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Sommer 2026: In Westeuropa war es noch nie so heiß

02.10.2026 2 Min. Lesedauer

Das EU-Klimabeobachtungsprogramm Copernicus verzeichnet den wärmsten und trockensten Sommer in Westeuropa seit der ersten Messung. Für den Gesamtkontinent war es der drittwärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Laut heute veröffentlichter Daten lag die Durchschnittstemperatur im westlichen Teil des Kontinents bei 21,7 Grad – 2,5 Grad über dem Schnitt der Jahre 1991 bis 2020. Auch die Zahl der Hitzetage erreichte einen Höchststand. Demnach gab es 17 Tage, an denen es in mindestens 60 Prozent Westeuropas über 30 Grad heiß war – verglichen mit elf Tagen 2003 und sieben Tagen im vergangenen Jahr.

52 Prozent des Kontinents waren laut Copernicus während der Sommermonate zeitweise „sehr starkem" Hitzestress ausgesetzt; damit wird eine gefühlte Temperatur von 38 Grad oder mehr bezeichnet. Europa ist nach Angaben von Wissenschaftlern der Kontinent, der sich infolge des globalen Klimawandels am schnellsten erwärmt.

In Deutschland führten die Hitzewellen im Juni, Juli und August laut Robert-Koch-Institut (RKI) zu 16.000 Hitzetoten. Die bislang höchste Zahl wurde 2018 mit geschätzt 8.900 Fällen registriert. Angesichts immer neuer Rekorde forderte der Freiburger Bio- und Umweltmeteorologe Andreas Matzarakis gegenüber G+G „verbindliche Hitzeaktionspläne statt Absichtserklärungen, mit Personal und Budget hinterlegt“. Zudem müssten Hitzeschutz im Baurecht verankert und Bäume als Infrastruktur behandelt sowie Arbeitsschutz auf Grundlage thermischer Indizes statt der Lufttemperatur geregelt werden.

Der Copernicus-Bilanz zufolge begünstigten anhaltende Trockenheit und wiederholte Hitzewellen eine außergewöhnlich intensive Waldbrandsaison. Demnach ist die bis Anfang September in der EU verbrannte Fläche fast doppelt so groß wie im Schnitt der Jahre 2006 bis 2025. Millionen Menschen seien infolge der Brände gefährlicher Luftverschmutzung ausgesetzt gewesen. Weltweit waren wegen extremer Hitze, verheerender Waldbrände und Wüstenstaub knapp 40 Prozent der Bevölkerung hohen bodennahen Ozonkonzentrationen ausgesetzt. In Europa litten etwa 17 Prozent der Menschen zeitweise unter hohen oder extrem hohen Ozonkonzentrationen.

Parallel dazu wurden in Europa die stärksten Niedrigwasserstände seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992 gemessen. Auch die europäischen Meere waren außergewöhnlich warm. Diese „überschneidenden Klimaextreme" unterstrichen, wie wichtig es sei, eine „Widerstandsfähigkeit gegenüber zunehmend miteinander verknüpften Klimarisiken" aufzubauen, sagte Samantha Burgess, Strategieleiterin für Klima beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage. (bhu)

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