Haut & Allergie

Wie pflegen Frauen ihren Intimbereich richtig?

Veröffentlicht am:21.05.2026

5 Minuten Lesedauer

Hygiene im Intimbereich sorgt nicht nur für Wohlbefinden, sie schützt auch vor Infektionen. Zu viel Hygiene kann allerdings schädlich sein. Was Mädchen und Frauen bei der Intimpflege beachten sollten.

Eine Frau mit einem weißen Handtuch um den Körper und einem weiteren Handtuch um den Kopf steht in einem Badezimmer. Die Person hält eine Hand an das Kinn und hat ein sichtbares Tattoo auf der Schulter. Im Hintergrund sind Fliesen, ein beleuchteter Spiegel und mehrere Flaschen auf Glasablagen zu sehen.

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Natürliche Intimpflege: Warum sollte man nur Wasser für die Vulva verwenden?

Um die Vulva, also das äußere Geschlechtsorgan inklusive innere und äußere Vulvalippen, richtig zu waschen, ist warmes Wasser völlig ausreichend. Seifen, Duschgels und Co. können dazu führen, dass die Haut im Genitalbereich austrocknet, juckt und gereizt ist. Das macht sie anfälliger für Infektionen.

Möchten Sie auf Reinigungsmittel nicht verzichten, eignen sich sehr sanfte Produkte oder seifenfreie Intimwaschlotionen, die speziell für die Reinigung des Intimbereichs vorgesehen sind. Allerdings können sie bei Menschen mit empfindlicher Haut auch Reizungen im Genitalbereich hervorrufen.

Die Vagina (ehemals Scheide) reinigt sich durch ihren natürlichen Ausfluss selbst und braucht nicht von innen gewaschen zu werden. Vaginalspülungen sind deshalb bei der regelmäßigen Reinigung überflüssig. Sie können das Vaginalmilieu sogar nachhaltig stören und zu Schmerzen, Trockenheit und Reizungen führen. Zudem steigt die Anfälligkeit für Infektionen.

Kleines Glossar: Sind Vulva und Vagina dasselbe?

Vielen Personen sind die zeitgemäßen Begriffe für die weibliche Anatomie noch nicht geläufig. Vagina hat beispielsweise den Begriff Scheide abgelöst und die Vulva ist nicht die Vagina. Denn viele Benennungen waren veraltet oder schlichtweg falsch – wie „Jungfernhäutchen“, das es nicht einmal gibt. Dies sind die korrekten Begriffe in der Frauenheilkunde:

  • Venushügel, große und kleine Schamlippen, Scheidenvorhof, Kitzler = Vulva
  • Große und kleine Schamlippen = äußere und innere Vulvalippen
  • Schamhaare = Vulvahaare oder Intimbehaarung
  • Scheide = Vagina
  • Vaginaeingang = Vaginaausgang
  • Scheidenvorhof = Vaginalvorhof
  • Jungfernhäutchen = Corona Vaginalis
  • Kitzler = Klitoris
Eine Gynäkologin erklärt: Warum sind Begriffe wie Schamlippen und Scheide veraltet?

Wie oft sollte man die äußeren Genitalien waschen?

Um Ihren Intimbereich gesund zu halten, reicht es, ihn einmal täglich zu reinigen. Waschen Sie sich zu oft, werden – ähnlich wie bei der Nutzung von Seife – der natürliche Schutzfilm und das Intimmilieu gestört. Das kann zu Infektionen führen, da dieses spezielle Intimmilieu notwendig ist, um Krankheitserreger abzuwehren. In zeitlich begrenzten Phasen wie der Menstruation, spricht nichts dagegen, sich häufiger zu waschen.

Reinigen Sie beim Waschen die Vulva, die inneren und äußeren Vulvalippen sowie den After – wischen Sie dabei aber nur von vorne nach hinten, sonst können Darmbakterien in die Harnröhre gelangen und eine Harnwegsinfektion auslösen. Wenn Sie einen Waschlappen nutzen, verwenden Sie ihn nur einmal.

Beim Abtrocknen sollten Sie für den Genitalbereich ein eigenes Handtuch benutzen. Hängen Sie es nach dem Abtrocknen am besten so auf, dass es schnell trocknen kann.

Wie sinnvoll sind Intimdeodorants oder -sprays?

Frauen, die sich bei der Intimpflege Sorgen um den Geruch im Intimbereich machen, sollten wissen: Intimdeodorants oder -sprays dürfen nur äußerlich angewendet und nicht in die Vagina gesprüht werden. Außerdem sind die Produkte parfümiert und können ebenfalls zu Hautirritationen führen. Die beste Wahl ist und bleibt lauwarmes Wasser.

National Health Service (NHS): Genital hygiene (englisch)

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Wie entfernt man bei Bedarf seine Vulvahaare richtig?

Das Rasieren und die verwendeten Rasier- und Haarentfernungsprodukte schädigen die empfindliche Haut der Genitalien. Der Grund: Wenn die Genitalhaut durch das Rasieren verletzt oder gereizt wird, kann sie ihre Schutzfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Schädliche Erreger können dann leichter eindringen und sich besser ausbreiten.

Wer nicht auf die Rasur verzichten will, sollte am besten eine Nassrasur mit einer frischen Klinge und einer milden Waschlotion oder einem Rasierschaum durchführen. Am hautschonendsten ist es, die Haare in Haarwuchsrichtung zu entfernen. Anschließend kann die Haut mit einer feuchtigkeitshaltigen Creme oder einem Balsam geplegt werden, um Rasurbrand zu vermeiden.

Eine Frau mit sportlicher Figur sitzt auf einer Holzbank in einem Umkleideraum mit weißen Fliesenwänden. Sie trägt ein türkisfarbenes Sportoberteil, eine lilafarbene kurze Hose und weiße Sportschuhe. Sie hebt ein graues Oberteil über den Kopf. Neben ihr steht eine rote Trinkflasche auf der Bank. Die Umgebung wirkt sauber und aufgeräumt.

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Die richtige Intimpflege: Verwenden Sie am besten Unterwäsche aus Baumwolle, damit die Haut im Intimbereich atmen kann.

Welche Hygieneartikel sind am besten?

Hygieneartikel wie Damenbinden und Tampons sollten nur verwendet werden, um Periodenblut aufzufangen. Tragen Sie im Alltag am besten keine synthetischen Menstruationsartikel, um den normalen Ausfluss in der Unterhose aufzufangen. Die Haut kann dann nicht richtig atmen.

Durch synthetische Menstruationsartikel kann es zudem im Intimbereich zu Hitze und übermäßigem Schwitzen kommen. Schmerzen, Juckreiz und Reizungen können die Folge sein. Für den alltäglichen Ausfluss gibt es geeignete Produkte mit Baumwollfasern, die atmungsaktiv sind.

Damit die Haut im Intimbereich atmen kann, sollten Sie auf Unterwäsche aus Baumwolle zurückgreifen und diese täglich wechseln. Unterhosen aus Kunstfasern können, ebenso wie Binden und Tampons, zu Hitze und dadurch zu Reizungen im Intimbereich führen.

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