„Effektive Ernährungspolitik für faire Ernährungsumgebungen“
In der Rubrik „Neues aus der Uni“ stellt G+G Institute und Lehrstühle vor. Dieses Mal mit drei Fragen an Prof. Dr. Lars Libuda, Professor für Ernährungswissenschaft und Leiter der Arbeitsgruppe Ernährungswissenschaft am Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit an der Universität Paderborn.
Herr Professor Libuda, was ist derzeit Ihre wichtigste wissenschaftliche Fragestellung?
Prof. Dr. Lars Libuda: Unsere Forschung widmet sich der Untersuchung von Zusammenhängen zwischen mentaler Gesundheit und Ernährung – unter gleichzeitiger Berücksichtigung von Ernährungseffekten auf die körperliche Gesundheit (zum Beispiel das Körpergewicht). Im Zentrum stehen hierbei Depression, Essstörungen sowie die kognitive Leistungsfähigkeit. Unser Ziel ist es, zu einer evidenzbasierten Entwicklung bevölkerungsbezogener Ernährungsempfehlungen und Präventionskonzepte beizutragen.
Wie fördern Sie an Ihrer Einrichtung die Kooperation wissenschaftlicher Disziplinen und die Netzwerkbildung?
Libuda: Unsere Forschungsprojekte im Bereich der mentalen Gesundheit sind grundsätzlich interdisziplinär angelegt, zum Beispiel mit Forschungspartnerinnen und -partnern aus dem Bereich Psychiatrie. Innerhalb unseres Instituts ist das Thema Ernährung breit aufgestellt und vereint Ernährungswissenschaft mit Perspektiven der Sozioökonomie des privaten Haushalts, Fachdidaktik Haushalt und Ernährung sowie Public Health Nutrition. Auch mit dem multidisziplinären Bereich Sportwissenschaft der Universität Paderborn besteht eine enge Zusammenarbeit in Forschung und Lehre.
„Unser Ziel ist es, zu einer evidenzbasierten Entwicklung bevölkerungsbezogener Ernährungsempfehlungen beizutragen.“
Ist die Politik gut beraten, wenn sie auf die Wissenschaft hört?
Libuda: Derzeitige Ernährungsumgebungen erschweren eine gesundheitsförderliche Ernährungsweise. Daher wird eine effektive Ernährungspolitik benötigt, um faire Ernährungsumgebungen zu schaffen. Beispiele für solche Maßnahmen sind unter anderem der Nutri-Score oder die aktuell diskutierte Süßgetränkesteuer. Aufgabe der Wissenschaft ist es, die Evidenz transparent zu bewerten und ernährungspolitische Maßnahmen wissenschaftlich zu begleiten. Dann ist die Chance größer, dass Eingriffe durch die Politik nicht willkürlich und bevormundend wirken und tatsächlich effektiv sind.
Zur Person
Prof. Dr. Lars Libuda studierte an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Ökotrophologie und promovierte bis 2009 am Forschungsinstitut für Kinderernährung, an dem er im Anschluss als Post-Doc arbeitete. Ab 2016 war er als Juniorprofessor "Prävention und Therapie psychischer Störungen des Kindes- und Jugendalters durch Ernährung" am LVR Klinikum Essen, Universität Duisburg-Essen, tätig. Seit 2021 ist er Professor für Ernährungswissenschaft an der Universität Paderborn am Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit und leitet dort die Arbeitsgruppe Ernährungswissenschaft.
Forschungsschwerpunkte:
- körperliche und seelische Aspekte der Ernährung
- Ernährungsverhalten und dessen Determinanten
- bevölkerungsbezogene Ernährungsempfehlungen und Präventionskonzepte
Jahresetat:
keine Angaben
Zahl und Qualifikation der Mitarbeitenden:
1 Professor
7 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen (in Teilzeit)
1 Sekretärin
1 technische Mitarbeiterin
1 studentische Hilfskraft
Kontaktdaten:
Universität Paderborn
Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit
Arbeitsgruppe Ernährungswissenschaft
Warburger Straße 100
33098 Paderborn
Tel.: 05251 60-2195
E-Mail: camedick(at)mail.upb.de
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