Krebs

Liposarkom: Symptome, Ursachen und Therapie verständlich erklärt

Veröffentlicht am:08.07.2026

6 Minuten Lesedauer

Ein Liposarkom ist eine seltene Krebserkrankung im Fettgewebe. Es entsteht häufig in den Beinen, im Bauchraum oder in den Armen und macht sich durch Schwellungen bemerkbar. Es gibt verschiedene Subtypen, die Therapie und Prognose beeinflussen.

Ein Arzt in weißem Kittel untersucht das Knie eines älteren Mannes, der auf einer Untersuchungsliege sitzt.

© iStock / gilaxia / KI-bearbeitet

Was ist ein Liposarkom?

Ein Liposarkom ist ein bösartiger Tumor des Fettgewebes. Er kann überall im Körper auftreten, manchmal ist der Ursprungsort auch unklar. Der lateinische Begriff lipo steht für „Fett“, ein Sarkom ist ein bösartiger (maligner) Tumor des Stütz- und Weichgewebes.

Liposarkome sind eine Untergruppe der seltenen Weichgewebesarkome. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.500 Menschen an Weichteiltumoren. Sowohl Frauen als auch Männer in jedem Lebensalter sind betroffen, das Durchschnittsalter bei der Diagnose beträgt 69 Jahre.

Wo im Körper kann ein Liposarkom auftreten?

Liposarkome können an verschiedenen Körperstellen entstehen. Am häufigsten treten sie an den Beinen und im Bauchbereich auf. Seltener sind die Arme sowie der Kopf-Hals-Bereich betroffen.

Welche verschiedenen Subtypen von Liposarkomen gibt es?

Liposarkome werden in verschiedene Subtypen unterteilt. Nach diesen richtet sich die Therapie sowie die Prognose.

  • Das hoch differenzierte Liposarkom tritt am häufigsten auf. Es wächst langsam und ist meist gut behandelbar. Es ähnelt dem normalen Fettgewebe und kann daher mit diesem verwechselt werden.
  • Ein dedifferenziertes Liposarkom ist ein schnell wachsender Tumor. Er entwickelt sich meist aus einem hoch differenzierten Liposarkom, breitet sich in die Umgebung aus und bildet schnell Metastasen in anderen Körperbereichen.
  • Ein myxoides/rundzelliges Liposarkom tritt häufiger bei jungen Menschen auf. Es bildet oft Fernmetastasen in anderen Weichgeweben, Organen oder Knochen, beispielsweise in der Wirbelsäule.
  • Ein pleomorphes Liposarkom ist ein sehr seltener Tumor. Er ist aggressiv und breitet sich eher schnell aus.

Wie unterscheidet sich ein Liposarkom von einem Lipom?

Im Gegensatz zu einem Liposarkom ist ein Lipom nicht bösartig. Es handelt sich um harmlose und langsam wachsende Tumoren, die aus Fettzellen hervorgehen. Sie entstehen meist im Fettgewebe der unteren Hautschicht.

Harmlose Tumore: Wann sollte man ein Lipom entfernen lassen?

Mit welchen Symptomen macht sich ein Liposarkom bemerkbar?

Welche Symptome ein Liposarkom verursacht, hängt von seiner Größe und Lage ab. Tumore an Beinen und Armen machen sich meist durch eine sichtbare Schwellung bemerkbar. Im Bauchbereich treten Schwellungen dagegen erst später auf.

Wenn das Liposarkom wächst, können Schmerzen und Funktionseinschränkungen hinzukommen. Im Bauchbereich kann es zudem ein schnelleres Sättigungsgefühl, Verstopfung oder Blut im Stuhl verursachen.

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn man eine Schwellung unter der Haut bemerkt. Gleiches gilt, wenn andere Symptome auftreten, die auf ein Liposarkom hindeuten.

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Welche Ursachen hat ein Liposarkom?

Die Ursachen für ein Liposarkom sind weitgehend ungeklärt. Fettzellen vermehren sich unkontrolliert, und es bilden sich Tumore.

Die meisten Sarkome entstehen zufällig. Es gibt aber einige bekannte Risikofaktoren:

  • seltene Erbkrankheiten
  • eine frühere Bestrahlung der betroffenen Körperregion
  • bestimmte Chemotherapien

Zudem diskutieren Fachleute den Einfluss bestimmter Viren, Chemikalien und Umweltgifte.

Wie wird ein Liposarkom diagnostiziert?

Zur Diagnose eines Liposarkoms können folgende Untersuchungen zum Einsatz kommen:

  • Eine Magnetresonanztomographie (MRT) hilft Ärztinnen und Ärzten, benachbarte Nerven, Blutgefäße und Muskeln zu untersuchen, die von einem Liposarkom betroffen sein könnten.
  • Mit einer Computertomographie des Brustkorbs (CT-Thorax) lassen sich Lage, Größe und Nähe des Tumors zu wichtigen Organen bestimmen.

Je nach Befund empfehlen Spezialistinnen und Spezialisten weitere Untersuchungen. In speziellen Sarkomzentren wird entschieden, ob man der betroffenen Person eine Biopsie oder direkt die Entfernung des Tumors empfiehlt.

Ein älterer Mann fährt mit geschlossenen Augen in ein MRT-Gerät, das von einer Frau im Vordergrund bedient wird.

© iStock / alvarez

Mit einer MRT-Untersuchung kann man benachbarte Nerven, Blutgefäße und Muskeln untersuchen, die von einem Liposarkom betroffen sein könnten.

Wie wird ein Liposarkom behandelt?

Die Behandlung eines Liposarkoms hängt von Art, Größe und Ausbreitung des Tumors in andere Körperbereiche ab. Auf jeden Fall sollte sie in einem spezialisierten Sarkomzentrum erfolgen. Zu den Therapieoptionen gehören:

  • Operation: Chirurginnen und Chirurgen aus Sarkomzentren entfernen das Liposarkom sowie das umliegende gesunde Gewebe. Manchmal verkleinern sie den Tumor zunächst durch eine Strahlentherapie, um ihn in der Operation besser entfernen zu können.
  • Strahlentherapie: Hochenergetische Strahlen zielen darauf ab, die Krebszellen abzutöten. Eine Bestrahlung kann nach einer Operation erfolgen, um verbleibende Krebszellen abzutöten, oder vor der Operation, um den Tumor zu verkleinern.
  • Chemotherapie: Dabei kommen starke Medikamente zum Einsatz, um die Krebszellen abzutöten. Eine Chemotherapie kann sowohl vor als auch nach einer Operation erfolgen und wird manchmal auch mit einer Strahlentherapie kombiniert.

Neben bewährten Therapien können Patientinnen und Patienten mit Liposarkomen möglicherweise auch an klinischen Studien teilnehmen. Dabei handelt es sich um Untersuchungen im Rahmen der medizinischen Forschung, die neue Therapien erproben.

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Wie verlaufen Nachsorge und Rehabilitation bei einem Liposarkom?

Die Nachsorge und die Rehabilitation richten sich individuell nach der jeweiligen Erkrankung und den Bedürfnissen der Patientin oder des Patienten. Betroffene mit einem aggressiven, schnell wachsenden Liposarkom erhalten eher eine intensivere Nachsorge als Patientinnen und Patienten mit einem langsam wachsenden Sarkom.

Die Nachsorge zielt darauf ab, Rückfälle, sogenannte Rezidive, zu erkennen und die Folgen der Therapie zu behandeln. Die Rehabilitation unterstützt Betroffene dabei, wieder zu Kräften zu kommen und in den Alltag zurückzufinden.

Prognose: Wie gefährlich ist ein Liposarkom?

Es gibt keine generelle Prognose für die Diagnose Liposarkom. Sie hängt von der Art und Ausbreitung des Tumors ab. Oft handelt es sich dabei jedoch um weniger aggressive Tumore mit einer guten Langzeitprognose.

Bei aggressiveren Liposarkomen kommen oft intensivere und kombinierte Therapieansätze zum Einsatz, um die Prognose zu verbessern.

Wie kann man Liposarkomen vorbeugen?

Da die Ursachen von Liposarkomen weitgehend unbekannt sind, gibt es keine sicheren Maßnahmen zur Vorbeugung. Auch ein Früherkennungsprogramm existiert nicht.

Eine Ausnahme bilden Menschen mit seltenen erblichen Syndromen, die das Risiko für Sarkome erhöhen. Dazu zählen zum Beispiel das Li-Fraumeni-Syndrom, das Retinoblastom-Syndrom oder die Neurofibromatose Typ 1. Für sie können gezielte Maßnahmen zur Früherkennung wie regelmäßige MRT-Untersuchungen sinnvoll sein.

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