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Vorsorgeuntersuchungen für Babys und Kinder

Lassen Sie Ihr Kind regelmäßig untersuchen. Sie tragen so zu einer gesunden Entwicklung bei. Die AOK übernimmt die Kosten für Früherkennungsuntersuchungen, auch als U-Untersuchungen und J-Untersuchungen bekannt.

Warum sind U-Untersuchungen für Kinder wichtig?

Jedes Kind wächst und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Der Kinder- und Jugendarzt erkennt, ob sich alles in einem normalen Rahmen bewegt oder ob Auffälligkeiten vorliegen, die man genauer beobachten oder behandeln sollte. Denn für viele Entwicklungsstörungen gilt: Je früher sie erkannt werden, desto schneller kann der Arzt darauf reagieren. Deshalb haben Mediziner ein Vorsorgeprogramm entwickelt, das Ihr Kind von den ersten Minuten seines Lebens an begleitet. Das Programm besteht aus mindestens neun U-Untersuchungen bis zum Grundschulalter und einer Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) zu Beginn der Pubertät.

Es ist wichtig, dass Sie die Untersuchungen jeweils in den vorgesehenen Zeiträumen vornehmen lassen. Nur so kann der Arzt die Entwicklung Ihres Kindes richtig beurteilen.

Was wird bei den U-Untersuchungen gemacht?

Bei jeder U-Untersuchung überprüft der Arzt die körperliche Entwicklung Ihres Kindes: Er hört unter anderem Herz und Lunge ab, untersucht die Haut, schaut, ob das Kind sich altersentsprechend bewegen kann, und misst Gewicht und Größe. Darüber hinaus richtet er sein Augenmerk je nach Alter Ihres Kindes auf unterschiedliche Aspekte. Was er aber immer untersucht, sind

  • das Seh- und Hörvermögen,
  • die Sprachentwicklung,
  • grob- und feinmotorische Fähigkeiten,
  • geistige Fähigkeiten sowie
  • die soziale und emotionale Kompetenz

Der Arzt fragt Sie auch, ob Ihnen etwas bei Ihrem Kind aufgefallen ist, zum Beispiel Probleme beim Schlafen oder Essen. Außerdem spricht er je nach Entwicklungsphase weitere Themen wie Impfschutz, Ernährung, Mund- und Zahngesundheit oder Unfallverhütung an.

„Gelbes Heft“ gut aufbewahren

Das Kinder-Untersuchungsheft („Gelbes Heft“) erhalten Sie direkt nach der Geburt – von Ihrem Arzt, Ihrer Hebamme oder Ihrem Entbindungspfleger. Hier werden alle Untersuchungsergebnisse Ihres Kindes eingetragen. Bitte bewahren Sie es sorgfältig auf und nehmen Sie es zu jedem Untersuchungstermin beim Kinder- und Jugendarzt mit.

Vorsorgeuntersuchungen für Babys

Sofort nach der Geburt wird Ihr Kind zum ersten Mal untersucht. Im Laufe der kommenden zwölf Monate folgen fünf weitere U-Untersuchungen. Mit zunehmendem Alter vergrößern sich die Abstände zwischen den Terminen.

Direkt im Anschluss an die Geburt überprüft Ihr Arzt, Ihre Hebamme oder Ihr Entbindungspfleger, wie Ihr Kind die Geburt bewältigt hat und wie es sich in der neuen Umgebung zurechtfindet. Dazu kontrollieren sie unter anderem Atmung, Herzschlag, Muskelspannung und Reflexe. Es erhält gegebenenfalls Vitamin-K-Tropfen, um einer möglichen Blutgerinnungsstörung vorzubeugen.

Zwischen der 24. und 48. Lebensstunde wird der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen. Bei der sogenannten Pulsoxymetrie bestimmt der Arzt mithilfe eines Lichtsensors, wie viel Sauerstoff das Blut Ihres Kindes enthält. Ein zu geringer Sauerstoffgehalt kann auf einen schweren Herzfehler hinweisen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur einige Sekunden.

Die U2 findet meist noch in der Entbindungsklinik statt. Der Arzt prüft gründlich alle Organe, die Reflexe und das Nervensystem. Er informiert Sie zudem über das erweiterte Neugeborenen-Screening, das Neugeborenen-Hörscreening und das Screening auf Mukoviszidose.

  • Das erweiterte Neugeborenen-Screening hilft, angeborene Hormon- und Stoffwechselstörungen zu erkennen, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion. Dazu wird nur ein Tropfen Fersenblut benötigt.
  • Das Neugeborenen-Hörscreening dient dazu, eine Schwerhörigkeit frühzeitig zu erkennen. Diese Untersuchung ist auch in einer ambulanten Praxis möglich und sollte in den ersten Lebenstagen erfolgen.

Die U3 ist meist die erste Untersuchung, die beim Kinder- und Jugendarzt stattfindet. Der Arzt prüft unter anderem, ob Ihr Kind ausreichend an Gewicht zulegt, wie es wächst und wie gut sich Reflexe, Motorik und das Hör- und Sehvermögen entwickelt haben. Er achtet zum Beispiel darauf, ob Ihr Kind in Bauchlage den Kopf halten kann und ob es mit den Augen einem Gegenstand folgen kann. Mithilfe von Ultraschall untersucht er die Hüftgelenke, um mögliche Fehlstellungen zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.

Auf dem Programm der U4 stehen neben der gründlichen Untersuchung der Organe die Überprüfung des Wachstums, der Motorik und des Nervensystems. Auch das Hör- und Sehvermögen wird kontrolliert. So testet der Arzt unter anderem, ob Ihr Kind den Kopf in Richtung eines Geräusches dreht, ob es auf Ansprache reagiert und Ihr Lächeln erwidert. Zusätzlich informiert er Sie über die Rachitis- und Kariesprophylaxe.

Bei der U5 beobachtet der Arzt besonders intensiv, wie beweglich Ihr Kind ist und wie gut es seinen Körper beherrscht. Er testet zum Beispiel, ob es gezielt nach Gegenständen greifen kann. Neben einer gründlichen Untersuchung stehen auch wieder Hör- und Sehtests auf dem Programm. Mithilfe eines Augenspiegels kann der Arzt feststellen, ob Ihr Kind schielt.

Wenn Ihr Kind ungefähr ein Jahr alt ist, steht die U6 an. Der Arzt interessiert sich besonders für die motorische Entwicklung. Er testet, ob Ihr Kind frei sitzen kann, sich in den Stand hochzieht oder sogar schon alleine stehen kann. Außerdem prüft er die sprachliche und kognitive Entwicklung, zum Beispiel, ob es nach Aufforderung einen Würfel reichen kann. Daneben überprüft er wieder die allgemeinen Körperfunktionen.

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Im Alter zwischen zwei und fünf Jahren stehen vier U-Untersuchungen an. Der Arzt legt sein Augenmerk in dieser Phase unter anderem auf die Sprachfähigkeit Ihres Kindes und wie gut es seine Bewegungen kontrollieren kann. Mit dem Eintritt ins Jugendalter rückt neben der körperlichen und seelischen auch die schulische Entwicklung in den Vordergrund.

Im Alter von etwa zwei Jahren steht die geistige Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt. Kann es einfache Wörter und Sätze verstehen? Der Arzt interessiert sich auch dafür, wie sich das Kind beim Spielen, in der Familie oder gegenüber anderen Kindern verhält. Daneben gehören zur U7 Tests der Feinmotorik, der Körperbeherrschung und des Sehvermögens.

Wenn die U7a ansteht, geht Ihr Kind wahrscheinlich bald in den Kindergarten. In dieser wichtigen Lebensphase hilft die U7a dabei, mögliche Entwicklungsverzögerungen unter anderem bei Sprache, Motorik und Sozialverhalten zu erkennen. Der Arzt führt zudem Sehtests durch und achtet wie üblich auch auf den Zustand der Zähne und des Kiefers.

Der Arzt prüft die Entwicklung von Sprache, Motorik und Verhalten, um eventuelle Krankheiten und Fehlentwicklungen im Vorschulalter gezielt behandeln zu können. Er testet zum Beispiel, ob Ihr Kind einen Zeichenstift zwischen den ersten drei Fingern halten kann. Er interessiert sich auch dafür, wie gut es seine Emotionen kontrollieren und sich an Spielregeln halten kann. Zudem misst er den Blutdruck und führt Hör- und Sehtests durch.

Ihr Kind kommt nun bald in die Schule. Der Arzt testet unter anderem, wie gut es spricht, ob es etwa Ereignisse in einfachen, aber richtigen Sätzen wiedergeben kann. Er interessiert sich auch für die motorischen Fähigkeiten. Kann es zum Beispiel auf einem Bein hüpfen oder mit einer Kinderschere umgehen? Auch möchte er von Ihnen wissen, wie es sich zu anderen Kindern verhält, woran es Freude hat und wovor es sich möglicherweise ängstigt.

Die J1 ist ein wichtiger Gesundheits-Check zu Beginn einer sensiblen Lebensphase. Er dient unter anderem dazu, frühzeitig chronische Krankheiten und Allergien zu erkennen, aber auch Probleme in der seelischen Entwicklung. Der Arzt untersucht den gesamten Körper und kontrolliert Blut- und Urinwerte. Falls Ihr Kind eine bestimmte Untersuchung nicht möchte, kann es sie natürlich jederzeit ablehnen. 

Zur J1 gehört auch ein ausführliches Gespräch mit dem Jugendlichen, auf Wunsch auch ohne Eltern. Dabei geht es um Themen wie Drogen- und Medienkonsum, Essverhalten, aber auch um Sexualität und mögliche Probleme in der Schule oder in der Familie. Jungen erfahren, wie sie ihre Hoden abtasten, um verdächtige Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Ihr Kind kann den Termin mit Ihnen zusammen, aber auch alleine oder in Begleitung eines Freundes oder einer Freundin wahrnehmen. Wichtig: Damit der Arzt die Auffrischimpfungen durchführen kann, ist die Einwilligung der Eltern nötig.

Das zahlt die AOK

Die gesunde Entwicklung Ihres Kindes ist uns wichtig. Aus diesem Grund übernimmt die AOK die Kosten für

  • die ärztlichen Gesundheits-Checks U1 bis U9 in den ersten sechs Lebensjahren Ihres Kindes,
  • die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 und
  • drei zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen.

Mehrleistungen der AOK NORDWEST bei Vorsorgeuntersuchungen für Kinder

Als Gesundheitskasse fördert die AOK NORDWEST die Kindergesundheit intensiv. Nach der U9 Kindervorsorgeuntersuchung übernimmt die AOK NORDWEST zusätzlich noch die Kosten für folgende Vorsorgeuntersuchungen:

  • U10 – im Alter von 7 bis 8 Jahren Untersuchungen zur Erkennung von Entwicklungsstörungen wie Schulleistungsstörungen oder Störungen der motorischen Entwicklung.
  • U11 – im Alter von 9 bis 10 Jahren Ziel der Untersuchung ist die Bewegungs- und Sportförderung, das Erkennen von einem problematischen Umgang mit Suchtmitteln und die Unterstützung von gesundheitsbewussten Verhalten.
  • J2 – im Alter von 16 bis 17 Jahren Gesundheitscheck im Jugendalter u. a. zum Erkennen von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, Haltungsstörungen und Diabetes-Risiko.

Diese Untersuchungen gehören zu den besonderen Extras der AOK NORDWEST. Bitte fragen Sie Ihren Arzt vor der Untersuchung, ob er Ihre Versichertenkarte akzeptiert. Wenn nicht, melden Sie sich bitte in Ihrem AOK-Kundencenter.

Per Post bekommen Sie übrigens eine kleine Gedächtnisstütze, damit Sie rechtzeitig die Vorsorgetermine vereinbaren können. Jeder Brief informiert Sie außerdem über Wichtiges zum bevorstehenden Arztbesuch und zu der Entwicklungsphase Ihres Kindes. Gutschein für eine Überraschung inklusive!

Ist das Kind gut entwickelt und gesund?

Neugeborenen Screening: Das Screening hilft, schon bei Neugeborenen Erkrankungen wie angeborene Hormon- und Stoffwechselstörungen oder Mukoviszidose zu erkennen. Damit kann die Behandlung frühzeitig beginnen und Folgeschäden können vermieden werden. Dazu wird nur ein Tropfen Fersenblut benötigt, den der Krankenhausarzt entnimmt. Ebenso wird das Hörscreening, bei dem eine Schwerhörigkeit des Neugeborenen frühzeitig erkannt werden kann, meist schon im Krankenhaus durchgeführt. Diese Untersuchung kann auch in einer ambulanten Praxis durchgeführt werden und sollte in den ersten Lebenstagen erfolgen.

Ebenfalls erfolgt in den ersten Lebenstagen ein Screening auf angeborene Herzfehler. Bei der sogenannten Pulsoxymetrie wird mithilfe eines Lichtsensors bestimmt, wie viel Sauerstoff das Blut enthält. Zu wenig Sauerstoff im Blut kann auf einen Herzfehler hinwei¬sen. Für die Untersuchung ist keine Blutabnahme nötig. Sie ist schmerzfrei und dauert nur einige Sekunden. Das Pulsoxymetrie-Screening wird je nach Art der Entbindung im Krankenhaus, von Vertragsärzten als auch Hebammen durchgeführt.

U-Untersuchungen für den Nachwuchs: In den ersten sechs Lebensjahren Ihres Kindes übernimmt die AOK die Kosten für die ärztlichen Gesundheits-Checks U1 bis U9 und drei zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen (FU1 bis FU3). Im Teenager-Alter steht die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) an. Sie findet im Alter von 12 bis 14 Jahren statt und wird ebenfalls von der AOK übernommen.

Zahnvorsorge bei Kleinstkindern

Kinder mit gesunden Zähnen haben gut lachen. Je früher die gezielte Zahnpflege startet, desto besser. Die erste zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung bei Kleinkindern findet statt, wenn Ihr Kind 30 Monate alt ist. Die AOK NordWest übernimmt die Kosten für zwei zusätzliche Zahnvorsorgemaßnahmen bereits vor dem 30. Lebensmonat.

Weitere Leistungen der AOK

Die AOK übernimmt bei Kindern und Jugendlichen die Kosten für Vorsorge und Behandlung der Zähne.
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Die AOK übernimmt die Kosten für eine Teilentfernung der Gaumenmandeln (Tonsillotomie).
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Wenn die Belastung im Familienalltag die Gesundheit bedroht, kann eine Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur helfen.
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