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Regionale Behandlungsangebote: Hier steht der Patient im Mittelpunkt

Bei schweren Krankheiten oder Operationen durchlaufen Patienten verschiedene Diagnose-, Behandlungs- und Therapiestationen. Mangelnde Kommunikation zwischen den Behandlern geht häufig zu Lasten des Patienten. Abhilfe schaffen die Programme der integrierten Versorgung der AOK Baden-Württemberg.

Was ist eine integrierte Versorgung?

Ein Hindernis bei der Verbesserung der Versorgungsqualität im deutschen Gesundheitswesen ist die Trennung zwischen drei medizinischen Leistungsbereichen: Dem ambulanten (z. B. Arztpraxis), dem stationären (z. B. Klinik) und dem rehabilitativen Bereich (z. B. Kur). Eine integrierte Versorgung hat das Ziel, diese Trennung abzubauen und die verschiedenen Leistungserbringer besser miteinander zu vernetzen. Davon profitieren vor allem die Patienten, denn sie haben durch den verbesserten Informationsaustausch aller beteiligten Ärzte und Betreuer viele Vorteile: eine kürzere Behandlungsdauer, weniger Wartezeiten, keine belastenden Doppeluntersuchungen und passgenaue, effektive Therapien.

Die Programme der Integrierten Versorgung

Das könnte auch für Sie als AOK-Versicherter interessant sein! Lernen Sie die regionalen Behandlungsangebote der AOK Baden-Württemberg kennen, deren Ziel eine integrierte Versorgung ist.

Die AOK Baden-Württemberg und die Management-Gesellschaft Gesundes Kinzigtal GmbH haben gemeinsam die „Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal (IVGK)“ entwickelt. Ziele sind:

  • medizinische Behandlungen genau aufeinander abzustimmen,
  • Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge frühzeitig zu realisieren,
  • die Gesundheitsbildung von Patienten und Versicherten zu fördern.

Das Projekt ist auf die Region Kinzigtal (17 Gemeinden) begrenzt. Dort lebende Versicherte können eine Rundum-Versorgung in Anspruch nehmen und ab Januar 2016 parallel am AOK-Haus- und FacharztProgramm teilnehmen. Dabei ist der vom Patienten gewählte Haus- oder Facharzt als Arzt des Vertrauens der verantwortliche Koordinator. Er überwacht den gesamten Behandlungsprozess und gestaltet ihn mit.

Vorteile der „Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal“:

  • Hochwertige, übergreifende und abgestimmte Gesundheitsversorgung durch alle beteiligten Leistungspartner,
  • Koordination und Kooperation mithilfe der speziell entwickelten elektronischen Patientenakte,
  • Umfassende Untersuchungen, um vorhandene Gesundheitsrisiken zu finden; Vereinbarung von Gesundheitszielen
  • Intensive und professionelle Unterstützung der Patienten, um individuelle Gesundheitsziele zu erreichen
  • Präventionsprogramme zu chronischen Krankheiten und zur Förderung eines gesundheitsbewussten Lebensstils
  • Ärztliche Aufklärung, Beratung, Patientenschulungen und Vorträge, um das Gesundheitswissen der Patienten zu erweitern und ihr Selbstmanagement zu fördern
  • Mitspracherecht der Patienten durch einen Patientenbeirat

Weitere Informationen

Informationsfolder „Gesundes Kinzigtal“ (PDF, 903 KB)

Webseite „Gesundes Kinzigtal“

Schwerpunkte dieses Behandlungsangebots sind Operationen am Schulter- und Kniegelenk. Neben der Orthoklinik in Rottweil und dem Städtischen Krankenhaus Oberndorf werden auch Physiotherapeuten sowie Hilfsmittelerbringer (z. B. Orthopädietechniker) einbezogen.

Ziel der Vereinbarung ist es, in der Region Oberndorf die ambulante, stationäre, vor- und nachoperative Versorgung besser zu vernetzen. Dazu gehören auch physikalische Therapien und der Einsatz von Hilfsmitteln. Die Qualität der Versorgung wird durch Leitlinien sowie eine umfassenden Dokumentation gesichert. Das schafft auch Transparenz bei der Behandlung. Projektträger ist die Orthoklinik, die damit eine besondere Verantwortung für die Ergebnisse der Leistungen und Behandlungen hat.

Partner der AOK sind hier Krankenhäuser der Akutversorgung im Raum Süd- und Mittelbaden, Nordschwarzwald, Stuttgart-Böblingen und Rhein-Neckar. Auch die AOK-Klinik Stöckenhöfe in Wittnau bei Freiburg und die Landwirtschaftliche Krankenkasse Baden-Württemberg nehmen an diesem integrierten Behandlungsangebot teil.

Wenn Reha-Aufenthalte nach einer Beinamputation zu früh erfolgen, bleiben die Betroffenen später meistens vom Rollstuhl abhängig. Deshalb basiert das Versorgungsmodell „Zurück ins Leben“ auf einer zweistufigen Rehabilitation. Ziel ist es, den Patienten während der gesamten Phase der Behandlung – vom amputierenden Akutkrankenhaus bis zur Rehabilitation – qualitativ hochwertig zu betreuen.

Zweistufiges Reha-Modell zur professionellen Versorgung Beinamputierter
Das zweistufige Reha-Modell in der Rehabilitationsklinik umfasst von der Wundheilung bis zum Gehtraining zahlreiche Maßnahmen:

  • Stufe I: Abschluss der Wundheilung, Stumpfformung, allgemeine Muskelkräftigung, Beseitigung von Versteifungen (Kontrakturen) der Gelenke. Dauer: etwa zwei Wochen mit Verlängerungsmöglichkeit
  • Einschätzung: Nach der Wundheilung bewerten und prüfen ein Arzt der AOK-Klinik und ein AOK-Orthopädietechnikermeister gemeinsam, ob der Patient prothetisch versorgt werden kann
  • Stufe II: Versorgung und Gehtraining mit einer Interimsbeinprothese sowie ein Rollstuhltraining. Dauer: etwa drei Wochen mit Verlängerungsmöglichkeit
  • Nachsorge: Dem Patienten werden Amputationssprechstunden angeboten, an denen der behandelnde Arzt, der Orthopädietechniker eines kooperierenden Sanitätshauses, ein Orthopädietechniker der AOK Baden-Württemberg sowie der Krankengymnast oder Ergotherapeut teilnehmen. Das kooperierende Sanitätshaus betreut den Kunden auch nach dem Aufenthalt in der AOK-Klinik zu Hause weiter

Die Versicherten der AOK Baden-Württemberg erhalten durch dieses Modell der Integrierten Versorgung eine hochwertige Rehabilitation. Durch den gezielten Einsatz einer Prothese gewinnen sie viel Lebensqualität.

Mit diesem Behandlungsangebot soll eine übergreifende Versorgung bei Venenerkrankungen gesichert werden. Daran beteiligt sind in Stuttgart die AOK Baden-Württemberg, die Facharztpraxis Dr. Hans Seiter, das Marienhospital und die Firma EHS Medizintechnik.

Das Behandlungsangebot ermöglicht es Patienten, statt eines vollstationären Aufenthaltes ambulant oder kurzstationär in der Facharztpraxis Dr. Seiter betreut zu werden. Ist ein Klinikaufenthalt erforderlich, erfolgt er im Marienhospital. Die Facharztgruppe Dr. Seiter entscheidet dann über die optimale Therapie nach vereinbarten Kriterien und organisiert den Behandlungsablauf sowie alle administrativen Aufgaben.

Partner der AOK Baden-Württemberg in diesem Vertrag ist das Zentrum für Psychiatrie Reichenau. Das Projekt ist lokal auf den Landkreis Konstanz begrenzt. Das Angebot besteht aus einer Verbesserung der Diagnostik für die medizinische Erstversorgung, strukturierten Programmen zur Frühintervention und qualifizierten ambulanten Entzugsbehandlungen. Dazu gehören auch Vorsorgemaßnahmen, um Rückfälle zu vermeiden, und die Entwicklung einer Perspektive zur Weiterbehandlung des Betroffenen.

Schwerpunkt des Angebotes ist in erster Linie die Behandlung alkohol- und medikamentenabhängiger Menschen in einem frühen Stadium der Erkrankung. Eine aufeinander abgestimmte Behandlung in allen Stadien der Sucht ist ebenfalls möglich.

Das Geriatrische Netzwerk zur Optimierung der medizinischen Versorgung in Alten- und Pflegeheimen (GeNiAL), soll die medizinische Versorgung von Pflegeheimbewohnern verbessern. Dafür sollen Pflegeheime besser qualifiziert und mit den Hausärzten stärker vernetzt werden.

Der zwischen dem Bethanien-Krankenhaus Heidelberg als geriatrischem Zentrum und der AOK Baden-Württemberg geschlossene Vertrag zur Integrierten Versorgung optimiert die medizinische Versorgung von Pflegeheimbewohnern. Dadurch können Einweisungen ins Krankenhaus vermieden werden.

Gemeinsam mit dem „Netzwerk Essstörungen Ostalbkreis e. V.“ (NEO) bietet die AOK Baden-Württemberg von Essstörungen betroffenen Versicherten Therapien an, die speziell für ihr Krankheitsbild geeignet sind.

In NEO haben sich Vertragsärzte und Psychotherapeuten zusammengeschlossen. Sie übernehmen die Funktion eines Arztes des Vertrauens mit dem Ziel, die Qualität, den persönlichen Bezug und die Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung essgestörter Patienten zu verbessern. Das soll durch die problemorientierte, übergreifende Zusammenarbeit aller am Behandlungsprozess Beteiligten möglich sein.

Durch kurze Wartezeiten – speziell in Krisenfällen – und einem engmaschigen Netz an überwiegend ambulanten Versorgungsangeboten soll ein möglichst kurzfristiger und nachhaltiger Behandlungserfolg erreicht werden. Ein individuell ausgearbeiteter Behandlungsplan über mehrere Therapiephasen hinweg soll einem chronischen Verlauf vorbeugen. Speziell entwickelte Versorgungsangebote sowie Präventionsprogramme unterstützen den Behandlungsprozess positiv und tragen zu einer langfristigen Stabilisierung bei.

Die AOK Baden-Württemberg hat mit dem Winghofer Medicum, dem Projektträger, einen Vertrag über die „Integrierte Versorgung von Patienten mit spezifischen Rückenschmerzen“ abgeschlossen. Gegenstand des Vertrages sind Operationen an der Wirbelsäule mit einem bislang einzigartigen Qualitätssicherungsverfahren zur Beurteilung von Bandscheibenoperationen.  

Zusätzlich hat der Patient die Möglichkeit, sich von medizinischen Spezialisten vor operativen Eingriffen an der Wirbelsäule eine unabhängige Zweitmeinung einzuholen. Das regional begrenzte Projekt zielt darauf ab, Bandscheibenoperationen zu vermeiden.

Die AOK Baden-Württemberg hat mit folgenden Vertragspartnern den Vertrag „Integrierte Versorgung Pflegeheim (IVP)“ abgeschlossen. Ziel ist der Aufbau eines Versorgungsnetzes, dem das Pflegeheim und besonders qualifizierte und motivierte Ärzte mit Hausarztvertrag angehören.

  • HÄVG – Hausärztliche Vertragsgemeinschaft, Köln
  • Deutscher Hausärzteverband Landesverband Baden-Württemberg, Stuttgart
  • MEDIVERBUND AG, Stuttgart
  • MEDI Baden-Württemberg e. V. Stuttgart
  • Eigenbetrieb Leben & Wohnen, Stuttgart
  • Städtische Pflegeheime Esslingen, Esslingen
  • Evangelische Heimstiftung GmbH, Stuttgart

Der IVP-Vertrag baut auf dem bestehenden Hausarzt-Vertrag und seinen Prozessen auf. Die IVP ist für alle Ärzte und Versicherten vorgesehen, die bereits an der Hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen. Das zunächst auf die Modellregion Stuttgart und Esslingen bezogene Projekt wurde für neue Versorgungsnetze auch außerhalb der Modellregion geöffnet.

Wesentliche Inhalte des Vertrages

  • 14-tägige Visite des HZV-Arztes im Pflegeheim
  • feste Bereitschaftszeiten der beteiligten Hausärzte: Montag bis Freitag von 7 bis mindestens 19 Uhr
  • abgestimmte Bereitschaftspläne zwischen HZV-Ärzten und Pflegeheim
  • zwei Netzkonferenzen und Fortbildungen mit geriatrischen Inhalten, die für Ärzte und Pflegeheime verpflichtend sind
  • Sicherung einer leistungsgerechten Vergütung der teilnehmenden Ärzte und Pflegeheime durch die AOK Baden-Württemberg

Als teilnehmender AOK-Versicherter profitieren Sie somit von einer flexiblen und intensiveren hausärztlichen Betreuung. Damit Sie am Projekt IVP teilnehmen können, ist Ihre Einschreibung in die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) erforderlich.

Liste der am IVP-Vertrag teilnehmenden Pflegeeinrichtungen (PDF, 11 KB)

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