Video-Tutorials: Lernen Sie aus Arztgesprächen

Unsere Videos zeigen, wie Sie in einem Arzttermin die richtigen Fragen stellen, mit Zeitdruck umgehen und Ihre Anliegen klar einbringen. Praxisnah, verständlich und direkt umsetzbar.
Ein älterer Mann mit Brille und grauem Haar sitzt nachdenklich vor einem Laptop an einem Esstisch.© iStock / nortonrsx

Inhalte im Überblick

    Empowerment – Fragen stellen

    Stellen Sie Ihre Fragen – und zwar so viele, wie Sie benötigen. Nachfragen ist ein wichtiger Bestandteil einer guten medizinischen Versorgung. Es trägt dazu bei, Informationen besser zu verstehen und gemeinsam fundierte Entscheidungen zu treffen. 

    Porträt von Dr. Anke Esber© privat / KI-bearbeitet

    „Die Frage ‚Was würden Sie machen?‘ ist für Ärztinnen und Ärzte wirklich schwierig. Aber diese Frage kann auch helfen: Sie signalisiert mir, dass eine persönliche Einschätzung jetzt wichtig ist, und öffnet den Raum, neben den medizinischen Optionen auch persönliche Werte und Wünsche einzubeziehen.“

    Dr. med. Anke Esber
    Oberärztin Gynäkologie, Universitätsklinikum Jena

    Vom Fachjargon zum Verständnis: Wenn unverständliche Begriffe fallen, bitten Sie um eine Übersetzung in einfache Sprache. Nachfragen ist Ihr gutes Recht.

    Umgang mit Zeitdruck und Feedback an die Ärztin oder den Arzt

    Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Zeit nicht ausreicht oder Sie sich gehetzt fühlen, dürfen und sollten Sie dies offen ansprechen. Ihre Rückmeldungen helfen, den Gesprächsrahmen gemeinsam anzupassen.

    Porträt von PD Dr. med. Ann-Kathrin Rahm© privat

    „Auch wenn der Praxisalltag oft eng getaktet ist: Ich bin froh, wenn Patientinnen und Patienten nachfragen. Ihre Fragen helfen mir zu verstehen, was angekommen ist – und was noch unklar bleibt. Ein kurzes Nachhaken spart am Ende oft Zeit, weil wir Missverständnisse vermeiden. Für mich ist das ein Zeichen von Verantwortung auf beiden Seiten."

    PD Dr. med. Ann-Kathrin Rahm, MME, FESC, FEHRA
    Oberärztin, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Universitätsklinikum Heidelberg

    Tempo rausnehmen: Wenn Sie sich überrumpelt fühlen, sprechen Sie es offen an. Eine gute Entscheidung braucht Bedenkzeit und klare Behandlungsalternativen.

    Vorbereitung – mit klaren Zielen ins Gespräch gehen

    Eine gute Vorbereitung erleichtert das Arztgespräch. Überlegen Sie im Vorfeld, welche Fragen, Anliegen oder Erwartungen Ihnen besonders wichtig sind, und priorisieren Sie diese. Bringen Sie außerdem alle relevanten Unterlagen wie Befunde von Untersuchungen oder Ihre Medikamentenliste mit. So kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihre Situation besser einschätzen und Sie gezielter zu möglichen Behandlungsschritten beraten.

    Porträt von Dr. Pia Rebmann© privat

    „Wenn Patientinnen und Patienten vorbereitet in die Sprechstunde kommen – mit ihren Unterlagen, einer aktuellen Medikamentenliste und ihren Fragen –, wird aus dem Termin ein echtes gemeinsames Arbeiten. Wir verstehen uns schneller, vermeiden Missverständnisse und können gemeinsam bessere Entscheidungen treffen. Das spart Zeit, erhöht die Sicherheit – und gibt beiden Seiten das gute Gefühl, wirklich auch am selben Strang zu ziehen.“

    Dr. med. Pia Rebmann
    Neurologin, Universitätsmedizin Rostock

    Gute Vorbereitung zählt: Notizen oder ein Symptomtagebuch helfen Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, schneller die passende Diagnose und Therapie für Sie zu finden.

    Beziehungsebene – eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre gestalten

    Eine gelingende Kommunikation im Arztgespräch umfasst mehr als den reinen Informationsaustausch. Indem Sie nicht nur mit der ärztlichen Rolle, sondern auch mit der Person dahinter in Kontakt treten, kann eine vertrauensvolle und respektvolle Gesprächsbeziehung entstehen.

    Porträt von Dr. med. Ursula Will© Jutta Jung (DKFZ)

    „Wenn Patientinnen und Patienten mich fragen, wie ich selbst entscheiden würde, zeigt mir das, wie groß ihre Unsicherheit gerade ist. Die Frage ist ein Türöffner für ein ehrliches Gespräch und eine gemeinsame Entscheidung auf Augenhöhe.“

    Dr. med. Ursula Will
    Nationales Krebspräventionszentrum, Medizinische Leitung Präventionsambulanz, Deutsches Krebsforschungszentrum

    Menschlich statt mathematisch: Wenn reine Zahlen und Fakten Sie verunsichern, fragen Sie die Ärztin oder den Arzt nach einer persönlichen Einschätzung, zum Beispiel: „Was würden Sie Ihrer Schwester raten?“

    Checkliste: Das Arztgespräch gut vor- und nachbereiten

    Ein Arzttermin kann viele Fragen aufwerfen. Mit unserer Checkliste behalten Sie den Überblick – vor, während und nach dem Termin. Fragen Sie sich zum Beispiel:

    • Welche Fragen möchte ich stellen?
    • Habe ich alles verstanden?
    • Weiß ich, wie es weitergeht?

    So können Sie sich gezielt vorbereiten, wichtige Punkte ansprechen und sicherstellen, dass Sie wissen, wie es weitergeht.

    Die nächsten Schritte

    Vor dem Gespräch: Vorbereitung ist alles

    Informieren und Fragen notieren: Eine gute Vorbereitung hilft Ihnen, die richtigen Antworten zu bekommen und auch nach dem Termin den Überblick zu behalten.

    Im Gespräch: Aktiv mitgestalten

    Bringen Sie Ihre Perspektive ein, stellen Sie gezielt Fragen und klären Sie Unklarheiten direkt. So treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt passende Entscheidungen.

    Nach dem Gespräch: So geht es weiter

    Notieren Sie alle wichtigen Informationen und planen Sie die nächsten Schritte. So behalten Sie den Überblick und setzen das Besprochene in Ihrem Alltag besser um.

    Der Patienten-Trainer basiert auf echten Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen

    Die Grundlage des Patienten-Trainers bildet eine Studie des Instituts für Kommunikations- und Prüfungsforschung gGmbH (IKPF) in Heidelberg, die im Auftrag der AOK durchgeführt wurde. Entwickelt wurde er in enger Zusammenarbeit mit Medizinerinnen und Medizinern.

    Aktualisiert: 14.09.2026

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