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Gehirn & Nerven

Hirnödem: Ursachen, Symptome und Behandlung

Veröffentlicht am:16.04.2026

4 Minuten Lesedauer

Eine schwere Kopfverletzung oder ein Hirntumor können dazu führen, dass das Gehirn anschwillt. Solch ein Ödem kann in jedem Alter auftreten. Was sind die Folgen und welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Ein Mann mittleren Alters sitzt leicht nach vorne gebeugt zu Hause auf der Couch und fasst sich mit den Händen an den Kopf.

© iStock / elenaleonova

Was ist ein Hirnödem?

Ein Hirnödem ist eine Schwellung des Gehirns, die bei unterschiedlichen Krankheiten auftreten kann. Wenn das Gehirngewebe durch eine Einlagerung von Flüssigkeit anschwillt, nimmt sein Volumen zu. Da der Platz im Schädel jedoch begrenzt ist, kann sich das Gehirn nicht ausdehnen. Der Hirndruck steigt, die Durchblutung des Gehirns wird schlechter und es kommt zu weiteren Schädigungen von Hirnzellen. Ein Hirnödem muss sofort behandelt werden. Ansonsten können die Folgen schwerwiegend sein, womöglich sogar tödlich.

Häufige Anzeichen für eine Hirnschwellung sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen, Doppelbilder, Verwirrung, Schläfrigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Beeinträchtigungen der Motorik. Menschen mit einem Hirnödem können auch ins Koma fallen. Bei ausgeprägter Hinschwellung kommt es zu einer oft einseitigen, weiten lichtstarren Pupille und Lähmungen auf der Gegenseite. Typisch sind auch ein langsamer Puls, ein Aussetzen der Atmung und ein hoher Blutdruck (Cushing-Trias). Für die Diagnose können eine Computertomographie (CT), eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden.

Besser als jeder Supercomputer

Das menschliche Gehirn ist ein kompliziertes Organ. Bis ins hohe Alter wird es ständig umgebaut. Seine Fähigkeiten verleihen ihm etwa 86 Milliarden Nervenzellen sowie weitaus mehr Kontaktpunkte. Kein Supercomputer reicht bisher an die Fähigkeiten des Gehirns heran. Eine der wichtigsten Eigenschaften ist die Lernfähigkeit. Ansonsten könnte der Mensch die ganzen Herausforderungen in seinem Leben nicht bewältigen.

Hirnödem: Was sind die Ursachen?

Es gibt viele verschiedene Ursachen, die zu einem Hirnödem führen können. Sie können neurologisch und nicht-neurologisch bedingt sein. Auslöser können schwere Verletzungen des Gehirns sein, zum Beispiel ein Schädel-Hirn-Trauma aufgrund eines Sturzes oder Schlages auf den Kopf. Auch Infektionen, Stoffwechselstörungen und andere Erkrankungen können die Ursache sein. Dazu gehören zum Beispiel ein, ein ischämischer Schlaganfall, eine Hirnblutung, eine Gehirn-Ischämie durch Kreislaufstillstand, Hydrozephalus, akuter Bluthochdruck (akute Hypertonie) und Leberversagen. Auch ein Sonnenstich und die Höhenkrankheit können ein Hirnödem verursachen sowie bestimmte Gifte und Toxine. Eine Krebserkrankung, ein Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem erhöhen das Risiko, dass sich ein Hirnödem entwickelt.

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Sonnenstich und Hirnödem

Wenn der Kopf lange Zeit ohne ausreichenden Sonnenschutz direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, kann es zu einem Sonnenstich kommen. Dabei entsteht eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns, was zu einem Hirnödem führt. Die Betroffenen müssen schnell in den Schatten, der Oberkörper sollte hoch liegen und der Kopf gekühlt werden. Bei schweren Symptomen, vor allem bei einer Bewusstseinstrübung wählt man die 112.

Aber auch bei einem Hitzschlag kann die Blut-Hirnschranke geschädigt werden, sodass das Gehirn anschillt. Bei einem Hitzschlag ist schnelle Kühlung notwendig. Außerdem ist er immer ein Notfall.

Ein Mann wird von einem Arzt in einen CAT-Scanner geschoben.

© iStock / simonkr

Mithilfe bildgebender Verfahren kann ein Hirnödem diagnostiziert werden.

Wann kann ein Höhenhirnödem auftreten?

In den Bergen werden Luftdruck und Sauerstoffgehalt niedriger. Schnelles Aufsteigen kann zur Höhenkrankheit führen: mit Kopfschmerzen, Übelkeit, manchmal Erbrechen, Schwindel, Erschöpfung, Schlafstörung mit häufigem Aufwachen. Eine schwere Form der Höhenkrankheit ist das Höhenhirnödem, das lebensgefährlich ist. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, vielleicht weil sie unvernünftiger sind und trotz Höhenkrankheit weiter aufsteigen.

Ein Höhenhirnödem kann schon ab 3.000 bis 4.000 Metern auftreten.

Erste Symptome können als Erschöpfung missgedeutet werden, wie Lethargie, Interesselosigkeit und der Wunsch, alleine gelassen zu werden. Eines der ersten Zeichen ist eine Störung der Bewegungskoordination (Ataxie), es treten dann weitere Schädigungen von Hirnfunktionen auf (Enzephalopathie) wie Gangunsicherheit, Lähmungen, verwaschene Sprache sowie Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma.

Menschen mit Höhenhirnödem müssen schnell auf niedrigere Höhen gebracht und behandelt werden. Die Erkrankung kann ansonsten tödlich enden.

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Kann man einem Hirnödem vorbeugen?

Die Vorbeugung hängt vor allem von den Ursachen ab. Nicht jedes Hirnödem lässt sich verhindern, doch Sie können einiges tun, um die Risikofaktoren zu verringern. Tragen Sie einen Helm, wenn Sie Fahrrad oder Motorrad fahren, um schwere Kopfverletzungen bei einem Sturz zu vermeiden.

  • Verzichten Sie auf das Rauchen. Denn Rauchen erhöht das Risiko für einen Schlaganfall.
  • Seien Sie vorsichtig bei Risikosportarten, um eine Schädel-Hirn-Verletzung zu vermeiden.
  • Lassen Sie chronische Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck behandeln.
  • Prävention und Impfungen können vor Erkrankungen schützen.
  • Steigen Sie langsam in große Höhen auf. Wer mit dem Auto oder gar Flugzeug ins sehr hochgelegene Skigebiet schnell anreist, riskiert bereits eine Höhenkrankheit.
  • Eine gute Hygiene und regelmäßiges Händewaschen ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden.
Fachlich geprüft
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