Der Organspendeausweis

Der Organspendeausweis ist ein Dokument im Kreditkartenformat, auf dem Sie ankreuzen können, ob Sie im Todesfall Organe spenden wollen. Sie können auch bestimmte Organe ausschließen, die Organspende ablehnen oder einen Entscheider benennen.
Farbige Ansicht eines Organspendeausweises. Der ausgefüllte und unterzeichnete Organspendeausweis bindet die Ärzte an die Entscheidung des Verstorbenen.© iStock / Martin-Lang

Inhalte im Überblick

    Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Organspendeausweis

    Der offizielle Organspendeausweis ist keine rechtliche Voraussetzung für die Organspende. Hat man keinen Ausweis, entscheiden die Angehörigen, die im Idealfall wissen, wie der Verstorbene über das Thema gedacht hat. Egal, ob Sie sich für oder gegen eine Organspende entscheiden: Mit einem Organspendeausweis dokumentieren Sie Ihre Entscheidung ganz eindeutig. Ein konkretes Ja oder Nein zur Organspende kann im Todesfall die Angehörigen entlasten und erleichtert ihnen sowie den Ärzten im Ernstfall das weitere Vorgehen. Außerdem können Sie mit einem Organspendeausweis auch Ihre Entscheidung für oder wider eine Organspende für den Fall eines Todes im Ausland festlegen – denn dort gelten andere gesetzliche Regeln zur Organentnahme.

    Ihre AOK schickt Ihnen nach Vollendung des 16. Lebensjahres zusammen mit Ihrer elektronischen Gesundheitskarte ausführliche Informationen zum Thema Organspende zu sowie einen ausfüllbaren Organspendeausweis.

    Ein konkretes Ja oder Nein zur Organspende kann im Todesfall die Angehörigen entlasten. Mit der AOK-Faktenbox unterstützen wir Sie bei Ihrer Entscheidung mit allen notwendigen Fakten.

    AOK-Faktenbox Organspendeausweis

    Ein konkretes Ja oder Nein zur Organspende kann im Todesfall die Angehörigen entlasten. Die AOK-Faktenbox unterstützt Sie mit den notwendigen Fakten. (PDF, 563 KB)

    Fragen und Antworten zum Organspendeausweis

    • Was kann ich im Organspendeausweis festlegen?

      Im Organspendeausweis erklären Sie zunächst, ob nach der ärztlichen Feststellung des Todes Ihrem Körper Organe und Gewebe entnommen werden dürfen oder nicht. Stimmen Sie dem zu, können Sie zusätzlich einzelne Organe benennen, die Sie zur Spende freigeben oder davon ausnehmen. Im Ausweis sind entsprechende Felder vorgesehen. Es ist auch möglich, alle Organe zur Spende freizugeben.

      Kann ich auf dem Ausweis bestimmen, wer meine Organe bekommt?

      Nein. Die Zuteilung erfolgt allein auf der Basis medizinisch begründbarer Kriterien wie Dringlichkeit und Erfolgsaussicht. Alle Organe werden nach einem festgelegten System an Patienten auf einer Warteliste vergeben.

      Muss man sich untersuchen lassen, bevor man einen Organspendeausweis ausfüllt?

      Nein. Eine ärztliche Untersuchung, bevor man sich zur Organspende bereit erklärt, ist nicht notwendig. Ob die eigenen Organe zur Transplantation geeignet sind, wird erst geprüft, nachdem der unumkehrbare Hirntod festgestellt wurde.

      Ab welchem Alter darf man einen Organspendeausweis wirksam ausfüllen?

      Laut Transplantationsgesetz darf man ab dem vollendeten 16. Lebensjahr seine Bereitschaft zur Organspende erklären. Bereits ab dem vollendeten 14. Lebensjahr darf man sich dagegen entscheiden – ohne Zustimmung eines Erziehungsberechtigten.

      Was gilt für Menschen mit geistiger Behinderung?

      Auch Menschen mit geistiger Behinderung können grundsätzlich Organspender werden. Ob das im Einzelfall möglich ist, hängt von der Einwilligungsfähigkeit ab. Sie ist gegeben, wenn ein Mensch mit Behinderung die Bedeutung einer Organspende für seine Person verstehen und für sich abwägen kann, ob er sich für eine Organspende entscheiden will.

    • Woher bekomme ich einen Organspendeausweis?

      Laden Sie sich den Organspendeausweis einfach hier als PDF herunter. Oder fordern Sie beispielsweise bei Ihrer AOK, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder der Deutschen Stiftung Organtransplantation einen Organspendeausweis an. Zudem ist er in vielen Apotheken, Krankenhäusern und Arztpraxen erhältlich.

      Link zum PDF-Dokument Organspendeausweis
      Muss man den Organspendeausweis ständig bei sich tragen?

      Nein. Allerdings riskiert man, dass er im Ernstfall nicht gefunden wird. Das bedeutet: Auch wenn man sich für eine Organspende entschieden hat, wird sie ohne schriftlichen Beweis nicht durchgeführt.

      Kann ich meine Entscheidung für oder gegen eine Organspende ändern?

      Ja. Nichts von dem, was Sie auf dem Organspendeausweis vermerken, wird an anderer Stelle erfasst. Wenn Sie Ihre Entscheidung ändern möchten, vernichten Sie den Ausweis einfach. Sie können auf einem neuen Organspendeausweis Ihre aktuelle Entscheidung festhalten.

      Wer entscheidet über eine Organspende, wenn ich meinen Willen zu Lebzeiten nicht dokumentiere?

      In diesem Fall werden die nächsten Angehörigen befragt. Dazu gehören Ehepartner, Lebenspartner in einer eingetragenen Partnerschaft, Eltern, Großeltern, volljährige Geschwister und volljährige Kinder. Treffen die Angehörigen keine Entscheidung, gilt das als Ablehnung der Organspende.

    Passende Informationen

    Ein junger Mann steht mit einer Frau an der Wand und blickt nachdenklich in die Ferne. Die AOK unterstützt Sie mit Informationen bei der Entscheidung für oder gegen die Organspende.

    Entscheidungshilfe Organspende

    Die Entscheidungshilfe Organspende deckt alle wichtigen Aspekte ab, bietet wissenschaftlich fundierte Informationen und

    Ein Mann im Gespräch mit seinem Arzt. Organspenden retten Leben. Versicherte sollten sich vorab gründlich informieren.

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    Mehr zum Ablauf einer Organspende können Sie hier nachlesen.

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    Wie bekomme ich den Organspendeausweis von meiner AOK?

    Die Zusatzleistungen der AOK zur Organspende unterscheiden sich regional. Mit der Postleitzahl Ihres Wohnorts können wir die für Sie zuständige AOK ermitteln und Ihnen die Leistungen Ihrer AOK zum Thema Organspendeausweis anzeigen.

    Aktualisiert: 30.05.2024

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