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ADHS Eines Kindes-Pflegestufe

Hallo,

bei unserem Kind (11 Jahre, männlich) wurde vor drei Jahren ADHS diagnostiziert, da das ADHS-typische Verhalten in der Schule untragbar wurde. Nach einiger Überlegungszeit wurde auch mit medikamentöser Therapie (Medikinet) begonnen. Eine Therapie (ein halbes Jahr - wöchentlich einmal) mit Fokus auf Konzentration brachte leider keinen Erfolg, sodass mit Medikinet begonnen wurde.

Diese Tabletten wirken sehr gut. Sie werden während der Schulzeit genommen und in den Ferien wird - mit Ausnahmen - pausiert.

Neulich hat mich allerdings jemand darauf hingewiesen, dass ich für mein Kind eine Pflegestufe beantragen kann. Mein Sohn ist während der Tablettenpausen sehr unselbständig bzw. es muss ihn ständig jemand daran erinnern, dass Alltagstätigkeiten (Zähne putzen, Umziehen, Duschen etc.) erledigt werden müssen. Meistens muss dies wirklich mehrmals erwähnt werden und zum Teil sogar kontrolliert bzw. beobachtet werden.

Nach der Schule (Hausaufgaben, Lernen) muss jemand (meistens ich, die Mutter) kontrollieren, dass auch alle Hausaufgaben gemacht sind, Schultasche gepackt ist, für den nächsten Tag vorbereitet ist. Das Frühstück muss beobachtet werden, da mein Sohn dies schlichtweg "vergessen" würde. Es muss kontrolliert werden, dass die Tabletten auch genommen werden, im Anschluss Zähne putzen usw. bis er das Haus verlässt.

 

Kann man in dieser Situation eine Pflegestufe beantragen? Ich kann ihn praktisch nie allein lassen und wenn, dann nur kurz. Das ist für einen 11jährigen verhältnismäßig viel Zeitaufwand. Ich habe auch einen Vergleich, da ich bereits zwei ältere Kinder habe, bei denen dieser Zeitaufwand in diesem Alter nicht notwendig war.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

Guten Tag wejam,

erst einmal herzlich Willkommen hier im Expertenforum Pflege. Gern beanworten wir die von Ihnen gestellte Frage.

Grundsätzlich ist zu sagen, pflegebedürftig ist nur wer im Sinne des SGB XI gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten aufweist und deshalb die Hilfe durch andere bedürfen.

Es muss sich hierbei um Personen handeln, die :                                                                                                  -  körperliche, kognitive und psychische Beeinträchtigungen    oder                                                                                              -  gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen                                                                                nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können.

Außerdem muss die Pflegebedürftigkeit auf Dauer bestehen.     Das heißt : Ein Leistungsanspruch kann nur realisiert werden, wer einen Hilfebedarf, der eine Einstufung in den Pflegegrad rechtfertigt, auf Dauer bestehen.                                              Auf Dauer besteht ein Hilfebedarf erst dann, wenn dieser für länger als 6 Monate gegeben ist.

In Ihrer geschilderten Situation liegt ein vermehrter Hilfebedarf und die Einschränkungen in der Selbstständigkeit nur bei Pausierung der ärtzlich verordneten Medikation vor. Daher sehen wir derzeit keine Vorraussetzungen für eine vorliegende Pflegebedürftigkeit.

Es bleibt Ihnen jedoch überlassen, ob Sie einen Pflegeantrag bei Iher AOK vor Ort stellen wollen oder nicht. Gerne kommt ggf. auch ein Pflegeberater/in Ihrer AOK zu Ihnen nach Hause und berät Sie in häuslicher Umgebung. Hierzu setzen Sie sich mit Ihrer AOK vor Ort persönlich in Verbindung.

Wir wünschen Ihnen und Ihr Kind für die Zunkunft alles erdenklich Gute! 

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der AOK

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