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Verrückt ist in Ordnung

Psychische Krisen und Erkrankungen beginnen oft im Jugendalter. Häufig vergehen Jahre, bis sich Betroffene Hilfe suchen. Die größte Hürde für sie ist die Angst, stigmatisiert zu werden. Das Präventionsangebot „Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule“ kann wertvolle Unterstützung bieten. Es richtet sich an Jugendliche ab Klasse 8 sowie deren Lehrkräfte. Seit September ist die AOK Hessen dabei.

Früher Hilfe annehmen

Gerade im Kinder- und Jugendalter werden psychische Krisen und Erkrankungen zu spät erkannt oder verschwiegen. Das Präventionsangebot „Verrückt? Na und!“ unterstützt Jugendliche und Lehrkräfte. Die AOK Hessen fördert das Programm seit September.

Unter psychische Erkrankungen leiden nicht nur die Erkrankten, auch das familiäre und soziale Umfeld ist häufig überfordert. Maßgeschneiderte und evaluierte Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene zur Prävention und Entstigmatisierung psychischer Gesundheitsprobleme und zur Förderung des psychischen Wohlbefindens fehlen weitgehend.

Frühe psychische Probleme, insbesondere Depressionen und Angststörungen und fehlende professionelle Hilfe, sind für die körperliche und soziale Entwicklung von Heranwachsenden schwerwiegende – nicht selten lebenslange - Erkrankungen. Das belastet die sozialen Beziehungen, den Bildungs- und Berufserfolg sowie die Gesundheit und Lebensqualität.

Die Auswirkungen der Covid 19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat den Bedarf an Prävention nochmals verstärkt. Irrsinnig Menschlich e. V., eine international tätige Non-Profit-Organisation im Bereich der psychischen Gesundheit und Träger der freien Jugendhilfe, will das ändern. Das Programm „Verrückt? Na und!“, das seinen Namen von Schülerinnen und Schülern erhalten hat, ist ein Baustein davon.

Auf Jugendliche angepasst

In Workshops für Schulklassen werden psychische Krisen offen zur Sprache gebracht und Jugendliche und deren Lehrkräfte zum Austausch über die großen und kleinen Fragen zur psychischen Gesundheit eingeladen. So können sie lernen und ein Bewusstsein und ein Gefühl dafür bekommen, mit diesen oft tabuisierten Themen umzugehen.

Warnsignale werden erklärt, jugendtypische Bewältigungsstrategien diskutiert und lokale Hilfsangebote vorgestellt. Das Besondere: Der Workshop wird von einem Tandem aus fachlichen Expertinnen und Experten und Betroffene durchgeführt. Das Ziel ist stets eine frühzeitige Verhaltens - und Verhältnisprävention – am besten zusammen mit weiteren Akteuren und sektorenübergreifend. Nicht mehr verstecken, sondern Hilfe annehmen.

Seit September ist die AOK Hessen als einzige Krankenkasse dabei und pilotiert das Programm zunächst bis Ende Januar 2022. In diesem Zeitraum werden 15 bis 30 Schulen das Angebot durchführen. Das ist aktuell natürlich auch abhängig davon, wie sich die Pandemielage entwickelt.

Die staatlichen Schulämter, sowie Gesundheitsämter sind ebenfalls involviert. Damit möglichst viele Schulen das Programm kennenlernen, beteiligt sich die Gesundheitskasse auch am Aufbau einer Landeskoordination in Hessen.

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