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Innovationsfonds: Transfer in Regelversorgung soll gestärkt werden

06.11.2026 3 Min. Lesedauer

Bei der Auswahl der vom Innovationsfonds geförderten Projekte soll künftig stärker auf deren Übertragbarkeit in die Regelversorgung geachtet werden. „Wir werden uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir das im Antragsverfahren abbilden können“, kündigte die unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), Sonja Optendrenk, auf einer Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Innovationsfonds in Berlin an. Für eine Neuausrichtung des Instruments sprach sich auch der Parlamentarische Staatssekretär Georg Kippels aus. Er verlangte eine „Evidenz der Wirksamkeit bei neuen Versorgungsformen“.

Der Innovationsfonds habe in den vergangenen zehn Jahren viele neue Versorgungsformen erprobt, wissenschaftlich untersucht und viele gute Ergebnisse hervorgebracht, sagte Optendrenk. Von Anfang an sei es nicht die Erwartungshaltung gewesen, mit dem Instrument die „eierlegende Wollmilchsau“ zu finden. „Doch offenbar werden wir dennoch daran gemessen“, so Optendrenk. Sie reagierte damit auf Kritik, dass zu wenige Projekte am Ende in der Regelversorgung ankämen. Angesichts der Herausforderungen im Gesundheitssystem und des Spardrucks in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sehe sie ein, dass man nicht so weiter machen könne. „Es gibt zu wenig Transfer“, so Optendrenk. Es bestehe aber die Bereitschaft, an dieser Stelle zu lernen und noch besser zu werden.

Gemessen an den Mitteln, die in den vergangenen zehn Jahren in den Innovationsfonds geflossen seien, sei der Erfolg noch nicht so groß, betonte BMG-Staatssekretär Kippels. Die Transferfähigkeit von Projekten müsse von Anfang ein Kriterium sein. Zudem müsse bei den geförderten Vorhaben konsequenter auf Praktikabilität Wert gelegt werden. „Eine Erfindung, die sich nicht umsetzen lässt, ist keine Innovation“, so Kippels.

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Eine von Beginn an stärkere Berücksichtigung des Transfers forderte auch der AOK-Bundesverband. „Der Transfer scheitert oft an hohen organisatorischen, wirtschaftlichen und vor allem rechtlichen Hürden, sodass die Erkenntnisse nicht wirklich in der Praxis ankommen“, sagte Sabine Richard, Geschäftsführerin Versorgung, anlässlich des zehnjährigen Bestehens. Der Transfer in die Praxis müsse in den Projekten von Beginn an stärker mitgedacht werden. Insbesondere auf regionaler Ebene gebe es viele gute Ideen und viel Engagement, neue Wege zu gehen. „Wir brauchen aber in den Projekten mehr Realismus und Zielorientierung. Dazu muss die praktische Umsetzbarkeit in die Regelversorgung stärker mitgedacht werden“, so Richard weiter.

Vor weiteren Kürzungen beim Innovationsfonds, der im Zuge des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes statt 200 Millionen Euro künftig nur noch 100 Millionen Euro jährlich erhält, warnte Wolfgang Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF). Mindestens ein Promille der GKV-Ausgaben müsse in Innovation investiert werden. (tie)

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