Sucht

Mit dem Rauchen aufhören: Tipps und wie der Körper profitiert

Veröffentlicht am:05.01.2021

aktualisiert am 01.07.2026

13 Minuten Lesedauer

Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich zu jeder Zeit. Da Nikotin körperlich und psychisch abhängig macht, fällt es vielen Menschen jedoch schwer. Welche Methoden wirklich helfen und wie sich der Körper nach dem Rauchstopp erholt.

Nahaufnahme eines Mannes, der eine Zigarette in der Hand hält und sie kritisch betrachtet.

© iStock / Image Source / KI-bearbeitet

Warum lohnt es sich, mit dem Rauchen aufzuhören?

Ein Rauchstopp lohnt sich aus vielerlei Gründen: Mit dem Rauchen aufzuhören senkt unter anderem das Risiko für eine Krebserkrankung und verbessert die körperliche Verfassung, psychische Gesundheit sowie den Geschmacks- und Geruchssinn.

In Deutschland sterben laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) jährlich über 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Dabei zählt dieser zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken.

Obwohl die meisten Raucherinnen und Raucher um die gesundheitlichen Folgen ihres Lasters wissen, fällt es vielen von ihnen schwer, damit aufzuhören. Dabei gibt es viele gute Gründe, die Sucht zu besiegen:

  • Mehr Genuss: Schon nach kurzer Zeit verbessert sich der Geschmacks- und Geruchssinn.
  • Mehr Fitness: Sport und tägliche Aktivitäten wie das Treppensteigen lassen sich leichter bewerkstelligen und Sie werden nicht mehr so stark außer Atem sein.
  • Bessere psychische Gesundheit: Das Verlangen, zur Zigarette zu greifen, wird bei einem Rauchstopp geringer. Dadurch reduziert sich auch der innere Stress. Zusätzlich wird das Risiko für Depressionen und Angstgefühle vermindert.

Raucherquote in Deutschland

Seit den 1980er Jahren ist der Anteil rauchender Erwachsener leicht rückläufig. Insgesamt rauchen in Deutschland 20,1 Prozent der Erwachsenen. Dabei rauchen Männer mit 23,2 Prozent häufiger als Frauen mit 17 Prozent.

Die AOK unterstützt Sie bei einem rauchfreien Leben

Die AOK bietet zahlreiche Angebote für Menschen, die auf Suchtmittel wie Alkohol oder Nikotin verzichten wollen. Informieren Sie sich bei Ihrer AOK über passende Leistungen.

Welche Folgen hat Rauchen für die Gesundheit?

Rauchen fördert unter anderem die Entstehung verschiedener Krebsarten sowie weiterer Erkrankungen, es schädigt die Gefäße und ist schlecht für die Mundhygiene. Auch die Haut altert durch Tabakkonsum schneller. 

Welche Krebsarten hängen mit Tabakkonsum zusammen?

Es ist ein Irrglaube, dass Rauchen ausschließlich die Entstehung von Lungenkrebs verursacht. Auch andere Krebsarten wie Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Tumoren im Bereich des oberen Verdauungstrakts (Mundhöhle, Zunge, Speiseröhre) werden durch die Schadstoffe im Tabakrauch begünstigt. Vor allem Menschen, die familiär vorbelastet sind, sollten auf das Rauchen verzichten.

Welche Folgen hat Rauchen für die Gefäße?

Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. Der Tabakkonsum fördert die Entstehung von Arteriosklerose, also Ablagerungen in den Gefäßen.

Durch die so verursachten Verengungen der Blutgefäße kann es zu Herzinfarkten, Schlaganfällen sowie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Raucherbein) kommen. Zudem können Gefäßschädigungen beim Mann zu Erektionsstörungen führen. Frauen, die rauchen und die Pille nehmen, haben eine erhöhte Thrombosegefahr.

Was macht Rauchen mit der Mundhygiene?

Rauchen führt zu Zahnverfärbungen und Mundgeruch. Zudem ist es ein Risikofaktor für Parodontitis, eine dauerhafte Entzündung des Zahnbetts. Eine unbehandelte Parodontitis kann zu vorzeitigem Zahnausfall führen.

Welche weiteren Schäden verursacht Rauchen?

Rauchen erhöht das Risiko für zahlreiche weitere Erkrankungen. So ist es zum Beispiel einer der größten Risikofaktoren für die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit COPD. Darüber hinaus beschleunigt das Rauchen die Hautalterung.

Rauchen Frauen während der Schwangerschaft, erhöht sich das Risiko für Fehl- oder Frühgeburten. Wenn Eltern in Anwesenheit ihrer Kinder rauchen, setzen sie diese Schäden durch Passivrauchen aus.

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Mit dem Rauchen aufhören: Mit welchen Methoden gelingt der Rauchstopp?

Von Verhaltenstherapie über Nichtraucherseminare bis zur Nikotinersatztherapie: Es gibt mehrere Methoden, um mit dem Rauchen aufzuhören. Rund 80 bis 90 Prozent aller Raucherinnen und Raucher möchten von ihrer Sucht loskommen, trauen es sich aber nicht zu. Wichtig ist, die Rauchentwöhnung Schritt für Schritt zu planen.

Wie können Verhaltenstherapie und Beratungsangebote dabei unterstützen, mit dem Rauchen aufzuhören?

Rauchen ist ein erlerntes Verhalten. Eine Verhaltenstherapie kann dabei helfen, das Rauchen schrittweise zu verlernen und neue Verhaltensmuster zu entwickeln. Studien belegen, dass verhaltenstherapeutische Programme das Aufhören erleichtern und die Rückfallquote senken können.

Viele weitere Angebote zur Rauchentwöhnung in Deutschland – etwa Nichtraucherseminare oder Selbsthilfegruppen – orientieren sich an den Methoden der Verhaltenstherapie. In Einzel- und Gruppensitzungen lernen die Teilnehmenden, sich selbst zu beobachten, Risikosituationen zu erkennen und zu bewältigen. Zudem werden Strategien vermittelt, um Rückfällen vorzubeugen.

Hilft die Nikotinersatztherapie bei der Rauchentwöhnung?

Um Rauchenden die Entwöhnung zu erleichtern und die Entzugssymptome zu verringern, hat sich die Nikotinersatztherapie bewährt. Nikotinersatz ist in verschiedenen Anwendungsformen erhältlich. Zu den freiverkäuflichen Optionen gehören Pflaster, Lutschtabletten, Kaugummis und Inhalatoren. Darüber hinaus gibt es verschreibungspflichtige Medikamente in Form von Tabletten.

Die Ersatzprodukte können unterschiedliche Wirkungen haben: Die freiverkäuflichen Produkte enthalten in der Regel Nikotin, jedoch keinen Tabak. Dadurch setzen sich die Anwenderinnen und Anwender – anders als bei Zigaretten – nicht den vielen hochgiftigen Substanzen des Tabakrauchs aus. Der Nachteil ist jedoch, dass man damit weiterhin das Suchtverhalten unterstützt.

Champix ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das kein Nikotin enthält. Der in Champix enthaltene Wirkstoff Vareniclin besetzt jedoch die Rezeptoren und schwächt so unter anderem die volle Wirkung von Nikotin ab.

Die Form und Dosierung der Nikotinersatztherapie richtet sich nach der Anzahl der bisher gerauchten Zigaretten. Die Nikotinmenge kann Schritt für Schritt reduziert werden. Bei starker Abhängigkeit kann es sinnvoll sein, mehrere Nikotinersatzprodukte (zum Beispiel Pflaster, Kaugummis oder Lutschtabletten) zu kombinieren. Es ist wichtig, sich vorab ärztlich oder in der Apotheke beraten zu lassen.

Wie kann weniger Stress beim Aufhören unterstützen?

Das Stressmanagement ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum langfristigen Rauchstopp. Denn bei Stress greifen viele Raucherinnen und Raucher zur Zigarette. Entspannungstechniken und regelmäßiger Sport helfen dabei, Stress gezielt abzubauen und Rückfälle zu vermeiden.

Eine Frau dehnt sich die Arme vor dem Laufen – die Bewegung hilft ihr beim Stressabbau und Rauchstopp.

© iStock / HRAUN

Bewegung hilft dabei, den Rauchstopp durchzuziehen.

Was hilft gegen Entzugserscheinungen?

Im Verlauf der Rauchentwöhnung kommt es bei den meisten Menschen zu Entzugssymptomen. Dazu gehören Nervosität, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit sowie depressive Verstimmungen und vermehrter Appetit. Mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich das Gewicht jedoch gut kontrollieren.

Durch den Nikotinentzug stellt sich der Stoffwechsel im Körper um. Dadurch kann es zu einer Gewichtszunahme von zwei bis vier Kilogramm kommen. Die größere Gefahr lauert jedoch in der Ersatzbefriedigung, da die appetitzügelnde Wirkung des Nikotins ausbleibt. Statt zur Zigarette greifen frischgebackene Nichtrauchende oft zu Süßigkeiten.

Mit dem Rauchen aufhören: Doc Felix gibt drei wirkungsvolle Tipps, die beim Durchhalten helfen.

Diese Programme unterstützen Sie bei der Rauchentwöhnung

Angebote der AOK:

Die AOK begleitet Sie auf dem Weg in ein rauchfreies Leben und steht Ihnen beratend zur Seite. Die verfügbaren Angebote unterscheiden sich regional: Nichtraucher werden mit der AOK

Angebot des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG):

Das Programm „rauchfrei“ des BIÖG unterstützt Sie mit qualitätsgesicherten Angeboten zur Rauchentwöhnung, darunter:

Was passiert im Körper, wenn man mit dem Rauchen aufhört?

Umgehend nach dem Verzicht auf Zigaretten beginnt der Körper, die durch das Rauchen entstandenen Schäden abzubauen. Wichtig: Es handelt sich hierbei um statistische Werte. Die gesundheitlichen Vorteile des Rauchstopps können sich individuell entwickeln und äußern.

Vergangene ZeitKörperliche Reaktion
Nach 20 MinutenDer Puls und Blutdruck normalisieren sich.
Nach zwölf StundenDer Sauerstoffgehalt des Blutes verbessert sich messbar – die Organe bekommen wieder mehr Sauerstoff und die Leistungsfähigkeit des Körpers steigt.
Nach zwei Wochen bis drei MonatenDie Lungenfunktion verbessert sich deutlich, der Kreislauf ist stabiler.
Nach ein bis neun MonatenHustenanfälle, Kurzatmigkeit und Verstopfungen in den Nasennebenhöhlen werden weniger. Die Lunge kann sich wieder besser selbst reinigen und die Infektionsgefahr sinkt.
Nach einem JahrDas Risiko für eine koronare Herzerkrankung ist nur noch halb so groß wie für Raucher.
Nach fünf JahrenDas Risiko für Krebserkrankungen sinkt deutlich: um die Hälfte im Vergleich zu Rauchenden für Mundhöhlen-, Rachen-, Speiseröhren- und Harnblasenkrebs sowie auf das Niveau von Nichtrauchenden für Gebärmutterhalskrebs. Auch das Schlaganfallrisiko sinkt.
Nach zehn JahrenDas Risiko, an verschiedenen Krebsarten zu erkranken, hat sich weiter verringert – auch für Lungenkrebs: Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist etwa halb so groß wie bei Personen, die seit 10 bis 15 Jahren rauchen.
Nach 15 JahrenDas Risiko für koronare Herzerkrankungen ist nun wieder genau so hoch wie bei lebenslangen Nichtrauchenden.

Neben den gesundheitlichen Vorteilen bringt der Rauchstopp weitere positive Veränderungen mit sich: Der Geschmacks- und Geruchssinn verbessert sich, der Atem, die Haare und die Kleidung sind frei von Rauchgeruch und Fingernägel und Zähne werden nicht weiter gelb.

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Wie kann man Kinder und Jugendliche vor dem Rauchen schützen?

Je früher man mit dem Rauchen beginnt, desto höher ist das individuelle Risiko, abhängig zu werden und gesundheitliche Schäden zu erleiden. Deshalb ist es wichtig, früh einzugreifen und mit Jugendlichen über Drogen, Sucht und Prävention zu sprechen.

Ein Beginn im Kindes- und Jugendalter erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, auch von anderen Substanzen abhängig zu werden. Es gibt verschiedene Projekte zur Suchtprävention, die speziell auf das Rauchen abzielen und sich an Jugendliche richten, unter anderem:

Fachlich geprüft
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