Haut & Allergie
Tattoos: Alles zu den gesundheitlichen Aspekten und zur richtigen Pflege
Wer sich ein Tattoo stechen lassen möchte, sollte sich nicht nur Gedanken über das Motiv und die passende Körperstelle machen. Wie Sie gesundheitliche Risiken gering halten und lange etwas von Ihrem Hautschmuck haben.

© iStock / Xeniya Stetsenko
Worauf muss ich vor dem Stechen eines Tattoos achten?
Sich eine Tätowierung beziehungsweise ein Tattoo stechen zu lassen, ist in der Regel eine Entscheidung fürs Leben. Das Tattoo wird in die sogenannte Lederhaut (Dermis) gestochen, die sich – anders als die darüberliegende Oberhaut (Epidermis) – nicht regelmäßig erneuert. So bleiben auch die Farben dauerhaft erhalten.
Aus diesem Grund sollten alle, die sich tätowieren lassen möchten, vorab ein paar Punkte beachten, damit sie gut mit dem neuen Hautschmuck leben können.
Wie finde ich das richtige Tattoo-Studio?
Wählen Sie ein seriöses Tattoo-Studio, das hohe Hygienestandards erfüllt und nach der Norm DIN EN 17169 arbeitet. Seit 2022 dürfen laut der europäischen REACH-Verordnung bestimmte gesundheitsschädliche Stoffe nicht mehr in Tattoofarben verwendet werden. In Deutschland ist dies in der sogenannten Tätowiermittel-Verordnung geregelt. Sie können sich Informationen zu den im Studio verwendeten Farben auch schriftlich geben lassen.
Vergleichen Sie mehrere Studios, sehen Sie sich die Räume an und sprechen Sie vorab mit den Tätowiererinnen und Tätowierern. Diese sollten auch auf Sie als Kundin oder Kunden zugehen und erklären, was beim Stechen eines Tattoos passiert und wie die Abläufe sind.
Seriöse Tattoo-Studios klären zudem detailliert über Gesundheitsrisiken auf und fragen nach möglichen Allergien. Das Bundesumweltministerium hat eine Checkliste zur Auswahl des Tattoo-Studios veröffentlicht.
Wie kann ich mich auf das Tätowieren vorbereiten?
Wer sich tätowieren lassen möchte, sollte sich zunächst ausreichend Zeit nehmen, um ein passendes Motiv auszuwählen. Auch die Körperstelle sollte gut überlegt sein. In welchen Situationen soll das Tattoo für wen sichtbar sein, beispielsweise im Job?
Diese Tipps können bei der persönlichen Vorbereitung auf ein Tattoo helfen:
- Checken Sie Ihren Impfstatus und prüfen Sie, ob wichtige Impfungen wie Tetanus oder Hepatitis aktuell sind.
- Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen, sprechen Sie vor dem Termin mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
- Gehen Sie ausgeruht und entspannt in den Termin. Essen Sie vorher eine Kleinigkeit und bringen Sie sich etwas zu trinken mit.
- Falls das Studio Minderjährige tätowiert, sollten Personen unter 18 Jahren eine Einverständniserklärung der Eltern mitbringen.
Welche gesundheitlichen Risiken gibt es beim Tattoo-Stechen?
Das Stechen einer Tätowierung und die verwendeten Farben bergen auch gesundheitliche Risiken. Darum ist es wichtig, diese im Blick zu behalten.
- Infektionen: Das Tätowieren verursacht kleine Wunden, die sich entzünden können. Mangelnde Hygiene im Tattoo-Studio sowie in den ersten Tagen danach kann dazu führen, dass Bakterien, Viren oder Pilze in die Wunde gelangen.
- Allergien: Tattoo-Farben können allergische Reaktionen auslösen, besonders bestimmte Farbpigmente oder Bestandteile wie Nickel oder Konservierungsstoffe. Dies kann auch erst Jahre nach dem Stechen auftreten.
- Farbstoffe im Körper: Ein Teil der Farben bleibt dauerhaft in der Haut, andere Pigmente können sich im Körper verteilen und sich beispielsweise in den Lymphknoten ablagern. Einige Farbstoffe und Chemikalien stehen zudem unter Verdacht, langfristig gesundheitsschädlich zu sein.
- Schwierigkeiten bei der Entfernung: Die Entfernung eines Tattoos ist oft kostspielig und schmerzhaft. Dabei ist sie nicht immer vollständig möglich, oder es bleiben unschöne Narben und Pigmentstörungen zurück.
Zahlt die gesetzliche Krankenversicherung bei Problemen mit dem Tattoo?
Laut Gesetz sind Krankenkassen dazu verpflichtet, Patientinnen und Patienten an den Kosten zu beteiligen, die durch medizinische Behandlungen in Folge einer Tätowierung entstehen. Die Kosten für das Entfernen oder ein Cover-up tragen Sie in der Regel selbst.
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Wann sollte man sich nicht tätowieren lassen?
Das Tätowieren kann eine Belastung für den Körper darstellen. In einigen Fällen ist Vorsicht geboten. Wenn Sie unter bestimmten Krankheiten oder Gesundheitsproblemen leiden, sollten Sie sich vorab ärztlichen Rat einholen:
- Schwaches Immunsystem: Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind anfälliger für Infektionen, die beim Tätowieren durch die offene Wunde entstehen können.
- Chronische Erkrankungen: Wer an Diabetes, einer Bluterkrankheit (Hämophilie) oder Herzkrankheit leidet, sollte besonders vorsichtig sein und die gesundheitlichen Risiken mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.
- Schwangere und Stillende sollten auf Tätowierungen in jedem Fall verzichten, da der Eingriff unnötigen Stress für den Körper bedeutet und Risiken für Mutter und Kind bergen könnte.
Was kann ich tun, wenn ich gesundheitliche Probleme mit einem Tattoo bekomme?
Wenn Sie nach dem Tätowieren gesundheitliche Beschwerden haben, ist es wichtig, schnell zu handeln, um Komplikationen zu vermeiden. Bei folgenden Problemen sollte die erste Anlaufstelle die hausärztliche Praxis sein:
- Anzeichen von Infektionen wie Rötungen, Schwellungen, Schmerzen und Entzündungen an der tätowierten Haut oder Fieber
- allergische Reaktionen wie Juckreiz, Ausschlag oder andere ungewöhnliche Hautreaktionen, die durch Tattoo-Farben ausgelöst werden
- langfristige oder spätere Beschwerden wie Verfärbungen der Haut oder Veränderungen im Bereich des Tattoos
Worauf muss ich bei der Tattoo-Pflege achten?
Ein frisches Tattoo ist oft ein kleines Kunstwerk, aber gleichzeitig eine offene Wunde. Damit die Heilung problemlos verläuft und Ihr Tattoo lange schön bleibt, ist die richtige Nachsorge besonders wichtig.
Worauf sollte ich in den ersten Tagen nach einer Tätowierung achten?
Mit diesen einfachen Schritten sorgen Sie dafür, dass Ihr Tattoo schnell und ohne Probleme verheilt:
- Hygiene: Waschen Sie sich immer gründlich die Hände, bevor Sie das Tattoo berühren, damit keine Keime an die Haut gelangen.
- Schutzverband: Ein Folienverband sollte etwa zwei Tage geschlossen bleiben. Danach können Sie das Tattoo mit lauwarmem Wasser und milder Seife reinigen. Tupfen Sie es vorsichtig trocken und tragen Sie eine dünne Schicht Wund- und Heilsalbe auf.
- Regelmäßig frische Luft: Das unterstützt die Heilung. Tragen Sie regelmäßig, aber sparsam eine geeignete Wund- und Heilsalbe auf. Achten Sie darauf, dass das Tattoo weder austrocknet noch aufweicht.
Was sollte ich mit meinem frischen Tattoo besser nicht machen?
Durch diese einfachen Maßnahmen vermeiden Sie gesundheitliche Komplikationen und sorgen dafür, dass Ihr Tattoo gut heilt und langfristig schön bleibt:
- Nicht kratzen: Auch wenn es juckt – Kratzen kann Narben verursachen.
- Nicht zu viel Feuchtigkeit: Vermeiden Sie langes Duschen, Baden, Schwimmbäder oder Seen, damit die Haut mit dem Tattoo nicht aufweicht.
- Keine starke körperliche Belastung: Sport, Sauna und Schwitzen strapazieren die Haut und stören den Heilungsprozess.
- Nicht in die Sonne: Direkte Sonnenstrahlen oder Solarium reizen die Haut und schädigen ihre Pigmente, wodurch das Tattoo verblassen kann. Zudem ist die tätowierte Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung.
- Vermeiden Sie Staub und Schmutz auf der tätowierten Haut.
- Keine fusselige Kleidung: Verhindern Sie, dass Kleidung, Schmuck oder Uhren am Tattoo scheuern.

© iStock / RgStudio
Was muss ich wissen, wenn ich ein Tattoo wieder entfernen lassen möchte?
Eine Tätowierung wieder zu entfernen, ist oft schwierig und kostenintensiv. Da es sich dabei in der Regel um eine kosmetische Maßnahme handelt, übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten gewöhnlich nicht.
Wie kann ich mir ein Tattoo mit Laser entfernen lassen?
Die gängigste und bekannteste Methode, um eine Tätowierung zu entfernen, ist die Laserbehandlung. Je nach Größe des Tattoos sind hierfür oft mehrere Sitzungen nötig. Zudem gibt es Risiken und Spätfolgen, und der Erfolg ist möglicherweise begrenzt.
- Risiken: Bei nicht sachgemäßer Behandlung kann es zu Nebenwirkungen wie Verbrennungen und Narben kommen. Die Haut kann sich entzünden, auch Veränderungen der Pigmentierung sind möglich.
- Spätfolgen: Der Laser „zerlegt“ die Tattoo-Farben in kleinste Bestandteile. Welche chemischen Verbindungen dabei entstehen und wie diese langfristig im Körper wirken, ist bislang wissenschaftlich kaum erforscht.
- Erfolg: Auch in 5 bis 20 Sitzungen lassen sich einige Tattoos nicht vollständig entfernen.
Wer darf Tattoos mit einem Laser entfernen?
Die Entfernung eines Tattoos durch Laser fällt seit dem 31. Dezember 2020 unter den sogenannten Arztvorbehalt. Deswegen dürfen nur approbierte Ärztinnen und Ärzte mit entsprechender Weiterbildung eine Tätowierung entfernen. Tattoo-Studios dürfen die Entfernung nicht durchführen. Dies ist in der sogenannten NiS-Verordnung (NiS-V) geregelt.
Lassen Sie sich in einer dermatologischen Praxis beraten, die sich mit der Laserbehandlung von Tattoos auskennt, wenn Sie an einer Entfernung per Laser interessiert sind. Informationen zu entsprechenden Praxen gibt es beispielsweise auf der Webseite der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft.
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Von welchen Methoden der Tattoo-Entfernung raten Fachleute ab?
Neben dem Lasern gibt es weitere Möglichkeiten, ein Tattoo zu entfernen. Jedoch sind diese meist noch weniger zu empfehlen:
- Operation: Ein Tattoo kann operativ durch Herausschneiden entfernt werden, wobei immer eine Narbe zurückbleibt. Größere Tattoos lassen sich meist nicht in einem einzigen Eingriff vollständig entfernen.
- mechanisch oder chemisch: Durch „Abschleifen“ oder ein chemisches Peeling wird die Haut abgetragen. Dabei entsteht eine großflächige Wunde, die sich leicht infizieren kann. Auch Narben, helle Flecken oder Hautstellen ohne natürliche Pigmente können zurückbleiben.
- flüssige Tattoo-Entferner: Hierbei werden Säuren oder Laugen in hoher Konzentration oder Enzyme unter die äußere Hautschicht gespritzt. Das kann die Haut verätzen sowie Narben und dauerhafte Hautschäden verursachen.
Cover-up: Wie kann ich ein Tattoo überdecken lassen?
Wer mit dem Motiv eines Tattoos unzufrieden ist oder den Namen des Ex-Freundes oder der Ex-Freundin nicht mehr auf seiner Haut zur Schau stellen möchte, kann dies übertätowieren lassen. Allerdings muss das neue Tattoo größer und dunkler sein als das bisherige, um dieses vollständig abzudecken.
Selbst wenn Sie die erste Tätowierung gut vertragen haben, bedeutet es nicht, dass das Cover-up ohne Komplikationen bleibt. Auch hier sind allergische Reaktionen oder Entzündungen der Haut möglich.
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz: Broschüre: Tattoo Checken, was sicher ist.
Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit: Safer Tattoo.
Bundesamt für Strahlenschutz: Entfernung von Tattoos.







