Krebs

Wie eine Konisation Gebärmutterhalskrebs vorbeugt und wann sie sinnvoll ist

Veröffentlicht am:17.06.2026

10 Minuten Lesedauer

Gynäkologische Krebsvorsorgeuntersuchungen liefern Hinweise auf Gebärmutterhalskrebs. Bei bestimmten Befunden ist eine Konisation die beste Methode zur Krebsvorbeugung. Wie läuft der Eingriff ab und was ist im Anschluss zu beachten?

In einem Behandlungszimmer zeigt eine Frau im weißen Kittel und mit Kunststoffhandschuhen einer anderen Frau ein Modell der weiblichen Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane. Die Köpfe sind nur angeschnitten oder gar nicht im Bild und im Hintergrund steht ein Ultraschallgerät.

© iStock / atiana Buzmakova / KI-bearbeitet

Was ist eine Konisation?

Die Konisation ist ein operativer Eingriff am Gebärmutterhals (Zervix). Die Zervix bildet die Verbindung zwischen der Vagina und dem Innern der Gebärmutter. Grund für eine Konisation ist meist ein auffälliges Ergebnis beim Zellabstrich im Rahmen der Krebsfrüherkennung (PAP-Test).

Bei der minimalinvasiven OP schneidet ein Chirurg oder eine Chirurgin ein kleines kegelförmiges Gewebestück aus dem Muttermund und dem Gebärmutterhals heraus, um das Gewebe mit Vorstufen von Krebs oder auch Krebszellen zu entfernen.

Anschließend kommt das Gewebestück zur Untersuchung in ein Labor. Seine Form ist übrigens namensgebend für den Fachbegriff Konisation: Das aus dem Griechischen abgeleitete Wort „Konus“ bedeutet Kegel.

HPV gilt als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Erfahren Sie, wie Vorsorgeuntersuchungen und die HPV-Impfung dazu beitragen können, das Risiko einer Erkrankung zu verringern.

Was schützt vor Gebärmutterhalskrebs?

Die Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist eine langanhaltende Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV), die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. HP-Viren nisten sich in der Schleimhaut ein, führen zu Zellveränderungen und Krebsvorstufen und können schließlich Krebs auslösen.

Gegen eine HPV-Infektion gibt es eine Impfung. Die HPV-Impfung senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich. Sie kann aber nicht allen Erkrankungen vorbeugen.

Eine Impfung wird allen Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aus dem Jahr 2025 konnte zeigen, dass HPV-geimpfte Frauen deutlich seltener eine Konisation benötigen als ungeimpfte.

Welche Untersuchungen gibt es vor einer Konisation?

Eine Konisation ist nicht die erste Maßnahme bei der Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs. Gynäkologen und Gynäkologinnen empfehlen dieses Verfahren in der Regel nach einem stark auffälligen Pap-Abstrich und/oder HPV-Test.

Während der Pap-Abstrich von der Gebärmutterschleimhaut eine Untersuchung auf Zellveränderungen ist, dient der HPV-Test dem Nachweis von HP-Viren. 

Gesetzlich versicherte Frauen zwischen 20 und 34 Jahren können einmal jährlich einen Pap-Abstrich in Anspruch nehmen. Bei Frauen ab 35 Jahren ist eine Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test sinnvoll und sicherer. Dieser Ko-Test wird alle drei Jahre angeboten.

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Wann kommt eine Konisation in Frage?

Zellveränderungen in der Gebärmutterhalsschleimhaut werden in drei Stufen unterteilt: leicht, mittelgradig und hochgradig. Eine leichte oder mittelgradige Dysplasie ist selten Grund zur Sorge. Vor allem bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren bildet sie sich meist wieder von selbst zurück.

Ob eine leichte bis mittelgradige Dysplasie entfernt werden sollte, ist daher eine individuelle Entscheidung, die Patientinnen gemeinsam mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin treffen. Es ist meist unbedenklich, erst abzuwarten und den Verlauf der Dysplasie zu kontrollieren. So lässt sich ein womöglich unnötiger Eingriff vermeiden.

Anders verhält es sich bei hochgradigen Zellveränderungen. Sie entwickeln sich in rund der Hälfte der Fälle zu Krebs, wenn sie nicht durch eine Konisation entfernt werden. Übereilen sollte man dennoch nichts. Auch eine hochgradige Dysplasie ist kein Notfall. Es gibt genügend Zeit, das weitere Vorgehen zu planen.

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Wie läuft bei einer Konisation die OP ab?

Die Konisation wird in der Regel ambulant und immer unter Narkose durchgeführt. Das heißt: Bei einer Konisation verspüren Patientinnen keine Schmerzen. Zur Vorbereitung der Konisation wird der Genitalbereich desinfiziert und die Blase mittels eines Katheters entleert. 

Um die Sicht auf den äußeren Muttermund zu ermöglichen, wird die Scheide mit einem gynäkologischen Instrument, dem Spekulum, geweitet.

Es gibt drei chirurgische Techniken:

  • Konisation mit einer elektrischen Schlinge (LEEP = Loop Electrical Excision Procedure)
  • Konisation mit einem Skalpell
  • Laser-Konisation

Im Anschluss schabt der Chirurg oder die Chirurgin in der Regel die Schleimhaut des Gebärmutterhalses aus, um eine Ausdehnung der Dysplasie auf das Innere der Gebärmutter auszuschließen.

Eine Frau steht am Schalter einer Arztpraxis und spricht mit einer medizinischen Fachangestellten.

© iStock / Tashi-Delek

Nach einer Konisation sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen äußerst wichtig.

Welche Nebenwirkungen und Komplikationen sind nach einer Konisation möglich?

In den meisten Fällen hat eine Konisation keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Unmittelbar nach dem Eingriff können leichte Schmerzen und Blutungen auftreten und in den anschließenden Tagen rötlicher Ausfluss und Nachblutungen. Die Schmerzen lassen sich in der Regel gut mit üblichen Schmerzmitteln behandeln.

Die Blutungen sind meist schwächer als eine Regelblutung. Sollte eine stärkere Nachblutung auftreten, ist ein Besuch beim Frauenarzt oder der Frauenärztin erforderlich. Zwischen dem achten und zehnten Tag nach einer Konisation löst sich der Wundschorf. Dadurch kann es zu einer erneuten Blutung kommen. 

In den ersten drei bis vier Wochen nach einer Konisation sollten Patientinnen

  • sich körperlich schonen,
  • auf Geschlechtsverkehr verzichten,
  • nicht schwimmen oder baden und
  • keine Tampons benutzen.

Wie gut beugt eine Konisation Gebärmutterhalskrebs vor?

Ein schlechter Befund nach einer Konisation bedeutet in der Regel, dass nicht das gesamte betroffene Gewebe entfernt wurde. Dies ist jedoch selten. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich langsam. Wenn die Konisation frühzeitig durchgeführt wird, lassen sich die veränderten Zellen meist vollständig entfernen.

Warum müssen Patientinnen nach einer Konisation zu Nachsorgeuntersuchungen?

Eine Konisation kann Gebärmutterhalskrebs mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass sich erneute Dysplasien entwickeln. Deshalb sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt beziehungsweise bei der Frauenärztin äußerst wichtig.

Welchen Einfluss hat die Konisation auf den Kinderwunsch?

Die Entnahme von Gewebe schwächt den Muttermund und erhöht das Risiko für Frühgeburten bei nachfolgenden Schwangerschaften. Dies ist vor allem der Fall, wenn ein größeres Gewebestück entfernt wurde. Bei etwa drei von 100 Schwangerschaften kommt es durch eine größere Konisation zu einer Frühgeburt.

Gewebeschonende Eingriffe senken dieses Risiko. Bei Frauen mit Kinderwunsch wird deshalb möglichst gewebeschonend operiert. Ein weiteres Risko geht von den Vernarbungen am Muttermund aus: Sie können den Geburtsverlauf verzögern.

Fachlich geprüft
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