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Pflege und Beruf vereinbaren

Pflegende Angehörige, die berufstätig sind, müssen zeitlich flexibel sein. Mitunter ist auch finanzielle Unterstützung gefragt, um Ausfälle auszugleichen. Entlastung versprechen zwei Gesetze: Das Familienpflegezeitgesetz und das Pflegezeitgesetz. Alle rechtlichen Ansprüche, die Sie haben, finden Sie hier.

Zehn Tage freigestellt für den Notfall

Wird ein Familienmitglied plötzlich zum Pflegefall, können Sie sich einmalig bis zu zehn Tage unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen, um die Pflege zu organisieren oder selbst durchzuführen.

  • Voraussetzung: Dieses Recht hat jeder Arbeitnehmer, unabhängig von der Größe des Betriebes.
  • Finanziell abgesichert: Sie können bei der Pflegekasse des pflegebedürftigen Angehörigen sogenanntes Pflegeunterstützungsgeld beantragen, um die zehn Tage finanziell abzusichern.
  • Liegt aufgrund der Corona-Pandemie eine akute Pflegesituation vor, kann die Freistellung derzeit sogar bis zu 20 Arbeitstage betragen. Das ist etwa der Fall, wenn Tagespflegeeinrichtungen pandemiebedingt schließen oder wenn ambulante Pflegedienste ihre Arbeit nicht mehr im gewohnten Umfang leisten. Der Arbeitgeber ist spätestens zehn Tage vor Beginn der Pflegezeit schriftlich zu informieren. Diese Sonderregelung gilt vorerst bis zum 30. September 2020.

Pflegeunterstützungsgeld

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung der Pflegeversicherung für entgangenes Arbeitsentgelt während einer kurzzeitigen Pflegezeit von bis zu zehn Tagen. Es steht allen Beschäftigten zu, die kurzfristig die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren oder sie selbst sicherstellen müssen.

Auf diese Weise können Arbeitnehmer akuten Pflegesituationen im Kreise naher Angehöriger nachgehen, Maßnahmen organisieren und müssen dabei nicht gänzlich auf Einnahmen verzichten. Angehörige erhalten diese Entgeltersatzleistung von der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person.

Im Falle einer pandemiebedingten Pflegezeit des Beschäftigten leistet die Pflegekasse das Pflegeunterstützungsgeld derzeit für bis zu 20 Arbeitstage. Diese Sonderregelung gilt vorerst bis zum 30. September 2020.

Familienpflegezeit und Pflegezeit flexibler nutzen

Wer als Arbeitnehmer einen Angehörigen pflegt, kann die Familienpflegezeit und die Pflegezeit in Abstimmung mit seinem Arbeitgeber flexibler handhaben.

Für die Auszeiten gelten die gesetzlichen Vorgaben: Die Pflegezeit sollte höchstens sechs Monate und die Familienpflegezeit höchstens 24 Monate betragen. Wer noch Restzeiten hat, kann diese nun jedoch kurzfristiger nehmen.

Diese Regelung gilt vorerst bis zum 30. September 2020.

Pflegezeitgesetz: Bis zu sechs Monate zu Hause pflegen

Sie können bis zu sechs Monate unbezahlt ganz oder teilweise aus dem Job aussteigen, um einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen zu Hause zu pflegen. Zu nahen Angehörigen zählen neben Ehe- und Lebenspartnern, Eltern, Großeltern und natürlich Kindern auch Stiefeltern sowie Schwägerinnen und Schwäger.

  • Voraussetzung: Sie arbeiten bei einem Arbeitgeber mit mehr als 15 Beschäftigten.
  • Finanziell abgesichert: Sie können ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragen, welches in Raten ausgezahlt wird.

Familienpflegezeitgesetz: Bis zu 24 Monate Pflegezeit bei reduzierter Arbeitszeit

Wenn Ihr Angehöriger länger pflegebedürftig ist, können Sie bis zu 24 Monate lang Ihre wöchentliche Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren.

  • Voraussetzung: Sie arbeiten bei einem Arbeitgeber mit mehr als 25 Beschäftigten.
  • Finanziell abgesichert: Sie können ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragen, welches in Raten ausgezahlt wird.

Begleitung in der letzten Lebensphase

Pflegen Sie einen nahestehenden Menschen in seiner letzten Lebensphase, haben Sie Anspruch darauf, sich bis zu drei Monaten vollständig oder teilweise von der Arbeit freistellen zu lassen. So können Sie für Ihren Angehörigen auf seinem letzten Weg da sein, selbst wenn er nicht zu Hause gepflegt wird, sondern im Krankenhaus oder in einem Hospiz.

  • Voraussetzung: Sie arbeiten bei einem Arbeitgeber mit mehr als 15 Beschäftigten.
  • Finanziell abgesichert: Sie können ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragen, welches in Raten ausgezahlt wird.

Flexibilität bei der Pflege

Pflegezeit, Familienpflegezeit und die Begleitung in der letzten Lebensphase können je nach persönlicher Situation kombiniert werden. Insgesamt dürfen Auszeit und Reduzierung der Arbeitsstunden aber nicht länger als zwei Jahre dauern.

Kündigungsschutz während der Pflege

Während der Pflege- und Familienpflegezeit sind Sie vor einer Kündigung geschützt. Der Kündigungsschutz besteht zwölf Wochen vor dem angekündigten Beginn bis zum Ende der Pflege- beziehungsweise Familienpflegezeit.

Sozial abgesichert in der Pflegezeit

Auch wenn Sie während der Pflegezeit keine Beiträge in die Renten-, Arbeitslosen- oder Kranken- und Pflegeversicherung einzahlen, bleibt Ihr Versicherungsschutz unter bestimmten Voraussetzungen erhalten.

Soziale Absicherung für private Pflegepersonen

AOK-Beratung zur Pflegezeit

Sie möchten sich über die Möglichkeiten des Pflegezeitgesetzes und des Familienpflegezeitgesetzes informieren? Unsere Mitarbeiter stehen Ihnen für individuelle Fragen zur Verfügung.

Weitere Infos

Alle Informationen zum Thema finden Sie beim Bundesfamilienministerium. Hier gibt es auch ein Servicetelefon rund um das Thema Pflege.

Flexiblere Familienpflegezeit in der Corona-Krise

Aufgrund der Corona-Pandemie können Arbeitnehmer jetzt flexibler in die Pflegezeit und Familienpflegezeit gehen. So ist die schriftliche Ankündigungsfrist der Familienpflegezeit gegenüber dem Arbeitgeber vorläufig von acht Wochen auf nur noch 10 Tage reduziert worden.

Die Pflicht, die Familienpflegezeit unmittelbar an die Pflegezeit anzuschließen, entfällt zudem sogar komplett.

Diese Sonderregelung gilt voerst bis zum 30. September 2020.

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