Allergie gegen Schimmelpilze

Schimmelpilzsporen verbreiten sich vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit und lösen bei Allergikern zum Teil starke Beschwerden aus. Das können Sie tun, um die Anzahl der Sporen zu reduzieren.

Ein Mann öffnet die Fenster seiner Wohnung. Regelmäßiges Lüften hilft bei Schimmelpilzallergien. © AOK

Inhalte im Überblick

    Symptome einer Schimmelpilzallergie

    Umgangssprachlich reden viele Menschen von einer Schimmelallergie, aber eigentlich ist damit die Allergie gegen die Pilzsporen gemeint. Diese können Allergien oder allergische Reaktionen auslösen, wenn sie in die Atemwege gelangen. Die Symptome sind vielfältig und reichen von heuschnupfenartigen Symptomen über Atemnot bis hin zu Nesselsucht oder Migräne.

    Hohe Luftfeuchte fördert Schimmelpilz

    Eine hohe Luftkonzentration an Pilzsporen besteht vor allem in Monaten mit feuchtem Klima und häufigem Wetterwechsel. Schimmelpilze sind überall vorhanden, sowohl in Innenräumen als auch in der Natur. Sie wachsen überall dort, wo es feucht und warm ist. In Wohnräumen kommen sie zum Beispiel auf Tapeten, Fensterrahmen, Fliesenfugen und Holzverschalungen vor. Auch Topfpflanzen, Teppiche, Polstermöbel, Matratzen und Textilien sowie Klimaanlagen und Luftbefeuchter können von Schimmel, der Allergien auslösen kann, befallen sein. Selbst in Lebensmitteln sind Schimmelpilzsporen enthalten. In Innenräumen steigt die Schimmelpilzkonzentration mit der Luftfeuchtigkeit an. Eine hohe Luftfeuchtigkeit entsteht beispielsweise, wenn wenig und falsch gelüftet wird, die Luft hinter Schränken nicht zirkulieren kann und sich dadurch Kondenswasser an der Wand bildet oder bauliche Mängel vorliegen.

    Schimmelpilzallergie bei zu guter Isolierung

    Allergie-auslösender Schimmel im Wohnbereich kann sich auch in Folge einer zu starken Lärm- und Temperaturisolierung bilden. Die zu strenge Isolierung kann dazu führen, dass die Räume nicht genügend belüftet sind. Ein Luftaustausch ist dann nicht mehr möglich, und die Feuchtigkeit gelangt nicht nach draußen. Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Sinkt die Luftfeuchte unter 35 Prozent, wird die Luft zu trocken und es kann zu Schleimhautreizungen kommen. Steigt die Luftfeuchtigkeit auf über 70 Prozent an, herrschen ideale Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze.

    Tipps gegen Schimmelpilze

    • Richtig lüften

      Lüften Sie regelmäßig mit weit geöffneten Fenstern – am besten drei- bis fünfmal täglich eine Viertelstunde. Lassen Sie die Fenster im Winter nicht über längere Zeit in Kippstellung.

    • Vorsicht bei Biotonne und Kompost

      Achten Sie bei der Gartenarbeit darauf, dass Sie nicht mit abgestorbenen Pflanzenteilen und Kompost in Berührung kommen. Tragen Sie vor allem im Sommer vorsichtshalber einen Mundschutz, wenn Sie die Biotonne öffnen. Hier tummeln sich unzählige Schimmelpilze. Lassen Sie keine Küchenabfälle liegen. Leeren Sie Ihren Abfalleimer täglich und reinigen Sie ihn öfter.

    • Zimmerpflanzen

      Gießen Sie Ihre Zimmerpflanzen nicht zu oft, da Sie sonst mit erhöhtem Schimmelpilzbefall der Blumenerde rechnen müssen. Schimmelige Blumenerde sollte ersetzt werden.

    • Nasse Kleider

      Lassen Sie feuchte Schuhe und Kleidung – egal ob aus Stoff oder Leder – erst trocknen, bevor Sie sie im Schrank verstauen.

    • Klimageräte warten

      Lassen Sie Klima- und Lüftungsanlagen regelmäßig warten.

    • Beim Kochen und im Bad lüften

      Lüften Sie während und nach dem Kochen. Sinnvoll sind Dunstabzugshauben mit Außenanschluss. Lüften Sie Ihr Badezimmer nach dem Duschen oder Baden und entfernen Sie Spritzwasser. Verwenden Sie in Nassräumen wie Bad und Toilette möglichst keine Holzverschalungen und zellulosehaltigen Wandtapezierungen, hinter denen sich Allergie-auslösender Schimmel ausbreiten kann.

    • Keine Luftbefeuchter

      Verzichten Sie auf Luftbefeuchter – sie begünstigen einen Schimmelpilzbefall.

    • Kondenswasser vorbeugen

      Die Oberflächentemperatur der Wände sollte maximal nur 4 Grad Celsius unter der Raumtemperatur liegen. So lässt sich die Bildung von Kondenswasser vermeiden.

    • Bei Baumängeln nicht warten

      Lassen Sie Baumängel (defekte Rohrleitungen, Mauerrisse, Außenputzschäden, Undichtigkeiten von Dächern und Flachdächern) sofort beheben, bevor sich der Schimmel an den Wänden ausgebreitet hat.

    • Abstand zur Wand

      Rücken Sie Einrichtungsgegenstände nicht direkt an die Wände. Es sollte ein Abstand von etwa fünf Zentimetern für die Luftzirkulation vorhanden sein.

    • Alle Räume heizen

      Beheizen Sie in der kalten und feuchten Jahreszeit auch wenig genutzte Räume auf niedriger Stufe.

    • Schimmel an Lebensmitteln

      Lagern Sie verderbliches Obst und Gemüse im Kühlschrank. Werfen Sie Lebensmittel beim geringsten Verdacht auf Schimmelpilzbefall weg. Es genügt nicht, sichtbare Schimmelstellen wegzuschneiden.

    Aktualisiert: 23.06.2021

    Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

    Kontakt zu Ihrer AOK

    Kontakt zu Ihrer AOK

    Weitere Rufnummern anzeigen

    Online Kontakt aufnehmen

    Zum Kontaktformular

    Onlineportal „Meine AOK“

    Zum Onlineportal