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„Mindestmengen-Transparenzkarte“: AOK zeigt Kliniken mit Berechtigung zu komplexen Operationen

Mit einer „Mindestmengen-Transparenzkarte“ gibt die AOK erstmals einen Überblick über alle Kliniken, die im kommenden Jahr Mindestmengen-relevante Operationen mit besonders hohen Risiken für die Patienten in Niedersachsen durchführen dürfen. Die Online-Karte auf der Seite des AOK-Bundesverbandes enthält auch die von den Kliniken aktuell gemeldeten Fallzahlen für alle sieben Behandlungen, zu denen gesetzlich vorgegebene Mindestmengen existieren. Es handelt sich um anspruchsvolle und komplexe Behandlungen, bei denen das Risiko der Patienten für schwere Komplikationen besonders hoch ist. Derzeit sind dies die Implantation von künstlichen Kniegelenken (50 Fälle pro Jahr), Transplantationen von Leber (20), Niere (25) und Stammzellen (25), komplexe Operationen an Speiseröhre (10) und Bauchspeicheldrüse (10) sowie Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm (14).

Richtiger Schritt für Patientensicherheit und vor planbaren Operationen

Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, sagt: „Für die Patientensicherheit ist die Online-Karte ein wirklicher Fortschritt. Wir stellen den Versicherten damit eine gute Informationsbasis bereit. Hier erfahren sie, welche Kliniken die Mindestmengen-Regelung einhalten. Gerade die bisher unveröffentlichten Fallzahlen sind für Patienten, die vor einer planbaren Operation stehen, eine große Hilfe.“

Auf Basis der von den Kliniken gemeldeten Fallzahlen von Anfang 2018 bis Mitte 2019, die in der Karte dargestellt werden, haben die Landesverbände der Krankenkassen kürzlich über die Prognosen für das Jahr 2020 entschieden. Diese neue Regelung war im Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen worden, um die Umsetzung und Einhaltung der Mindestmengen zu verbessern.

Krankenhäuser, die auf der Karte fehlen, dürfen die jeweilige Behandlung nicht durchführen und können sie infolgedessen auch nicht mit der AOK abrechnen. Bislang gab es wiederholt Fälle, in denen Kliniken die vorgegebenen Fallzahlen nicht einhielten.

Neue Vorgaben für OP-Berechtigung

Seit diesem Jahr gelten neue Vorgaben für Kliniken, die Mindestmengen-relevante Eingriffe durchführen. Sie mussten den Krankenkassen in ihrem Bundesland bis zum 15. Juli ihre aktuellen Fallzahlen melden und eine Prognose über die OP-Zahlen im kommenden Jahr abgeben.

Auch in Niedersachsen haben die Landesverbände der Krankenkassen diese Angaben geprüft und entschieden, ob die Prognosen akzeptiert werden. Eine positive Prognose für 2020 konnten auch Kliniken erhalten, die die notwendige Zahl von Operationen zum Beispiel aus organisatorischen oder personellen Gründen nicht erbracht haben – wenn sie nachweisen konnten, dass die Gründe für das Nicht-Erreichen der Mindestzahlen ausgeräumt wurden.

Daneben gibt es grundsätzlich auch die Möglichkeit, dass Krankenhäuser die OP-Berechtigung durch die zuständige Landesbehörde erhalten, um eine flächendeckende medizinische Versorgung zu gewährleisten. Die „Mindestmengen-Transparenzkarte“ verdeutlicht für jede einzelne Klinik bundesweit – auch in Niedersachsen –, auf welcher Basis die Berechtigung erteilt wurde und welche Fallzahlen zuletzt erreicht wurden. Auch Kliniken, die das erste Mal oder nach einer mindestens zweijährigen Unterbrechung eine Leistungserlaubnis erhalten haben, werden in der Online-Karte extra ausgewiesen. Sämtliche Informationen aus der Online-Karte sollen im nächsten Jahr auch in den Krankenhaus-Navigator der AOK einfließen, der Patienten und Ärzte über die Qualität von Kliniken informiert.

Ausweitung der Mindestmengen gefordert

Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, fordert: „Die Patientensicherheit stetig zu erhöhen, muss unser Anspruch sein. Studienergebnisse sprechen dafür, die aktuellen Mindestmengen anzuheben und Mindestmengen auch für weitere Behandlungen einzuführen. Dies betrifft zum Beispiel Operationen bei Brustkrebs oder Darmkrebs, aber auch Hüftprothesen-Implantationen.“

Laut Studien ist in Kliniken, die die vorgegebenen Mindestmengen einhalten, das Sterblichkeitsrisiko für die Patienten deutlich geringer als in Krankenhäusern mit Fallzahlen unterhalb der Mindestmenge.

Zur „Mindestmengen-Transparenzkarte“: www.aok-bv.de/engagement/mindestmengen

Zur Mindestmengen-Transparenzliste 2020 Niedersachsen