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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome, Ursachen und Therapie verständlich erklärt
Veröffentlicht am:24.09.2026
12 Minuten Lesedauer
Ein Pankreaskarzinom entwickelt sich meist unbemerkt und zeigt erst spät Symptome. Das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs lässt sich jedoch senken, indem man vermeidbare Faktoren wie Rauchen oder Alkohol reduziert.

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Inhalte im Überblick
- Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?
- Welche Symptome treten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auf?
- Welche Ursachen hat Bauchspeicheldrüsenkrebs?
- Gibt es eine Früherkennung für Bauchspeicheldrüsenkrebs?
- Diagnose: Wie erkennt man Bauchspeicheldrüsenkrebs?
- Therapie: Wie wird Bauchspeicheldrüsenkrebs behandelt?
- Wie läuft eine Reha bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ab?
- Wie sieht die Nachsorge bei Bauchspeicheldrüsenkrebs aus?
- Wie gelingt ein Leben mit Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). In der Bauchspeicheldrüse gibt es verschiedene Gewebearten: das exokrine und das endokrine Gewebe. In beiden Geweben kann ein Karzinom entstehen. Wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs streut, siedeln sich Metastasen oft in Lunge, Leber oder Knochen ab.
Die Bauchspeicheldrüse erfüllt zwei lebenswichtige Aufgaben: Im exokrinen Gewebe produziert sie Verdauungssäfte, die über die Pankreasgänge in den Darm gelangen. Im endokrinen Gewebe stellt sie Hormone wie Glukagon und Insulin her, die den Blutzuckerspiegel regulieren.
Häufiger entsteht Bauchspeicheldrüsenkrebs im exokrinen Teil des Pankreas. Fachleute sprechen dabei von einem exokrinen duktalen Adenokarzinom. Auf diese Form bezieht sich dieser Artikel. Deutlich seltener entwickeln sich Tumore im endokrinen Gewebe. Diese werden als Neuroendokrine Tumore (NET) des Pankreas bezeichnet.
Welche Symptome treten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auf?
Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht in frühen Stadien oft keine oder nur unspezifische Beschwerden. Das sind Symptome, die auch bei anderen Erkrankungen des Bauchraums auftreten können.
Deshalb wird ein Pankreaskarzinom oft erst erkannt, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Das wirkt sich ungünstig auf die Prognose aus.
Welche unspezifischen Symptome können bei einem Pankreaskarzinom auftreten?
- unspezifische Schmerzen im Oberbauch oder Rücken
- Appetitmangel und unbeabsichtigter Gewichtsverlust
- Übelkeit
- Fettstühle: Der Stuhlgang ist heller als gewohnt, schmierig, klebrig oder glänzend.
- Störungen der Insulinproduktion: Betroffene können Diabetes mellitus entwickeln.
Welche Symptome treten erst im fortgeschrittenen Stadium von Bauchspeicheldrüsenkrebs auf?
Im weiteren Verlauf können folgende Symptome hinzukommen:
- gürtelförmige Schmerzen, die auch in den Rücken ziehen
- Verdauungsstörungen
- Gelbsucht
- Wasseransammlungen im Bauchraum (Aszites)
- gestörte Blutgerinnung; dadurch können Blutgerinnsel in den Gefäßen entstehen (Thrombosen)
Wenn die Beschwerden länger als zwei bis vier Wochen anhalten oder Symptome ohne klare Ursache auftreten, sollte man seine Hausärztin oder seinen Hausarzt aufsuchen. Dort lässt sich abklären, was hinter den Beschwerden steckt und ob weitere Untersuchungen nötig sind.
Wer ist von Bauchspeicheldrüsenkrebs betroffen?
Im Jahr 2023 erkrankten in Deutschland 19.860 Menschen an einem Pankreaskarzinom. Aufgrund der oft späten Diagnose und deshalb ungünstigen Prognose ist der Großteil der Betroffenen an den Folgen des Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Seit den 1990er Jahren nimmt die Zahl der Erkrankungen in höheren Altersgruppen zu. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt bei Frauen 76 Jahre und bei Männern 72 Jahre.
Welche Ursachen hat Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Die genauen Ursachen von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind bislang unbekannt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die das Risiko für ein Pankreaskarzinom erhöhen können.
Welche Risikofaktoren gibt es?
- aktives und passives Rauchen
- starkes Übergewicht (Adipositas)
- hoher Alkoholkonsum
- bestimmte Vorerkrankungen wie chronische Pankreatitis oder Typ-2-Diabetes
- Familiäre Belastung: Das Risiko ist deutlich erhöht, wenn mindestens zwei Verwandte ersten Grades (Eltern, Kinder oder Geschwister) an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind. Je mehr erstgradig Verwandte an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken, desto höher ist das Risiko.
- Genetische Krankheitsbilder: Sehr seltene genetische Störungen (Syndrome) wie das FAMMM-Syndrom oder das Peutz-Jeghers-Syndrom können ein Pankreaskarzinom begünstigen. Auch Menschen mit einer BRCA2-Mutation haben ein erhöhtes Risiko.
Familiäre Vorbelastungen und genetische Krankheitsbilder lösen dabei vergleichsweise selten Bauchspeicheldrüsenkrebs aus. Der individuelle Lebensstil spielt beim Erkrankungsrisiko eine größere Rolle.
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Wie kann man Bauchspeicheldrüsenkrebs vorbeugen?
Einen sicheren Schutz vor Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es nicht. Das Risiko lässt sich jedoch senken, indem man Faktoren wie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum vermeidet. Auch eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung tragen dazu bei, dem Risikofaktor Übergewicht vorzubeugen.
Gibt es eine Früherkennung für Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Für Menschen ohne erhöhtes Risiko empfehlen Fachleute keine Untersuchungen zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bei Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko ist es anders. Für sie stehen spezielle Untersuchungen zur Verfügung.
Dabei kommen verschiedene Formen der Magnetresonanztomographie (MRT) sowie eine Ultraschalluntersuchung im Rahmen einer Magenspiegelung zum Einsatz. Ab welchem Alter die Untersuchungen beginnen sollten, richtet sich nach der jeweiligen Risikogruppe.
Wichtig ist, die Früherkennung in einem spezialisierten Zentrum für Bauchspeicheldrüsenkrebs durchführen zu lassen. Auf der Website OncoMap können Betroffene und Angehörige nach einem solchen Zentrum in ihrer Nähe suchen.
Familiäres Risiko: Ab wann finden Untersuchungen zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs statt?
Für Menschen mit einem familiär erhöhten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es ab einem Alter von 50 bis 55 Jahren Untersuchungen zur Früherkennung. Alternativ kann die Früherkennung auch zehn Jahre vor dem Alter beginnen, in dem die jüngste Person in der Familie erkrankt ist.
Auch für Menschen mit einer erblich bedingten chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommen diese Untersuchungen infrage. Diese beginnen 20 Jahre nach der Diagnose der Pankreatitis, sofern sie vor dem 40. Lebensjahr gestellt wurde. Wenn der Beginn der chronischen Entzündung nicht bekannt ist, starten die Untersuchungen ab dem 40. Lebensjahr.
Hochrisiko-Personen: Ab wann finden Untersuchungen zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs statt?
Fachleute empfehlen Menschen, sich auf Bauchspeicheldrüsenkrebs untersuchen zu lassen, wenn:
- bei ihnen Veranlagungen für ein erhöhtes Krebsrisiko, sogenannte Krebs-Syndrome, bekannt sind, oder
- bestimmte Genveränderungen, sogenannte Mutationen, vorliegen.
Die Untersuchungen sollten zehn Jahre vor dem Alter beginnen, in dem die jüngste Person in der Familie an einem Pankreaskarzinom erkrankt ist. Alternativ können die Untersuchungen auch mit 40 oder 50 Jahren starten, abhängig von der vorliegenden Genveränderung.
Diagnose: Wie erkennt man Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Bei Beschwerden oder einem ersten Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle. Dort erfolgen eine Anamnese und eine körperliche Untersuchung. Dabei wird unter anderem der Bauch abgetastet und Blut abgenommen. Gegebenenfalls wird hier auch schon ein Ultraschall des Bauches durchgeführt.
Besteht weiterhin der Verdacht auf eine Krebserkrankung, erfolgt eine Überweisung an eine Facharztpraxis. Diese führt bildgebende Verfahren durch, um die Ausdehnung und Lage eines eventuellen Tumors zu bestimmen. Diese Verfahren kommen infrage:
- Ultraschalluntersuchungen
- Computertomographie (CT)
- Magnetresonanztomographie (MRT)
Eine Spiegelung von Magen und Zwölffingerdarm, kombiniert mit Röntgenkontrastaufnahmen von Pankreasgang und Gallenwegen, kann die Diagnose absichern (eine sogenannte ERCP).
Darüber hinaus können folgende ergänzende Untersuchungen sinnvoll sein:
- Eine Untersuchung des Blutes auf Tumormarker kann Bauchspeicheldrüsenkrebs zwar nicht nachweisen, aber zusätzliche Hinweise für das weitere Vorgehen geben.
- Eine Biopsie mit anschließender Gewebeuntersuchung bestätigt gegebenenfalls einen Verdacht.
Welche Untersuchungen erforderlich sind, hängt von der individuellen Krankheitssituation und den bisherigen Untersuchungsergebnissen ab.
Ansprechpartner für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bei der Behandlung von Pankreaskarzinomen arbeiten verschiedene Fachrichtungen eng zusammen. Es ist ratsam, sich an Kliniken zu wenden, die über besondere Erfahrung mit Bauchspeicheldrüsenkrebs verfügen. Diese sogenannten Pankreaszentren werden regelmäßig durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert.
Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) begutachtet außerdem die Qualität chirurgischer Kliniken und Abteilungen und zertifiziert Zentren, welche bestimmte Kriterien erfüllen.
- Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): Zertifizierte Zentren
Eine fehlende Zertifizierung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Klinik über zu wenig Erfahrung verfügt. Möglicherweise hat sie den Zertifizierungsprozess (noch) nicht durchlaufen.
Therapie: Wie wird Bauchspeicheldrüsenkrebs behandelt?
Welche Behandlung infrage kommt, hängt vom Krankheitsstadium sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab. Bei einer frühen Diagnose lässt sich der Tumor unter Umständen operativ entfernen. Wird Bauchspeicheldrüsenkrebs dagegen erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt, kommen andere Verfahren zum Einsatz.
Operation im frühen Stadium: Wann ist eine Heilung möglich?
Eine Heilung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist vor allem dann möglich, wenn die Erkrankung früh erkannt wird. Entscheidend ist, dass der Tumor vollständig und mit einem ausreichend großen Rand entfernt werden kann. Dafür dürfen keine Metastasen vorliegen und der Gesundheitszustand der betroffenen Person muss eine Operation zulassen.
Je nach Lage des Tumors wird die gesamte Bauchspeicheldrüse oder Teile davon entfernt. In den meisten Fällen müssen auch angrenzende Organe wie die Gallenwege, der Zwölffingerdarm oder die Milz entfernt werden.
Im Anschluss an die Operation empfehlen Fachleute in der Regel eine sechsmonatige Chemotherapie. Diese kann das Risiko für einen Rückfall (Rezidiv) senken. In manchen Fällen wird eine Chemotherapie bereits vor dem Eingriff eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern und die Erfolgsaussichten der Operation zu verbessern.
Welche Therapie gibt es, wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs fortgeschritten ist?
Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen wird die Erkrankung erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Der Tumor ist dann meist lokal ausgebreitet oder es haben sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet. Eine heilende Operation ist in diesen Fällen meist nicht mehr möglich.
Die Behandlung zielt dann vor allem darauf ab, den Tumor zu verkleinern, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Liegt ein örtlich fortgeschrittener Tumor ohne Metastasen vor, kommt in der Regel eine Chemotherapie zum Einsatz. Auch eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung ist möglich.
Haben sich bereits Metastasen gebildet, erhalten Betroffene in der Regel nur eine Chemotherapie. In manchen Fällen kann sie mit einer zielgerichteten Therapie kombiniert werden. Welche Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs infrage kommt, hängt unter anderem vom Gesundheitszustand der Betroffenen ab.

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Wie läuft eine Reha bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ab?
Fachleute empfehlen nach einer Operation und anschließender Chemotherapie zur Heilung von Bauchspeicheldrüsenkrebs eine onkologische Rehabilitation. Diese unterstützt Betroffene dabei, sich körperlich und seelisch von der Erkrankung und ihrer Behandlung zu erholen.
Mögliche Maßnahmen der Reha sind:
- Psychologische Betreuung: Beratungsangebote können dabei helfen, die Krebserkrankung zu verarbeiten.
- Ernährungsberatung: Die Patientinnen und Patienten erhalten einen persönlichen Ernährungsplan und werden über die Folgen einer eingeschränkten Funktion der Bauchspeicheldrüse aufgeklärt. Manche Patientinnen und Patienten benötigen Medikamente, die die Verdauung unterstützen.
- Diabetes mellitus: Nach einer vollständigen Entfernung des Pankreas haben Patientinnen und Patienten eine Zuckerkrankheit. In der Reha lernen sie, ihren Blutzuckerspiegel zu messen und sich Insulin zu spritzen.
- Physiotherapie und Sport: Sport- und Bewegungstherapien helfen dabei, die Muskulatur wieder aufzubauen und die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge zu verbessern.
- Rückkehr in den Arbeitsalltag: Ein medizinisches Gutachten klärt, ob eine Patientin oder ein Patient wieder arbeiten gehen kann.
Wie sieht die Nachsorge bei Bauchspeicheldrüsenkrebs aus?
Nach einer auf Heilung ausgerichteten Therapie schließen sich Nachsorgeuntersuchungen an. Diese dienen dazu, den Gesundheitszustand zu überwachen, einen Rückfall frühzeitig zu erkennen und Nebenwirkungen einer durchgeführten Therapie zu erfassen. Welche Untersuchungen durchgeführt werden, richtet sich nach den individuellen Umständen und nach der gültigen Leitlinie.
Ist die Heilung von Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht mehr möglich, konzentriert sich die Behandlung darauf, vorhandene Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.
Wie gelingt ein Leben mit Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Eine Krebserkrankung stellt Betroffene und ihre Angehörigen vor viele Herausforderungen. Doch niemand muss diese allein bewältigen. Krankenhäuser oder onkologische Praxen informieren über unterstützende Angebote.
Nach einer erfolgreichen Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs können verschiedene Maßnahmen dabei helfen, die Erkrankung und ihre Folgen besser zu bewältigen. Dazu zählen zum Beispiel Bewegung, spezielle Medikamente, psychologische Betreuung sowie Selbsthilfegruppen.
Ist eine Heilung nicht mehr möglich, geht es darum, den Betroffenen ein Leben mit möglichst guter Lebensqualität und mit möglichst wenigen Beschwerden zu ermöglichen. Dazu gehören Behandlungen, die das Wachstum des Tumors aufhalten und spezielle Therapien, die sich an den Symptomen orientieren.
Es kann sinnvoll sein, eine Fachärztin oder einen Facharzt für Palliativmedizin in die Behandlung einzubeziehen. Auch eine psychologische Betreuung kann Betroffenen helfen.
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