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COVID-19-Impfung

In Deutschland stehen derzeit vier Impfstoffe gegen das Coronavirus zur Verfügung, die bundesweit verabreicht werden. Erfahren Sie hier, wie die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna sowie der Vektor-Impfstoff der Universität Oxford/AstraZeneca und der von Johnson & Johnson funktionieren, welche Nebenwirkungen es bei ersten Tests gab und wie wirksam sie sind. Des Weiteren finden Sie Informationen zum Ablauf der Impfung, welche Unterlagen Sie dafür benötigen und viele weitere wichtige Hinweise rund um die Corona-Schutzimpfung.

Wie wirksam sind die zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19?

Der mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde in einer Studie mit mehr als 43.000 Menschen erprobt. Dabei bekamen 21.700 Teilnehmer den Impfstoff und gleich viele Probanden ein Placebo (eine Injektionslösung ohne Impfstoff).

8 Menschen, die den Impfstoff erhalten haben, erkrankten dennoch an COVID-19. In der Gruppe mit dem Placebo waren dies hingegen 162. Hieraus errechnet sich eine Effektivität von 95 Prozent über alle Altersgruppen. Das ist für einen Impfstoff ein überaus gutes Ergebnis.

Der mRNA-Impfstoff von Moderna wurde in einer Studie mit etwa 30.000 Menschen erprobt, von denen die Hälfte den Impfstoff erhielten. Bei 185 COVID-Erkrankungen in der Gruppe, die nur ein Placebo erhalten hatten und 11 COVID-Erkrankungen unter den mit dem Impfstoff geimpften Personen ergibt sich eine Effektivität von 94 Prozent, die somit identisch zum BioNTech/Pfizer-Impfstoff ist.

Die Impfungen erfolgten zweimalig im Abstand von drei bis sechs Wochen. Bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung gab es im Gegensatz zur Kontrollgruppe kaum noch Erkrankungen in den geimpften Gruppen der Studien. Eine Woche nach der zweiten Dosis geht man von einem ausreichenden Impfschutz aus.

Der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford verwendet ein anderes Virus (Adenovirus), um die Erbinformation des Spike-Proteins des Coronavirus (DNA) in die Zellen an der Impfstelle zu bringen. Im Zuge der häufigen Anwendung des Impfstoffs in England und Schottland sind viele Daten erhoben worden. Sie zeigen, dass das Risiko, wegen Corona ins Krankenhaus zu müssen oder einen schweren Verlauf zu erleiden, durch dieses Medikament stark reduziert werden kann. Zudem liefern die Daten inzwischen auch robuste Ergebnisse zur guten Wirksamkeit des Impfstoffs in höheren Altersgruppen bereits nach einer Impfstoffdosis. Laut Ständiger Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut soll der Abstand zwischen erster und zweiter Impfung möglichst zwölf Wochen betragen.

Ende März haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern den Beschluss gefasst, dass ab dem 31. März überwiegend Menschen ab 60 Jahren die Corona-Schutzimpfungen von AstraZeneca erhalten sollen. Grundlage für diese Entscheidung war eine geänderte Altersempfehlung der STIKO für diesen Impfstoff.

Mit Ad26.COV2.S der Firma Johnson & Johnson ist am 11. März von der Europäischen Kommission der vierte Impfstoff gegen Corona zugelassen worden. Der Impfstoff ist ein Vektorimpfstoff. Er hat die Vorteile, dass nur eine Dosis verabreicht werden muss und er bei Kühlschranktemperatur gelagert werden kann. Bei knapp 40.000 Teilnehmern in der Zulassungsstudie zeigte sich, dass Ad26.COV2.S zu 67 Prozent vor der Ansteckung mit Corona schützt. Vor schweren Verläufen schützt der Impfstoff sogar zwischen 76 und 85 Prozent. Gegen die Virusmutanten B.1.351 (Südafrika) und P.1 (Brasilien) zeigte dieser Impfstoff eine etwas schwächere, aber immer noch gute Wirkung. Zu den Nebenwirkungen des Impfstoffs gehören typische grippale Symptome, vergleichbar mit den bisher zugelassenen Impfstoffen. Wie bei den anderen gegen Corona zugelassenen Impfstoffen waren die Nebenwirkungen bei jüngeren Teilnehmern ausgeprägter. In der Zulassungsstudie waren Erwachsene aller Altersstufen vertreten, insbesondere waren 30 Prozent älter als 60 Jahre. Aktuell wird in einer weiteren Studie untersucht, ob eine Impfung mit zwei Dosen einen zusätzlichen Nutzen schafft.

Seit Mitte April 2021 untersuchen Experten in den USA Hinweise auf sehr seltene Fälle von Sinusvenenthrombosen, die nach der Impfung mit dem „Johnson & Johnson“-Impfstoff aufgetreten sind. Die Auslieferung des Impfstoffs nach Europa wird sich daher verzögern.

Was ist das Besondere an dem mRNA-Impfstoff?

Die bisher üblichen Impfungen erfolgen durch lebende, aber in ihrer Wirkung abgeschwächte Viren, oder durch abgetötete Viren beziehungsweise ihre Bestandteile. Dadurch, dass diese Viren gezüchtet werden müssen, dauert die Herstellung oft Monate.

Der neuartige mRNA-Impfstoff imitiert hingegen den Ablauf einer Infektion mit dem Coronavirus. Das Erbgut des Coronavirus besteht aus mRNA, während unser Erbgut im Zellkern aus DNA besteht. Bei einer solchen Infektion dockt das Coronavirus an Zellen an und gibt sein Erbgut in die Zelle. Die Zellen produzieren aus diesem Erbgut dann neue Viren und geben diese in den Körper ab. Das Immunsystem erkennt diese fremden Viren. Bis es aber so weit ist, diese effektiv zu bekämpfen, vergehen einige Tage, während derer sich das Virus rasant vermehrt.

Bei dem mRNA-Impfstoff wird ein kleiner Teil des Erbguts des Virus in einen Fetttropfen eingepackt und damit geimpft. Diese Fettkörper werden von den Zellen geschluckt, die mRNA gelangt so in das Zytoplasma der Zellen. Die Zellorganismen lesen die mRNA ab und produzieren das Spike-Protein des Virus. Diese Spikeproteine werden an die Zelloberfläche transportiert, wo das Immunsystem sie erkennen kann. Dadurch wird das Immunsystem gegen dieses Eiweiß – und damit gegen das Virus – aktiviert, ohne dass die gefährlichen Viren selbst entstehen. Im Fall einer Infektion kann das Immunsystem das Coronavirus dann schnell und effektiv abwehren. Die mRNA wird von der Zelle sehr schnell wieder abgebaut.

Wirksamkeit (%) der mRNA-Impfung (BioNTech/Pfizer) in Israel (n=596.000).

Sicherheit und Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer und Moderna)

Bei den Studien zeigten sich die typischen Nebenwirkungen einer Impfung. Darunter Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle und Müdigkeit. Beides trat auch in der Placebogruppe auf. Ferner gab es grippeähnliche Symptome und vor allem bei Jüngeren Fieber. Bei den Älteren kam es etwas seltener zu Nebenwirkungen.

Inzwischen sind weltweit bereits viel mehr als 100 Millionen Menschen geimpft, dies überwiegend mit den mRNA-Impfstoffen. Aufgrund sehr seltener allergischer Zwischenfälle (1/100.000) erfolgt nach der Impfung eine Nachbeobachtung über 15 Minuten. Menschen mit Allergien gegen die Inhaltsstoffe sollen nicht geimpft werden. Menschen mit Allergien sollten die Ärzte im Impfzentrum hierauf ansprechen. Auch in dieser breiten Anwendung zeigt der Impfstoff die gleiche gute Wirksamkeit wie in der Zulassungsstudie und ist gut verträglich.

Was ist das Besondere an den DNA-Impfstoffen von AstraZeneca/Universität Oxford und Johnson & Johnson?

Ende Januar 2021 wurde der Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford in der EU zugelassen, im März 2021 der Impfstoff von Johnson & Johnson. 

Diese Impfstoffe verwenden ein anderes Virus (Adenovirus). Dieses Adenovirus wurde so verändert, dass es das Erbgut für das Spike-Protein des Coronavirus enthält. Das Adenovirus selbst ist nicht mehr vermehrungsfähig.

Das Adenovirus befällt die Zellen im Bereich der Impfstelle und gibt seine DNA in die Zellen. Im Zellkern wird diese DNA in mRNA umgewandelt. Im Zytoplasma der Zellen wird mit diesem Bauplan Spike-Protein produziert und an die Zelloberfläche transportiert. Durch das produzierte Spike-Protein wird das Immunsystem gegen das Coronavirus trainiert und kann im Fall einer Infektion diese schnell abwehren. Die DNA des Impfstoffs wird in der Zelle wieder abgebaut.

Sicherheit und Nebenwirkungen der DNA-Impfstoffe von AstraZeneca/Universität Oxford und von Johnson & Johnson

Die Nebenwirkungen der DNA-Impfstoffe scheinen vergleichbar mit denen der mRNA-Impfstoffe zu sein, also Schmerzen an der Impfstelle, grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen, Fieber und Unwohlsein. Auch bei dieser Impfung gab es vereinzelt allergische Reaktionen. Das geht aus einer Zusammenfassung verfügbarer Daten durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie aus der Zulassungsstudie für den Impfstoff von Johnson & Johnson hervor. 

Ende März hat die Ständige Impfkommission ihre Altersempfehlung für den Impfstoff von AstraZeneca geändert und empfiehlt ihn seitdem nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Grundlage für die neue Empfehlung waren aktuelle Daten zu sehr seltenen, aber sehr schweren Fällen von Hirnvenenthrombosen bei mit AstraZeneca geimpften Menschen. Diese Nebenwirkung trat ganz überwiegend bei Personen unter 60 Jahren 4 bis 16 Tage nach der Impfung auf. Daraufhin haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern den Beschluss  gefasst, dass den Impfstoff von AstraZeneca ab dem 31. März überwiegend Menschen ab 60 Jahren erhalten sollen. Laut Bundesregierung kann der Impfstoff nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoabwägung weiter auch bei unter 60-Jährigen verwendet werden.

Die Auslieferung des Impfstoffs von Johnson & Johnson nach Europa wird sich verzögern, wie der US-Pharmakonzern Mitte April 2021 mitteilte. Grund für die Verschiebung sind Hinweise auf sehr seltene, aber schwere Nebenwirkungen. Konkret sind in den USA sechs Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren von Sinusvenenthrombosen betroffen, die nach der Impfung aufgetreten sind. Derzeit untersuchen Experten, ob ein möglicher Zusammenhang mit dem Impfstoff bestehen könnte.

Wer wird wann geimpft?

Da in erster Linie weitere Todesfälle und schwere Verläufe durch die Impfungen verhindert werden müssen, erfolgt die Impfung zuerst für die besonders gefährdeten Menschen.

Die niedersächsischen Impfzentren können zurzeit keine Personen impfen, die ihre Wohnung/ihr Haus nur mit einem Liegendtransport verlassen können. Das Land Niedersachsen plant die Impfung für diese Personen zu Hause ein, sobald ein Impfstoff zugelassen ist, der nicht durchgehend gekühlt werden muss und auch von Hausärzten verabreicht werden kann.

In welcher Reihenfolge wird geimpft?

Derzeit steht noch nicht genügend Impfstoff zur Verfügung, um alle gleichzeitig zu impfen. Daher sollen zuerst Menschen mit besonderem Risiko sehr schnell erreicht werden. Zudem ist der mRNA-Impfstoff empfindlich und muss bei sehr niedrigen Temperaturen (-70 Grad Celsius) gelagert werden. Daher haben die Bundesländer zur bestmöglichen Gefahrenabwehr die Organisation dieser Impfung übernommen.

Die Bundesländer haben dazu Impfzentren eingerichtet, durch die geimpft werden soll. Pflegeheimbewohner erhalten die Impfung durch mobile Impfteams. Sobald mehr Impfstoff verfügbar sein wird, sollen auch Hausärzte und Betriebsärzte in die Impfung eingebunden werden.

Die Reihenfolge der Impfungen hat das Bundesgesundheitsministerium auf Basis der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut festgelegt.

Die Impfverordnung, können Sie auf der Seite der Bundesregierung einsehen. 

Die stufenweise Impfreihenfolge ist notwendig, weil aktuell nur begrenzte Mengen an Impfstoff zur Verfügung stehen.

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind
  • Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere, oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit sehr hohem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, Rettungsdiensten, SARS-CoV-2-Impfzentren sowie in Bereichen, in denen infektionsrelevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, insbesondere in der Hämatoonkologie oder Transplantationsmedizin
  • Über 70-Jährige
  • Personen, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht:
    • Personen mit Trisomie 21
    • Personen mit einer Conterganschädigung

    • Personen nach Organtransplantation

    • Personen mit einer Demenz oder geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung (insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie und schwere Depression)

    • Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen

    • Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung

    • Personen mit Muskeldystrophien oder ähnlichen neuromuskulären Erkrankungen

    • Personen mit Diabetes mellitus mit Komplikationen

    • Personen mit Leberzirrhose und anderer chronischer Lebererkrankung

    • Personen mit chronischer Nierenerkrankung

    • Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40)

    • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung in einer durch die obersten Landesbehörden beauftragten Einrichtung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ebenfalls ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.

  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen,
    • von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die eine der vorgenannten Erkrankungen oder Behinderung haben.
    • von schwangeren Personen, die von dieser Person oder von ihrer rechtlichen Vertretungsperson bestimmt werden.
  • Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege geistig oder psychisch behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig oder psychisch behinderter Menschen behandeln, betreuen oder pflegen.
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbaren Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren.
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sowie Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind,
  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind,
  • Personen, die in Obdachlosenunterkünften und Asylbewerberunterkünften untergebracht oder tätig sind.
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind.
  • Über 60-Jährige
  • Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht:
    • Personen mit behandlungsfeien in Remission befindlichen Krebserkrankungen, wenn die Remissionsdauer mehr als fünf Jahre beträgt
    • Personen mit Immundefizienz oder HIV- Infektion, Autoimmunerkrankungen oder rheumatologischen Erkrankungen
    • Personen mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie/Vorhofflimmern oder koronare Herzkrankheit oder arterieller Hypertonie
    • Personen mit zerebrovaskulären Erkrankungen /Apoplex, oder anderer chronischer neurologischer Erkrankung
    • Personen mit Asthma bronchiale
    • Personen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung
    • Personen mit Diabetes mellitus (mit HbA1c <58 mmol/mol bzw. <7,5%)
    • Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 30)
    • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung in einer durch die obersten Landesbehörden beauftragten Einrichtung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben.
  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich Technisches Hilfswerk, in der Justiz und Rechtspflege, in den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland tätig sind.
  • Personen, die in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen.
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere in Laboren, und Personal, welches keine Patientinnen oder Patienten betreut.
  • Personen, die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und in Schulen, die nicht in der Gruppe mit hoher Priorität erfasst sind, tätig sind,
  • Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen.

Wie bekomme ich einen Impftermin?

In einigen Bundesländern sind die Menschen dazu aufgerufen, über den ärztlichen Bereitschaftsdienst einen Termin für die Coronavirus-Schutzimpfung zu vereinbaren. Berechtigte Personen können online unter www.impfterminservice.de/impftermine oder telefonisch unter der Impfhotline 116 117 einen Termin buchen.

In anderen Bundesländern werden die Impfberechtigten per Post über die Terminvergabe informiert. Auf der Seite des ärztlichen Bereitschaftsdienstes können Sie die Regelungen in Ihrem Bundesland einsehen. 

Seit 6. April ist die Impfung bundesweit auch in Hausarztpraxen möglich. Für die Entscheidung, wer geimpft wird, gilt auch dort die Priorisierung der Coronavirus-Impfverordnung als Grundlage. Der Arzt kann von der Impfreihenfolge abweichen, wenn das für eine effiziente Organisation der Schutzimpfung oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist. Auch in Hotspot-Gebieten kann der Arzt von der bestehenden Impf-Reihenfolge abweichen.

Die Terminvergabe regeln die Arztpraxen selbst. Darüber hinaus können die Praxen ihre Patienten auch gezielt ansprechen.

Fach- und Betriebsärzte sollen zu einem späteren Zeitpunkt auch Impfungen verabreichen dürfen.

Impfhotline in Niedersachsen

Für alle Fragen zum Thema Corona-Impfung steht die offizielle Corona-Impf-Hotline des Landes Niedersachsen rund um die Uhr unter (0800) 99 88 665 zur Verfügung.

Wie läuft die Impfung in einem Impfzentrum ab?

Zuerst melden Sie sich im Impfzentrum an, weisen sich aus und legen Ihren Berechtigungsnachweis vor. An der Anmeldung erhalten Sie Informationen zur Impfung, zu den Risiken und Nebenwirkungen sowie einen Fragebogen zu Ihrem Gesundheitszustand.

Im Anschluss werden Sie von einem Arzt über die Impfung sowie mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt. Die Impfung wird in einer Einzelkabine von medizinischem Personal durchgeführt. Zur Nachbeobachtung warten Sie nach der Impfung noch circa 15 Minuten in einem Beobachtungsraum. Insgesamt wird der Besuch des Impfzentrums ungefähr 45 bis 60 Minuten dauern.

Bitte bringen Sie möglichst folgende Dokumente zum Impftermin mit:

  • Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis
  • Terminbestätigung, die Sie per Post oder Mail erhalten haben
  • Impfpass
  • Bescheinigung Ihres Arbeitsgebers, wenn Sie einer Gruppe angehören, die aufgrund ihrer Arbeit besonders gefährdet ist
  • Ärztliches Zeugnis über chronische Vorerkrankungen, Arztbriefe beziehungsweise Bescheinigung der Krankenkasse
  • Bei Kontaktpersonen, die Bestätigung der zu betreuenden Person
  • gegebenenfalls zusätzliche Dokumente, wie Herzpass, Diabetikerausweis oder Medikamentenliste

Besitzen Sie keinen Impfpass, dann erhalten Sie nach der Impfung eine Impfbescheinigung. In einigen Bundesländern wird Ihnen auch ein europäischer Impfausweis ausgestellt.

Sie bekommen im Impfzentrum jeweils ein Aufklärungsmerkblatt und einen Einwilligungsbogen ausgehändigt. Diese Dokumente füllen Sie vor der Impfung aus und unterschreiben sie.

  • Das Aufklärungsmerkblatt enthält Informationen zur Art des Impfstoffs, zur Wirksamkeit der Impfung, Kontraindikationen, Verhalten vor und nach der Impfung, mögliche Impfreaktionen und Vorgehen bei Impfkomplikationen.
  • Der Einwilligungsbogen enthält Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand, zu früheren Impfungen, zu Allergien und zur Einnahme von Gerinnungshemmern. 

Notwendige Nachweise für die Impfung

Gehören Sie aufgrund einer Erkrankung der Priorisierungsgruppe 2 oder 3 an, müssen Sie zu Ihrem Impftermin nachweisen, dass die entsprechende Priorisierungsgruppe besteht. Möglich sind ärztliche Bescheinigungen, Arztbriefe oder andere Nachweise.

Kosten rund um die Impfung

Die Impfung ist für alle Bürger unabhängig vom Versicherungsstatus kostenfrei

Fahrkosten zum Impfzentrum können von den Krankenkassen übernommen werden. Anspruch besteht bei:
 

  • Fahrten von Versicherten mit Pflegegrad 4 oder 5 sowie mit Pflegegrad 3, sofern die Mobilität der Person dauerhaft eingeschränkt ist
  • Fahrten von Schwerbehinderten mit den Kennzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (blind) oder „H“ (hilflos) im Schwerbehindertenausweis

Können öffentliche Verkehrsmittel oder Privatautos aus medizinischen Gründen nicht genutzt werden, übernimmt die AOK bei Personen, die auch ansonsten Anspruch auf Fahrtkostenübernahme durch die Krankenkasse haben, die Kosten für eine Taxifahrt zum Impfzentrum. Voraussetzung ist, dass eine entsprechende Verordnung durch den behandelnden Arzt vorgelegt wird.

Darüber hinaus werden keine Fahrkosten von den Krankenkassen übernommen.

In einigen Städten und Gemeinden gibt es einen kostenfreien Fahrservice zum nächstgelegenen Impfzentrum. Informieren Sie sich dazu bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Weitere wichtige Fragen

Ja. Noch ist unklar, ob die Impfung die Übertragung des Virus reduziert oder verhindert. Daher müssen auch nach einer Impfung die bekannten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. 

Die bisher entwickelten Covid-19-Impfstoffe werden ausschließlich intramuskulär verabreicht. Die Anwendung von Gerinnungshemmern ist deshalb in der Regel kein Hindernis für die Impfung.

Weisen Sie die den Arzt bei der Impfung darauf hin, dass Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Bringen Sie zum Impftermin alle verfügbaren Unterlagen zu Ihrer Vorerkrankung (zum Beispiel Gerinnungsausweis) sowie die Arzneimittelpackung des Gerinnungshemmers mit. Zusätzlich werden Sie über den Einwilligungsbogen zur Einnahme von Gerinnungshemmern befragt und aufgeklärt.

Weitere Infos

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums und den Seiten des IQWiG.

Impfempfehlungen für Kinder und Erwachsene sowie alle Impfleistungen der AOK im Überblick.

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