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Erkältung im Sommer: Wo lauern die Gefahren?

Eine Frau niest, sie hatte eine Sommergrippe.

© iStock / blackCAT

Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 15.09.2021

Eben noch im Freibad in der Sonne gelegen – und im nächsten Moment kratzt der Hals. Wer kennt es nicht: Mit der Hitze kommt oft fast genauso schnell die erste Erkältung. Husten, Schnupfen, Halsschmerzen – manchmal auch alles gleichzeitig. Umgangssprachlich werden die Beschwerden oft als Sommergrippe bezeichnet, doch in Wahrheit handelt es sich um eine Erkältung. Wo verstecken sich die Fallen und wie lassen sie sich umgehen?

Inhalte im Überblick

    Warum erkältet man sich im Sommer?

    Normalerweise sorgen unsere Schleimhäute in Nase, Rachen und Nebenhöhlen dafür, dass Krankheitserreger keine Chance haben, in die Körperzellen einzudringen und eine Infektion auszulösen. Sind die Schleimhäute aber zum Beispiel sehr trocken oder schlecht durchblutet, haben sie leichtes Spiel. Kommt noch ein geschwächtes Immunsystem hinzu, können die eingedrungenen Keime sich einfacher vermehren und zu einer Erkältung führen. Es gibt verschiedene Faktoren, die die körpereigene Abwehr auch im Sommer vorübergehend beeinträchtigen. Dazu gehören zum Beispiel:

    • Unterkühlung des Körpers (zum Beispiel durch nasse Badekleidung, offene Schuhe bei kühlen Temperaturen oder Wind)
    • Temperaturschwankungen (zum Beispiel durch Klimaanlagen)
    • lange Sonnenbäder
    • starke körperliche Anstrengung bei hohen Temperaturen

    Erkältung im Sommer: auslösende Viren

    Im Winter sind in der Regel die klassischen Erkältungsviren wie Rhinoviren die häufigsten Auslöser für eine Erkältung. Im Sommer spielen dagegen vermehrt sogenannte Enteroviren eine Rolle für Infektionen. Enteroviren kommen im Magen-Darm-Trakt des Menschen vor und fühlen sich bei wärmeren Temperaturen besonders wohl. Sie werden vor allem durch Schmierinfektion übertragen, also zum Beispiel durch Händeschütteln, Badewasser oder Gegenstände. Über die verschmutzen Hände gelangen die Viren an Mund und Nase und von dort aus in die Atemwege.

    Sommergrippe oder grippaler Infekt?

    Der Begriff Sommergrippe ist irreführend, denn Auslöser der echten Grippe (Influenza) sind sogenannte Influenzaviren. Diese können sich in der Regel nur bei kälteren Temperaturen, also in den Herbst- und Wintermonaten, gut vermehren. Im Sommer handelt es sich daher normalerweise um einen grippalen Infekt und nicht um eine Grippe. Typische Symptome der Sommergrippe sind vor allem eine beeinträchtigte Nasenatmung sowie Husten und gelegentlich Halsschmerzen sowie leichtes Fieber. Eine echte Grippe hingegen äußert sich durch einen sehr plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Husten und Halsschmerzen, begleitet von Kopf- und/oder Gliederschmerzen und meist schwerem Krankheitsgefühl.

    Ein junges Mädchen friert nach dem Baden.
    Auch kleine Wasserratten sollten nicht zu lange in kaltem Wasser baden und am besten direkt danach ihre nassen Badesachen wechseln.

    © iStock / Ivan-balvan

    Was hilft gegen die Sommergrippe?

    Die Behandlung einer Erkältung im Sommer richtet sich wie im Winter nach den vorhandenen Symptomen. Es gibt kein Medikament, das gegen die Ursache der Erkältung, also die Viren, wirkt. Antibiotika können gegen Viren nichts ausrichten, daher kommen sie nur zum Einsatz, wenn es zum Beispiel durch eine zusätzliche Infektion mit Bakterien zu Komplikationen kommt.

    Verschiedene Maßnahmen können aber die Beschwerden lindern. Zuallererst ist es wichtig, dem Körper Ruhe zu gönnen – auch wenn das im Sommer schwerfällt. Das aber gibt dem Immunsystem die Möglichkeit, die Krankheitserreger besser zu bekämpfen.

    Das hilft gegen Erkältungssymptome

    Die Inhalation mit Wasserdampf kann die Nasenschleimhäute befeuchten und auch für eine gewisse Zeit beruhigen.

    Abschwellende Nasensprays oder -tropfen können die Atmung bei einer verstopften Nase erleichtern. Es ist allerdings ratsam, sie nicht länger als eine Woche anzuwenden, da sonst ein Gewöhnungseffekt eintritt.

    Pflanzliche Arzneimittel wie spezielle Extrakte aus Efeu, Eukalyptus, Primelwurzel, Pelargonienwurzel und Thymian, können Symptome wie Husten lindern – ebenso wie Honig.

    Wie kann man einer Erkältung im Sommer vorbeugen?

    Verschiedene Verhaltensregeln können helfen, einer Sommergrippe vorzubeugen:

    1. Achten Sie auch im Sommer auf eine gute Hygiene. Häufiges Händewaschen, der Verzicht auf Händeschütteln sowie Husten und Niesen in die Armbeuge können helfen, einer Infektion mit Viren vorzubeugen.
    2. Vermeiden Sie ein Auskühlen des Körpers. Das heißt zum Beispiel: nasse Badesachen am besten wechseln, nicht zu lange im kalten Wasser baden und auf richtige Kleidung achten (beispielsweise für abends einen Pullover und geschlossene Schuhe einpacken). Auch kalte Getränke und Eiswürfel können den Organismus stressen.
    3. Klimaanlagen können nicht nur für Unterkühlungen sorgen, sie trocknen auch die Schleimhäute aus. Wer sich zum Beispiel berufsbedingt viel in klimatisierten Räumen aufhält, kann mit Meerwassersprays die Nasenschleimhäute befeuchten.
    4. Achten Sie darauf, sich nicht direkter Zugluft (etwa durch offene Fenster oder im Auto) auszusetzen. Auch diese kann dafür sorgen, dass der Körper unbemerkt auskühlt und die Schleimhäute austrocknen.
    5. Große Hitze und starke Sonneneinstrahlung stressen den Körper und schwächen das Immunsystem. Vermeiden Sie daher lange Sonnenbäder und verlegen Sie Ihr Sportprogramm lieber auf den frühen Morgen oder späten Abend, wenn die Temperaturen kühler sind.
    6. Ein gesunder Lebensstil mit abwechslungsreicher Ernährung, ausreichend Bewegung, wenig Stress und genügend Schlaf stärkt das Immunsystem und kann einer Erkältung auch im Sommer vorbeugen.

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