Schutzimpfungen für Erwachsene

Als Erwachsener haben Sie wahrscheinlich schon im Kindesalter eine Reihe wichtiger Impfungen erhalten. Doch nicht alle Impfungen schützen ein Leben lang. Sie sollten daher bestimmte Impfungen in regelmäßigen Abständen auffrischen. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.

Eine Frau bekommt eine Schutzimpfung in den Oberarm injiziert.© AOK

Inhalte im Überblick

    Diese Impfungen sollten Erwachsene auffrischen

    Lassen Sie Ihren Impfschutz regelmäßig prüfen. Folgende Auffrischungsimpfungen werden in der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses empfohlen:

    • Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie alle zehn Jahre
    • Keuchhusten (Pertussis) einmal im Erwachsenenalter
    • Masern einmalig, wenn Sie nach 1970 geboren wurden, älter als 18 Jahre sind und einen unklaren Impfstatus haben oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden
    • Polio bei unvollständigem Impfstatus

    AOK Faktenbox Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten

    Soll ich eine kombinierte Auffrischimpfung durchführen lassen? (PDF, 319 KB)

    Welche Impfungen können noch sinnvoll sein?

    • Die Schutzimpfung gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) empfiehlt sich, wenn Sie in einer Region leben oder Urlaub machen, in der es infizierte Zecken gibt.
    • Impfungen gegen Hepatitis B, Hepatitis A, Pneumokokken, Meningokokken oder Influenza (echte Grippe) sind ratsam, wenn Sie besonders gefährdet sind und zum Beispiel mit einem Immundefekt und/oder einer chronischen Krankheit leben.
    • Gegen die Gürtelrose (Herpes zoster) gibt es einen Impfschutz. Empfohlen wird die Impfung mit einem Totimpfstoff für Personen ab 50 Jahren mit einer Grunderkrankung. Zu den Grundkrankheiten gehören chronische Erkrankungen wie etwa Diabetes, rheumatoide Arthritis (Rheuma), Herz-Kreislauf- oder chronische Atemwegserkrankungen. Für Personen ab 60 Jahren wird die Impfung generell empfohlen.
    • Auch die Pneumokokken-Impfung wird allen Personen ab 60 Jahren empfohlen.

    Grippeimpfung – für wen ist sie sinnvoll?

    Bei älteren Menschen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die echte Grippe (Influenza) lebensbedrohlich sein. Chronisch Kranke, Schwangere, Personen ab 60 Jahren und Menschen mit erhöhter Infektionsgefahr, zum Beispiel medizinisches Personal, sollten sich daher jährlich mit einem Impfstoff mit aktueller, von der WHO empfohlener Antigenkombination impfen lassen. Die beste Zeit für eine Impfung ist der Herbst.

    AOK-Faktenbox Influenza

    Impfung gegen Grippe für Menschen ab 60 Jahren. Soll ich mich jährlich impfen lassen? (PDF, 197 KB)

    Impfungen für Frauen mit Kinderwunsch

    Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren Impfschutz gegen Masern, Röteln, Windpocken (Varizellen), Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie und Polio prüfen lassen. Besonders wichtig ist der Schutz gegen Röteln und Windpocken. Infektionen können in der Schwangerschaft zu schwersten Schädigungen des ungeborenen Kindes führen.

    Impfungen in der Schwangerschaft

    Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sollten sich Schwangere, die während der Grippesaison im Winter schwanger sind, gegen die echte Grippe (Influenza) impfen lassen.

    Um ihre Neugeborenen in den ersten Lebenswochen vor Keuchhusten (Pertussis) zu schützen, sollten werdende Mütter zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels eine Keuchhusten-Impfung erhalten. Zudem sollten auch Angehörige und Freunde der Schwangeren sowie Betreuende, die in den letzten zehn Jahren keine Pertussis-Impfung erhalten haben, gegen Keuchhusten geimpft werden. Die Schutzimpfung ist den Personen bis zu vier Wochen vor der Geburt zu geben.

    Werdende Mütter, die in der Schwangerschaft keine Keuchhusten-Impfung erhalten haben, können die Schutzimpfung noch in den ersten Tagen nach der Geburt bekommen.

    Darüber hinaus empfiehlt die STIKO die meisten Impfungen auch für Schwangere. Von Impfungen mit einem Lebendimpfstoff, wie zum Beispiel gegen Röteln, Masern-Mumps-Röteln (MMR) oder Varizellen sowie auch Windpocken wird in der Schwangerschaft grundsätzlich abgeraten. Mediziner sprechen jedoch nur von „theoretischen Überlegungen“. Die Erfahrungen zeigen, dass eine versehentlich kurz vor oder in der Schwangerschaft gegebene Impfung mit Lebendimpfstoffen nicht mit einem erhöhten Risiko für kongenitale Fehlbildungen beim Ungeborenen einhergeht. Nach einer Impfung mit Lebendimpfstoff sollte eine Schwangerschaft für einen Monat vermieden werden.

    Impfungen für stillende Mütter

    In der Stillzeit dürfen Sie alle gemäß der Schutzimpfungs-Richtlinie empfohlenen Impfungen (mit Ausnahme von Gelbfieber) erhalten. Impfungen schützen auch Ihr Kind zu einem gewissen Grad vor einer Ansteckung.

    Impfstatus unklar, Impfung verpasst oder Impfpass verloren

    • Verpasste Impfungen sollten Sie so bald wie möglich nachholen – besser spät als nie.
    • Haben Sie Ihren Impfpass verloren, dann stellt Ihnen Ihr Arzt einen neuen aus. Dabei trägt er alle Impfungen nach, die er selbst dokumentiert hat. Nach einem Arztwechsel bitten Sie Ihren vorherigen Arzt, die Krankenakte an die neue Praxis weiterzuleiten. Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht durchgeführt.
    • Ist der Impfstatus unklar, raten die Experten: Lieber erneut impfen als gar nicht. Eine doppelte Impfung birgt kein nennenswertes zusätzliches Risiko, kann aber unter Umständen eine schwere Erkrankung verhindern.

    Wann kommt der elektronische Impfpass?

    Ab Januar 2022 stellen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Mitgliedern im Rahmen der elektronischen Patientenakte (ePA) auch den elektronischen Impfpass (eImpfpass) zur Verfügung.

    Die AOK PLUS bietet den eImpfpass schon heute beim Modellvorhaben eImpfpass an. Weitere Informationen zum eImpfpass der AOK PLUS.

    Gibt es in Deutschland eine Impfpflicht?

    Zum 1. März 2020 ist das sogenannte Masernschutzgesetz in Kraft getreten.

    Seitdem müssen Kinder ab einem Jahr und nach 1970 geborene Personen, die in Kitas, Schulen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen tätig sind, sowie Ärzte, medizinisches Personal, Flüchtlinge und die Mitarbeiter von Flüchtlingseinrichtungen oder sonstigen Gesundheitseinrichtungen, auf Verlangen nachweisen können, dass sie ausreichend gegen Masern geimpft sind.

    Bei fehlendem Nachweis droht schlimmstenfalls ein Bußgeld in Höhe von bis zu 2.500 Euro. Auch kann das Gesundheitsamt einer Person, die keinen Nachweis innerhalb der vorgegebenen Frist vorlegt, untersagen, die entsprechenden Einrichtungen zu betreten oder in ihnen tätig zu werden. Für Personen, die einer gesetzlichen Schul- oder Unterbringungspflicht unterliegen, kann diese Untersagung nicht erfolgen.

    Näheres regelt das Masernschutzgesetz.

    Wer trägt die Kosten?

    Die Kosten für alle Impfungen, die in der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses empfohlen werden, trägt selbstverständlich die AOK. Des Weiteren bieten einige AOKs besondere Angebote bezüglich Ihrer Schutzimpfung an, die über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen. Mehr zur Kostenerstattung und den unterschiedlichen Leistungen der AOK erfahren Sie auf der Seite Schutzimpfungen.

    Schutzimpfungs-Richtlinie des G-BA

    Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt in der Schutzimpfungs-Richtlinie fest, welchen Leistungsanspruch gesetzlich Krankenversicherte beim Impfen gegenüber ihrer Krankenkasse haben. Hier können Sie die Schutzimpfungs-Richtlinie des G-BA einsehen.

    Impfkalender der Ständigen Impfkommission

    Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig Impfempfehlungen. Dazu gehört auch der jährlich erscheinende Impfkalender, der über die Standardimpfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene informiert. Hier können Sie den STIKO-Impfkalender herunterladen.

    FSME-Risikogebiete in Deutschland

    Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, auch FSME genannt, ist eine Viruserkrankung, die zu Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarksentzündung führen kann. Übertragen werden die Viren durch Zeckenstiche. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher allen Personen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten, sich gegen FSME impfen zu lassen. Eine Karte des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, wo sich die FSME-Risikogebiete in Deutschland befinden.

    Passende Leistungen

    Ein Arzt präpariert eine Spritze mit dem Impfstoff für eine Schutzimpfung.

    Schutzimpfungen: die Leistungen der AOK im Überblick

    Impfen schützt vor schweren Krankheiten. Bei diesen Schutzimpfungen übernimmt die AOK die Kosten.

    Ein Baby wird geimpft. Alle wichtigen Infos zu Impfungen finden Sie in diesem Beitrag.

    Impfungen für Babys, Kinder und Jugendliche

    Für eine gesunde Kindesentwicklung sind Impfungen ein wichtiger Beitrag. Eine Übersicht der Impfempfehlungen.

    Ein Arzt impft eine schwangere Frau. Werdende Mütter sollten sich gegen Keuchhusten impfen lassen.

    Impfungen in der Schwangerschaft

    Um das Kind zu schützen, sollten sich Mütter in der Schwangerschaft gegen Keuchhusten impfen lassen.

    Aktualisiert: 14.06.2021

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