Kein Ort gewählt
Keine AOK gewählt

Begleitung eines Sterbenden und palliative Betreuung

Einen geliebten Menschen auf seinem letzten Weg zu begleiten, ist für Angehörige eine große Herausforderung – nicht nur emotional. Was Sie konkret leisten können und welche Unterstützungsangebote es gibt, erfahren Sie hier.

Freistellung von der Arbeit

Wer für ein nahes Familienmitglied in der letzten Lebensphase da sein möchte, der kann sich dafür vom Job ganz oder teilweise freistellen lassen. Laut Pflegezeitgesetz haben Beschäftigte Anspruch auf eine Freistellung von bis zu drei Monaten. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Angehörige zu Hause oder in einem Hospiz betreut wird. Um diese Zeit finanziell abzusichern, kann beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ein zinsloses Darlehen beantragt werden.

Die passende Umgebung für die letzte Lebensphase

Todkranke oder alte Menschen haben oft den Wunsch, ihre letzten Wochen und Tage in vertrauter Umgebung zu verbringen. Das ist aber nicht zuletzt vom Gesundheitszustand und von der körperlichen Verfassung abhängig. Diese Möglichkeiten gibt es:

  • in den eigenen vier Wänden, begleitet von den Angehörigen, ggf. mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes, Palliativarztes, ehrenamtlicher Hospizpfleger oder einem spezialisierten Team der ambulanten Palliativversorgung (SAPV-Teams)
  • im Pflegeheim, begleitet vom Pflegepersonal, unterstützt von den Angehörigen
  • auf einer Palliativstation im Krankenhaus, begleitet von Ärzten und Pflegepersonal, unterstützt von den Angehörigen
  • in einem Hospiz, begleitet von Fachaltenpflegern für Palliativ- und Hospizpflege, unterstützt von den Angehörigen

Sterbebegleitung: Was Sie als Angehöriger tun können

Sterben und Tod lösen häufig Angst, Ohnmachtsgefühle und Verunsicherung aus. Die Folge ist eine große Sprachlosigkeit, unter der alle leiden: Der Sterbende fühlt sich gehemmt, das zu sagen, was ihm noch wichtig wäre. Die Angehörigen wissen nicht, was angemessen ist, und schweigen lieber. Umso wichtiger ist es, dass Sie offen mit der Situation umgehen:

  • Behandeln Sie den Sterbenden immer als anwesend – auch wenn er passiv wirkt.
  • Sprechen Sie den Sterbenden direkt an. Höchstwahrscheinlich hört er Sie noch.
  • Lassen Sie ihn Ihre Nähe spüren, indem Sie ihn streicheln oder die Hand halten. Körperlicher Kontakt wirkt beruhigend.
  • Gehen Sie auf die Symbolsprache des Sterbenden (beispielsweise eine Reise, auf die er gehen will) ein und ermuntern Sie zum Weitererzählen.
  • Fragen Sie, was der andere für seinen letzten Weg noch braucht.
  • Fragen Sie auch sich selbst, was Ihnen noch am Herzen liegt, bevor Sie den anderen gehen lassen können.
  • Besprechen Sie Dinge, die der Sterbende nicht anhören soll, in einem anderen Raum.

Abschied nehmen: Empfehlungen für Angehörige

Für Angehörige ist die emotionale Belastung in dieser Zeit enorm. Umso wichtiger ist es, die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu erkennen:

  • Sprechen Sie über Ihre Gefühle. Zu erleben, wie der Körper des geliebten Menschen bis hin zum Lebensende verfällt, ist sehr bedrückend. Darüber zu reden, hilft.
  • Setzen Sie sich nicht unter Druck. In dem Bewusstsein, dass nur noch wenig Zeit bleibt, entwickeln viele Angehörige einen zu hohen Anspruch an sich selbst.
  • Erlauben Sie sich eine Auszeit, um zwischendurch zur Ruhe zu kommen. Auch Sie brauchen Zeit, um das Erlebte zu realisieren. Vielleicht besteht die Möglichkeit, sich bei der Betreuung mit anderen Familienmitgliedern abzuwechseln.
  • Sie haben ein Recht auf Hilfe. Auch wenn Sie sich jetzt komplett auf die Not des Sterbenden konzentrieren: Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie sich bei der Trauerarbeit unterstützen lassen.

Tipp: Beratungsstellen bieten Hilfe
Ein neutraler Ort hilft vielen Angehörigen, sich auszusprechen. In psychosozialen Beratungsstellen haben speziell geschulte Mitarbeiter ein offenes Ohr für Ihre Sorgen und Gefühle. Sie beraten auch zu Entlastungsangeboten für den Alltag. Die psychosoziale Begleitung hilft zudem, einen Weg zu finden, ohne den geliebten Menschen weiterzuleben. Das nimmt Ängste und beruhigt damit auch den Sterbenden.

AOK-Palliativwegweiser: Palliativpflege für Schwerkranke

Wichtige Unterstützung bei der Begleitung eines schwerkranken Familienmitglieds leisten Einrichtungen der Palliativversorgung und Hospize. Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf der Vorbeugung und Linderung von Schmerzen in der letzten Phase des Lebens. Mit dem AOK-Palliativwegweiser können Sie online nach Angeboten der palliativen Versorgung suchen, die eine individuelle und umfassende medizinische und pflegerische Betreuung bieten. Nach Eingabe Ihrer Postleitzahl erhalten Sie Adressen und Kontaktdaten in Ihrer Region von:

  • Vertragsärzten mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
  • Hospizdiensten und stationären Hospizen
  • Anbietern der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV-Teams)
  • Krankenhäusern mit Palliativbetten/Palliativstationen
  • palliativ spezialisierten Pflegeeinrichtungen
  • AOK-Pflegeberatern
  • Pflegestützpunkten in Deutschland

Gut zu wissen: Die AOK übernimmt die Kosten für die palliative Versorgung eines schwerkranken und sterbenden Menschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die AOK unterstützt Sie bei der Pflege mit zahlreichen Leistungen, Beratungsangeboten und Kursen.
Mehr erfahren
Die AOK unterstützt Pflegebedürftige und deren Angehörige von Anfang an
Mehr erfahren
Mit der AOK den Pflegealltag zu Hause bewältigen
Mehr erfahren
Kontakt zu meiner AOK PLUS

Meinen Ansprechpartner finden

24 Stunden täglich und kostenfrei

Newsletter

Der AOK-Newsletter schickt monatlich die neuesten Meldungen aus den Bereichen Medizin, Fitness, Ernährung, Karriere und Gesundheit in Ihr Postfach.

Um einen RSS-Feed zu abonnieren, benötigen Sie einen Browser, der RSS unterstützt. Die aktuellen Standardbrowser (z. B. Mozilla Firefox, Internet Explorer oder Chrome) unterstützen RSS-Feeds. Um die Feeds zu abonnieren, klicken Sie bitte auf den unten angegebenen Link. Benennen Sie den RSS-Link nach Ihren Wünschen und speichern Sie ab. Über eine neue Schaltfläche in Ihrem Browser können Sie dann die News erreichen.
Die RSS-Technologie ermöglicht Ihnen die tagesaktuellen News aus der Themenwelt der aok.de einfach und bequem zu abonnieren. Sie können sich unsere News-Themen in ihrem Browser oder einem RSS-Reader anzeigen lassen. Teilweise unterstützen auch Bildschirmschoner und E-Mail-Programme den RSS-Feed. Sie können daher die News sehr flexibel einsetzen.