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Abwärtstrend beim ‚Komasaufen‘ in Schleswig-Holstein beendet: Wieder mehr Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus

Pressemitteilung

Kiel (30.07.2019). In Schleswig-Holstein trinken wieder mehr Kinder und Jugendliche Alkohol bis zum Vollrausch. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST. Danach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 195 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, fast acht Prozent mehr als im Vorjahr (181). In 2012 landeten 271 Jugendliche und junge Heranwachsende wegen exzessiven Alkoholkonsums in einer Klinik. Die steigende Tendenz ist besonders bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren und bei den 19- und 20-Jährigen auffällig. „Dies ist eine alarmierende Entwicklung. Daher dürfen wir nicht nachlassen, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene über die Gefahren des Alkoholkonsums aufzuklären. Alkoholkonsum kann zu langfristigen Gesundheitsschäden führen und erhöht die Gefahr, später abhängig zu werden“, warnt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Wer bereits in jungen Jahren exzessiv Alkohol trinkt, läuft Gefahr, wichtige Hirnfunktionen dauerhaft zu schädigen und eine Alkoholsucht zu entwickeln. Daher ist es wichtig, dass Jugendliche auch und gerade beim Alkohol Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen.

Für AOK-Chef Ackermann ist der Kampf gegen das ‚Komasaufen‘ eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die nicht nur von den Krankenkassen allein geführt werden kann. So sind auch Lehrer und Eltern gefragt, Grenzen zu setzen und die Gefahren des Rauschtrinkens zu thematisieren. Aber auch Kommunen und Politik sind gefordert, sich in die Suchtprävention noch stärker einzubringen, die Verfügbarkeit von Alkohol zu verringern und die Lebensverhältnisse und -bedingungen zu verbessern. Als positive Beispiele nannte Ackermann die landesweiten präventiven AOK-Schulprogramme wie den Klarsicht-Parcours ab der 7. Klassenstufe oder ‚AlcoMedia‘ ab der 10. Klasse in Kooperation mit der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e. V. (LSSH).

Nach Auffassung der AOK ist Alkohol derzeit noch relativ gut verfügbar, einfach konsumierbar und präsent. Neben der Einschränkung der Verfügbarkeit spielt aus Sicht der AOK auch eine wichtige Rolle, wie der Umgang mit Alkohol vorgelebt wird. „Wenn Eltern, Vereinstrainer, Verwandte und andere wie selbstverständlich alkoholische Getränke zu sich nehmen, ist die Hemmschwelle für Kinder und Jugendliche meist sehr niedrig. Wenn es „normal“ ist, dass am Wochenende, nach sportlicher Aktivität oder bei Feiern viel Alkoholisches getrunken wird, dann übernehmen unsere Kinder und Jugendliche dieses Verhalten eher“, so Ackermann.

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Der Abwärtstrend beim ‚Komasaufen‘ unter den Kindern und Jugendlichen ist beendet. Dies ist eine alarmierende Entwicklung.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
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