Regionale Versorgungsinnovationen
Egal, ob Stadt oder Land – Gesundheitsversorgung ist ein zentrales gesellschaftspolitisches Thema. Allerdings gibt es in Deutschland große regionale Unterschiede, wenn es um die medizinische Versorgungssituation vor Ort geht. Deshalb gilt es, die Bedürfnisse der Bevölkerung stärker in den Fokus zu nehmen und innovative, regionale Ansätze auszuweiten. Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland entwickelt im Gesundheitsbereich regionale „Leuchtturmprojekte“ und schafft konkrete Angebote, um in der Stadt und auf dem Land eine gleichermaßen gute Versorgung sicherzustellen.
Adipositas
Wer sind die Partner/Träger/Initiatoren des Projekts?
Partner: Oviva, Dr. Ambrosius
Initiator: Fachbereich Rehabilitative Versorgung
Träger des Adipositas Laufbands: Fitnessstudios/ambulante Rehaeinrichtungen in Mainz, Koblenz, Kaiserlautern, St.Ingbert, Herxheim
Welche Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?
- Hoher Versorgungsbedarf: Adipositas ist weit verbreitet und verläuft oft chronisch.
- Frühe Prävention und Therapie: Übergewicht sollte frühzeitig behandelt werden, einschließlich nachhaltiger, lebenslanger Verhaltensänderungen.
- Ganzheitlicher Ansatz: Notwendig ist die Kombination aus Ernährung, Bewegung und Verhaltenstherapie.
- Reduktion von Folgeerkrankungen und Schaffung von Alternativen zu bariatrischen Operationen.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
- Senkung von Folgeerkrankungen
- langfristige Einsparungen
- Vermeidung bariatrischer OPs
- Verbesserung der Versorgungssituation
Was haben die Versicherten davon?
Die Versicherten erhalten eine ganzheitliche, multimodale Behandlung der Adipositas mit Integration individueller Ernährungsberatung, psychologischer Betreuung und der Nutzung innovativer Therapien (Schwereloslaufband). Die Versorgungsqualität wird verbessert.
Was haben die Versicherten davon?
Die Versicherten erhalten Zugang zu einer KI-basierten Therapie-App mit Telemonitoring (die Kamera erfasst nicht den Versicherten selbst, sondern nur Umrisse). Die therapeutische Lücke zwischen Klinikentlassung und Weiterbehandlung wird geschlossen und damit die Versorgungsqualität verbessert.
Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?
- Einsteuerung und Betreuung der Teilnehmenden im Projekt
→ bei Interesse über das Postfach - Vertragsverhandlungen mit Ernährungspartnern und Kooperationspartnern für das Schwereloslaufband
- Abwicklung des Rechnungsprozesses
Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?
Standorte des Laufbands sind:
Mainz, Koblenz, Kaiserslautern, St. Ingbert und Herxheim. Die Nutzung ist für Versicherte im Umkreis von 30 km möglich.
Die Ernährungsberatung erfolgt digital und ist von überall nutzbar.
Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?
Aktuell < 500 Versicherte; eine Ausdehnung des Ansatzes ist gut denkbar.
Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?
Das Projekt läuft seit dem 01.01.2022 und ist derzeit bis zum 31.12.2027 vorgesehen.
Weitere Infos
Breathment
Wer sind die Partner/Träger/Initiatoren des Projekts?
Träger: Breathment GmbH
Initiator: Fachbereich Rehabilitative Versorgung
Welche Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?
Chronische Atemwegserkrankungen zählen weltweit zu den Hauptursachen für Morbidität und Mortalität und stellen insbesondere in ländlichen Regionen eine große Herausforderung für die Gesundheitsversorgung dar.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Breathment ist ein digitales Nachsorgeprogramm für COPD-/Asthma-Patient*innen zur Senkung der hohen Rehospitalisierungsraten bei gleichzeitiger Verbesserung der Versorgungsqualität. Versicherte erhalten durch die Nutzung von Breathment mehr Kontinuität in der Versorgung sowie eine höhere Therapietreue.
Was haben die Versicherten davon?
Die Versicherten erhalten Zugang zu einer KI-basierten Therapie-App mit Telemonitoring (die Kamera erfasst nicht den Versicherten selbst, sondern lediglich Umrisse). Die therapeutische Lücke zwischen Klinikentlassung und Weiterbehandlung wird geschlossen und damit die Versorgungsqualität verbessert.
Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?
- Ermöglichung der kostenlosen App-Nutzung durch Neuteilnahme am DMP sowie Verbleib im DMP
- Einsteuerung von Teilnehmenden in das Projekt
- Einsteuerung und Betreuung der Teilnehmenden im Projekt
→ bei Interesse über das Postfach - Abwicklung des Rechnungsprozesses und Vertragsverhandlungen mit dem Kooperationspartner
- Bewerbung des Versorgungsprojekts im Rahmen von Veranstaltungen des Fachbereichs Rehabilitative Versorgung
Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?
Es handelt sich um ein digitales bzw. telemedizinisches Angebot, das ortsunabhängig genutzt werden kann.
Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht bzw. eingebunden werden?
Aktuell < 100 eingeschriebene Versicherte; eine Ausweitung des Ansatzes ist gut denkbar.
Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?
Das Projekt ist seit dem 01.01.2024 als Satzungsleistung etabliert; seit dem 01.09.2025 umfasst es zusätzlich die Indikation Asthma.
Weitere Infos
Brückenpflege von Nestwärme e.V.
Wer sind die Partner/Träger/Initiatoren des Projekts?
Initiator: Petra Moske und Elisabeth Schuh sind die Initiatorinnen und Gründerinnen von nestwärme e.V. in Rheinland-Pfalz.
Partner: Die AOK Rheinland-Pfalz / Saarland ist von Beginn an als Partner an der Seite von nestwärme e.V. und unterstützt das Konzept vollumfänglich.
Welchen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?
An der Schnittstelle von stationär/ambulant haben Eltern von intensivpflegerisch zu betreuenden Kindern oftmals einen erheblichen Unterstützungsbedarf. Unter dem Fachkräftemangel in der Pflege leiden insbesondere pflegebedürftige Kinder und ihre Familien: Zu oft wird der Klinikaufenthalt verlängert, weil die ambulante Versorgung noch nicht steht. Die Brückenpflege in Trier schließt diese Versorgungslücke und hilft den Familien, sich ein Netz von Unterstützern aufzubauen.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Nach der Krankenhausentlassung werden die Kinder in Wohngemeinschaften unter Betreuung von Fachpflegepersonal versorgt. Der Fokus liegt hierbei auf der Vermittlung von Knowhow an die Eltern und Angehörige durch entsprechende Pflegeschulungen. Ziel ist ein gemischtes Versorgungssetting in der Häuslichkeit und Rückzugspflege (Beteiligung von Eltern und Angehörigen).
Was haben die Versicherten davon?
Die Versorgung erfolgt fachlich unter Einbeziehung von Angehörigen. Perspektivisch steigt die Lebensqualität. Positiv wird die angemessene Privatsphäre in der Versorgung zu Hause bewertet.
Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?
Ansprechpartner, Kostenträger und Vertragspartner
Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?
Sitz des Pflegedienstes beziehungsweise der Wohngemeinschaft ist in Trier. Eine landesweite Inanspruchnahme ist theoretisch möglich.
Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?
Eine Ausdehnung des Ansatzes ist sehr gut denkbar.
Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?
Das Modellprojekt der Brückenpflege von nestwärme e.V. wurde 2018 gestartet und mittlerweile ist das Projekt ins Liniengeschäft übergegangen.
Delphin-Stottertherapie
Beschreibung und Ziel
Durch das ambulante 3,5 Wochen-Intensivprogramm erlernen Betroffene eine neue Art zu sprechen und ersetzen damit das alte Sprechmuster und die Ängste des Stotterns. Es entsteht ein eindringlicher Prozess des normalen Sprechens und kein punktueller Rückgriff auf ein angelerntes Hilfsmittel. Durch die Block-Gruppentherapie kann die bisherige wöchentliche und lebenslange ambulante Therapie ersetzt werden.
Personenkreis und Ort
Seit Oktober 2019 besteht eine Vereinbarung zwischen der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und dem Stottertherapiezentrum von Sabine Schütz. Die dreieinhalbwöchige Intensivtherapie findet ausschließlich dort und unter Nutzung der Ferienzeiten statt.
Das innovative Angebot richtet sich an Kinder ab Grundschulalter und Erwachsene bis zirka 30 Jahren.
DIKOM
Beschreibung und Ziel
Die Mobile Geriatrie-Unit (MGU) ist ein Fahrzeug, das mit verschiedenen Geräten wie z. B. CT, Röntgen, EKG, EEG, Ultraschall und einem Labor ausgestattet ist. Ein Team aus Fachärzten und Fachärztinnen und Medizinisch-Technischer Assistenz vervollständigt die MGU. Apparative Diagnostik kann somit direkt im Pflegeheim durchgeführt werden. Nach Überweisung durch die Haus- bzw. Fachärzte und Fachärztinnen über eine/n MGU-Koordinator-/in führt das MGU-Team die notwendige Zusatzdiagnostik am Pflegeheim durch. Hierbei kann das Team auf im Fahrzeug integrierte Geräte zurückgreifen. Keine Indikationen sind reguläre ambulante Versorgung oder akute Notfälle.
Die vor Ort erhobenen Befunde werden direkt an Expert-/innen in der Klinik übermittelt und in einem telemedizinischen Konsil beraten. Die Befunde werden dem überweisenden Arzt / der überweisenden Ärztin zur Weiterbehandlung im Pflegeheim übermittelt. Auf diese Weise können die Patient-/innen in der Pflegeeinrichtung bleiben und dort von den eigenen Hausärzten und Hausärztinnen weiterbehandelt werden.
Sowohl Kosten als auch die Belastungen für die Patient-/innen, die durch Transport und stationäre Aufnahme entstehen, sollen vermieden werden. Notaufnahmen werden entlastet.
Personenkreis und Ort
Teilnehmen können Patient-/innen in Pflegeeinrichtungen mit Einverständniserklärung. Nur im Saarland.
Ablauf der Therapie
Innovationsfondsprojekt (gefördert): Eine sog. Mobile Geriatrie-Unit (Fahrzeug mit Ausstattung einer Notaufnahme) fährt Pflegeheime im Saarland an, um bei pflegebedürftigen Personen diagnostische Maßnahmen durchzuführen, die normalerweise eine Verlegung ins Krankenhaus erfordert hätten.
Gemeindeschwester Plus
Wer sind die Partner/Träger/Initiatoren des Projekts?
Initiator: Bundesland Rheinland-Pfalz
Partner: Kommunen, Krankenkassen, Krankenkassenverbände
Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?
Hochbetagte Menschen, die alleine leben und noch nicht pflegebedürftig sind, sollen eine/n Ansprechpartner/-in und "Kümmerer" an ihrer Seite haben. Durch Hausbesuche in Städten und Landkreisen richtet sich das Projekt auch gezielt an Bewohner im ländlichen Raum.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
In neun Gebietskörperschaften sind bislang 18 Pflegefachkräfte an 13 Pflegestützpunkten tätig. Sie suchen hochbetagte Menschen, die noch nicht pflegebedürftig sind, in ihrem Zuhause auf und vermitteln ihnen konkrete Unterstützungsangebote. Die Pflegebedürftigkeit soll so lange wie möglich vermieden und die Selbstständigkeit der Menschen - und damit Teilhabe am sozialen Umfeld - erhalten bleiben.
Was haben die Versicherten davon?
Die Lebensqualität und Selbständigkeit der hochbetagten Menschen verbessern sich durch das Projekt. Gleichzeitig öffnen sich ihr Sozialraum und Kontaktumfeld.
Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?
Bislang Begleitung in Gremien und Steuerungsgruppen.
Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?
In diesen Landkreisen, Verbandsgemeinden und Städten gibt es das Angebot der Gemeindeschwester Plus:
Landkreis Ahrweiler, Landkreis Altenkirchen, Landkreis Alzey-Worms, Landkreis Bad Dürkheim, Landkreis Bad Kreuznach, Landkreis Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Landkreis Birkenfeld, Landkreis Cochem-Zell, Donnersbergkreis, Landkreis Germersheim, Landkreis Kaiserslautern, Landkreis Kusel, Landkreis Mainz-Bingen, Landkreis Mayen-Koblenz, Landkreis Neuwied, Rhein-Hunsrück-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Pfalz-Kreis, Landkreis Südliche Weinstraße, Landkreis Südwestpfalz, Landkreis Trier-Saarburg, Landkreis Vulkaneifel, Stadt Frankenthal, Stadt Kaiserslautern, Stadt Koblenz, Stadt Landau in der Pfalz, Stadt Mainz, Stadt Neustadt an der Weinstraße, Stadt Pirmasens, Stadt Speyer, Stadt Trier, Stadt Worms, Stadt Zweibrücken, Verbandsgemeinde Kirchen/Sieg
Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?
Teilnehmen können Versicherte, die älter als 80 Jahre alt und nicht pflegebedürftig sind.
Seit wann und gegebenenfalls bis wann läuft das Projekt?
Das Modellprojekt der Gemeindeschwester Plus wurde während der Zeit von 2015 bis 2018 in ausgewählten rheinland-pfälzischen Kommunen erprobt, wissenschaftlich begleitet und evaluiert. In der Verstetigungsphase von 2019 bis 2022 wurde das Projekt in Kooperation zwischen dem Land Rheinland-Pfalz, den gesetzlichen Krankenkassen und den Krankenkassenverbänden getragen.
Seit 2023 ist das Angebot der Gemeindeschwester Plus in Linie übergangen und im Landesprogramm des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung aufgenommen worden. Das Angebot soll bis zum Jahr 2026 flächendeckend in Rheinland-Pfalz eingeführt werden.
Gesundheitscampus Loreley
Wer sind die Träger des Projekts?
Initiator: Jörg Mehr, Berater für Strategie und Organisation am Gesundheitscampus Loreley
Träger: Kolping-Förderverein, die Stadt Oberwesel und die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein
Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?
Viele Menschen waren im Jahr 2020 angesichts der Schließung der stationären Loreley-Kliniken um die regionale Gesundheitsversorgung besorgt. Es ist daher erfreulich, dass sich am ehemaligen Krankenhausstandort in Oberwesel zwischenzeitlich ein sektorenübergreifender Gesundheitscampus etabliert hat, der zur wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung beiträgt.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Patientenorientierte Versorgungszentren werden in Zukunft - insbesondere in Anbetracht anstehender Gesundheitsreformen - an Bedeutung gewinnen und einen wichtigen Baustein regionaler Versorgungsstrukturen darstellen. Beim Gesundheitscampus Loreley handelt es sich um ein intersektorales Gesundheitszentrum, das diesen Gedanken aufgreift, indem es medizinische, pflegerische, therapeutische sowie präventive Leistungen „unter einem Dach" vereint:
- Konservative orthopädische Tagesklinik (teilstationär)
- Orthopädisches Facharztzentrum
- Hausarztpraxis
- Seniorenzentrum (vollstationäre Pflege, Kurzzeitpflege, Betreutes Wohnen)
- therapeutische Leistungsangebote (ambulante Physiotherapie, Praxis für Osteopathie und Podologie)
- Präventionsangebote (Yoga, Rheuma-Liga, Pilates)
- Rettungswache
- Sanitätshaus
- Kindertagesstätte
Was haben die Versicherten davon?
Für die Versicherten bietet der Gesundheitscampus eine vielfältige wohnortnahe Versorgung, die zudem auf den regionalen Bedarf ausgerichtet ist. Insbesondere die am Mittelrhein ansässigen Bürgerinnen und Bürger profitieren von der langfristig gesicherten medizinischen Versorgung in der Region.
Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?
Die AOK leistet Hilfestellung bei der Entwicklung des Angebots und unterstützt die regionalen Akteure sowie Vertragspartner mit Fokus auf Finanzierung. Dies geschieht u.a. durch Strukturfondsmittel für schließungsbedingte Kosten der Krankenhaus GmbH St. Goar/Oberwesel und diverse Umwandlungsmaßnahmen.
Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?
Das Versorgungsmodell wird in Oberwesel im Rhein-Hunsrück-Kreis, Rheinland-Pfalz umgesetzt.
Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?
Neben den vielen Mitarbeitenden, die als Fachpersonal in den verschiedenen Einrichtungen wie der orthopädischen Tagesklinik und dem Seniorenzentrum beschäftigt sind, beteiligen sich derzeit bereits zwei Haus- sowie mehrere Fachärzte an dem Projekt.
Der Gesundheitscampus Loreley ist ein vorbildhaftes Beispiel für die erfolgreiche Transformation eines stationären Krankenhaushausstandortes. Das Konzept ließe sich unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten auch auf andere Regionen übertragen.
Seit wann und gegebenenfalls bis wann läuft das Projekt?
Das Versorgungsmodell „Gesundheitscampus Loreley" läuft seit Oktober 2020 und wird stetig weiterentwickelt und ausgebaut.
Herz im Blick
Wer sind die Partner/Träger/Initiatoren des Projekts?
Träger: SHL Telemedizin GmbH
Partner: SHG Klinik Völklingen, Klinikum Ludwigshafen, Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied, Uni Mainz, Krankenhaus Dernbach
Initiator: Fachbereich Rehabilitative Versorgung
Welche Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?
246.000 Menschen in Rheinland-Pfalz und 73.200 Menschen im Saarland leiden an koronarer Herzkrankheit. Neben Bluthochdruck gehört sie zu den häufigsten Ursachen für eine Herzinsuffizienz. Gleichzeitig besteht insbesondere in ländlichen Regionen ein Mangel an Fachärzt*innen. Versicherte bemerken eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands häufig erst spät, sodass es vermehrt zu Krankenhauseinweisungen kommt.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Durch tägliches Monitoring der Werte (EKG, Blutdruck und Gewicht) können Auffälligkeiten frühzeitig erkannt werden. Die Eskalationsstufen Grün, Gelb und Rot zeigen an, wann ein Eingreifen erforderlich ist. Bei Auffälligkeiten meldet sich der medizinische Gesundheitsberater umgehend bei den Versicherten.
Für die AOK:
- Reduzierung vermeidbarer Krankenhausaufenthalte
- Entlastung von Fachpersonal, die gleichzeitig Zugriff auf die täglich gemessenen Werte erhalten (Verbesserung der Versorgung)
Was haben die Versicherten davon?
Die Versicherten haben ihre Erkrankung durch das gezielte Monitoring der Werte besser im Blick. Mit Einverständnis der Versicherten erhalten die behandelnden Ärzt*innen im Falle einer Verschlechterung die Messwerte und können die Therapie gezielt unterstützen und bei Bedarf anpassen.
Bei Rückfragen können Versicherte den Anbieter (medizinisches Fachpersonal) ganzjährig per Tablet oder Telefon kontaktieren. Die Versorgungsqualität wird verbessert.
Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?
- Einsteuerung und Betreuung der Teilnehmenden im Projekt
→ bei Interesse über das Postfach - Koordination des Einschreibeprozesse, Versand der Teilnahmeerklärungen sowie Erstellung von Anschreiben für potenzielle Versicherte
- Abwicklung des Rechnungsprozesses und Vertragsverhandlungen mit dem Kooperationspartner
- Bewerbung des Versorgungsprojekts im Rahmen von Veranstaltungen des Fachbereichs Rehabilitative Versorgung
Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?
Es handelt sich um ein digitales bzw. telemedizinisches Angebot, das ortsunabhängig genutzt werden kann.
Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht bzw. eingebunden werden?
Aktuell > 500 eingeschriebene Versicherte; eine Ausweitung des Ansatzes ist gut denkbar.
Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?
Das Projekt läuft seit dem 01.11.2022 und ist bis zum 31.10.2028 angelegt.
Kinderhospiz nestwärme
Wer sind die Partner/Träger/Initiatoren des Projekts?
Träger: nestwärme e.V.
Partner: AOK Rheinland-Pfalz/Saarland - Die Gesundheitskasse und die Landesverbände der Kranken- und Pflegekassen in Rheinland-Pfalz, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, REHKIDS - Chancen stiften, Herbert & Veronika – REH STIFTUNG, RTL – Wir helfen Kindern, FORUM – Gemeinschaftliches Wohnen e.V. Bundesvereinigung, HERZENSSACHE Hilft Kindern, Trierischer Volskfreund
Welche Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?
Ziel von nestwärme e.V. ist es, mit dem stationären Kinderhospiz in peripheren und ländlichen Räumen außerhalb von Metropolregionen bzw. Ballungsräumen eine Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder- und Jugendliche zu ermöglichen und somit eine hohe Betreuungskontinuität sicherzustellen sowie kurze Anreisezeiten zu ermöglichen.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Das stationäre Kinderhospiz wird in Waldnähe mit Gartenanlage, Innenhof und leichtem Zugang zum Gebäude errichtet. Gästezimmer für Familienmitglieder unterstützen den Familienverbund. Räumlichkeiten für Begegnung und Betreuung schaffen Inklusion.
Was haben die Versicherten davon?
Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzender Erkrankung erhalten wohnortnah im Raum Trier eine hohe Betreuungskontinuität durch die Berücksichtigung von individuellen Bedürfnissen von Familien, kurzen Anfahrtswegen sowie die Verankerung in die vorhandene regionale Versorgungsstruktur. Ziel ist ein Ort der Entlastung und Begegnung von betroffenen Familien.
Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?
Die AOK Rheinland-Pfalz / Saarland ist Initiator des Kinderhospizes in Trägerschaft von nestwärme e.V. und begleitet die Umsetzung. Ab Betriebsbeginn wird die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland Kostenträger und Vertragspartner sein.
Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?
Das stationäre Kinderhospiz in Trägerschaft von nestwärme e.V. wird auf dem Petrisberg in Trier errichtet.
Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?
Nestwärme ist bereits in regionale Versorgungsstrukturen integriert und hat ein breites Netzwerk aufgebaut.
Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?
Das stationäre Kinderhospiz befindet sich seit dem Jahr 2022 in Planung und wird voraussichtlich im Herbst 2026 eröffnet.
Online-Doctor
Beschreibung und Ziel
Über die Registrierung im Online-Kundencenter können Versicherte digital eine Anfrage bei einem Dermatologen / einer Dermatologin ihrer Wahl stellen, indem sie drei Fotos der betroffenen Hautstelle hochladen und mit Hilfe des Chatassistenten Fragen zu den Symptomen beantworten. Innerhalb von 48 Stunden erhalten Sie anschließend eine schriftliche Diagnose und eine konkrete Handlungsempfehlung.
Personenkreis und Ort
Alle Versicherten in Rheinland-Pfalz/Saarland.
Ablauf der Therapie
Teledermatologische Befundung, inkl. Arztbrief, Therapieempfehlung und ggf. eRezept, Überleitung zu Videosprechstunde oder vor Ort-Termin bei Bedarf möglich (Regelversorgung)
Online-Sprechzimmer
Beschreibung und Ziel
Datengeschützt können individuelle Fragestellungen, Informationen und Bilder ausgetauscht werden. Somit bietet das Online-Sprechzimmer die fallabschließende ärztliche Beratung in nichtdringlichen Fällen. Ärzte / Ärztinnen und Patient-/innen können zeitversetzt kommunizieren.
Personenkreis und Ort
Rheinland-Pfalz (Donnersbergkreis, Alzey-Worms, Trier)
Ablauf der Therapie
Chatfunktion zwischen Arztpraxis und Versicherten, Rückfragen, Befundaustausch, Rezeptanforderung etc. keine telemedizinische Behandlung, sondern Messenger
Patego
Die Leistungen von patego auf einen Blick
Patego enthält wertvolle Tipps, individuelle Hilfe und praktische Unterstützung von medizinisch ausgebildeten Gesundheitsberatern: bei medizinischen Fragen, Herausforderungen im Alltag sowie im Umgang mit der Kranken- und Pflegekasse. Diese nehmen sich Zeit – je nach Bedarf telefonisch, schriftlich und im Einzelfall auch bei der betreuten Person Zuhause.
Die Gesundheitsberater-/innen geben Hinweise zur Erhaltung der körperlichen und geistigen Fitness, wie etwa zu Ernährung und Bewegung, zur Vermeidung von Stürzen oder zum Umgang mit Schlafstörungen.
Auch sind die Gesundheitsberater-/innen beim Vereinbaren von Facharztterminen behilflich. Das medizinische Team von patego ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr telefonisch erreichbar.
Was haben die Versicherten davon?
- Der persönliche Gesundheitsberater kennt die Situation der Versicherten, begleitet und berät die Versicherten und deren Familien dauerhaft.
- Verschlechterungen des Zustands werden frühzeitig bemerkt und es kann gemeinsam rechtzeitig reagiert werden.
- Bei akutem Handlungsbedarf ist das medizinische Team von patego jederzeit für die Versicherten erreichbar.
- Auch Angehörige erfahren konkrete Unterstützung und spürbare Entlastung in ihrer Verantwortung.
Pflege ganz aktiv
Wer sind die Träger des Projekts?
Initiator: AOK Rheinland Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse
Partner: Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn e. V., Landesverbände der Kranken- und Pflegekassen in Rheinland-Pfalz, Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit
Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?
Seit der Aufnahme erster Gespräche zwischen den Gesundheitspartnern im Jahr 2021 bestand die Zielsetzung, ein Modell individualisierter Altenpflege zu ermöglichen. Dabei koordiniert ein Versorgungsteam vor Ort ein bedarfsgerechtes Unterstützungsangebot über ein regionales Netzwerk. Das Kernanliegen ist, die Autonomie pflegebedürftiger Menschen zu fördern und einen längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Das zunächst auf zwei Jahre befristete Versorgungsmodell basiert im Bereich der Pflegeversicherung nicht länger auf der Abrechnung von langfristig vertraglich festgelegten konkreten Einzelleistungen im Rahmen von Leistungskomplexen, sondern auf einer pauschalen Stundenvergütung. Damit gewinnt der pflegebedürftige Mensch mehr Kompetenzen und Autonomie über seine Versorgung und kann erforderliche Leistungen anhand des individuellen Bedarfs selbstbestimmt zusammenstellen.
Die Pflegekraft kann situationsorientierter im Rahmen ihrer fachlichen Kompetenzen entscheiden, welche Unterstützungsmaßnahme sinnvoll und aktivierend wirksam ist. Ein ganzheitlicher und aktivierender Ansatz: eben „Pflege ganz aktiv“.
Im Bereich der Häuslichen Krankenpflege in Rahmen der Krankenversicherung erfolgt die Vergütung innerhalb des Versorgungsmodells zukünftig in Form einer Monatspauschale, durch die alle behandlungspflegerischen Leistungen des jeweiligen Monats abgegolten sind.
Was haben die Versicherten davon?
Ziel ist es, eine selbstbestimmte, am konkreten Versorgungsbedarf orientierte Inanspruchnahme von Leistungen zu ermöglichen. Dies fördert einen längeren Verbleib in der Häuslichkeit und eine stärkere Ausrichtung der Leistungen am Bedarf der Versicherten. Fähigkeiten und Ressourcen werden gefördert; die Versicherten können Leistungen flexibler in Anspruch nehmen. Die Versorgungssituation insgesamt kann stabilisiert werden.
Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?
Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland ist Initiator des Modellvorhabens und hat die Umsetzung federführend begleitet.
Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?
Das Versorgungsmodell wird im Westerwaldkreis mit der Caritas-Sozialstation Westerburg-Rennerod umgesetzt.
Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?
Das innovative Angebot richtet sich an Versicherte in der Versorgung der Caritas Sozialstation Westerburg-Rennerod.
Seit wann und gegebenenfalls bis wann läuft das Projekt?
Das Versorgungsmodell „Pflege ganz aktiv“ läuft seit Juli 2022.
proseele
Psych-Direkt
Teleclinic
Beschreibung und Ziel
Die Versicherten können jederzeit einen Wunschtermin vereinbaren und sich online zu Ihren Symptomen beraten lassen. Sie werden von Ihrem ausgewählten Arzt / Ihrer ausgewählten Ärztin per Videokonferenz untersucht und beraten. Auch Krankmeldungen und Rezepte können online nach Ermessen des Arztes / der Ärztin ausgestellt werden.
Personenkreis und Ort
Alle Versicherten der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland.
Ablauf der Therapie
Durchführung zusätzlicher Videosprechstunden, erweiterte Servicezeiten, ohne Wartezeit