Training gegen Fake-News
Jugendliche haben häufig Schwierigkeiten, den Wahrheitsgehalt von Gesundheitsbotschaften zu beurteilen. Ein Workshop in einem Fußballstadion verbessert die digitale Gesundheitskompetenz von Schülerinnen und Schülern in Essen.
Der Lernort Hafenstraße befindet sich im Stadion des Drittligisten Rot-Weiss Essen. Hier ist vieles anders als in der Schule. Das Klassenzimmer ist eine große VIP-Lounge mit freiem Blick aufs Spielfeld, es gibt keine festen Sitzplätze, die Atmosphäre ist locker. Zu den Unterrichtsmodulen gehören Berufsorientierung, Antirassismus, Nachhaltigkeit und seit 2025 digitale Gesundheitskompetenz.
Inhalte praxisnah vermittelt
Der Lernort Hafenstraße ist ein Kooperationsprojekt, das verschiedene Institutionen und Organisationen aus Essen einbindet, wie das Jugendamt der Stadt, das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen und das AWO-Fanprojekt. Die Angebote des Vereins richten sich in erster Linie an junge Menschen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren aus sozial benachteiligten Kontexten. Seit dem Schuljahr 2025/2026 geht es in dem Projekt darum, gezielt gesundheitsbezogenen Fake-News entgegenzutreten. Der Workshop „Digitale Gesundheitskompetenz“ soll mehr Sicherheit im Umgang mit Gesundheitsinformationen aus dem Netz schaffen. Er ist für weiterführende Schulen konzipiert und im Rahmen des Präventionsprogramms „Gesund lernen“ der AOK Rheinland/Hamburg in enger Kooperation mit der Universität Bielefeld entstanden.
Ziel des Workshops ist es, junge Menschen im Umgang mit Gesundheitsinformationen aus dem Internet und Social Media zu schulen. So werden beispielsweise die Gefahren von unsinnigen oder gesundheitsgefährdenden Influencer-Tipps in Bezug auf die eigene Gesundheit thematisiert und die Logik hinter künstlicher Intelligenz erklärt. Die Jugendlichen setzen sich aber auch gezielt mit dem eigenen Konsum, zum Beispiel von Energy Drinks oder Zucker, auseinander. Markus Jäpel, Lehrer an der Gertrud-Bäumer-Realschule in Essen, sagt: „Der Workshop hat unsere Schülerinnen und Schüler auf eine Weise erreicht, wie es im normalen Unterricht oft nur schwer möglich ist, für mich als Lehrkraft war es daher eine große Bereicherung.“
Ausweitung geplant
Der Workshop will Schülerinnen und Schülern wertvolle Einblicke und Verhaltenstipps bieten, um kritisch mit Informationen aus digitalen Medien umzugehen und selbstständig fundierte Entscheidungen zu Gesundheitsfragen zu treffen. „Es war ein toller Workshop, wir konnten vieles selbst ausprobieren und ich habe gemerkt, dass Gesundheitswissen auch im Alltag echt wichtig ist“, erzählt eine der Teilnehmerinnen aus der Realschule.
Der Lernort Hafenstraße in Essen erwartet im Schuljahr 2026/2027 insgesamt 1.200 Jugendliche in 35 Workshops zu außerschulischen Unterrichtseinheiten im Stadion an der Hafenstraße. Geplant ist die Ausweitung in den nächsten Jahren auf andere Lernorte im Einzugsgebiet der AOK Rheinland/Hamburg.
Mitwirkende des Beitrags
Autorin
Datenschutzhinweis
Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.
Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.