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Mehr Schutz vor Hitze gefordert – Fast 10.000 Hitzetote 2026

30.07.2026 2 Min. Lesedauer

Die Forderungen nach Schutz vor extremer Hitze werden dringlicher. Die Zahl der Hitzetoten in Deutschland werde in Zukunft wahrscheinlich stark steigen, warnt die Klimawissenschaftlerin Elke Hertig in einem Beitrag zur aktuellen „G+G Wissenschaft“. Hitzeschutz müsse daher wegen seiner gesundheitlichen Relevanz eine Kernaufgabe kommunaler und nationaler Gesundheitspolitik werden. Der Deutsche Städtetag geht davon aus, dass die Kommunen Milliardensummen für die Klimaanpassung und Hitzeschutz benötigen und verlangt eine stärkere Förderung seitens des Bundes und der Länder.

Nach heute veröffentlichten Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) starben in diesem Jahr (bis zum 19. Juli) bereits 9.800 Menschen wegen hoher Temperaturen. Das waren laut RKI-Wochenbericht mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016.

Hertig zufolge könnte sich die jährliche Zahl der Hitzetoten je nach globalem Emissionspfad bis zum Ende des Jahrhunderts um das zweieinhalb- bis neunfache erhöhen. Die demografische Entwicklung werde die Situation zusätzlich verschärfen, so die Professorin für regionalen Klimawandel und Gesundheit in Augsburg. „Eine alternde Bevölkerung erhöht die Vulnerabilität voraussichtlich um weitere 40 bis 60 Prozent.“ 

Zu den wichtigsten Hitzeschutz-Aufgaben zählen für Hertig „evaluationsfähige Hitzeaktionspläne, verbindliche Mindeststandards für Pflege- und Gesundheitseinrichtungen und die Integration von Hitzeschutz in Leitlinien. Zudem müsse medizinisches und pflegerisches Personal geschult sowie ein Frühwarn- und Interventionssystem geschaffen werden. Langfristig gelte es, Städte aufgrund des Klimawandels wirksam umzubauen. 

In den Kommunen geht es nach Worten des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Städtetags, Christian Schuchardt, unter anderem um Hitzevorsorgemaßnahmen wie Entsiegelung, Stadtgrün oder „Wasserretentionsflächen“. Dafür bräuchten sie Gewissheit darüber, „dass die Umsetzung von kommunalen Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten dauerhaft und planbar von Bund und Ländern mitfinanziert wird“, sagte Schuchardt dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Unterm Strich reden wir da über Milliardensummen bundesweit, die investiert werden müssen.“ (ink/ter)

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