Behandlungsfehler

Die AOK bietet ein professionelles Behandlungsfehlermanagement. Sie prüft den Verdacht auf Behandlungs- oder Pflegefehler sowie Schäden, die durch Medizinprodukte oder Arzneimittel entstanden sein könnten.

Gespräch Patient und Arzt

Was sind Behandlungsfehler?

Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn bei der Durchführung einer medizinischen Maßnahme die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft und Erfahrung berufsfachlich gebotene Sorgfalt nicht eingehalten wurde.

Es liegt aber nicht immer ein Behandlungsfehler vor, wenn der Erfolg einer Behandlung ausbleibt. So kann zum Beispiel eine besondere körperliche Veranlagung zu Komplikationen bei einer Operation führen, ohne dass ein ärztlicher Fehler vorliegt.

Typische Beispiele für einen Behandlungsfehler sind:   

  • Eine Operation wurde nicht fachgerecht durchgeführt
  • Der Zahnarzt hat statt eines kranken einen gesunden Zahn gezogen
  • Verwechslung von Medikamenten
  • Verwechslung von Patienten

Ihr Recht auf Schadensersatz

Schadensersatz ist grundsätzlich dann zu leisten, wenn durch den Behandlungsfehler eine gesundheitliche Beeinträchtigung oder Behinderung beim Patienten verursacht wird. Sie können auch Ansprüche gegen Arzneimittel- oder Medizinproduktehersteller geltend machen, falls Schäden durch fehlerhafte Produkte entstanden sind.

Grundsätzlich liegt die Beweislast beim Patienten. Das bedeutet, er muss darlegen und beweisen, dass ein Behandlungsfehler vorliegt, ein Schaden entstanden ist und der Schaden nur aufgrund des Fehlers entstanden ist (Kausalität).

Hierzu ist es in der Regel erforderlich, Einsicht in die Behandlungsunterlagen zu nehmen. Die AOK unterstützt Sie bei der Anforderung von Kopien Ihrer Unterlagen.

Sofern sich anhand des dokumentierten Behandlungsverlaufs der Verdacht auf einen Behandlungsfehler erhärtet, unterstützt die AOK Sie bei der Erlangung einer gutachterlichen medizinischen Bewertung.

Fristen beachten

Behandlungsfehler verjähren nach drei Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und Sie als Gläubiger von den Umständen, die den Anspruch begründen und von der Person des Schuldners (Behandlers), Kenntnis erlangen oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen mussten.

Das bedeutet, dass Sie in dem Moment, in dem Sie den Verdacht auf einen Behandlungsfehler hegen, diesem auch nachgehen sollten.

Schritt für Schritt: So klären Sie mögliche Behandlungsfehler auf

1. Wenden Sie sich an die AOK.

Dort erhalten Sie eine fachkompetente Beratung zu den weiteren Schritten der Sachverhaltsaufklärung und medizinischen Prüfung.

2. Ihre Angaben zum Behandlungsverlauf sind ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung.

Erstellen Sie daher ein Gedächtnisprotokoll mit folgenden Angaben:

  • Wann, wo und von wem wurden Sie behandelt?
  • Im Rahmen welcher Behandlung sind welchem Behandler Ihrer Ansicht nach Fehler unterlaufen? 
  • Seit wann vermuten Sie einen Behandlungsfehler und was war Anlass für diese Vermutung?
  • Gibt es Zeugen (für Arztgespräche, Sorgfaltspflichtverletzungen, Hygienemängel)? Wenn ja, listen Sie diese bitte mit deren Namen und der Adresse auf.
  • Welche Gesundheitsschäden sind aufgetreten?
  • Welche Beschwerden haben Sie aktuell noch?
  • Sind Sie bereits im Besitz von Gutachten (zum Beispiel von der Schlichtungsstelle)?

3. Auf Wunsch und mit Ihrer Einwilligung fordern wir notwendige Behandlungsunterlagen für Sie an.

Hierzu ist es erforderlich, dass Sie der AOK eine entsprechende Schweigepflichtentbindungserklärung und Herausgabegenehmigung erteilen. Die AOK stellt Ihnen hierfür Formulare zur Verfügung.

4. Im Anschluss prüfen unsere Fachleute Ihre Unterlagen.

Erhärtet sich der Verdacht auf mögliche Sorgfaltspflichtverstöße, werden die Unterlagen medizinisch bewertet. Hierbei unterstützt uns unter anderem der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK).

5. Bestätigt das Gutachten einen Behandlungsfehler, berät und unterstützt die AOK Sie beim weiteren Vorgehen.

Insbesondere dann, wenn Sie Schadensersatzansprüche geltend machen möchten. Da es sich hierbei um Ihre persönlichen Ansprüche handelt, kann die AOK diese für Sie nicht geltend machen. Die AOK unterstützt Sie aber auf Ihrem Weg der Verhandlungen mit Haftpflichtversicherern oder auch dann, wenn Sie sich für eine Geltendmachung Ihrer Ansprüche durch eine Klage entschieden haben. Gerne ist Ihnen die AOK auch bei der Suche nach einem Fachanwalt für Medizinrecht behilflich.

Für AOK PLUS-Versicherte kostenfrei

Die Beratung und Unterstütung seitens der AOK PLUS sowie die Bewertungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen sind für AOK PLUS-Versicherte kostenfrei.

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