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Forderungen nach mehr geschlechtersensibler Medizin

28.05.2026 2 Min. Lesedauer

Die Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte spricht sich dafür aus, Geschlechtsunterschiede in den Entscheidungshilfen für medizinisches Personal stärker zu berücksichtigen. Dies ergab eine Forsa-Umfrage zum heutigen Internationalen Tag der Frauengesundheit im Auftrag des AOK-Bundesverbandes. Bisher ist geschlechtsspezifische Medizin aber eher die Ausnahme, geht aus der Umfrage unter 505 Ärztinnen und Ärzten weiter hervor.

Für eine systematische Stärkung der Frauengesundheit brauche es „eine konsequente Verankerung von geschlechtsspezifischen Aspekten in Forschung, Lehre und Versorgung“, fordert die Vorstandschefin des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann. Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) spricht sich dafür aus, die Frauengesundheit mehr in den Blick zu nehmen. Auf „X“ verwies sie etwa auf die Ausschreibung zweier Förderrichtlinien zur Versorgungsforschung für Frauen.

Dass geschlechtsspezifische Aspekte stärker in den medizinischen Leitlinien berücksichtigt werden sollten, befürworten laut Forsa-Umfrage insgesamt 87 Prozent der Befragten. Mit 92 Prozent liegt der Anteil der Frauen dabei etwas über dem der Männer mit 82 Prozent. Gleichwohl habe mit 67 Prozent eine deutliche Mehrheit noch nie eine Fortbildung zur unterschiedlichen Behandlung von Männern und Frauen besucht.

Lupe mit weiblichem und männlichem Geschlechtssymbol vor hellem Hintergrund.
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28.05.2026Ulrike Serbent5 Min

Ferner geben 32 Prozent aller Befragten an, dass während des Medizin-Studiums „gar keine“ Inhalte dazu vermittelt wurden, dass sich Erkrankungen bei Frauen und Männern unterschiedlich äußern können. Knapp jede dritte befragte Person nimmt diese als „in gewissem Umfang vermittelt“ wahr, weitere 35 Prozent als „nur beiläufig vermittelt“. Auch hier gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede: 39 Prozent der Frauen gaben „gar nicht vermittelt“ an, bei den Männern sind es, bezogen auf dasselbe Studium, nur 25 Prozent.

Ein ausgeprägtes Problembewusstsein zeigt die Umfrage hinsichtlich der Zulassungsstudien von Arzneimitteln. 81 Prozent der Ärzteschaft findet es den Angaben zufolge sehr oder eher problematisch, dass es hier keine Verpflichtung zu geschlechtsspezifischen Auswertungen gibt. „Hier ist die Politik gefragt“, sagt Reimann und fordert „dringend" eine bessere Datengrundlage in der Forschung. 

„Studien sollten geschlechtsspezifisch ausgewertet werden, um Nebenwirkungen von Arzneimitteln bei Frauen und Männern zu minimieren“. Schließlich gehe es um „teils ernsthafte, dauerhafte Folgeschäden“, die entstehen könnten. „Dass Frauen nicht einfach nur kleine Männer sind, muss endlich angemessen berücksichtigt werden“, so Reimann. (ter)

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