgemeine Empfehlung für die Impfung von Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren durch die Ständige Impfkommission (STIKO). Bei Kindern und Jugendlichen verlaufen die COVID-Infektionen in der Regel mild oder asymptomatisch, und nur bei einigen Vorerkrankungen besteht ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf. Deswegen empfiehlt die STIKO  die Impfung nur für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen wie:

  • Adipositas,
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression,
  • angeborene zyanotische Herzfehler,
  • schwere Herzinsuffizienz,
  • schwere pulmonale Hypertonie,
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion,
  • chronische Niereninsuffizienz,  
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen,
  • bösartige Tumorerkrankungen,
  • Trisomie 21,  
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung  
  • oder schlecht eingestellte Diabetes mellitus.

Zudem wird die Impfung für Kinder und Jugendliche angeraten, die Kontakt zu Personen haben, die durch einen schweren Corona-Verlauf besonders gefährdet sind und sich selbst nicht impfen lassen können oder deren Impfschutz nicht ausreichend wirkt.

Trotz ausstehender Empfehlung ist eine Impfung für Kinder und Jugendliche ohne Vorerkrankungen nach ärztlicher Aufklärung und persönlicher Risikoabwägung dennoch möglich.

Für Impfungen von unter 12-jährigen Kindern gibt es derzeit noch keine Zulassungen oder Empfehlungen in der EU.

Weiterführende Informationen zur Corona-Schutzimpfung von Kindern, finden Eltern im Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Wie bekomme ich einen Impftermin?

In einigen Bundesländern sind die Menschen dazu aufgerufen, über den ärztlichen Bereitschaftsdienst einen Termin für die Coronavirus-Schutzimpfung zu vereinbaren. Berechtigte Personen können online unter www.impfterminservice.de/impftermine oder telefonisch unter der Impfhotline 116 117 einen Termin buchen.

In anderen Bundesländern werden die Impfberechtigten per Post über die Terminvergabe informiert. Auf der Seite des ärztlichen Bereitschaftsdienstes können Sie die Regelungen in Ihrem Bundesland einsehen. 

Die Impfung ist bundesweit in Praxen von Vertragsärzten möglich. Die Terminvergabe regeln die Arztpraxen selbst. Darüber hinaus können die Praxen ihre Patienten auch gezielt ansprechen.

Seit dem 7. Juni können zudem Betriebe ihre Mitarbeiter durch Betriebsärzte impfen lassen.

Wie läuft die Impfung in einem Impfzentrum ab?

Zuerst melden Sie sich im Impfzentrum an, weisen sich aus und legen Ihre Terminbestätigung vor. An der Anmeldung erhalten Sie Informationen zur Impfung, zu den Risiken und Nebenwirkungen sowie einen Fragebogen zu Ihrem Gesundheitszustand.

Im Anschluss werden Sie von einem Arzt über die Impfung sowie mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt. Die Impfung wird in einer Einzelkabine von medizinischem Personal durchgeführt. Zur Nachbeobachtung warten Sie nach der Impfung noch circa 15 Minuten in einem Beobachtungsraum. Insgesamt wird der Besuch des Impfzentrums ungefähr 45 bis 60 Minuten dauern.

Bitte bringen Sie möglichst folgende Dokumente zum Impftermin mit:

  • Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis
  • Terminbestätigung, die Sie per Post oder Mail erhalten haben
  • Impfpass
  • gegebenenfalls zusätzliche Dokumente, wie Ihren Allergiepass, Herzpass, Diabetikerausweis oder Medikamentenliste

Besitzen Sie keinen Impfpass, dann erhalten Sie nach der Impfung eine Impfbescheinigung. In einigen Bundesländern wird Ihnen auch ein europäischer Impfausweis ausgestellt.

Sie bekommen im Impfzentrum jeweils ein Aufklärungsmerkblatt und einen Einwilligungsbogen ausgehändigt. Diese Dokumente füllen Sie vor der Impfung aus und unterschreiben sie.

  • Das Aufklärungsmerkblatt enthält Informationen zur Art des Impfstoffs, zur Wirksamkeit der Impfung, Kontraindikationen, Verhalten vor und nach der Impfung, mögliche Impfreaktionen und Vorgehen bei Impfkomplikationen.
  • Der Einwilligungsbogen enthält Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand, zu früheren Impfungen, zu Allergien und zur Einnahme von Gerinnungshemmern. 

Kosten rund um die Impfung

Die Impfung ist für alle Bürger unabhängig vom Versicherungsstatus kostenfrei

Fahrkosten zum Impfzentrum können von den Krankenkassen übernommen werden. Anspruch besteht bei:
 

  • Fahrten von Versicherten mit Pflegegrad 4 oder 5 sowie mit Pflegegrad 3, sofern die Mobilität der Person dauerhaft eingeschränkt ist
  • Fahrten von Schwerbehinderten mit den Kennzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (blind) oder „H“ (hilflos) im Schwerbehindertenausweis

Können öffentliche Verkehrsmittel oder Privatautos aus medizinischen Gründen nicht genutzt werden, übernimmt die AOK bei Personen, die auch ansonsten Anspruch auf Fahrtkostenübernahme durch die Krankenkasse haben, die Kosten für eine Taxifahrt zum Impfzentrum. Voraussetzung ist, dass eine entsprechende Verordnung durch den behandelnden Arzt vorgelegt wird.

Darüber hinaus werden keine Fahrkosten von den Krankenkassen übernommen.

In einigen Städten und Gemeinden gibt es einen kostenfreien Fahrservice zum nächstgelegenen Impfzentrum. Informieren Sie sich dazu bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Weitere wichtige Fragen

Es liegen zurzeit nur wenige Daten zu den Impfungen in der Stillzeit vor. Die STIKO hält es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass eine Impfung in der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt. Totimpfstoffe stellen generell kein Risiko für stillende Personen dar. Ein biologischer Mechanismus, wonach die Impfung der stillenden Mutter oder dem Säugling schaden kann, ist somit nicht bekannt.

Bei stillenden Personen ist zudem ein gleich guter Impfschutz zu erwarten wie bei vergleichbaren nicht-stillenden Personen und auch keine anderen oder schwereren Nebenwirkungen sind bekannt. Auch konnten virusspezifische Antikörper in der Muttermilch nachgewiesen werden, die dem Säugling potenziell Schutz bieten können. Hier stehen Studien zur Wirksamkeit aber noch aus.

Fachgesellschaften für Gynäkologie und Perinatalmedizin gehen deshalb von einem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis aus, und empfehlen stillenden Personen eine Impfung zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere, wenn ein erhöhtes Risiko der Mutter für einen erschwerten Verlauf einer COVID-Erkrankung oder ein erhöhtes Expositionsrisiko vorliegt.

Eine Stillpause ist bei der Impfung nicht notwendig, der Impfstoff wurde bis jetzt nicht in der Brustmilch nachgewiesen.

Ja. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine voll geimpfte Person infiziert wird und andere Menschen infizieren kann, ist zwar deutlich geringer, aber nicht Null. Aufgrund der jetzigen Datenlage ist davon auszugehen, dass dann die Viruslast aber geringer und die Virusausscheidung verkürzt ist. Obwohl das Risiko also gering ist, muss dennoch davon ausgegangen werden, dass auch vollgeimpfte Personen andere anstecken können. Deshalb ist die Empfehlung der STIKO, auch nach vollständiger Impfung die allgemeinen Schutzmaßnahmen einzuhalten.

Die bisher entwickelten Covid-19-Impfstoffe werden ausschließlich intramuskulär verabreicht. Die Anwendung von Gerinnungshemmern ist deshalb in der Regel kein Hindernis für die Impfung.

Weisen Sie die den Arzt bei der Impfung darauf hin, dass Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Bringen Sie zum Impftermin alle verfügbaren Unterlagen zu Ihrer Vorerkrankung (zum Beispiel Gerinnungsausweis) sowie die Arzneimittelpackung des Gerinnungshemmers mit. Zusätzlich werden Sie über den Einwilligungsbogen zur Einnahme von Gerinnungshemmern befragt und aufgeklärt.

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