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Gemeinsame Aufklärungsaktion - Europas größtes begehbares DARMMODELL in Hagenow und Parchim

„Darmkrebs ist die zweithäufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Es gibt jährlich ca. 62.000 Erkrankungsfälle bei uns, von denen etwa 50.000 allein durch Darmspiegelungen vermeidbar wären. Darüber wollen wir die Bevölkerung mit unserer gemeinsamen Aktion aufklären und so zu ihrem Schutz und ihrer Gesundheit beitragen“, so Prof. Dr. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern.

Gemeinsame Presseinformation

Ärztekammer MV
AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Institut für Anatomie der Universitätsmedizin Rostock
Landkreis Ludwigslust-Parchim

Früher zur Früherkennung – Darmkrebsvorsorge rettet Leben

Hagenow/Parchim, 7. September 2018. Darmkrebs und die Möglichkeiten der Vorsorge sind für viele Menschen immer noch ein Tabuthema. Mit diesem Image wollen die Ärztekammer MV, die AOK Nordost, das Institut für Anatomie der Universitätsmedizin Rostock am Freitag, den 7. September von 10 bis 17 Uhr auf dem Gelände des Helene-von-Bülow-Klinikums in Hagenow sowie am Samstag, den 8. September im Rahmen des diesjährigen Gesundheitsmarktes beim Landratsamt Parchim (Putlitzer Straße 25, 19370 Parchim) aufräumen. An beiden Tagen informieren medizinische Experten am Beispiel eines riesigen, begehbaren Darmmodells der Felix-Burda-Stiftung alle Interessierten über den Aufbau des Hochleistungsorgans, Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs und über die unbegründeten Sorgen vor einer Darmspiegelung. Die Aufklärungsaktionen im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind nach der Auftaktveranstaltung in Neubrandenburg die weiteren Stationen der gemeinsamen Informationstour der Partner durch mehrere Städte des Landes.

Auch Gesundheitsminister Harry Glawe unterstützt die Initiative als Schirmherr: „Neben einem gesundheitsbewussten Lebensstil sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtige Elemente, um eine mögliche Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen und dann entsprechend zu behandeln. Das gilt auch beim Thema Darm-krebs. Die Aktion `Gesundheit geht durch den Darm´ mit dem begehbaren Darmmodell der Felix-Burda-Stiftung vermittelt auf anschauliche Art fundiertes Wissen. Zugleich kann die außergewöhnliche Präsentation dazu beitragen, sich dem Thema unbefangen zu nähern, um Unsicherheiten und Ängste abzubauen.“

Darmkrebs kann durch konsequente Vorsorge weit besser verhütet werden als andere Krebsarten. Wird er in einem frühen Stadium erkannt, sind die Heilungsaussichten hoch. Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) sind Krebsvorstufen gut zu entdecken und können noch während der Untersuchung entfernt werden. Insgesamt lassen sich etwa 90 Prozent der Darmerkrankungen durch eine einmalige Darmspiegelung so früh erkennen, dass man sie heilen kann.

„Darmkrebs ist die zweithäufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Es gibt jährlich ca. 62.000 Erkrankungsfälle bei uns, von denen etwa 50.000 allein durch Darmspiegelungen vermeidbar wären. Darüber wollen wir die Bevölkerung mit unserer gemeinsamen Aktion aufklären und so zu ihrem Schutz und ihrer Gesundheit beitragen“, so Prof. Dr. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern.

Dipl.-Med. Matuszewski, Vorsitzender des Präventionsausschusses der Ärztekammer, pflichtet ihm bei: „Bei der Prävention von Darmkrebserkrankungen kann man durch Vorsorgeuntersuchungen ohne gesundheitliche Risiken viel erreichen. Wird der Tumor früh erkannt, sind die Chancen auf Heilung hervorragend. Daher sollte jeder Mensch spätestens ab dem Alter von 45 zur Darmkrebsvorsorge gehen.“

AOK Nordost hat Vorsorgealter auf 40 Jahre gesenkt

Vor einem Jahr hat die Gesundheitskasse ihr Angebot für Versicherte über die gesetzlichen Vorgaben hinaus erweitert und das Alter für die Inanspruchnahme einer präventiven Darmspiegelung (Koloskopie) für Männer auf 40 Jahre und für Frauen auf 45 Jahre gesenkt. Bisher liegt das gesetzliche Vorsorgealter bei 55 Jahren. Studien belegen allerdings, dass Darmkrebs bereits ab einem deutlich jüngeren Alter auch in Bevölkerungsgruppen immer häufiger auftritt, die nicht familiär belastet sind.

„Wir wollen noch mehr für die Darmkrebsvorsorge sensibilisieren und für die guten Vorsorgemöglichkeiten bei diesem Krankheitsbild werben. Das erweiterte Beratungs- und Versorgungsangebot ist deshalb nicht nur für Menschen mit familiärer Vorbelastung sinnvoll. Es sollte von jedem Einzelnen möglichst früh in Anspruch genommen werden, denn Darmkrebsvorsorge kann Leben retten“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost.

Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig wirbt: „Tut was, Jungs! Geht zur Vorsorge.“

Seit einem Jahr wirbt zudem die Aufklärungskampagne der AOK Nordost unter dem Motto #hosenrunter auf humorvolle Weise für Männergesundheit, um die Darmkrebsvorsorge im Nordosten noch bekannter zu machen. Denn das vermeintlich starke Geschlecht erkrankt einerseits häufiger und früher als Frauen an Darmkrebs, nimmt andererseits die Vorsorgeangebote nur zögerlich an. Für diesen Aufklärungsansatz und das verbesserte Darmkrebsvorsorge-Angebot hat die Krankenkasse im Frühsommer gleich zwei Preise erhalten: Im Mai wurde sie mit dem diesjährigen Felix Burda Award in der Kategorie „Engagement des Jahres“ ausgezeichnet, im Juni folgte der Preis des Fachmediendienstes „Dienst für Gesellschaftspolitik“. Prominenter AOK-Gesundheitsbotschafter für das Thema und auch Gesprächspartner in Hagenow und Parchim ist Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig: „Ich will dabei helfen, dass insbesondere die männlichen Gesundheitsmuffel die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen besser wahrnehmen. Das tun zurzeit noch viel zu wenige. Man(n) fühlt sich stark und unverwundbar oder hat vielleicht auch Angst vor der Untersuchung. Das ist natürlich Quatsch, ich spreche da aus leidvoller Erfahrung. Daher meine Botschaft: Tut was, Jungs! Geht zur Vorsorge.“

Abschlussveranstaltung der Darmkrebs-Aufklärungstour in MV 2018

- 19. September in der Hansestadt Demmin

Hintergrund: Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen

Darmkrebs ist bundesweit die Krebsart mit einer der höchsten Neuerkrankungszahlen und die dritthäufigste Krebstodesursache: Jährlich erkranken in Deutschland durchschnittlich 63.000 Menschen an Darmkrebs, 26.000 sterben daran (Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts). Unter 40 Jahren ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, noch gering. Es nimmt aber mit steigendem Alter zu. Das durchschnittliche Alter der Erkrankten beträgt 76 Jahre, fast 4.500 AOK-versicherte Patienten in MV werden jedes Jahr mit der Diagnose Darmkrebs behandelt.

Darmkrebs tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Trotz des Vorsorgeangebotes der gesetzlichen Krankenkassen lässt die Beteiligung der Anspruchsberechtigten auch nach der allgemeinen gesetzlichen Regelung ab dem 55. Lebensjahr zu wünschen übrig. Bei der AOK Nordost geht nur jeder Zehnte anspruchsberechtigte Versicherte zur präventiven Darmspiegelung – Männer mit 12,8 Prozent geringfügig häufiger als Frauen.

Generell gilt jedoch, dass Frauen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen häufiger wahrnehmen als Männer.

Im Jahr 2017 wurde der Gesundheits-Check-up, der schon ab einem Alter von 35 Jahren regelmäßig möglich ist, von den Versicherten der AOK Nordost am häufigsten in Anspruch genommen. Danach ließ sich die Hälfte der Erwachsenen beim Hausarzt durchchecken (davon 53 Prozent Frauen, 46 Prozent Männer).

Beim Hautkrebs-Screening verändern sich die Zahlen bereits. Diese Vorsorgeuntersuchung nahm im Jahr 2017 nur jeder Vierte der anspruchsberechtigten AOK-versicherten Frauen und Männer in Anspruch (davon 24 Prozent Frauen, 22 Prozent Männer).

Die Früherkennung auf Prostata- und Hodenkrebs, die ab einem Alter von 45 Jahren jährlich durchgeführt werden kann, nimmt nur knapp jeder vierte Mann in Anspruch.

Die präventive Koloskopie nimmt nur jeder zehnte bei der AOK Nordost Anspruchsberechtigte wahr. Hier liegen bei der Inanspruchnahme die Männer mit 12,3 Prozent geringfügig über dem Wert der Frauen.

Anhang

Weitere Informationen unter www.jetzt-hosenrunter.de

Doppelt ausgezeichnet für die Kampagnenkommunikation #hosenrunter und der exklusiven Darmkrebsfrüherkennung ab 40 Jahren: https://www.aok.de/pk/nordost/inhalt/hosenrunter/

„Männer sind Vorsorge-Muffel“ Ex-Fußballer Jimmy Hartwig im Interview

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher
Telefon: 0800 265 080 - 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de