„Wir forschen nicht über, sondern gemeinsam mit den Menschen“
In der Rubrik „Neues aus der Uni“ stellt G+G-Digital Institute und Lehrstühle vor. Dieses Mal mit drei Fragen an Prof. Dr. Kevin Dadaczynski, Inhaber der Professur für Gesundheitserziehung im Sport an der Universität Potsdam.
Herr Professor Dadaczynski, was ist derzeit Ihre wichtigste wissenschaftliche Fragestellung?
Prof. Dr. Kevin Dadaczynski: Die „eine“ wissenschaftliche Fragestellung gibt es bei uns nicht, auch weil die Themen und Fragestellungen bei uns stark miteinander verknüpft sind. Im Wesentlichen beschäftigen wir uns in unserer Forschung damit, wie die Gesundheit von insbesondere jungen Menschen gefördert werden kann und welche Bedingungen hierfür auf Ebene von Individuum und Lebenswelt zu schaffen sind. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Bildungs- und Erziehungssettings wie der Schule. Neben Untersuchungen zur Kinder- und Jugendgesundheit wie der HBSC-Studie erforschen wir die Implementierung von schulischer Gesundheitsförderung und entwickeln und evaluieren neue Interventionen, unter anderem unter Einbezug innovativer Formate wie Gamification.
Wie fördern Sie an Ihrer Einrichtung die Kooperation wissenschaftlicher Disziplinen und die Netzwerkbildung?
Dadaczynski: Gesundheitsförderung ist von Grund auf darauf ausgerichtet, dass wir mit verschiedenen disziplinären Blickwinkeln auf Gesundheit und die sie beeinflussenden Faktoren schauen. Die von der WHO formulierte Idee, Gesundheit in allen Politikfeldern zu verankern („Health in All Policies“), verdeutlicht dies. Dies leben wir auch täglich an meinem Lehrstuhl mit einem bunten Team aus den Gesundheits- und Sportwissenschaften, der Psychologie oder auch den Sozialwissenschaften. Wir schreiben zudem Transdisziplinarität sehr groß, in dem wir nicht über, sondern gemeinsam mit Menschen zu den für sie wichtigen Themen forschen.
„Gesundheitsförderung ist von Grund auf darauf ausgerichtet, dass wir mit verschiedenen disziplinären Blickwinkeln auf Gesundheit schauen.“
Professor für Gesundheitserziehung im Sport an der Universität Potsdam
Ist die Politik gut beraten, wenn sie auf die Wissenschaft hört?
Dadaczynski: Forschung in den Bereichen Public Health und Gesundheitsförderung ist vor allem anwendungsorientiert und soll einen Beitrag leisten, den realen Alltag von Menschen zu verbessern. Unsere Aufgabe sehe ich darin, Ergebnisse so aufzubereiten und zu kommunizieren, dass diese in der Politik auch ankommen. Genauso ist es die Aufgabe der Politik, wissenschaftliche Erkenntnisse in politisches Handeln zu überführen, um die Bedingungen für eine gesunde Gesellschaft zu schaffen.
Zur Person
Prof. Dr. Kevin Dadaczynski studierte Gesundheitsförderung, -management, -bildung und -psychologie in Magdeburg und Flensburg. Nach Forschungstätigkeiten in Flensburg und Lüneburg war er beim Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (ehemals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) tätig, bevor er eine Professur für Gesundheitsinformation und Gesundheitskommunikation an der Hochschule Fulda antrat. Seit 2025 hat er die Professur Gesundheitserziehung an der Universität Potsdam inne.
Forschungsschwerpunkte:
- Kinder- und Jugendgesundheit
- Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten (vor allem Schule)
- Gesundheit und Bildung
- Gesundheitskompetenz
- Digitale Medien und Gesundheit
- Partizipation, Co-Creation, User-Involvement
Jahresetat:
Keine Angabe
Zahl und Qualifikation der Mitarbeitenden:
- 1 Universitätsprofessor
- 9 wissenschaftliche Mitarbeitende
- 6 Promovierende
- Studentische Beschäftigte
- 1 Sekretariat
Kontaktdaten:
Universität Potsdam
Professur für Gesundheitserziehung
Institut für Bewegungswissenschaft
Karl-Liebknecht-Str. 24-25
14476 Potsdam
Telefon: 0331 977230127
E-Mail: kevin.dadaczynski(at)uni-potsdam.de
Mitwirkende des Beitrags
Autorin
Datenschutzhinweis
Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.
Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.