Immunsystem

Stirnhöhlenentzündung: Wie es dazu kommt und was dagegen hilft

Veröffentlicht am:22.07.2026

5 Minuten Lesedauer

Bei einem Schnupfen oder einer Erkältung können die Erreger über die Nase in die Stirnhöhlen gelangen und eine Stirnhöhlenentzündung auslösen, die meist sehr schmerzhaft ist. Wie lässt sie sich behandeln?

Ein Mann sitzt auf dem Sofa und fasst sich mit der rechten Hand an die Nasenwurzel, in der linken hält er ein Taschentuch.

© iStock / milorad kravic

Was ist eine Stirnhöhlenentzündung?

Eine akute Stirnhöhlenentzündung, in der Fachsprache Sinusitis frontalis, ist eine Form der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Sie beginnt meistens mit einer viralen Infektion der oberen Atemwege und tritt oft in den Wintermonaten auf. Dabei ist die Schleimhaut in den Stirnhöhlen entzündet.

Die Schleimhaut kleidet die Stirnhöhlen aus und bildet Flüssigkeit, die normalerweise abläuft. Durch die Entzündung schwillt die Schleimhaut an, der Abfluss ist blockiert und die Flüssigkeit staut sich. Erreger können sich nun gut vermehren. Betroffen sind vor allem Jungen und junge Männer bis 20 Jahre.

Neben Viren können auch Bakterien die Stirnhöhlenentzündung auslösen, die in der Regel nur auf einer Seite auftritt. Eine akute bakterielle Stirnhöhlenentzündung kommt relativ selten vor, sie kann aber zu schweren Komplikationen führen, insbesondere durch die Nähe der Stirnhöhlen zu den Augenhöhlen und dem Gehirn.

Was sind die Nasennebenhöhlen?

Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume im Gesichtsschädel, die neben, über und hinter der Nase liegen. Sie sind mit Luft gefüllt und durch enge Öffnungen mit der Nasenhaupthöhle verbunden. Über diese Öffnungen fließt das Sekret ab und sie werden darüber belüftet.

Zu den Nasennebenhöhlen gehören die beiden Kieferhöhlen im Oberkieferbereich, die Keilbeinhöhlen hinter der Nase, die Siebbeinzellen schräg über oder hinter der Nase und die Stirnhöhlen darüber. Die Funktion der Nasennebenhöhlen ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch dienen sie unter anderem der Infektionsabwehr.

Wo befinden sich die Stirnhöhlen und was zeichnet sie aus?

Links und rechts über der Nase beziehungsweise den Augenhöhlen befinden sich zwei Hohlräume, die als Stirnhöhlen bezeichnet werden. Durch eine knorpelige Wand (Septum interfrontale) sind sie voneinander getrennt. Ihre Hinterwand gehört zur vorderen Schädelbasis, der Boden grenzt an die Augenhöhlen.

Die Stirnhöhlen entwickeln sich erst nach der Geburt und sind oft unterschiedlich groß. Ihre Schleimhaut ist mit winzigen Flimmerhärchen besetzt, die das schleimige Sekret, das zur Selbstreinigung produziert wird, Richtung Rachen transportieren und dann von dort in den Magen.

Erreger, die über die Nase in die Stirnhöhlen gelangen, können von dort über den Rachen in den Magen gelangen und von der Magensäure unschädlich gemacht werden. Die Stirnhöhlen und die Keilbeinhöhlen entzünden sich eher selten, die Siebbeinzellen und die Kieferhöhlen dagegen häufiger. In vielen Fällen sind mehrere gleichzeitig entzündet.

Können bei einer Stirnhöhlenentzündung Komplikationen auftreten?

Komplikationen sind bei der bakteriellen Form zwar bekannt, aber sehr selten. Die Infektion kann sich über die Venen in Hirnhaut, Gehirn und Augenhöhle ausbreiten und auf benachbarte Knochen übergreifen.

Ist das Knochenmark des Stirnbeins befallen, kann eine Osteomyelitis (Knochenentzündung) die Folge sein. Daraus kann sich ein Pott-Puffy-Tumor (Abszess) an der Stirn entwickeln. Er ist selten, aber schwerwiegend. Symptome sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Nackensteife, Anfälle oder Lichtempfindlichkeit.

Insgesamt sind Komplikationen, die sich auf Gehirn oder Augenhöhle ausbreiten, bei bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündungen jedoch selten. In den Niederlanden liegt die Rate nach Angaben einer niederländischen Studie bei Kindern bei 1:12.000 und bei Erwachsenen bei 1:32.000.

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Welche Symptome treten bei einer Stirnhöhlenentzündung auf?

Frontalkopfschmerzen sind das häufigste Symptom der akuten Stirnhöhlenentzündung. Außerdem ist die Nase in der Regel verstopft. Weitere Symptome sind:

  • Fieber,
  • Abgeschlagenheit,
  • Unwohlsein und
  • eine ausgeprägte Druckempfindlichkeit im Bereich der Stirn.

Hat sich die Entzündung auf die Augenhöhle ausgebreitet, kann in seltenen Fällen die Sehschärfe vermindert sein. Bei Komplikationen sind vereinzelt Lichtempfindlichkeit und Krampfanfälle möglich.

Wie wird eine Stirnhöhlenentzündung diagnostiziert?

Nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) führt der behandelnde Arzt oder die Ärztin eine körperliche Untersuchung durch. Ein besonderer Fokus liegt auf neurologischen und ophthalmologischen Symptomen und Anzeichen.

Hat sich die Entzündung auf Augen und Gehirn ausgebreitet, sind weitere Untersuchungen von Spezialisten beziehungsweise Spezialistinnen notwendig.

  • Durch eine Nasenendoskopie (Nasenspiegelung) können Ärzte und Ärztinnen die Nasengänge und Nasennebenhöhlen beurteilen und währenddessen Material entnehmen, um es zu kultivieren.
  • Mithilfe einer Lumbalpunktion wird Liquor (Nervenwasser) aus dem Rückenmark entnommen, um eine Meningitis auszuschließen.
  • Bildgebende Verfahren werden bei Verdacht auf einen Abszess im Hirnbereich eingesetzt.
Eine Frau hat ein Handtuch über ihren Kopf gelegt und beugt ihn über einen Kochtopf, um den Dampf zu inhalieren.

© iStock / Filippo Arteconi

Bei einer Stirnhöhlenentzündung ist das Inhalieren von Kamillendampf wohtuend.

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Wie wird die Stirnhöhlenentzündung behandelt?

Die Behandlung einer Stirnhöhlenentzündung hängt von den Auslösern ab. Gut geeignet sind zunächst Inhalationen mit Kamilliendampf sowie Nasensprays zum Abschwellen der Schleimhaut. Gegen die Kopfschmerzen helfen Mittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol.

Falls der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin Bakterien als Ursache der Stirnhöhlenentzündung vermutet oder die betroffene Person starke Schmerzen hat und hohe Entzündungswerte vorliegen, können Antibiotika verordnet werden. In Einzelfällen kommen auch Kortikosteroide infrage.

Flüssigkeit oder Eiter können mit chirurgischen Drainageverfahren abgeleitet werden. Ein Abszess wird durch einen chirurgischen Eingriff entfernt.

Fachlich geprüft
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