SARS-CoV-2: Neues in der Pflege und Hilfe für pflegende Angehörige

Im Zuge der Krisensituation um das Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es in der häuslichen Pflege neue Regelungen. Was sich beim Pflegegeld ändert, was pflegende Angehörige wissen sollten und wie die AOK hilft.

Eine Pflegerin versorgt eine ältere Frau. Beide tragen eine medizinische Maske. Auch pflegende Angehörige brauchen Schutz.© iStock / Ridofranz

Inhalte im Überblick

    Änderungen in der Pflege und für pflegende Angehörige durch SARS-CoV-2

    Für Pflegebedürftige der Pflegegrade eins bis fünf gelten in der aktuellen Corona-Krisensituation eine ganze Reihe von Neuregelungen. Die wichtigsten Änderungen haben wir für Sie zusammengefasst.

    • FFP2-Masken und Testungen in Pflegeheimen

      In Pflegeheimen sind das Personal, die Bewohner sowie die Besucher dazu verpflichtet, sich an die Vorgaben der landes- und einrichtungsspezifischen Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte zu halten. Im Rahmen dieser wird das Tragen eines medizinischen Mundschutzes oder einer FFP2-Maske ebenso vorgesehen wie die Durchführung eines Antigen-Schnelltests vor dem Besuch der Pflegeeinrichtung. Ausgenommen von der Testnachweispflicht sind die Personen, die in den jeweiligen Einrichtungen behandelt, betreut oder gepflegt werden. Außerdem bestehen Ausnahmen von der Maskenpflicht, wenn die Behandlung dem Tragen einer Maske entgegensteht oder wenn die in den Einrichtungen behandelten oder gepflegten Personen sich in den für ihren persönlichen Aufenthalt bestimmten Räumlichkeiten befinden. Da die Regelungen jedoch unterschiedlich sind und stets an die aktuelle Infektionslage angepasst werden, ist es wichtig, sich vor dem Besuch eines Pflegeheims genau über die aktuellen Regelungen zu informieren.

      Wenn Sie den kostenfreien Antigen-Schnelltest (Bürgertest) nicht direkt vor Ort, sondern zum Beispiel in einem Testzentrum vornehmen lassen, benötigen Sie einen Nachweis über Ihren geplanten Besuch im Pflegeheim. Andernfalls müssten Sie die Kosten für die Testung komplett selbst bezahlen. Lassen Sie einfach diese Bestätigung über Ihren anstehenden Besuch von einer verantwortlichen Person im Pflegeheim vorab ausfüllen und unterzeichnen. Alternativ können Sie der Teststelle Ihren bevorstehenden Besuch auch im Rahmen einer Selbstauskunft begründen.

    • Beratungsbesuche für Pflegegeldempfängerinnen und Pflegegeldempfänger

      Pflegegeldempfängerinnen und Pflegegeldempfänger ab dem Pflegegrad zwei sind dazu verpflichtet, regelmäßige Beratungsbesuche in Anspruch zu nehmen. Seit dem 1. Juli 2022 kann jede zweite Beratung auch per Videotelefonie durchgeführt werden. Diese Regelung gilt bis zum 30. Juni 2024.

    • Besondere Hinweise zum Begutachtungsverfahren/zur Pflegeeinstufung

      Seit März 2021 finden die Pflegebegutachtungen wieder bei den Pflegebedürftigen zuhause oder in den stationären Pflegeinrichtungen statt.

      Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnte die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst bis zum 30. Juni 2022 auch telefonisch durchgeführt werden. Seit dem 1. Juli 2022 ist dies nur noch in Ausnahmefällen möglich.

      Weitere Informationen finden Sie beim Medizinischen Dienst.

    • Versorgungsengpässe in der Häuslichkeit wegen des Coronavirus‘

      Die Regelung ist zum 31.03.2022 ausgelaufen. Sofern Sie Fragen oder Beratungsbedarf haben, hilft Ihnen gern Ihr zuständiger Pflegeberater weiter.

    • Pflegekurse zu Hause fallen teilweise aus

      Im Zuge der Coronakrise wurden die individuellen und die Gruppenpflegekurse der AOK zeitweise ausgesetzt. Mittlerweile finden die individuellen und gruppenbezogenen Pflegekurse unter Einhaltung konkreter Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen in allen Bundesländern wieder statt. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer AOK über die derzeitigen Möglichkeiten zur Inanspruchnahme eines Pflegekurses. Alternativ bietet Ihnen die AOK ein erweitertes Angebot an Onlinepflegekursen an und unterstützt Sie so mit umfangreichen Weiterbildungs- und Hilfsangeboten in Ihrem Pflegealltag.

    Unterstützung von pflegenden Angehörigen

    Wer trotz Berufstätigkeit einen Angehörigen pflegt, soll während der Coronapandemie entlastet werden. Die folgenden Regelungen zur Arbeitsfreistellung, zum Pflegeunterstützungsgeld sowie zur Familienpflegezeit und Pflegezeit gelten voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2022.

    • Längere Arbeitsfreistellung und Pflegeunterstützungsgeld

      Liegt aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie eine akute Pflegesituation vor, können Sie sich als pflegende Angehörigen statt für bislang 10 Arbeitstage nun für bis zu 20 Arbeitstage von Ihrer Arbeit freistellen lassen. Als akute Pflegesituation gilt beispielsweise, wenn Tagespflegeeinrichtungen pandemiebedingt schließen oder wenn ambulante Pflegedienste ihre Arbeit nicht mehr im gewohnten Umfang leisten.

      Die Inanspruchnahme ist dem Arbeitgeber spätestens zehn Tage vor Beginn der Pflegezeit schriftlich anzukündigen. Für ebenfalls bis zu 20 Arbeitstage können die Beschäftigten das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung von der AOK-Pflegekasse erhalten.

      Diese Regelung gilt bis zum 30. Juni 2022.

    • Familienpflegezeit und Pflegezeit flexibler nutzen

      Wer die Pflege eines Angehörigen mit seinem Beruf zu vereinbaren hat, kann die Familienpflegezeit und die Pflegezeit in Abstimmung mit seinem Arbeitgeber bis auf Weiteres flexibler handhaben.

      Für die Auszeiten gelten die gesetzlichen Vorgaben: Die Pflegezeit sollte höchstens sechs Monate und die Familienpflegezeit höchstens 24 Monate betragen. Wer noch Restzeiten hat, kann diese nun jedoch kurzfristiger nehmen.

      Die schriftliche Ankündigung gegenüber dem Arbeitgeber ist dazu von acht Wochen auf nur noch zehn Tage reduziert worden. Die Pflicht, die Familienpflegezeit unmittelbar an die Pflegezeit anzuschließen, entfällt komplett.

    Für pflegende Angehörige: So unterstützt Sie die AOK in der SARS-CoV-2-Pandemie

    Die AOK unterstützt pflegende Angehörige dabei, ihren Pflegealltag zu organisieren, und steht ihnen mit Rat und konkreten Unterstützungsangeboten zur Seite. Dazu gehört zum Beispiel die AOK-Pflegeberatung.

    Die Geschäftsstellen der Pflegekassen sind in allen Bundesländern unter Berücksichtigung der Einhaltung spezifischer Hygieneschutzmaßnahmen wieder geöffnet. Dies gilt überwiegend auch für die Pflegestützpunkte. Für die Nutzung einer Pflegeberatung kann es notwendig sein, einen telefonischen Termin vorab in ihrer AOK zu vereinbaren. Bitte erkundigen Sie sich direkt bei der für Sie zuständigen AOK vor Ort.

    Unter Einhaltung der allgemeinen sowie der auf die aktuelle Infektionslage regional angepassten Hygieneschutzmaßnahmen wird die Pflegeberatung auch in der eigenen Häuslichkeit wieder wie gewohnt angeboten. Dabei achten die AOK-Pflegeberater bei jedem Besuch sorgsam auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften zum Schutz vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2. Dazu zählen das Abstandhalten, das Tragen einer medizinischen Maske, regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren sowie das Lüften während der Besuchszeit.

    Bitte beachten Sie, dass es darüber hinaus weitere Hygieneschutzmaßnahmen geben kann, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt sind. Informationen darüber erhalten Sie durch die für Sie zuständige AOK vor Ort.

    Sollte die häusliche Pflege nicht sichergestellt sein oder haben Sie Fragen zur finanziellen Unterstützung: Melden Sie sich bei uns – wir helfen weiter.

    • AOK-Pflegeberatung

      Wir beraten Sie bei allen Pflegethemen. Wenden Sie sich mit Fragen oder Problemen bitte an die AOK-Pflegeberatung. Wie die Pflegeberatung unterstützen kann, können Sie in diesem Video im Youtube-Kanal der AOK sehen. 

    • AOK-Pflegenavigator

      Um eine passende Unterstützung im Pflegealltag und Versorgungsangebote zu finden, benutzen Sie bitte den AOK-Pflegenavigator. Nehmen Sie am besten Kontakt mit Ihrer AOK per Telefon oder E-Mail auf.

    • Pflegefilme der AOK

      Sie möchten ihr pflegerisches Wissen auffrischen oder erweitern? Anschaulich und verständlich vermitteln die kurzen Videos im YouTube-Kanal des AOK-Projekts „PfiFf – Pflege in Familien fördern“, wie Sie ihren Pflegealltag optimal gestalten können. Daneben gibt die AOK in ihrem eigenen YouTube-Kanal Hygienetipps für Zuhause und eine Anleitung zur Lagerung von Pflegebedürftigen bei Dekubitus.

    • Palliativ- und Hospizberatung

      Im AOK-Palliativwegweiser finden Sie Einrichtungen und Hilfsangebote vor Ort für Menschen in der letzten Lebensphase. Für eine persönliche Beratung zum Thema Palliativ- und Hospizversorgung stehen Ihnen die AOK Pflegeberater gern zur Verfügung. Diese sind für Sie telefonisch und auch persönlich in den Geschäftsstellen der Pflegekassen sowie in den einzelnen Pflegestützpunkten der AOK erreichbar. Bitte achten Sie bei einem persönlichen Termin in Ihrer Pflegekasse oder im Pflegestützpunkt auf die jeweils geltenden Hygieneschutzmaßnahmen.

    • AOK-Familiencoach bei Depression

      Der Familiencoach Depression hilft AOK-Versicherten bei der Bewältigung ihres Alltags mit einem depressiv erkrankten Angehörigen. In dem Programm gibt es vier Themenbereiche, in denen Sie Tipps und Hilfestellungen erhalten. 

    Wie unterstützt mich meine AOK bei der Pflege in Corona-Zeiten?

    Die Angebote der AOK unterscheiden sich regional. Mit der Postleitzahl Ihres Wohnortes können wir die für Sie zuständige AOK ermitteln und Ihnen anzeigen, welche Unterstützung Ihre AOK für pflegende Angehörige auch während der Corona-Krise bietet.
    Aktualisiert: 07.07.2022

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