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Befreiung von Zuzahlungen

Kinder und Jugendliche sind von fast allen Zuzahlungen befreit. Alle anderen zahlen höchstens zwei Prozent ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, abzüglich der Freibeträge für Kinder und Ehe- oder Lebenspartner. Wird dieser Betrag überschritten, ist eine Befreiung von Zuzahlungen für das laufende Kalenderjahr möglich.

Zuzahlungen für medizinische Leistungen

Medikamente, Krankengymnastik oder Krankenhausbehandlung: Für viele Leistungen sieht der Gesetzgeber Zuzahlungen der Patienten vor. Damit dabei niemand finanziell überfordert wird, gibt es eine Belastungsgrenze. Sobald sie erreicht ist, können Sie für den Rest des Kalenderjahres von weiteren Zuzahlungen befreit werden. Wer keine Quittungen sammeln möchte, kann gegen Vorauszahlung seiner Zuzahlungen in Höhe der persönlichen Belastungsgrenze bereits zum Jahresanfang von den Zuzahlungen befreit werden.

Allgemeine Regelungen für Zuzahlungen

  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind, mit Ausnahme von Fahrkosten, von allen Zuzahlungen befreit.
  • Schwangere sind für bestimmte Leistungen von Zuzahlungen befreit.
  • Erwachsene zahlen maximal zwei Prozent ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen zu.
  • Für Patienten mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen liegt die Belastungsgrenze bei einem Prozent.

Berechnung der Belastungsgrenze

Die Belastungsgrenze wird durch die Höhe der jährlichen Bruttoeinnahmen (z. B. Gehalt, Rente etc.) der Familie festgelegt: Die Zuzahlungen des Versicherten und seiner Angehörigen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, werden zusammengezählt. Für Kinder, Ehe- und Lebenspartner werden Freibeträge berücksichtigt.  

Bei der Ermittlung der Belastungsgrenze werden für Angehörige Familienabschläge vom Haushaltseinkommen abgezogen. Für 2016 gelten dabei folgende Werte:

  • 5.229 Euro für den ersten Angehörigen
  • 7.248 Euro für jedes zu berücksichtigende Kind

Um diese Beträge reduzieren sich die jährlichen Bruttoeinnahmen bei der Feststellung der Belastungsgrenze.  

Für Personen, die Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherungsleistung, Arbeitslosengeld II erhalten, oder bei denen die Kosten in einem Heim vom Sozialhilfeträger übernommen werden, liegt der maximale jährliche Zuzahlungsbetrag in diesem Jahr (2016):

  • bei zwei Prozent Belastungsgrenze: 96,96 Euro
  • bei einem Prozent Belastungsgrenze: 48,48 Euro

Antrag stellen: Von Zuzahlungen befreien lassen

Wer seine Belastungsgrenze erreicht hat, kann bei seiner AOK die Befreiung von weiteren gesetzlichen Zuzahlungen beantragen. Bitte fügen Sie Ihrem Antrag folgende Unterlagen bei:

  • Alle Quittungen über geleistete gesetzliche Zuzahlungen. Darauf müssen Ihre persönlichen Daten vermerkt sein. Bei Rechnungen, zum Beispiel für Krankenhauszuzahlungen, ist zusätzlich ein Zahlungsnachweis (Kontoauszug) notwendig. Unser Tipp: Sammeln Sie ab Jahresbeginn alle Quittungen über die geleisteten Zuzahlungen.
  • Kopien aller Nachweise über Ihre Einnahmen. Dazu zählen:

    • Gehaltsbescheinigung, inklusive Sonderzuwendungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld oder
    • aktueller Rentenbescheid oder
    • Bescheid über Grundsicherungsleistungen oder Arbeitslosengeld II

  • Chronisch Kranke legen zusätzlich die Bescheinigung des Arztes bei, dass eine schwerwiegende chronische Erkrankung vorliegt. Das dafür notwendige Formular erhalten Sie von Ihrem Arzt.

Die Befreiung gilt für den Rest des Kalenderjahres. Auch der Befreiungsausweis, den Sie anschließend erhalten, gilt jeweils für das laufende Kalenderjahr. Die Belastungsgrenze wird jedes Jahr neu ermittelt. Alternativ kann die Belastungsgrenze am Jahresende für das nächste Jahr vorausgezahlt werden. Somit entfällt das lästige Sammeln von Quittungen.

Ausnahmen

Nicht alles, was selbst bezahlt oder zugezahlt wird, kann bei der Belastungsgrenze berücksichtigt werden. Nicht angerechnet werden:

  • Eigenanteile zum Zahnersatz
  • Eigenanteile für Hilfsmittel, die gleichzeitig Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens sind, zum Beispiel orthopädische Schuhe
  • Kosten für Leistungen, die ohne ärztliche Verordnung in Anspruch genommen werden
  • Aufwendungen für Mittel, die komplett selbst bezahlt werden müssen, weil die Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen darf
  • Kosten für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGel-Leistungen)

Weitere Leistungen der AOK

Versicherten, die länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind, zahlt die AOK in der Regel Krankengeld.
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Wenn ein Kind erkrankt und Mutter oder Vater zu Hause bleiben muss, zahlt die AOK Krankengeld für die Betreuung des Kindes.
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Benötigen Sie aufgrund einer akuten Erkrankung, einem Krankenhausaufenthalt oder einer Reha Hilfe im Haushalt, unterstützen wir Sie.
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