Selbsthilfegruppe gründen: So unterstützt die AOK

In Selbsthilfegruppen können Betroffene ihre Sorgen teilen und gemeinsam Lösungen finden. Selbsthilfe ist nicht nur bei Depressionen oder Krebserkrankungen eine wichtige Ergänzung zur Therapie: Der Austausch von Wissen und Erfahrung unterstützt Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen und ihre Angehörigen dabei, den Alltag besser zu bewältigen. Deshalb fördert die AOK seit mehr als 30 Jahren die Selbsthilfe (Gruppen, Landes- und Bundesverbände sowie Kontaktstellen) finanziell und organisatorisch.
Betroffene sprechen miteinander. Sie profitieren vom Austausch in einer Selbsthilfegruppe.© iStock / AnnaStills

Inhalte im Überblick

    Wie die AOK Selbsthilfe fördert

    Die AOK stärkt seit mehr als 30 Jahren die Strukturen und Aktivitäten der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe, sowohl finanziell als auch infrastrukturell. Im Jahr 2026 stellen die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt 107,3 Millionen Euro für die Selbsthilfe bereit. Allein die AOK unterstützt – bei einem Versichertenanteil von knapp 37 Prozent aller Versicherten in Deutschland – die Selbsthilfe mit rund 39,5 Millionen Euro. Das bedeutet: Für jeden AOK-Versicherten fließen im Jahr 2026 1,44 Euro an Selbsthilfeorganisationen auf Bundes- und Landesebene sowie an Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen.

    Für die Förderung der Selbsthilfe gilt ein fester Verteilungsschlüssel:

    • 70 Prozent der Gesamtmittel (75,1 Mio. Euro) gehen in die kassenartenübergreifende Pauschalförderung, zu festgelegten Prozentsätzen verteilt auf Bundesebene sowie auf Landes- und Regionalebene.
    • 30 Prozent der Mittel (32,2 Mio. Euro) stehen für die krankenkassenindividuelle Projektförderung zur Verfügung. Diese können die Krankenkassen und ihre Verbände auf allen Ebenen einsetzen.

    Für die AOK bedeutet das im Jahr 2026:

    • Auf Bundesebene stellt das AOK-System bereit:
      • ca. 5,5 Mio. Euro für die Pauschalförderung
      • ca. 1,2 Mio. Euro für die Projektförderung.
    • Auf Landes- und Regionalebene stehen zusätzlich zur Verfügung:
      • 22,1 Mio. Euro für die Pauschalförderung
      • 10,7 Mio. Euro für die Projektförderung.

    Voraussetzungen für die Förderung von Selbsthilfegruppen

    Damit eine Selbsthilfegruppe Fördermittel erhalten kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

    • Mindestens sechs Mitglieder: Die Selbsthilfegruppe ist offen für neue Mitglieder und macht ihr Angebot öffentlich bekannt.
    • Selbsthilfeprinzip: Die Selbsthilfearbeit wird von Betroffenen für Betroffene erbracht.
    • Kontinuierliche Gruppenarbeit: Die Gruppe weist regelmäßige Treffen sowie eine feste Ansprechperson und Kontaktadresse nach. Ihr Wirkungskreis umfasst die Kommune, den Kreis oder die Region.
    • Thematische Ausrichtung: Die Gruppe beschäftigt sich mit der gemeinsamen Bewältigung bestimmter chronischer Erkrankungen, Krankheitsfolgen oder Behinderungen und unterstützt die Mitglieder dabei, ihre Lebensqualität zu verbessern.
    • Angebotsform: Die Gruppe ermöglicht gesundheitsbezogene Selbsthilfeaktivitäten, analog (z. B. Treffen vor Ort) und/oder digital.
    • Ehrenamtliche Leitung: Gruppenmitglieder und Gruppenleitung arbeiten ehrenamtlich. Eine professionelle Leitung, etwa durch Ärztinnen und Ärzte oder Fachkräfte der Gesundheits- und Sozialberufe, findet nicht statt. Die gelegentliche Hinzuziehung von Expertinnen und Experten ist möglich.
    • Neutralität und Unabhängigkeit: Die Selbsthilfegruppe arbeitet unabhängig von der Pharmaindustrie und anderen Wirtschaftsunternehmen.
    • Transparente Finanzen: Die finanzielle Situation der Gruppe ist jederzeit nachvollziehbar.
    • Kooperationsbereitschaft: Die Gruppe ist bereit, mit den Krankenkassen zusammenzuarbeiten.
    • Datenschutz: Die Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes beziehungsweise der Landesdatenschutzgesetze und der EU-Datenschutz-Grundverordnung werden eingehalten, insbesondere wenn digitale Anwendungen genutzt werden.

    Gefördert wird gesundheitsbezogene Selbsthilfe, die einen engen Bezug zu medizinischen Erfordernissen hat. Die Förderung erfolgt auf der Grundlage des § 20h SGB V in Verbindung mit den vom GKV-Spitzenverband herausgegebenen Fördergrundsätzen, dem Leitfaden zur Selbsthilfeförderung.

    Die verschiedenen Fördermöglichkeiten im Überblick

    Die Bereitstellung der Fördermittel für die Selbsthilfe ist unterteilt in kassenartenübergreifende Pauschalförderung und krankenkassenindividuelle Projektförderung.

    • Die pauschalen Mittel werden der Selbsthilfe zur Absicherung ihrer regelmäßig wiederkehrenden Aufwendungen und Maßnahmen (zum Beispiel Raummiete oder Jahrestagungen) zur Verfügung gestellt.
    • Die Projektförderung unterstützt besondere Vorhaben beziehungsweise Aktivitäten der Selbsthilfe, die zielorientiert ausgerichtet und zeitlich sowie inhaltlich klar begrenzt sind. In Abgrenzung zur kassenartenübergreifenden Pauschalförderung zeichnet sich die krankenkassenindividuelle Projektförderung dadurch aus, dass sie solche Aktivitäten fördert, die über routinemäßige Aufgaben hinausgehen. Gerne können Sie sich mit uns in Verbindung setzen um zu klären, ob ein angedachtes Projekt förderfähig ist.

    Selbsthilfeförderung beantragen

    Bitte erkundigen Sie sich frühzeitig bei Ihrer AOK nach den Fristen für die Antragsabgabe. Zuständig für Förderanträge von Selbsthilfeorganisationen auf Bundesebene ist der AOK-Bundesverband. Hier ist die Antragsfrist jeweils der 31.12. des Vorjahres. Selbsthilfe-Landesverbände wenden sich an die Ansprechpartner der AOK-Landesverbände, regionale Gruppen an die AOK vor Ort.

    Sie brauchen Hilfe?

    Wenn Sie auf der Suche nach Selbsthilfegruppen sind, dann finden Sie bei den Selbsthilfe-Netzwerken der Länder das bestmögliche Angebot:

    Selbsthilfegruppen in NRW 

    Selbsthilfe-Kontaktstellen in Schleswig-Holstein

    Wie unterstützt die AOK NordWest die Selbsthilfe?

    Im Jahr 2025 stellt die AOK NordWest der Selbsthilfe insgesamt 4.036.535,76 € zur Verfügung. Sie interessieren sich für die Arbeit der Selbsthilfe oder suchen eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe? Hier finden Sie Ihre Ansprechpartner/-innen vor Ort:

    • Für Interessierte

      Im Folgenden stellen wir Ihnen die Ansprechpartner/-innen auf Landesebene bei der AOK NordWest vor:

      in Schleswig-Holstein
      Claudia Krüger
      Telefon: 0800 2655-505020

      in Westfalen-Lippe
      Stefan Krumhus
      Telefon: 0800 2655-501107

    • Für regionale Selbsthilfegruppen

      Die regionalen Ansprechpartner/-innen für die Selbsthilfeförderung bei der AOK NordWest sind:

      Serviceregion Schleswig-Holstein Süd
      Annegret Finnern
      Telefon: 0800 2655-504936

      Serviceregion Schleswig-Holstein Nord
      Saskia Baade
      Telefon: 0800 2655-510504

      Serviceregion Ruhrgebiet
      Martina Ries
      Telefon: 0800 2655-506739

      Serviceregion Münsterland
      Dr. phil. Katharina Petereit
      Telefon: 0800 2655-510391

      Serviceregion Ostwestfalen-Lippe
      Ludger Düchting
      Telefon: 0800 2655-502549

      Serviceregion Südwestfalen
      Sven Dietrich
      Telefon: 0800 2655-503811

      Oder Sie fragen direkt im Kundencenter nach.

    Hier finden Sie die Ansprechpartner/-innen für die gemeinschaftliche regionale und landesweite Selbsthilfeförderung der Krankenkassen/-verbände in NRW und Schleswig-Holstein.

    Antragsformulare

    Sie wollen Fördermittel der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe nach § 20h SGB V beantragen? Hier finden Sie die Antragsunterlagen für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und die krankenkassenindividuelle Projektförderung sowie weitere Informationen rund um die Antragstellung.

    Transparenzberichte

    Entscheidungen nachvollziehbar machen, Qualität sichern – das sind wichtige Anliegen der AOK NordWest. Jedes Jahr werden die an die Selbsthilfe gezahlten Fördermittel veröffentlicht.

    Aktuelle Nachrichten zu Selbsthilfethemen

    Auf unserem Newsportal „inKONTAKT – Nachrichten aus der Selbsthilfe“ erhalten Sie regelmäßig aktuelle Informationen zu gesundheitspolitischen Themen. Sie möchten Infos zu aktuellen Themen rund um die Selbsthilfe? Dann melden Sie sich für den Newsletter an – so verpassen Sie nichts mehr, zum Beispiel zu Veranstaltungen in Westfalen-Lippe und in Schleswig-Holstein.

    Die Selbsthilfeakademie

    Um die Kompetenz von Selbsthilfe-Aktiven zu steigern, gibt es die exklusiv von der AOK NordWest geförderte Selbsthilfeakademie. Hier lernen die Teilnehmer/-innen, selbstbewusst mit ihrer Krankheit umzugehen und diese zu akzeptieren. Die Akademie bietet Workshops für Angehörige sowie Kommunikations- Trainings und Schulungen für Gruppenleiter/-innen – außerdem Kurse zum Thema Öffentlichkeitsarbeit. Die Selbsthifeakademie ermöglicht den Teilnehmenden, mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen in Kontakt zu treten.

    Leitfaden zur Selbsthilfeförderung

    Der Leitfaden zur Selbsthilfeförderung erklärt, was alles zur Selbsthilfe gehört und unter welchen Voraussetzungen eine Förderung beantragt werden kann.

    Aktualisiert: 09.01.2026

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