Krebs
Vulvakrebs: Wie macht sich ein Vulvakarzinom bemerkbar?
Veröffentlicht am:03.08.2026
7 Minuten Lesedauer
Vulvakrebs ist eine seltene Tumorerkrankung der äußeren Geschlechtsorgane der Frau. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die ihn begünstigen. Eine HPV-Impfung kann HPV-bedingte Vulvakarzinome und deren Vorstufen vorbeugen.

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Inhalte im Überblick
- Was ist Vulvakrebs?
- Welche Symptome treten bei Vulvakrebs auf?
- Wie häufig ist Vulvakrebs und wen betrifft er?
- Wie entsteht Vulvakrebs und welche Risikofaktoren gibt es?
- Wie kann man Vulvakrebs vorbeugen und früh erkennen?
- Wie wird Vulvakrebs diagnostiziert?
- Wie wird Vulvakrebs behandelt?
- Wie läuft die Nachsorge nach Vulvakrebs ab?
- Rückfall: Was passiert, wenn Vulvakrebs zurrückkommt?
- Leben mit Vulvakrebs: Wie geht man mit Nebenwirkungen um?
Was ist Vulvakrebs?
Vulvakrebs ist eine bösartige Erkrankung der äußeren Geschlechtsorgane der Frau. Der Tumor heißt Vulvakarzinom. Als Vulva werden die äußeren Geschlechtsorgane bezeichnet. Dazu gehören:
- äußere und innere Vulvalippen
- äußerer Teil der Klitoris (deutsch: Kitzler)
- Venushügel
- Vaginalvorhof mit äußerer Öffnung der Harnröhre und Vaginalausgang
Wichtig zu beachten: Tumore, die in der Vagina entstehen, sind kein Vulvakrebs. Sie werden als Vaginalkrebs bezeichnet und stellen eine eigene Krebsart dar.
Welche Symptome treten bei Vulvakrebs auf?
Vulvakrebs verursacht zu Beginn nur selten Beschwerden. Es gibt auch keine typischen Symptome. Häufig spüren erkrankte Frauen einen Juckreiz an der Vulva. Zusätzlich können folgende Beschwerden auftreten:
- Brennen und Schmerzen
- Probleme beim Wasserlassen
- sichtbare oder fühlbare Veränderungen im äußeren Genitalbereich
Die Symptome für Vulvakrebs können auch auf andere Erkrankungen im Genitalbereich hindeuten. Halten die Beschwerden länger an, sollten Frauen ihre Haus- oder Frauenarztpraxis aufsuchen.
Wie häufig ist Vulvakrebs und wen betrifft er?
Vulvakrebs ist eine seltene Krebsart. Im Jahr 2022 gab es 3.144 registrierte Neuerkrankungen. Meist erkranken Frauen im Alter von über 70 Jahren daran.
In den vergangenen Jahren waren jedoch zunehmend auch junge Frauen von Vulvakrebs betroffen. Auch Vorstufen treten bei ihnen häufiger auf. Fachleute führen diesen Anstieg auf die zunehmende Zahl an Infektionen mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) zurück.
Wie entsteht Vulvakrebs und welche Risikofaktoren gibt es?
Die genaue Ursache von Vulvakrebs kässt sich meist nicht eindeutig bestimmen. Er ist nicht erblich bedingt. Es gibt jedoch Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen können.
Ein Vulvakarzinom entwickelt sich häufig aus Vorstufen. Diese werden medizinisch als intraepithale Neoplasien der Vulva (VIN) bezeichnet und entstehen in den meisten Fällen durch HPV. Daneben gibt es auch Vorstufen, die unabhängig von HPV entstehen. Sie treten häufig im Zusammenhang mit chronischen Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus auf.
Seltener bildet sich ein Vulvakarzinom aus einem Morbus Paget der Vulva. Diese auf die Haut und/oder Schleimhaut begrenzte Krebsvorstufe entwickelt sich fast immer zu einem bösartigen Tumor.
Zu den Risikofaktoren für Vulvakrebs gehören:
- Infektionen mit HPV
- HPV-bedingte Vorstufen oder durch HPV verursachter Gebärmutterhalskrebs, Vaginalkrebs oder Analkrebs
- ein geschwächtes Immunsystem
- Rauchen
- chronische Hautveränderungen an der Vulva wie Lichen sclerosus
- zunehmendes Alter
Wie kann man Vulvakrebs vorbeugen und früh erkennen?
Es gibt kein gezieltes Früherkennungsprogramm für das Vulvakarzinom und seine Vorstufen. Im Rahmen der gynäkologischen Krebsfrüherkennung sollte die Ärztin oder der Arzt jedoch stets die gesamte Vulva untersuchen. Die HPV-Impfung kann HPV-bedingten Vulvakrebs vorbeugen. Auch ein Verzicht auf Rauchen reduziert das Risiko.
Da die Erkrankung im Frühstadium oft keine besonderen Beschwerden verursacht, entdecken Ärztinnen und Ärzte ein Vulvakarzinom oft erst im Rahmen der frauenärztlichen Vorsorgeuntersuchung. Frauen ab 20 Jahren können einmal im Jahr daran teilnehmen.
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HPV-Impfung schützt vor HPV-bedingtem Vulvakrebs
Die Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18, die auch den Großteil aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen verursachen, sind häufig an der Entstehung von Vulvakrebs beteiligt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren.
Eine HPV-Impfung wirkt nicht gegen eine bestehende HPV-Infektion der Vulva oder eine HPV-bedingte Krebsvorstufe. Nach einer Behandlung kann die Impfung jedoch das Risiko für einen Rückfall verringern.
Wie wird Vulvakrebs diagnostiziert?
Bei anhaltenden Beschwerden im Genitalbereich erfolgt zunächst eine gynäkologische Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane, der Vagina und des Gebärmutterhalses. Bei Bedarf wird eine Vulvoskopie mit einer starken Lupe durchgeführt. Zeigen sich auffällige Veränderungen, wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und von Fachleuten mikroskopisch untersucht.
Wenn die Diagnose Vulvakrebs feststeht, untersuchen Ärztinnen und Ärzte, ob der Tumor in angrenzendes Gewebe oder weitere Organe eingewachsen ist. Hinzu kommen bildgebende Verfahren wie Sonographie, Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).
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Wie wird Vulvakrebs behandelt?
Die Behandlung von Vulvakarzinomen umfasst verschiedene Möglichkeiten – von der Therapie von Vorstufen bis zur Behandlung fortgeschrittener Tumoren. Sie richtet sich auch nach der individuellen Erkrankung und den Bedürfnissen der Patientin.
Wenn Vulvakrebs frühzeitig erkannt wird, bevor er Metastasen (Tochtergeschwulste) gebildet hat, sind die Heilungschancen gut. Da die Erkrankung meist kein medizinischer Notfall ist, haben Betroffene ausreichend Zeit, die Behandlungsschritte mit den Ärztinnen oder Ärzten in Ruhe zu besprechen.
Wie läuft die Behandlung von Vulvakrebs-Vorstufen ab?
Leichte, HPV-bedingte Vorstufen von Vulvakrebs bilden sich häufig von selbst zurück, sodass nicht immer ein sofortiger Eingriff nötig ist. In diesen Fällen beobachten Patientinnen zunächst gemeinsam mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen den Verlauf. Dabei sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Im Gegensatz dazu entfernen Ärztinnen und Ärzte Krebsvorstufen ohne HPV-Infektion sowie einen Morbus Paget der Vulva direkt operativ.
Wenn sich HPV-bedingte Veränderungen an der Vulva nicht zurückbilden oder fortschreiten, behandeln Ärztinnen und Ärzte sie gezielt. Sie verdampfen die Vorstufe mit einem Laser oder entfernen sie operativ.
Wie werden Tumore bei Vulvakrebs behandelt?
Bei kleineren Befunden entfernt das Operationsteam das Vulvakarzinom üblicherweise zusammen mit etwas umliegendem, gesundem Gewebe. Bei größeren Tumoren ist die Entfernung von Teilen der Vulva oder der kompletten Vulva erforderlich. Anschließend stellt die plastische Chirugie sie möglichst wieder her. Hat sich der Krebs in benachbarte Organe oder Lymphknoten ausgebreitet, entfernen Ärztinnen und Ärzte auch diese Bereiche.
Ob und welche Therapie nach der Operation notwendig ist, hängt von der individuellen Situation der Patientin ab. Möglich sind eine gezielte Bestrahlung der Vulva und der Lymphknoten oder eine Radiochemotherapie, also die Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie.
Vulvakrebs: Wie Patientinnen die Therapie unterstützen können
Patientinnen mit Vulvakrebs können selbst aktiv dazu beitragen, die Behandlung zu fördern und ihr Wohlbefinden zu steigern, indem sie
- sich ausgewogen und gesund ernähren,
- regelmäßig körperlich aktiv bleiben,
- sich mit anderen Betroffenen austauschen und
- professionelle Gesprächsangebote (zum Beispiel in Rehabilitationseinrichtungen oder Krebsberatungsstellen) nutzen.
Was passiert, wenn der Vulvakrebs Metastasen gebildet hat?
Wenn Vulvakrebszellen bereits Metastasen in entfernten Körperbereichen oder Organen gebildet haben, kann eine Chemotherapie erfolgen. In diesem fortgeschrittenen Stadium ist eine Heilung oft nicht mehr möglich. Die Behandlung konzentriert sich dann darauf, das Wohlbefinden der Patientin zu verbessern und Komplikationen zu vermeiden.

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Wie läuft die Nachsorge nach Vulvakrebs ab?
Nach der Therapie von Vulkakrebs erfolgen Nachsorgeuntersuchungen und Rehabilitationsmaßnahmen. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um möglichen Folgen der Behandlung oder einen Rückfall frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchungen beginnen direkt nach Therapieende, wobei die Abstände mit zunehmender Zeit größer werden.
Eine Rehabilitation schließt sich direkt oder zeitnah an eine Vulvakrebstherapie an. Je nach Situation der Patientin findet sie ambulant oder stationär statt. Das Ziel besteht darin, die körperlichen und psychischen Folgen der Krebserkrankung zu verringern und die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern.
Rückfall: Was passiert, wenn Vulvakrebs zurrückkommt?
Kehrt der Vulvakrebs nach einer erfolgreichen Therapie zurück (Rezidiv), berücksichtigen Ärztinnen und Ärzte verschiedene Faktoren, beispielsweise die vorherige Behandlung der Patientin. Üblicherweise entfernen sie Tumore oder befallene Lymphknoten operativ. Ergänzend oder alternativ zur Operation kann eine Radiochemotherapie oder eine Strahlentherapie erfolgen.
Leben mit Vulvakrebs: Wie geht man mit Nebenwirkungen um?
Sowohl der Vulvakrebs als auch seine Behandlung kann bei den Patientinnen verschiedene körperliche und seelische Beschwerden verursachen. Dazu zählen:
- Inkontinenz
- Entstehung von Lymphödemen und Lymphozelen (mit Lymphe gefüllte Hohlräume)
- Veränderungen der Vulva und Vagina
- Beeinträchtigungen der Sexualität
Die mit Vulvakrebs verbundenen Beschwerden sind behandelbar, und das Wohlbefinden der Patientinnen lässt sich steigern. Betroffene sollten daher aktiv das Gespräch mit medizinischem Personal oder Beratungsstellen suchen, um passende Maßnahmen zu finden.
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Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Krebsinformationsdienst (2025): Vulvakrebs (Vulvakarzinom).
Zentrum für Krebsregisterdaten (2024): Krebs der Vulva (Vulvakarzinom).
Frauengesundheitsportal (2026): Vulvakrebs (Vulvakarzinom).









