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Erkältungen – so beugen Sie ihnen vor

Zwei Kinder toben im herbstlichen Wald und beugen damit Erkältungen vor.

© iStock / monkeybusinessimages

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 19.11.2021

Der Hals kratzt, die Nase läuft und ständig muss man husten: Erkältungen sind vor allem in der kalten Jahreszeit häufig. Ein paar einfache Maßnahmen helfen jedoch, die Erreger weitgehend in Schach zu halten und dem Schnupfen vorzubeugen.

Inhalte im Überblick

    Erkältungen: Das steckt dahinter

    Erkältungen sind zwar fast immer harmlos, aber dennoch lästig. Ihre Erreger, eine Vielzahl unterschiedlicher Viren, werden über winzige Tröpfchen, wie sie beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen entstehen, in der Luft verbreitet. Setzen sie sich ab, können sie – etwa auf Türklinken, Haltegriffen oder anderen Oberflächen – meist viele Stunden überleben und so andere Menschen infizieren.

    Vor allem in der feuchtkalten Jahreszeit sind Erkältungen häufig. Erwachsene sind im Schnitt zwei- bis viermal im Jahr erkältet. Kinder bringen sogar sechs- bis zehnmal im Jahr eine Erkältung mit nach Hause.

    In den meisten Fällen bleibt es bei den klassischen Anzeichen wie Halsschmerzen, Husten und Schnupfen. Manchmal kommen jedoch auch weitere Symptome wie leichtes Fieber, Mattheit oder Kopf- und Gliederschmerzen hinzu. In der Regel sind die meisten Beschwerden nach rund einer Woche wieder verschwunden. Nur der Husten hält sich zuweilen etwas länger.

    Wie kann ich einer Erkältung vorbeugen?

    Oft wird eine Erkältung auch als grippaler Infekt bezeichnet. Mit einer echten Grippe, der Influenza, hat sie jedoch nur wenig zu tun. Eine Influenza geht meist mit viel schwereren Symptomen, vor allem höherem Fieber, einher und macht sich anders als eine Erkältung durch einen sehr plötzlichen Krankheitsbeginn bemerkbar. Einer echten Grippe kann man zudem mit einer Impfung vorbeugen – gegen Erkältungskrankheiten gibt es hingegen keinen wirksamen Impfstoff. Das liegt vor allem daran, dass es so viele verschiedene Erkältungsviren gibt. Aus diesem Grund ist man nach einer überstandenen Erkältung auch nicht automatisch vor der nächsten geschützt. Unser Immunsystem muss immer wieder aufs Neue lernen, die Erreger zu bekämpfen.

    Die bekannten Hygienemaßnahmen schützen auch vor Erkältungen

    Spätestens mit Beginn der Corona-Pandemie haben wir alle gelernt, wie wir uns vor einer Ansteckung mit Viren optimal schützen. Die bekannten Regeln, etwa zu den Themen Abstand, Händewaschen und Lüften, beugen nicht nur Covid-19, sondern auch simplen Erkältungskrankheiten vor. Dazu gehören:

    • Abstand in größeren Menschenmengen zu halten ist ein gutes Mittel, um sich vor Infektionen zu schützen.
    • Ein höfliches Händeschütteln oder eine freundschaftliche Umarmung sollte besser ausfallen, wenn eine Person erkältet ist.
    • Um andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen, niest oder hustet man in ein Taschentuch oder zur Not auch in die Armbeuge – und besser nicht in die Hand.
    • Regelmäßiges und richtiges Händewaschen mit Wasser und Seife verringert die Zahl der Krankheitserreger auf den Händen ebenfalls. Zumindest vor jedem Essen und wenn man – zum Beispiel von der Arbeit, der Schule oder dem Einkauf – nach Hause kommt, sollten die Hände grundsätzlich gewaschen werden. Das verringert die Chance, dass Viren von den Händen auf die Schleimhäute des Mundes, der Nase oder der Augen gelangen und sich dort vermehren. Unterwegs, wenn Händewaschen nicht möglich ist, erfüllen Handdesinfektionsmittel den gleichen Zweck.
    • Zusätzlich sollten Wohn- und Arbeitsräume regelmäßig gelüftet werden, um in der Luft befindliche Aerosole – feinste Flüssigkeitströpfchen, die mit Viren verunreinigt sein können – zu entfernen.
    Ein Mann niest in die Ellenbeuge.
    Damit sich die Viren nicht überall verteilen können, niesen und husten Sie besser in ein Taschentuch oder in die Armbeuge.

    © iStock / Drazen Zigic

    Ein starkes Immunsystem wehrt Erkältungsviren leichter ab

    Sich vor einem Kontakt mit den Erregern zu schützen, ist nur ein möglicher Weg, um Erkältungen vorzubeugen. Eine weitere wichtige Maßnahme ist es, das eigene Immunsystem zu stärken, damit es den Kampf gegen die Viren leichter aufnehmen kann. Sinnvoll ist, auf die folgenden Aspekte zu achten:

    • Erholsam schlafen: Ein Erwachsener sollte nachts etwa sieben bis acht Stunden schlafen, Kinder je nach Alter deutlich länger. Nur so kann der Körper sich erholen und das Immunsystem gestärkt werden. Auch die Schlafhygiene ist dabei wichtig, um einen erholsamen Schlaf zu ermöglichen.
    • Regelmäßig bewegen: Körperliche Aktivitäten, am besten an der frischen Luft, senken das Erkältungsrisiko ebenfalls.
    • Sich gesund ernähren: Abwechslungsreiche Mahlzeiten mit viel frischem Gemüse, Obst und Vollkornprodukten stärken das Immunsystem ebenfalls und sind ein geeignetes Hausmittel, um Schnupfen vorzubeugen. Auf größere Mengen Alkohol und aufs Rauchen sollte man hingegen unbedingt verzichten.

    Nahrungsergänzungsmittel sind selten nötig

    Als wenig wirksam, um Erkältungen vorzubeugen, haben sich in Studien Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin C, Zink oder pflanzliche Wirkstoffe herausgestellt. Vitamin C beispielsweise konnte allenfalls bei Menschen, die intensiven Sport betreiben, etwa für einen Marathonlauf trainieren, das Erkältungsrisiko erkennbar senken. Bei allen anderen verringerte selbst eine langfristige Einnahme hochdosierter Vitamin-C-Präparate lediglich die Erkrankungsdauer – und das im Schnitt auch nur um etwa einen halben Tag.

    Was tun bei den ersten Anzeichen einer Erkältung?

    Wen die Erkältungsviren trotz aller vorbeugenden Maßnahmen erwischt haben, tut gut daran, zu Hause zu bleiben und sich auszuruhen. Erstens wird das Immunsystem mit den Erregern auf diese Weise leichter fertig, zweitens verhindert man so, weitere Menschen anzustecken.

    Wer fieberfrei ist und sich fit genug fühlt, kann zudem kleinere Spaziergänge an der frischen Luft unternehmen. Der Kreislauf wird leicht angeregt und die feuchte Luft draußen verhindert, dass die Schleimhäute zu sehr austrocknen und die Viren sich dann noch leichter in ihnen vermehren.

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