Herz & Kreislauf
Frauengesundheit und Hitzeschutz: Frauen vor Hitze schützen
Veröffentlicht am:01.06.2026
6 Minuten Lesedauer
Hitzewellen treffen Frauen oft stärker als Männer. Ob Schwangerschaft, Stillzeit oder höheres Alter – ihr Körper reagiert sensibler auf extreme Temperaturen. Gleichzeitig steigern die Lebensumstände die Belastung. So lassen sich Risiken senken.

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Leiden Frauen wirklich mehr unter Hitze?
Frauen spüren die Auswirkungen von Hitze deutlich häufiger im Alltag. Eine repräsentative Versicherten-Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK mit über 3.000 Teilnehmenden bestätigte den Unterschied: 36,6 Prozent der Frauen berichten von Beeinträchtigungen durch Hitze, bei Männern sind es 29,3 Prozent. Damit sind Frauen häufiger betroffen und reagieren insgesamt empfindlicher auf extreme Temperaturen.
Neben den körperlichen Beschwerden spielt auch die psychische Seite eine Rolle. Frauen geben deutlich häufiger an, sich wegen Extremwetter Sorgen zu machen. Hitze wird damit nicht nur zur körperlichen, sondern auch zur emotionalen Belastung im Alltag.
Wie setzt die Hitze der Frauengesundheit zu?
Hitzebeschwerden äußern sich durch Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Probleme mit dem Kreislauf und Schlafstörungen. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK waren Abgeschlagenheit und Müdigkeit die am häufigsten genannten Symptome. Fünf Prozent der Befragten wandten sich mit ihren Hitzebeschwerden an eine Arztpraxis – zwölf Prozent gaben an, dass sie keine Praxis besucht haben, dies aber besser getan hätten.
Hitzewellen sind aber nicht „nur“ eine Gefahr für den Körper, sie können auch lebensbedrohlich werden. Im Jahr 2024 stiegen die hitzebedingten Todesfälle in beinahe allen Teilen Europas, auf zusammengezählt über 62.000 Fälle. Neben Frankreich und Italien war Deutschland mit am stärksten betroffen.
Untersuchungen ergaben: Die Menschen verstarben in der Hitzeperiode unter anderem an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren und der Atemwege, und zwar im Anschluss an die Hitzebelastung – unter ihnen viele Frauen, vor allem über 70-jährige.
Was versteht man unter einer Hitzewelle?
Eine Hitzewelle ist eine längere Phase mit ungewöhnlich hohen Temperaturen, die den Körper stark belasten kann. Entscheidend ist nicht nur, wie heiß es wird, sondern vor allem, dass die Hitze über mehrere Tage anhält. Der Deutsche Wetterdienst definiert eine Hitzewelle als Phase, in der an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine Temperatur von mehr als 28 Grad herrscht. Eine feste, weltweit einheitliche Definition gibt es aber nicht.
Warum sind Frauen stärker von Klimawandel und Hitze betroffen?
Frauen reagieren auf den Klimawandel und die Hitze häufiger empfindlich, weil bei ihnen mehrere Faktoren zusammenwirken. Neben biologischen Voraussetzungen spielen auch die Lebensbedingungen eine Rolle – beides kann die gesundheitlichen Folgen steigender Temperaturen verstärken.
Ein wichtiger Aspekt ist die Arbeitswelt. Viele Frauen arbeiten in Bereichen wie Pflege, Betreuung und Bildung. Genau diese Bereiche schätzen Menschen als besonders anfällig für Hitze und Klimafolgen ein.
Laut des vierten Gleichstellungsberichts zeigen Studien zudem strukturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen sind häufiger als Männer mehrfach belastet, etwa durch Sorgearbeit und Armut. Das erhöht ihr Risiko für klimabedingte Beschwerden.
Welche Rolle spielt die Biologie beim Thema Frauen und Klimawandel?
Geringeres Schwitzen, höherer Körperfettanteil und hormonelle Einflüsse, die empfindlicher gegenüber Temperaturveränderungen machen – die Biologie spielt beim Thema Frauen, Klimawandel und Hitze vor allem in besonders empfindliche Lebensphasen eine Rolle. Schwangere sind gegenüber Hitzestress und Flüssigkeitsmangel stärker gefährdet, weil ihr Körper weniger gut auf extreme Temperaturen reagieren kann.
Gerade in der Schwangerschaft und im Wochenbett kann die Belastung noch zunehmen. Schwangere Frauen und Wöchnerinnen leiden stärker unter den Folgen der Klimakrise, unter anderem durch körperliche Anspannung und auch durch psychische Belastungen wie Zukunftsängste.5 Neuere Studien zeigen zudem, dass die Hitzebelastung zu vermehrten Fehl- und Frühgeburten beiträgt.
Wer ist grundsätzlich besonders vom Klimawandel betroffen?
Klimasensible Gesundheitsrisiken treffen nicht alle Menschen gleich. Besonders stark betroffen sind Gruppen, die bereits im Alltag benachteiligt sind oder weniger Schutzmöglichkeiten haben. Dazu zählen Frauen, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen sowie sozial oder wirtschaftlich schlechter gestellte Bevölkerungsgruppen. Auch Menschen mit Migrations- oder Fluchterfahrung sowie ethnische Minderheiten gelten als besonders gefährdet. Hinzu kommen arme Gemeinschaften, die oft schlechteren Zugang zu Schutzmaßnahmen und medizinischer Versorgung haben.
Wie hängen Care-Arbeit und Armut mit der Frauengesundheit unter Hitze zusammen?
Frauen übernehmen in vielen Ländern häufig Aufgaben rund um die Versorgung des Haushalts, etwa mit Wasser, Lebensmitteln oder Energie. Zusätzlich kümmern sie sich mehrheitlich um pflegebedürftige Angehörige. Diese Rolle wird in hitzebedingten Belastungssituationen besonders wichtig und erhöht den Aufwand im Alltag zusätzlich.
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Welche hitzebedingten Herausforderungen erleben Frauen im Ausland?
Frauen im Ausland sind den Folgen des Klimawandels auf unterschiedlichen Ebenen ausgesetzt. Extreme Wetterereignisse und Hitzewellen wirken sich etwa durch Ernteausfälle direkt auf den Alltag aus, gleichzeitig ist der Zugang zur medizinischen Versorgung in vielen Ländern eingeschränkt.
In Krisenzeiten nimmt zudem die geschlechtsspezifische Gewalt zu. Nach Naturkatastrophen oder in Situationen mit Ressourcenknappheit treten häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe und Menschenhandel häufiger auf, was die Sicherheit von Frauen gefährdet.
Auch wirtschaftlich verschärft sich die Lage. Viele Frauen arbeiten in unsicheren, schlecht bezahlten Jobs. Sie können sich deshalb oft keine Wohnumgebung leisten, die vor Klimaveränderungen wie anhaltender Hitze ausreichend schützt.
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Wie können sich Frauen gezielt vor Hitze schützen?
Einige praktische Hinweise helfen Ihnen dabei, besser durch heiße Phasen zu kommen und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
- Sprechen Sie gezielt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über Hitzeschutz im Alltag. Besonders in bestimmten Lebensphasen, wie Schwangerschaft, Stillzeit oder höherem Lebensalter, kann eine individuelle Beratung helfen, Risiken durch Hitze besser einzuordnen und vorzubeugen.
- Planen Sie den Tag möglichst nach den Temperaturen: körperliche Aktivitäten besser in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen und starke Hitze am Mittag meiden. Auch schwere körperliche Belastung sollten Sie an sehr heißen Tagen reduzieren. Wenn Sie ein Familienmitglied pflegen, strukturieren Sie den Pflegealltag am besten mit Ihrem oder Ihrer zu pflegenden Angehörigen entsprechend um.
- Achten Sie auf einfache Hitzetipps: ausreichend trinken, schattige Orte aufsuchen, leichte und schützende Kleidung tragen sowie direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermeiden.
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