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Die Diagnose ist ein Trauma: Weshalb psychologische Betreuung während einer Krebserkrankung wichtig ist

Eine Krebsdiagnose bedeutet nicht nur eine körperliche, sondern oft auch eine seelische Ausnahmesituation für Betroffene. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine begleitende psychoonkologische Beratung und Behandlung in Anspruch zu nehmen. Diese hilft nicht nur, mit der Krankheit umzugehen, sondern bereitet auch auf die Zeit danach vor.

„Ich war geschockt“: Wie sich Krebs auf die Psyche auswirkt

„Sie haben Krebs.“ Ein Satz, der für Betroffene und ihre Angehörigen oft einen tiefen Einschnitt im Leben bedeutet.

„In dem Moment konnte ich mich gar nicht mehr konzentrieren, so geschockt war ich“, erinnert sich Julia. Die zweifache Mutter war 35 Jahre alt und bekam plötzlich die Diagnose Brustkrebs. Wie das alles durchstehen? Am Anfang hilft es ein wenig, sich zu informieren, aber nicht bei Google, sondern auf seriösen Plattformen wie der Deutschen Krebshilfe. Und auf Unterstützung bauen: wie jene der Breast Care Nurse.

„Sie hat mich im Brustzentrum aufgenommen und die notwendi­gen Maßnahmen koordiniert. Von der Onkologie und Radiologie übers Rezept für die Perücke bis zum therapiebegleitendem Reha­sport: Alles an einem Ort zu haben, finde ich persönlich richtig gut“, sagt Julia. Heute ist das Schlimmste überwunden, aber die Wunden bleiben: Malerei, Walken und regelmäßige psychoonkologische Ge­spräche sowie der Austausch in zwei Selbsthilfegruppen helfen ihr dabei.

Oft spielt auch die Angst vor dem Tod eine große Rolle, da eine Krebserkrankung Betroffenen und Angehörigen bewusst macht, dass sie daran sterben könnten. Das kann eine enorme zusätzliche Belastung für Erkrankte bedeuten: Dem Deutschen Krebsforschungszentrum zufolge leiden rund 30 Prozent aller Krebspatienten unter psychischen Begleiterkrankungen wie Angst- und Anpassungsstörungen sowie dem Missbrauch von Tabak, Alkohol oder Medikamenten. Mehr als die Hälfte der Erkrankten ist von Depressivität und Niedergeschlagenheit betroffen.

Krebs kann das Leben auf den Kopf stellen. Er kann Lebenspläne zunichte machen, den Körper verändern. Er kann einem Kraft rauben und das Gefühl geben, machtlos zu sein.  Vor allem dann, wenn die Krankheit trotz Therapien und Behandlungen weiter voranschreitet. Das kann extreme Angstzustände bis hin zu Depressionen auslösen.

Dagegen helfen neben den wichtigen Bausteinen Bewegung, Ernährung und Entspannung auch psychische Therapien. Sie sollten im Kampf gegen den Krebs auch auf Ihre Psyche achten. Denn die Diagnose stellt ein Trauma dar. Für Betroffene und ihre Angehörigen. Fachleute können dabei unterstützen und Ihnen ein wenig Last von den Schultern nehmen. Haben Sie Geduld mit sich und dem Weg, den Sie gehen.

Psychoonkologie: Was steckt dahinter?

Die medizinische Fachdisziplin der Onkologie befasst sich mit der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Krebserkrankungen. Als Psychoonkologie bezeichnet man jenes Gebiet, das sich mit den psychosozialen Aspekten einer Krebserkrankung auseinandersetzt. Sie hilft Patienten und Angehörigen dabei, mit der Krankheit sowie ihren Folgen besser umzugehen.

In der Forschung der Psychoonkologie werden die Wechselwirkungen zwischen körperlichen, seelischen und sozialen Einflüssen in der Entstehung sowie im Verlauf einer Krebserkrankung untersucht. In der Praxis werden die Erkenntnisse umgesetzt. Diese Umsetzung findet sowohl in der Prävention und Diagnostik als auch in der Behandlung und Rehabilitation statt.

Folgende Ziele verfolgen die Maßnahmen der Psychoonkologie:

  • Unterstützung von Patienten und Angehörigen, die seelischen und körperlichen Belastungen zu verarbeiten
  • Verbesserung des seelischen Wohlbefindens
  • Verbesserung von Begleit- und Folgeproblemen
  • Stärkung der eigenen Bewältigungsmöglichkeiten und Ressourcen
  • Ermöglichen des Teilhabens am „normalen“ Leben
  • Unterstützung beim Bewältigen des Alltags
  • Hilfe beim Wiedereinstieg in den Alltag oder das Berufsleben

Die passende Behandlung finden

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten psychoonkologischer Unterstützung. Die Methoden und Techniken reichen von Entspannungsverfahren über kognitive Verhaltenstherapien bis hin zu tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapien. Welche davon für Sie infrage kommen könnten, hängt von vielen individuellen Faktoren ab.

Aus diesem Grund ist es wichtig, gemeinsam mit dem Behandlungsteam verschiedene Möglichkeiten zu prüfen und herauszufinden, welche davon in Ihrer persönlichen Situation helfen könnten. In vielen Kliniken gibt es bereits Beratungsangebote, aber auch in ambulanten Krebsberatungsstellen finden Sie Psychologen, Pädagogen sowie Sozialarbeiter, die Sie und Ihre Angehörigen begleiten.

Auch für den nachstationären Bereich gibt es eine gute Versorgungsstruktur an Rehabilitationskliniken, in denen Psychoonkologen konsultiert werden können. Erste Anlaufstelle ist der Krebsinformationsdienst, der eine Liste mit speziell ausgebildeten Onkologen anbietet.

Oft scheuen Patienten oder Angehörige eine psychoonkologische Mitbehandlung. Grund dafür ist häufig, dass sie eine mögliche Selbst- oder Fremdbezichtigung ebenso fürchten wie „psychologisiert“ zu werden. Zu jedem Zeitpunkt sollte Ihnen jedoch bewusst sein: Psychoonkologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, bedeutet nicht, dass Sie psychisch krank sind. Sie nehmen lediglich die Chance wahr, Ihre Krebserkrankung aktiv verarbeiten zu können.

Leistungen der AOK

Wer unter der seelischen Belastung seiner Krebserkrankung oder an einer psychischen Erkrankung leidet, benötigt professionelle Hilfe. Aus diesem Grund übernimmt die AOK die Kosten für eine notwendige ambulante psychotherapeutische Behandlung.

Oft kann auch der Austausch in einer Gruppe dabei unterstützen, mit der eigenen gesundheitlichen Situation oder der eines Angehörigen besser umzugehen. Aus diesem Grund unterstützt die AOK die Selbsthilfe. Wie genau diese Unterstützung aussieht, erfahren Sie hier.

Psychosoziale Folgen sind nicht nur negativ

Trotz all der seelischen Belastungen, die eine Krebserkrankung mit sich bringt, nehmen viele Patienten auch positive Entwicklungen wahr – besonders in Hinblick auf persönliche Beziehungen. Eine Studie der europäischen Initiative „Caring about Women and Cancer (CAWAC)“ ergab, dass 40 Prozent der Befragten eine Verbesserung in der Beziehung zu ihrem Partner sehen.

Für ein Drittel der Teilnehmer trifft Gleiches auf die Beziehung zu Kindern und Freunden zu. Fast 75 Prozent geben an, ihr Leben seit der Erkrankung mehr schätzen zu können und kleinere Probleme nicht mehr so schwer zu nehmen.

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