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Großteil der Pflegenden verliert Ersparnisse durch Pflegekosten

07.05.2026 3 Min. Lesedauer

Die Finanzierung der Pflege wird für viele Menschen in Deutschland offenbar immer mehr zur Kostenfalle. Wie aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die DAK-Gesundheit hervorgeht, hat mit 49 Prozent fast jede zweite pflegende Person bei sich oder im persönlichen Umfeld Pflegearmut erlebt. Das bedeutet, dass zur Finanzierung der Pflege ein Großteil der Ersparnisse aufgebraucht oder gar Wohneigentum verkauft werden musste. Die Befragten befürchten zudem, dass sich ihre Lage durch die derzeit von der Bundesregierung geplante Pflegereform weiter verschlechtern könnte.

In der Gesamtbevölkerung haben der Umfrage zufolge bereits 31 Prozent die sogenannte Pflegearmut in ihrem Umfeld oder bei sich wahrgenommen. Angesichts der hohen Kosten in der Pflege halten zudem 69 Prozent der Befragten eine umfassende Reform des Pflegesystems für notwendig. 67 Prozent empfinden Kürzungen beim Pflegegeld als inakzeptabel, weitere 61 Prozent rechnen dennoch mit Beitragserhöhungen und Leistungskürzungen. 

Auch eine Civey-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes hatte jüngst ergeben, dass 86 Prozent der Bürgerinnen und Bürger befürchten, von den Eigenanteilen im Pflegeheim finanziell überfordert zu werden.

DAK-Chef Andreas Storm sprach in Bezug auf die Ergebnisse der Allensbach-Umfrage von „sozialem Sprengstoff“ und forderte Bund und Länder auf, jetzt eine umfassende Pflegereform auf den Weg zu bringen, die eine Lösung zur Begrenzung der explodierenden Heimkosten bereithalte.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken arbeitet derzeit an einer umfassenden Reform. Sie hatte angekündigt, bis Mitte Mai einen Referentenentwurf vorzulegen. Wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf G+G-Anfrage bestätigte, sollte es am Nachmittag ein Treffen des BMG mit den Ländern zu der Reform geben. Erwartet wird, dass der Entwurf danach bekannt wird.

Medizinisch-pflegerisches Personal steht in einem stationären Umfeld am Bett eines Patienten.
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Warken möchte mit der Reform unter anderem ein prognostiziertes Defizit von sechs Milliarden Euro stopfen, das sie für die Soziale Pflegeversicherung (SPV) nächstes Jahr erwartet. Nach Medienberichten will die CDU-Politikerin etwa durchsetzen, dass die gestaffelten Zuschüsse, die Pflegeheimbewohner je nach Aufenthaltsdauer zur Senkung der Eigenanteile erhalten, langsamer anwachsen als bisher.

Die aktuellen Finanzprobleme der SPV sind laut einer aktuellen Studie des Iges-Instituts im Auftrag des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) auch darauf zurückzuführen, dass seit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Jahr 2017 die Zahl der Pflegebedürftigen deutlich stärker gestiegen ist als prognostiziert. Hauptursache sei, dass mehr jüngere und weniger stark beeinträchtigte Menschen Leistungen beantragen. (tie)

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