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Muskel-Skelett-System

Was passiert bei einer MRT-Untersuchung?

Veröffentlicht am:21.03.2023

6 Minuten Lesedauer

Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist eine Untersuchungsmethode, die Veränderungen oder Verletzungen des menschlichen Gewebes – etwa der Muskeln – sichtbar machen kann. Wie eine MRT abläuft, welche Schwierigkeiten damit einhergehen können und worin der Unterschied zum CT liegt.

Ärztin schiebt liegende Patientin mit dem Kopf zuerst in die Röhre für eine MRT (Magnetresonanztomografie).

© iStock / izusek

Was ist eine MRT?

Eine Kernspintomografie, auch Magnetresonanztomografie (MRT) genannt, ist eine Untersuchungsmethode, bei der eine Maschine sehr viele Schnittbilder des Körpers anfertigt und dabei vor allem Weichteilgebewebe gut abbilden kann. Grundlage für eine MRT-Untersuchung ist die Tatsache, dass der Körper größtenteils aus Wasser besteht – wobei Wasser wiederum aus Wasserstoff und Sauerstoff zusammengesetzt ist. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Wasserstoff nicht gleichmäßig verteilt ist. Seine Dichte ist unterschiedlich groß, abhängig von der jeweiligen Gewebeart. Das macht sich die Kernspintomografie zunutze: Je mehr Wasser ein Gewebe enthält, desto besser ist es auf einem MRT-Bild erkennbar Beispiel: Knochen enthalten wenig Wasser – eine MRT ist daher für die Beurteilung von Knochenbrüchen nicht gut geeignet.

Wie funktioniert ein MRT technisch?

  • Im MRT-Gerät wird um den Körper herum ein Magnetfeld aufgebaut. Das führt dazu, dass sich die positiv geladenen Kerne der Wasserstoffatome im Körper einheitlich in eine Richtung ausrichten, ähnlich wie kleine Kompassnadeln.
  • Im nächsten Schritt werden Radiowellen auf die Wasserstoffatome gerichtet.
  • Die Wasserstoffatome nehmen diese Energie auf, geraten in Schwingung und werden aus der einheitlichen Ausrichtung ausgelenkt.
  • Jetzt schaltet das Gerät die Radiowellen wieder aus, die Wasserstoffkerne kehren zu der durch das Magnetfeld erzeugten Ausrichtung zurück und geben die Energie wieder ab, die sie zuvor aufgenommen haben.
  • Spezielle Antennen messen diese Energieabgabe. Die Gewebeart nimmt aufgrund der Dichte ihrer Wasserstoffkerne Einfluss auf die Signalstärke. Sie bestimmt also, wie schnell die Kerne in die Ursprungsausrichtung zurückkehren. Diese Unterschiede stellen sich in den Aufnahmen als hellere und dunklere Bereiche dar.

Dieser Vorgang wird so lange wiederholt und das Magnetfeld dabei variiert, bis die entsprechenden Körperbereiche Schicht für Schicht erfasst wurden. Die Signale werden schließlich automatisch zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt.

Kernspintomografie mit Kontrastmittel

Bei einigen Untersuchungen wird dem Patienten oder der Patientin zusätzlich ein spezielles Kontrastmittel über die Vene gegeben. Durch dieses Mittel lassen sich die Strukturen noch besser erkennen. Vor allem verhält sich krankes Gewebe bei einem Kontrastmittel oft anders als gesundes. Deswegen kann ein Kontrastmittel zum Beispiel beim Verdacht auf Entzündungen oder Tumore zum Einsatz kommen. Letztere weisen beispielsweise je nach Tumorart kaum Unterschiede in den Graustufen auf, heben sich ohne Kontrastmittel also nur wenig von der Umgebung ab.

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Wie läuft eine MRT-Untersuchung ab und was muss man vorher beachten?

Vor der MRT-Untersuchung: Patientinnen und Patienten müssen alle metallhaltigen Gegenstände ablegen. Dazu gehören zum Beispiel

  • Schmuck
  • Uhren
  • Piercings
  • Zahnspangen und herausnehmbarer Zahnersatz
  • Brillen

Man sollte zudem ungeschminkt sein, da einige Make-up-Produkte eisenhaltige Farbpigmente enthalten können. Kleidung, soweit metallfrei, dürfen Sie anbehalten.

Bei der Untersuchung: Der Patient oder die Patientin wird im Liegen durch eine Öffnung in eine Röhre mit etwa 60 bis 80 Zentimeter Durchmesser geschoben. In einigen Fällen wird zuvor noch eine Art Gitter, eine sogenannte MRT-Spule, auf den zu untersuchenden Körperteil aufgesetzt. Wie genau Sie liegen müssen, hängt davon ab, welche Körperregion untersucht werden soll.

Ablauf einer MRT: Es ertönen eine Reihe lauter, klopfender Geräusche. Diese entstehen durch das An- und Abschalten der Magnetfelder. Möglicherweise bekommen Sie Kopfhörer oder Ohrstöpsel, die Ihr Gehör schützen. Die untersuchende Person wird Ihnen Anweisungen geben, wie Sie sich hinlegen sollen, aber auch wann und wie Sie zum Beispiel atmen sollen. Für manche Untersuchungen ist es wichtig, kurz die Luft anzuhalten. Bei anderen ist es möglich, einfach ruhig weiterzuatmen. Wichtig ist, dass Sie bei der Untersuchung vollkommen ruhig liegen bleiben. Bewegungen können zu unbrauchbaren Bildern führen. Kindern wird deshalb in den meisten Fällen ein Beruhigungsmittel verabreicht.

Ein Arzt wertet die Ergebnisse des MRT (Magnetresonanztomografie)-Scans aus.

© iStock / feellife

Durch eine MRT (Magnetresonanztomografie) können zum Beispiel Schäden in den Muskeln sichtbar gemacht werden.

Wie lange dauert eine MRT?

Wie lange eine MRT-Untersuchung dauert, ist unterschiedlich. Das hängt einerseits von dem verwendeten Gerät ab und andererseits davon, welche Körperregion näher beleuchtet wird beziehungsweise wie groß der Bereich ist. In der Regel müssen Patienten und Patientinnen mit einer Untersuchungsdauer von 10 bis 40 Minuten rechnen. Es kann auch bis zu einer Stunde dauern.

Was tun bei Raumangst?

Klaustrophobie oder auch Raumangst, also die Angst vor engen oder geschlossenen Räumen (irrtümlicherweise auch manchmal als Platzangst bezeichnet), macht eine MRT für Betroffene schwierig. Für viele Menschen ist allein der Gedanke daran, in der engen Röhre auszuharren, beklemmend – das geht Erwachsenen ebenso wie Kindern. Deshalb bekommen Patientinnen und Patienten einen Notfallknopf in die Hand, den sie drücken können, wenn ihnen die Enge der Röhre tatsächlich zu viel wird. Die meisten Praxen und Kliniken erlauben, dass eine Begleitperson bei der Untersuchung anwesend ist. Bei Kindern gilt dies ohnehin. Für Begleitpersonen gelten die gleichen Richtlinien wie für die Patienten (keine Metallteile). In sehr schweren Fällen von Nervosität und Raumangst kommt gegebenenfalls ein Beruhigungsmittel zum Einsatz.

Wann wird eine Magnetresonanztomografie gemacht?

Eine MRT-Untersuchung kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn weiches Körpergewebe untersucht werden soll. Dazu gehören zum Beispiel Muskeln, Bänder, Sehnen, aber auch Organe. Eine Kernspintomografie am Kopf kann beispielsweise Veränderungen im Gehirn sichtbar machen. Eine MRT vom Knie zeigt Schäden im Gelenkknorpel oder etwa Bänderrisse an. Auch zur Untersuchung des Rückens, etwa der Bandscheiben oder des Rückenmarks, wird die Kernspintomografie eingesetzt.

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Die Magnetresonanztomografie wird bei verschiedenen Krankheitsbildern und Verdachtsdiagnosen angewendet. Sie gilt als eine zuverlässige Methode, um eine Krebsdiagnose zu sichern oder eine Krebserkrankung auszuschließen.

Es gibt auch Ausschlusskriterien: Ungeeignet ist eine MRT vor allem für Menschen, die in irgendeiner Form Metall oder Geräte zur Unterstützung bestimmter Funktionen im Körper haben. Dazu zählen unter anderem Herzschrittmacher, Insulinpumpen, implantierte Hörhilfen, Prothesen oder Stents, die einen Gefäßverschluss verhindern sollen. Eine Alternative kann dann die Computertomografie (CT) sein. Je nach Erkrankung lassen sich die beiden Methoden aber nicht einfach gegeneinander austauschen. Ist auch eine CT nicht möglich, müssen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte individuelle Entscheidungen treffen.

Was ist der Unterschied zwischen einem CT und einem MRT?

Eine Magnetresonanztomografie kann eine Computertomografie nicht ersetzen.

Bei einer Computertomografie (CT) handelt es sich um eine komplett andere Technik, nämlich um eine spezielle Art der Röntgenuntersuchung. Dementsprechend ist sie für die Patienten und Patientinnen mit einer Strahlenbelastung verbunden. Welches Verfahren gewählt wird, entscheiden Ärzte und Ärztinnen im Einzelfall je nach Fragestellung.

Welche Nebenwirkungen kann eine MRT-Untersuchung haben?

Die Kernspintomografie ist eine relativ risikoarme und nebenwirkungsfreie Untersuchungsmethode. Sie ist für die Betroffenen nicht mit einer schädlichen Strahlenbelastung verbunden. Bei Menschen, die metallhaltige Farbstoffe in sich tragen, zum Beispiel in Tätowierungen oder Permanent-Make-up, kommt es allerdings in manchen Fällen zu Hautreizungen oder Schwellungen an den betroffenen Stellen. Möglicherweise eingesetzte Kontrastmittel sind in der Regel gut verträglich und schädigen den Körper nicht. Aber bei wenigen Menschen reagiert der Körper auf sie überempfindlich. Diese Reaktion lässt sich mit Medikamenten gut in den Griff bekommen.

Nur im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte nach Möglichkeit keine MRT-Untersuchung stattfinden. Denn während der ersten drei Schwangerschaftsmonate besteht das Risiko, dass das ungeborene Kind durch die Untersuchung geschädigt wird. Hier gilt es abzuwägen, wie dringlich die Untersuchung ist. Wichtig ist vor allem, dass kein Kontrastmittel verwendet wird. Im zweiten und dritten Trimester ist eine Untersuchung möglich, Notwendigkeit und Nutzen müssen dafür sichergestellt sein. Kontrastmittel sollte in der gesamten Schwangerschaft nicht gegeben werden, um das Kind nicht zu gefährden.

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