AOK-Curaplan Rheumatoide Arthritis

AOK-Curaplan ist ein Programm, das Menschen mit rheumatoider Arthritis helfen soll, ihre Lebensqualität zu verbessern und das Voranschreiten der Krankheit aufzuhalten.
Eine Frau mittleren Alters sitzt in einem Behandlungszimmer auf einer Behandlungsliege. Ein Arzt steht vor ihr und untersucht ihre linke Hand. Im Hintergrund sind ein Schreibtisch sowie Plakate mit verschiedenen anatomischen Abbildungen zu sehen.© iStock / PixelsEffect

Inhalte im Überblick

    Was ist eine rheumatoide Arthritis?

    Die rheumatoide Arthritis, auch bekannt als Rheuma, ist eine chronische Erkrankung, bei der mehrere Gelenke entzündet sind. Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise die Gelenkinnenhaut an, was zu Entzündungen führt. Dies verursacht Schmerzen, Schwellungen und kann unbehandelt zu Gelenkschäden und Funktionseinschränkungen führen, indem die Gelenke versteifen oder verformen. Etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung ist von der Krankheit betroffen, wobei sie häufig zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auftritt und Frauen häufiger als Männer betrifft. Doch je früher die Diagnose festgestellt wird, desto besser lässt sich die Krankheit behandeln.

    Inhalte von AOK-Curaplan Rheumatoide Arthritis

    AOK-Curaplan Rheumatoide Arthritis ist ein Disease-Management-Programm und wird angeboten von der:

    • AOK NordWest
    • AOK PLUS in Thüringen
    • AOK Rheinland/Hamburg im Rheinland

    Das Programm besteht aus mehreren Bausteinen und ist so gestaltet, dass Sie selbst viel dazu beitragen können, besser mit Ihrer Erkrankung zurechtzukommen. Zu den wichtigsten Inhalten zählen:

    • Regelmäßige Arzt-Patienten-Gespräche: Die Patientinnen und Patienten besprechen gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt den Behandlungsverlauf und vereinbaren Therapieziele, die auf ihre persönliche Lebens- und Krankheitssituation abgestimmt sind.
    • Koordination der medizinischen Behandlung: Die betreuende Ärztin oder der betreuende Arzt koordiniert die gesamte Therapie der rheumatoiden Arthritis. Dazu gehört auch die Einbindung von Fachärztinnen und Fachärzten, Kliniken und weiteren an der Behandlung Beteiligten.
    • Gezielte Patientenschulungen: Patientinnen und Patienten lernen die Krankheit zu verstehen und damit umzugehen, um das Selbstmanagement und einen gesunden Lebensstil zu fördern. 

    Ziele des Behandlungsprogramms

    Das Behandlungsprogramm soll Betroffene dabei unterstützen, einen möglichst langanhaltenden Rückgang mit nahezu vollständiger Entzündungs- und Beschwerdefreiheit oder einer niedrigen Krankheitsaktivität zu erreichen beziehungsweise zu erhalten. Weitere wichtige Ziele sind: 

    • die Lebenserwartung und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern,
    • strukturelle Gelenkschäden zu vermeiden,
    • die Funktionalität und Beweglichkeit zu verbessern,
    • Begleiterkrankungen adäquat zu behandeln und
    • Schmerzen zu reduzieren.

    Teilnahme an AOK-Curaplan Rheumatoide Arthritis

    Die Teilnahme am Behandlungsprogramm ist kostenfrei. Es richtet sich an Versicherte der AOK NordWest, der AOK PLUS in Thüringen und der AOK Rheinland/Hamburg im Rheinland, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

    • Diagnose einer rheumatoiden Arthritis
    • Klinisch bestätigte Entzündung (Synovitis) in mindestens einem typischen Gelenk, wie:
      • Handgelenken,
      • Fingergrund- und Fingermittelgelenken (außer Daumensattelgelenk) sowie
      • Zehengrundgelenken (außer Großzehengrundgelenk).

    Für die Synovitis darf keine andere Ursache vorliegen.

    Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt prüft, ob Sie am Behandlungsprogramm teilnehmen können. Kommt das Behandlungsprogramm für Sie in Frage, wird die Ärztin oder der Arzt Sie in das DMP einschreiben. Zudem erhalten Sie weitere Informationen zu den konkreten Inhalten des Behandlungsprogramms und zu den Therapiemöglichkeiten.

    Behandlung von rheumatoider Arthritis

    Zur Behandlung von Rheuma gibt es verschiedene Therapieansätze, die helfen, Ihre Symptome zu lindern und den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen oder aufzuhalten.

    Medikamentöse Therapie

    Mit der medikamentösen Therapie bei rheumatoider Arthritis sollte sofort nach der Diagnosestellung begonnen werden. Ziel ist es, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, die Funktionalität der Gelenke zu erhalten und eine langfristige Remission zu erreichen. Gleichzeitig soll das Risiko für Komplikationen und eine erhöhte Sterblichkeit reduziert werden. Bei der Behandlung wird auf folgende Möglichkeiten gesetzt:

    • Basistherapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMARDs): In der Regel wird Methotrexat verwendet, um Entzündungen zu hemmen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und Gelenkschäden zu verhindern.
    • Kortison: Glukokortikoide werden oft zu Beginn der Therapie ergänzend eingesetzt, um Entzündungen schnell zu lindern. Sie sollten jedoch nur kurzfristig und in niedrigen Dosen verwendet werden, da sie sonst unerwünschte Nebenwirkungen verursachen können.
    • Schmerzmittel: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt werden, haben jedoch keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf und sollten nur kurzfristig verwendet werden.

    Nicht-medikamentöse Maßnahmen

    Neben einer medikamentösen Therapie sollen Heil- und Hilfsmittel zusätzlich bei der Behandlung helfen:

    • Physiotherapie: Mithilfe von Physiotherapie sollen die Beweglichkeit und Stabilität der Gelenke sowie die Muskelkraft, Ausdauer und Koordination verbessert werden. Dies erfolgt durch Krankengymnastik, auch im Bewegungsbad, und kann je nach Bedarf mit physikalischen Therapien wie Wärme- oder Kältetherapie ergänzt werden.
    • Ergotherapie: Diese hilft bei Beeinträchtigungen im Alltag, besonders in Bereichen wie Mobilität, Selbstversorgung und häuslichem Leben. Es können auch speziell angefertigte Schienen zur Unterstützung der Hand- oder Gelenkfunktionen zum Einsatz kommen.
    • Hilfsmittel: Bei anhaltenden Gelenkbeschwerden trotz Therapie können Hilfsmittel wie Einlagen, Bandagen, Orthesen, spezielle Schuhe oder bei Bedarf Mobilitätshilfen verordnet werden.
    • Funktionstraining: Funktionstraining ist eine gezielte Bewegungstherapie zur Verbesserung von Beweglichkeit, Kraft und Koordination bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüft, ob Sie vom Funktionstraining profitieren können.

    Allgemeine Maßnahmen bei Rheuma

    Neben den ärztlichen Behandlungsmaßnahmen können Sie selbst viel tun, um mit einem gesunden Lebensstil die Symptome der rheumatoiden Arthritis zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Das sind die wichtigsten Maßnahmen:

    • Gesunde Ernährung

      Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann Ihr Wohlbefinden steigern. Bei der Suche nach der geeigneten Ernährung beraten wir Sie gerne mit unserer AOK-Ernährungsberatung. Ernährungskurse zu vielfältigen Themen in Ihrer Nähe finden Sie zudem in unseren AOK-Gesundheitskursen. Die AOK bezuschusst bis zu zwei Gesundheitskurse pro Jahr.

    • Tabakverzicht

      Der Verzicht auf Tabak ist besonders wichtig, da Rauchen die rheumatoide Arthritis verschlimmern kann. Es kann dazu führen, dass die Krankheit schneller fortschreitet und die Behandlung weniger wirksam ist. Sie wollen mit dem Rauchen aufhören? Wir helfen Ihnen mit unseren Gesundheitsangeboten zur Raucherentwöhnung.

    • Regelmäßige Bewegung

      Regelmäßige Bewegung hat viele Vorteile bei Rheuma. Sie hilft, die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten und zu verbessern, stärkt die Muskulatur und fördert das allgemeine Wohlbefinden. Auch Erschöpfung und Müdigkeit, die oft mit der Krankheit einhergehen, können durch mehr Bewegung gemildert werden. Es ist jedoch wichtig, die Intensität und Art der Übungen an die individuelle Belastbarkeit anzupassen.

    • Impfungen

      Bei Rheuma ist es wichtig, sich vor Infektionen zu schützen, da die Medikamente das Immunsystem schwächen können. Es wird empfohlen, sich nach den aktuellen Impfempfehlungen impfen zu lassen, um das Risiko von Krankheiten zu verringern. Die AOK übernimmt die Kosten für wichtige Schutzimpfungen.

    Gut versorgt bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

    Die AOK Baden-Württemberg bietet das Behandlungsprogramm AOK-Curaplan Rheumatoide Arthritis derzeit noch nicht an. Dafür bietet das AOK-FacharztProgramm Rheumapatienten eine frühzeitige Diagnose und eine schnelle Einleitung der Behandlung. Profitieren Sie von vielen Vorteilen mit dem AOK-Facharztprogramm Rheumatologie. 

    Medizinische Beratung zu Rheuma

    Hilfreiche Informationen rund um das Thema Rheuma erhalten Sie außerdem bei AOK-Clarimedis. Fachärzte und Fachärztinnen sowie medizinisches Fachpersonal beantworten Ihre persönlichen Fragen zu Diagnosen oder Therapien kostenfrei unter der Rufnummer 0800 1 265 265. Der medizinische Service ist täglich 24 Stunden erreichbar.

    Aktualisiert: 04.11.2026

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