Video-Tutorials: Lernen Sie aus Arztgesprächen

Inhalte im Überblick
Empowerment – Fragen stellen
Stellen Sie Ihre Fragen – und zwar so viele, wie Sie benötigen. Nachfragen ist ein wichtiger Bestandteil einer guten medizinischen Versorgung. Es trägt dazu bei, Informationen besser zu verstehen und gemeinsam fundierte Entscheidungen zu treffen.

„Die Frage ‚Was würden Sie machen?‘ ist für Ärztinnen und Ärzte wirklich schwierig. Aber diese Frage kann auch helfen: Sie signalisiert mir, dass eine persönliche Einschätzung jetzt wichtig ist, und öffnet den Raum, neben den medizinischen Optionen auch persönliche Werte und Wünsche einzubeziehen.“
Dr. med. Anke Esber
Oberärztin Gynäkologie, Universitätsklinikum Jena
Umgang mit Zeitdruck und Feedback an die Ärztin oder den Arzt
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Zeit nicht ausreicht oder Sie sich gehetzt fühlen, dürfen und sollten Sie dies offen ansprechen. Ihre Rückmeldungen helfen, den Gesprächsrahmen gemeinsam anzupassen.

„Auch wenn der Praxisalltag oft eng getaktet ist: Ich bin froh, wenn Patientinnen und Patienten nachfragen. Ihre Fragen helfen mir zu verstehen, was angekommen ist – und was noch unklar bleibt. Ein kurzes Nachhaken spart am Ende oft Zeit, weil wir Missverständnisse vermeiden. Für mich ist das ein Zeichen von Verantwortung auf beiden Seiten."
PD Dr. med. Ann-Kathrin Rahm, MME, FESC, FEHRA
Oberärztin, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Universitätsklinikum Heidelberg
Vorbereitung – mit klaren Zielen ins Gespräch gehen
Eine gute Vorbereitung erleichtert das Arztgespräch. Überlegen Sie im Vorfeld, welche Fragen, Anliegen oder Erwartungen Ihnen besonders wichtig sind, und priorisieren Sie diese. Bringen Sie außerdem alle relevanten Unterlagen wie Befunde von Untersuchungen oder Ihre Medikamentenliste mit. So kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihre Situation besser einschätzen und Sie gezielter zu möglichen Behandlungsschritten beraten.

„Wenn Patientinnen und Patienten vorbereitet in die Sprechstunde kommen – mit ihren Unterlagen, einer aktuellen Medikamentenliste und ihren Fragen –, wird aus dem Termin ein echtes gemeinsames Arbeiten. Wir verstehen uns schneller, vermeiden Missverständnisse und können gemeinsam bessere Entscheidungen treffen. Das spart Zeit, erhöht die Sicherheit – und gibt beiden Seiten das gute Gefühl, wirklich auch am selben Strang zu ziehen.“
Dr. med. Pia Rebmann
Neurologin, Universitätsmedizin Rostock
Beziehungsebene – eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre gestalten
Eine gelingende Kommunikation im Arztgespräch umfasst mehr als den reinen Informationsaustausch. Indem Sie nicht nur mit der ärztlichen Rolle, sondern auch mit der Person dahinter in Kontakt treten, kann eine vertrauensvolle und respektvolle Gesprächsbeziehung entstehen.

„Wenn Patientinnen und Patienten mich fragen, wie ich selbst entscheiden würde, zeigt mir das, wie groß ihre Unsicherheit gerade ist. Die Frage ist ein Türöffner für ein ehrliches Gespräch und eine gemeinsame Entscheidung auf Augenhöhe.“
Dr. med. Ursula Will
Nationales Krebspräventionszentrum, Medizinische Leitung Präventionsambulanz, Deutsches Krebsforschungszentrum
Checkliste: Das Arztgespräch gut vor- und nachbereiten
Ein Arzttermin kann viele Fragen aufwerfen. Mit unserer Checkliste behalten Sie den Überblick – vor, während und nach dem Termin. Fragen Sie sich zum Beispiel:
- Welche Fragen möchte ich stellen?
- Habe ich alles verstanden?
- Weiß ich, wie es weitergeht?
So können Sie sich gezielt vorbereiten, wichtige Punkte ansprechen und sicherstellen, dass Sie wissen, wie es weitergeht.
Die nächsten Schritte
Vor dem Gespräch: Vorbereitung ist alles
Informieren und Fragen notieren: Eine gute Vorbereitung hilft Ihnen, die richtigen Antworten zu bekommen und auch nach dem Termin den Überblick zu behalten.
Im Gespräch: Aktiv mitgestalten
Bringen Sie Ihre Perspektive ein, stellen Sie gezielt Fragen und klären Sie Unklarheiten direkt. So treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt passende Entscheidungen.
Nach dem Gespräch: So geht es weiter
Notieren Sie alle wichtigen Informationen und planen Sie die nächsten Schritte. So behalten Sie den Überblick und setzen das Besprochene in Ihrem Alltag besser um.
Der Patienten-Trainer basiert auf echten Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen
Die Grundlage des Patienten-Trainers bildet eine Studie des Instituts für Kommunikations- und Prüfungsforschung gGmbH (IKPF) in Heidelberg, die im Auftrag der AOK durchgeführt wurde. Entwickelt wurde er in enger Zusammenarbeit mit Medizinerinnen und Medizinern.
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