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Feiern ohne Rauchen - oder doch Partyraucher?

Hallo liebe KämpferInnen und ExpertInnen! 

Ich rauche seit ich 15 bin - mittlerweile immerhin schon 12 Jahre meines noch jungen Lebens - und bin zuletzt auf ein BigPack am Tag gekommen. 

Die Abschaffung der Mentholzigaretten hab ich mir als mein Aufhördatum gesetzt, dann wurde es doch das Zuneigegehen des Vorrats, aber hier bin ich jetzt, am Tag 4. Soweit so gut. 

Ich hab schon einige Versuche hinter mir, jedes Mal zeigte sich, dass ich die ersten Tage super überstehe und auch keine körperlichen Entzugserscheinungen habe. Daher möchte ich kein Nikotin anderweitig nehmen. 

Aber jeder Versuch ist bisher am Feiern gescheitert. Ich schaffe es einfach nicht, dabei ist auch egal ob wir durch die Bars ziehen, im Club tanzen gehen oder nur mit Freunden auf dem Balkon grillen. Die gemeinsamen Nenner sind der Alkohol, die ausgelassene Stimmung und viele Raucher um mich. 

Selbst mit deutlich höherer Motivation bei bisherigen Versuchen - teilweise auch nach schon mehreren rauchfreien Wochen - wurde ich in diesen Situationen rückfällig. Meistens hab ich mich danach so geärgert,dass  ich die vernichtende "jetzt ist es auch schon egal" Einstellung hatte. 

Ich hab so Angst davor, dass ich schon Pläne fürs Wochenende abgesagt habe. Was mir aber nicht wie eine Lösung vorkommt. Und wenn ich doch mitgehe kommt irgendwann das erdrückende Gefühl, nur noch daran zu denken wie gerne ich rauchen möchte und wie sehr ich es nicht darf, dass ich den Abend nicht genießen kann. Aber das erscheint mir nicht fair, zumal man sich ja eigentlich belohnen soll und genau dann fühlt es sich wie Strafe an, nicht zu rauchen. 

Wie geht ihr damit um, wie schafft ihr diese Situationen und genießt trotzdem den Abend? 

Und an die Experten: ich glaube, dass ich - wenn ich es mir von Anfang an erlaube und somit nach einem verqualmten Abend kein Versagensgefühl haben müsste - es schaffen würde, "Partyraucher" zu werden. Die Studien sprechen ja dagegen.... Was sagen Sie dazu? Wie schädlich ist das noch, wo liegen die Gefahren oder wäre es vielleicht doch einen Versuch wert? 

Ich danke schon Mal für alle Tipps und ziehe meinen Hut vor allen, die es schon weiter gebracht haben! 

Hallo 'Nika',

zuerst muß ich mich für die viel zu späte Beantwortung Ihres Posts entschuldigen. Es gibt da ein hartnäckiges technisches Problem, dass sich anscheinend bevorzugt das Nichtraucherforum aussucht.

Nach Adam Riese sind Sie 27 Jahre und gehören damit zu einer Minderheit, denn der durchschnittliche Aufhörer ist zwischen 40 und 50 Jahren alt, was seine Nachteile aber auch Vorteile hat.

Nachteile: man hat bereits eine jahrzehntelange Karriere hinter sich, seine Gesundheit geschädigt und spürt auch schon die ersten oder sogar massive Auswirkungen.

Vorteile: man hat eine deutlich längere Lebenserfahrung, wenig Illusionen und kennt seine Stärken und Schwächen recht gut.

Mit 27 Jahren meint man z.B. man könnte aufhören und gleichzeitig auf Partys (also jedes Wochenende?) weiterrauchen. Es ähnelt dem Sprichwort 'Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht naß'. Und gleichzeitig stellt man trocken fest: 'Jeder Versuch ist bisher am Feiern gescheitert'.

Ich erlaube mir einen kurzen Exkurs: wie kommt man wohl auf die Idee, im Herbst die heruntergefallenen Blätter der Bäume und Sträucher im Garten aufzusammeln, zu trocknen, zerkrümeln, auf Papier zu streuen, dieses zusammenzurollen, das Ganze anzuzünden (aber nicht um es zu verbrennen sondern bei starker Rauchentwicklung zum Glühen zu bringen), um das dann tief einzuatmen? Das tun Sie nicht? Sie nicht - aber Sie lassen machen: die Blätter der Tabakpflanze werden gesammelt, zum verwelken gebracht, getrocknet usw. usf. wie oben beschrieben. Halt, noch was: es werden Stoffe beigemischt - z.B. Stoffe, die das Kratzen im Hals stark vermindern, damit die natürlichen Hustenreflexe unterdrückt werden. Wenn Sie den Rauch eines normalen Lagerfeuers aus Versehen schonmal eingeatmet haben, wissen Sie, was ich meine.

Warum tun viele Menschen sowas? Nun - es wird beim Verglimmen ein magischer, völlig unterschätzer Stoff freigesetzt - das Nikotin.

Wußten Sie, das Nikotin gar nicht so viel weniger giftig ist wie z.B. Zyankali? Beide töten im Milligrammbereich (Zyankali ca. 230mg, Nikotin ca. 500mg). Sie merken nur nichts, weil Nikotin so schnell wieder ausgeschieden wird, dass es selbst ein Kettenraucher (pro Zigarette 1-3mg) nicht schafft, sich zeitnah umzubringen. Nikotin wirkt also bereits in kleinsten Mengen auf den Körper und vor allem auf das Gehirn ein.

Alle Raucher rauchen nur wegen dieser Wirkung: das Nikotin greift als eine Art 'Ersatz-Neurotransmitter' in den Gehirnstoffwechsel ein und löst dort die Ausschüttung von sog. Wohlfühlhormonen aus. Das Gehirn hat sich natürlich an diese regelmäßige Nikotingabe gewöhnt. Das abrupte Weglassen des Nikotins bringt nun als Folge den Gehirnstoffwechsel ziemlich ins Schleudern. Zwar ist das Nikotin als reine Substanz bereits nach drei Tagen ausgeschieden aber die Folgen des fehlenden Nikotins spüren Sie (individuell unterschiedlich) deutlich länger - solange bis Ihr Gehirnstoffwechsel sich wieder neu eingependelt hat. Dies kann manchmal nur Wochen, manchmal auch Monate dauern - vor allem, wenn eine Neigung zu Depressionen besteht, die bislang unbehandelt war und mit der Zigarette 'weggeraucht' wurde.

Und jetzt können Sie vielleicht auch verstehen, warum wir die vorübergehende zusätzliche Gabe von reinem Nikotin über die sog. Nikotinersatzpräparate empfehlen: neben dem Eingriff in den Stoffwechsel, der zur schnellen Abhängigkeit führt, besteht das Rauchen auch aus vielen kleinen Ritualen, die im Laufe der Jahre ihren festen Platz im Tagesablauf eingenommen haben. Erst wenn man aufhört zu rauchen, bemerkt man, wie oft man tagsüber zu immer denselben Zeiten, in immer denselben Situationen sich schnell eine Zigarettenpause gegönnt hat. Darauf sind Sie regelrecht konditioniert.
Wenn nun die Zigaretten weggelassen werden, kommen nicht nur mehr oder weniger stark die Entzugserscheinungen sondern man wird durch die konditionierten Rituale zigfach am Tag an die Zigarette erinnert, wenn man sie gerade mal vergessen hatte. Die Macht dieser Rituale ist der Macht des Nikotins sehr ähnlich.

Deshalb ist es vorteilhaft, zur Vermeidung eines 'Zweifrontenkrieges' erst mal diese Rituale über mehrere Wochen oder sogar einige Monate aufzubrechen und dies geht leichter, wenn man nicht schon zusätzlich durch Entzugserscheinungen 'sturmreif geschossen' wurde.

Von den mehreren tausend Stoffen, die beim Verschwelungsvorgang entstehen, ist das Nikotin rein körperlich gesehen eher zu den harmloseren zu zählen: nicht das Nikotin sondern die im Rauch enthaltenen diversen Verschwelungsstoffe sind z.B. für Krebserkrankungen verantwortlich. Dasselbe gilt für fast alle anderen 'Raucherkrankheiten'. Wenn Sie deshalb das Nikotin in reiner und abgeschwächter Form noch für eine kurze Zeit nach dem 'offiziellen Rauchstopp' zu sich nehmen, ist das unbedenklich. Sie 'tricksen' sich im positiven Sinne aus und erleichtern sich den immer noch schwierigen Aufhörprozeß.

Deshalb empfehlen wir hier immer die vorübergehende Verwendung von Nikotinersatzprodukten (Pflaster oder Kaugummi). Kleckern Sie hierbei nicht sondern klotzen Sie und kaufen in der Apotheke zumindest für die erste Zeit die stärkste Variante (entspricht einem Raucher mit 15-20 Zigaretten pro Tag). Sowie Sie merken, es geht aufwärts, können Sie stufenweise reduzieren.

Abschlußbemerkung: aus den genannten Gründen werden Sie jetzt auch verstehen, dass der Versuch 'Wochenendraucher' zu werden, bei einem ehemaligen Raucher der Quadratur des Kreises gleicht: Sie spielen mit Ihrem Gehirnstoffwechsel Achterbahn und das wird niemals gutgehen.

Ihr Expertenteam der AOK

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