Diagnose Diabetes – was bedeutet das für mich?

Vor den ersten Behandlungsschritten stellen sich Patienten Fragen, was die Diagnose Diabetes für sie bedeutet. Wichtigster Ansprechpartner ist dann Ihr Arzt. Auch die AOK hilft mit Informationen und Angeboten.

Blutzuckermessgerät und Insulinspritze © Ulrich Scholz Design, Düsseldorf

FAQ Diabetes: das Wichtigste

Diabetes erfordert ein gewisses Maß an Disziplin und Wissen. Im Alltag müssen nun einige Dinge beachtet werden. Unter Umständen bedeutet dies, einige Angewohnheiten zu verändern. Folgen Sie aber Ihren Therapieempfehlungen, wie die Überwachung Ihres Blutzuckers oder eine Ernährungsumstellung, ist ein erfülltes Leben mit Diabetes möglich.

Besonders für Patienten mit Diabetes Typ 1 wird die Krankheit lebensgefährlich, wenn sie kein Insulin spritzen.

Grundsätzlich gilt für alle Diabetiker: Wenn Sie Ihrem Behandlungsplan folgen und Ihre Blutzuckerwerte gut im Griff haben, können Sie in der Regel gut mit der Krankheit leben. Wer hingegen die Therapieempfehlungen nicht ernst nimmt oder sogar ignoriert, riskiert eine Verschlechterung der Erkrankung und schwere Folgeschäden. Das können Erblindung, Nierenversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Beine bis hin zur Amputation sein.

Diabetiker müssen weder auf Zucker noch auf Süßes verzichten. Das richtige Maß ist entscheidend und bei Insulin-Patienten das Wissen, welche Menge des Hormons erforderlich ist. Grundsätzlich müssen sich Diabetiker aber bewusst sein, dass Haushaltszucker, der vor allem in Süßigkeiten wie Schokolade enthalten ist, den Blutzucker sehr schnell ansteigen lässt und den Stoffwechsel überfordern kann.

Eine spezielle Diät ist in der Regel nicht erforderlich. Grundsätzlich gilt für Diabetiker dieselbe Empfehlung wie für Gesunde: Eine ausgewogene Ernährung mit Obst und viel Gemüse, Vollkornprodukten, Geflügel, Fisch, gesundem Fett und wenig Zucker ist hilfreich.

Menschen mit Diabetes Typ 1 müssen lebenslang Insulin spritzen. Viele Patienten mit Diabetes Typ 2 können hingegen die Einnahme von Medikamenten oder Insulin hinauszögern, in vielen Fällen sogar vermeiden, wenn sie es schaffen, ihre Blutzuckerwerte dauerhaft zu senken. Mit einer Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und vielleicht das Abnehmen von ein paar Pfunden ist das möglich. Das gilt vor allem, wenn die Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten ist.

Typ-1-Diabetiker müssen täglich Insulin spritzen – für sie ist es lebensnotwendig. In vielen Fällen müssen auch Typ-2-Diabetiker Insulin nehmen. Für sie ist das aber erst der letzte Schritt der Diabetestherapie.

Diabetes ist kein Grund auf eine Schwangerschaft zu verzichten. Für die Gesundheit von Mutter und Kind ist es allerdings notwendig, dass der Blutzucker richtig eingestellt ist – am besten schon einige Monate vor der Empfängnis. Diabetikerinnen mit Kinderwunsch wird empfohlen, sich bei einer Schwangerschaft von ihrem Diabetologen und dem Frauenarzt beraten zu lassen.

Die Veranlagung für einen Diabetes kann vererbt werden. Deshalb sind für Kinder von Diabetikern eine gesunde Ernährung und viel Bewegung besonders wichtig. Denn das kann das Risiko minimieren.

Diabetes Typ 1 ist nicht heilbar. Patienten sind ihr Leben lang auf Insulin von „außen“ angewiesen. Auch Typ-2-Diabetiker werden von dieser Krankheit ihr ganzes weiteres Leben begleitet. Mit einem gesunden Lebensstil können sie allerdings ihren Stoffwechsel verbessern, sodass keine oder weniger Medikamente nötig sind. Eine gesunde Ernährung, mehr Bewegung und Abnehmen unterstützen das.

Wird Diabetes Typ 1 nicht erkannt und behandelt, kann eine extreme Überzuckerung oder Übersäuerung des Blutes zur Entgleisung des Stoffwechsels und zum Tode führen. Auch für Typ-2-Diabetiker kann eine starke Überzuckerung des Blutes tödlich enden. Solche lebensbedrohlichen Situationen treten allerdings bei Typ 2 nur sehr selten auf. Unter normalen Therapiebedingungen haben Diabetiker grundsätzlich eine annähernd normale Lebenserwartung.

Gefährlich ist auch eine unsachgemäße Therapie mit Insulin und einigen blutzuckersenkenden Medikamenten: Einnahmefehler können zu Unter- oder Überzuckerung führen. Sind diese besonders stark, können Bewusstlosigkeit bis hin zu Koma die Folgen sein. In der Regel erkennen Patienten Unter- oder Überzucker aber an bestimmten Anzeichen und können rechtzeitig reagieren.

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